Die Jungs haben es immer und immer wieder versucht, doch irgendwann ging ihnen die Puste aus. Einen mindestens 10 Meter hohen Felsen hochklettern und dann noch im Flug posieren ist etwas schwierig…
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Delfine!
Tacileka hatte nicht viel außer die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Frauen warteten auf den Fisch, den die Männer fingen, die Kinder spielten und tollten herum, die Männer selbst lagen auf ihren Booten und fischten und der Stammeshäuptling — der „Chief“ — saß vor seinem Windows-Vista-Rechner (!) und surfte im Internet. Ein Prediger spazierte am Strand entlang, verschwand jedoch schon bald hinter dem Horizont.
Ich hatte gefrühstückt und stellte mich auf einen Tag voller Verpflichtungen ein: Singenmüssen hier, Helfenmüssen da, Fischen im Meer und was weiß ich was wo noch. Es kam allerdings ganz anders. Als ich mich zum Strand begab, um dort ein wenig das Kanu für ein paar Stunden zu entführen, fielen mir drei Transportboote auf, die tags zuvor noch nicht dagewesen waren. Und siehe da, das Schicksal fügte sich und es gab ein angenehmes Programm. Ich erfuhr, dass wir in wenigen Minuten zu einem Riff aufbrechen würden, wo sich für gewöhnlich Delfine aufhielten. Delfine also. Na das wird ja spektakulär werden, so meine ernüchterte Reaktion.
Wir fuhren los und fuhren und fuhren, bis wir ein paar Kilometer vor der Küste Fidschis beim Riff anlangten. Die Delfine planschten herum und beachteten uns nicht. Selbst als sich das Boot näherte, wurden wir ignoriert. Ein paar Meter unter der Meeresoberfläche gingen sie ihren Beschäftigungen nach als ob nichts wäre. Fuhr man allerdings mit vollem Karacho mit dem Boot übers Wasser, tauchten sie auf: Sie versuchten stets vor dem Boot zu bleiben, sprangen aus dem Wasser und ihr Verhalten glich einem Spiel mit dem Boot. Man fühlte sich wie mitten in ein freundschaftliches Wettrennen versetzt. Die positive Ausstrahlung, die ich zuvor noch nie an einem Tier empfand, wurde mir hier, vor der Küste Fidschis, bewusst. Ja, man kann Tiere, die man nie zuvor in der Natur gesehen hat, lieben.
Trinidad
Dem Hotel den Rücken gekehrt, saßen wir am Strand und blickten aufs Meer hinaus. Neben uns standen in den Boden gestampfte Schirme, um uns herum ein paar Palmen. Der Steg mit dem kleinen Häuschen drauf lag direkt vor uns; von dort hörten wir Stimmen, hin und wieder Gelächter, manchmal wurde das Gespräch von langen Pausen unterbrochen. Der Sand war weiß und das sah man sogar unter dem Licht des Mondes, der an diesem Tag sehr hell leuchtete. Die Karibik schwemmte kleine Wellen an und sie fielen dem Strand leise zum Opfer. Es war ein fortwährendes, leises Rauschen, an das man sich schnell gewöhnte. Es wurde begleitet vom Wind, der die Blätter der Palmen gegeneinander rieb. Manchmal hörte man ein scharrendes Geräusch, wenn sich ein Krebs in den Sand eingrub. Diese Mischung aus natürlichen und gesellschaftlichen Geräuschen erzeugte ein angenehmes Gefühl der Geborgenheit. Die Stille, die zwischen uns herrschte, war angenehm und nicht störend wie die peinliche Stille, die eintritt, wenn man mit einem einzigen Fahrgast zwanzig Stockwerke im Lift überwinden muss. Wir saßen beide da und sahen hinaus aufs Meer. Manchmal blickte sie zum Himmel und holte Luft, um etwas zu sagen, doch sie überlegte es sich anders und schwieg. Wir sprachen einige Zeit lang. Wir schwiegen die meiste Zeit. Algen wurden an den Strand geschwemmt, immer wieder schickte die Gruppe am Steg einen aus, um Cocktails zu holen. Die Träger dieser Bürde übersahen uns, gingen rasch zur Bar und rasch wieder zurück, um dieses begrenzte Erleben genießen zu können. Sie übergaben die Bestellungen ohne Kommentar an die Wartenden.
Sie erzählte mir über sich selbst, sie eröffnete mir eine unbekannte Gegenwart und interpretierte sie. Dann schwieg sie wieder und wenn einer ihrer gesprochenen Absätze es erforderte, schob sie erklärende Sätze nach. Danach akzeptierte sie die Stille wieder. Sie blieb und ging nicht, sie beobachtete das Meer, den Steg, den Himmel und den Horizont. Sie hielt ihr Glas mit einer Hand, dann mit beiden, später stellte sie es ab. Oftmals verschränkte sie ihre Arme, manchmal faltete sie sie wie zum Gebet, winkelte jedoch die Gelenke ab. Sie atmete ruhig, jedoch unregelmäßig. Wenn das Meer eine Brise herüberwehte, hörte man das an ihrem Atemrythmus, wenn sie zum Himmel sah, konnte man die Verengung der Luftröhren hören. Bevor wir aufstanden um zu gehen, deutete sie zum Nachthimmel und bemerkte den Großen Wagen. Ah, da ist er ja! Wir gingen.




