Drive

Gerade “Drive” in der Standard-Premiere gesehen: 5 von 5 Sternen.

Und mit diesen 5 Sternen ist nicht nur der Film, seine Stimmung, die Regie, die Story, die Leistung der Schauspieler und die Kameraführung, sondern auch – und das besonders – der 80er-Elektro-Pop Soundtrack gemeint.

Noch etwas zum Thema Kino

Abermals lese ich warum 2011 ein sehr schlechtes Jahr für Kinobetreiber gewesen ist und ich stimme allen Punkten zu!

  1. Kein Block-Buster. Stimmt. 2011 gab es nichts, was zu sehen wert gewesen wäre. Und das, wofür ich bezahlt habe, war letzen Endes dann doch eine Enttäuschung.
  2. Eintrittspreise zu hoch. Aufpreise für digitale Projektion ärgern mich; die Technik ist eine Weiterentwicklung eines Systems und kein Zusatzpaket. Und 3D braucht niemand und will keiner.
  3. Das Kino-Erlebnis. Zu den Punkten Lärm, Unterhaltung, Handys, etc. während der Vorstellung habe ich schon Stellung bezogen. – Für mich der Hauptgrund!
  4. Snack-, Getränke- und Popcornpreise. Keine Ahnung. Ich esse das Zeug nicht. Ich weiß aber, dass es stinkt.
  5. Konkurrenz durch andere Formen der Übertragung. Wozu ins Kino, wenn ich daheim in Ruhe, Ordnung und ohne Störung Videos auf YouTube ansehen oder mir von iTunes, Netflix oder anderen ausleihen kann?
  6. Keine Auswahl. Welches moderne Kino in Wien bietet eigentlich noch eine qualitativ hochwertige Auswahl an modernen, nationalen wie internationalen Unterhaltungsfilmen in ansprechendem Ambiente an? In allen Großkinos spielt’s die gleichen paar Filme und dort, wo man Alternativen zum Mainstream finden könnte, ist’s grindig, eng und stickig.

Frage ans Kinopublikum in Wien

Liebe Kinobesucher, was ist nur los mit euch? Wozu besucht ihr noch Kinos, wenn ihr gar nicht am Film interessiert seid, sondern ihn als Hintergrundrauschen für andere Tätigkeiten im Kinosaal anseht? Was auf Facebook geschieht, während wir uns fragen, warum Steven Sonderbergh seinen Film Contagion am zweiten Tag der Infektion beginnen lässt, muss für die eineinhalb Stunden doch wohl egal sein! Auch zu erklären wie eine 3D-Brille funktioniert, während Kapitän Haddock in Tim und Struppi in einer der schönsten Seeschlachten, die ich jemals im Kino gesehen habe, gegen den Piraten Sakharine kämpft, ist nicht angebracht; das kann man nachher tun. Bier im Kinosaal ist sowieso tabu und wer seinem Sitznachbarn etwas zu erzählen hat, der soll das draußen oder nachher tun!

Also, erklärt mir bitte, was los ist! Wozu geht ihr ins Kino und warum macht ihr es mir so schwer, mir im Kino einen Film in Ruhe anzusehen? Dafür ist es doch da, das Kino, oder etwa nicht mehr?

James Bond: Ein Quantum Trost

James Bond – Ein Quantum Trost: eine Enttäuschung. Mir kamen die 105 Minuten des Films viel länger vor; mehrmals habe ich auf die Uhr gesehen, vor allem, wenn zum x-ten Mal mit Licht und Schatten-Effekten gespielt wurde und Daniel Craig wiedereinmal zwei Sekunden nach dem Stichwort aus dem Schatten hervorgetreten ist. Und dabei fängt der Film vielversprechend an! Eine klassische Auto-Verfolgungsjagd mit überraschendem Gepäck. Der erste Dämpfer: So richtig kriegt man nicht mit, wer hier wen verfolgt. Ist es Bonds Aston Martin, der hinter dem Alfa herjagt oder doch umgekehrt? Wieso erinnert die Eröffnungssequenz an Jurassic Park? Woher kommt plötzlich die Schotterhalde? Naja egal, es hat ja gerade erst angefangen!

Ooops. Da ist ja der Vorspann: Kein Blick durch den Lauf, kein Blut, sondern ein andauernd auf irgendetwas schießender Daniel Craig. Um ihn herum Sand und ein Quicktime-3D-Modell, das irgendwie nicht “fertig” zu sein schien. Moment, was war das? Da ist ja eine Frau im Sand versteckt und sie bewegt sich! Vorspann schon wieder zu Ende.

Der Bösewicht, den Bond am Ende von Casino Royale gefasst hatte wird verhört. Ein paar Sätze Dialog, plötzlich ein Schusswechsel auf Stichwort. M läuft davon, Bond verfolgt einen Schurken und tötet ihn nach einer Verfolgungsjagd über die Dächer von Siena in einer Actionszene unter eine Glaskuppel. Durch die vielen Seile und das Geländer wirkt das ganze ein bisschen wie der Blick in den Affenkäfig. Wie verfängt sich Bond im Seil? Man weiß es nicht, ist ja egal, es geht schon wieder weiter!

Bond taucht in einem Hotel auf, killt einen Mittelsmann, findet einen Koffer, verlässt den Raum. Bond steigt ins Auto einer bolivianischen Agentin, wird zum Schurken geführt, sieht sich den aber genauer vom Motorrad aus an. Dazwischen spielt M von London aus mit ihrem flash-überladenen Computer. Oh, zwei Minuten sind schon wieder um, die nächste Actionszene muss stattfinden, diesmal eine Bootsverfolgungsjagd auf dem Wasser. Das erste Boot sägt Bond mit der Wasserschraube des Motors auf, wieso das zweite plötzlich weg ist, hab ich nicht so ganz durchschaut. Weiter im Inhalt.

Dialog, und schon wieder ein Mittelsmann. Auch er wird getötet. Auffällig oft verliert Bond in diesem Film seine Waffe. Und auffällig oft muss er sie auch wieder finden. Hat er sie, killt er seinen Gegner. Das Ende? In einem Wüstenhotel, das mehr wie eine Lagerhalle aussieht rammt Bond seinem Gegenspieler (ist das nun wieder nur ein Mittelsmann oder ist das der Kopf der Organisation?) eine Axt zwischen die Zehen, aber der lebt trotzdem noch lange weiter und wird in der Wüste ausgesetzt. Dazwischen stirbt ein Kollege Bonds (man erinnert sich an den Italiener aus Casino Royale?) und Bond tröstet ihn wie er auch Eva Green in Casino Royale getestet hat. Fehlt nur noch, dass man den beiden eine Dusche über den Kopf hält. Danach entsorgt er die Leiche des Italieners im Müllcontainer. Film Ende. Davor noch der Blick durch den Lauf mit der Blutsequenz. Hm.

Was war denn das? fragt man sich während der Abspann läuft. Die Geschichte war lau, lediglich die Actionszenen haben den Film aufrechterhalten. Doch auch die sind nicht sonderlich kreativ. Wie gesagt, Bond verliert seine Waffe, sucht sie kämpfend, findet sie, besiegt den Gegner. Und das wiederholt sich einige Male.

Ein wenig erinnert der Film an die Bourne-Trilogie, doch war die tiefsinniger, denn da gab es ja eine Geschichte, die es zu erzählen galt und die Actionszenen waren wesentlich raffinierter gestaltet als die von einem Quantum Trost.

Was mir allerdings am Film gut gefallen hat, war der Soundtrack. Obwohl der Titelsong absoluter Mist ist, hat man es gut geschafft, den Zusammenhang zu Casino Royale stark durch die Musik darzustellen. Immer wieder taucht Vespers Thema in abgewandelten Versionen auf, immer wieder merkt man, dass sich die Musik am Vorgängerfilm orientiert. Lob dafür! Ausdrücklich gilt dieses Lob nicht dem Titelsong, der ist letztklassig!

Ein Quantum Trost: eine Enttäuschung!

Nachtrag zu "3 Tage, In 3 Tagen, In 3 Tagen bist du tot"

Wie ich hier schon berichtet habe, habe ich nach der verpatzten Premiere eine E-Mail geschrieben, die der Chefetage (also deren aushilfsstudentischer Firewall) mitteilen sollte, was hier vonstatten ging. Hier die Antwort, kommentiert:

danke für Ihr Feedback, ich bitte um Verzeihung für die verspätete Antwort! Ich bedauere sehr, dass Ihr Kinobesuch in unserem Haus Anlass zur Kritik gegeben hat – gerne möchte ich hierzu Stellung nehmen:

Schön, man hat sich die E-Mail also wirklich durchgelesen. Es gibt noch Gutes auf dieser Welt!

Die deutsche Überraschungspremiere am 06.12.05 war als “Testscreening im Rahmen der deutschen Überraschungspremiere” vorangekündigt (Online auf unserer Homepage www.uci-kinowelt.at sowie an den Kinokassen vor Ort).

So war es nicht, aber gut. Auf den Displays hinter den Kassen stand lediglich “Dt. Überraschunspremiere”, lediglich die Kasse ganz links war mit “Abholung von Karten für das Testscreening” beschriftet. Das habe ich jedoch in keinem Zusammenhang mit der Überraschungspremiere gesehen.

Falls Sie solch eine Ankündigung nicht bemerkt haben, hätten Sie durchaus die Vorstellung nach der Ankündigung im Saal (bzw. innerhalb der ersten Minuten) verlassen & Ihr Geld zurückverlangen können.

Wäre es so angekündigt gewesen, dann hätte ich den Saal ja eben nicht verlassen können, denn dann käme das Argument, dass man bei Überraschungspremieren nie die Karten umtauschen kann, usw. Aber egal, weiter…

Für viele Zuschauer war es eine interessante Erfahrung, einen Film vor seiner Fertigstellung als Testpublikum zu beurteilen & durch Meinungsäußerungen die weitere Bearbeitung bis hin zur Endfassung den Film zu beeinflussen.

Zum Beispiel im Wortlaut meiner Nachbarn, die meinten, dass das ja der größte Sch… wäre, den sie jemals bei einer Überraschungspremiere gesehen hätten. Oder die Herrschaften in der Reihe davor, die mitten im Film gegangen sind. Oder die Leute in der Reihe dahinter, die sich einfach nurmehr unterhalten haben, weil’s so “eigenartig” war. Oder die Menschen links von mir, die die Fragebögen dezent unter dem Sitz – zum Nachopackerl und der ausgeflossenen Käsesauce – verschwinden haben lassen. Aber meinetwegen. Ganz uninteressant war’s ja auch nicht…

Wir bedauern, dass dies bei Ihnen scheinbar nicht der Fall war & möchten wir Ihnen als kleine Wiedergutmachung für Ihren enttäuschten Kinoabend zwei Gutscheine für je ein Gratis-Ticket zukommen lassen (wir
senden diese an die von Ihnen angegebene Adresse).

Danke UCI. Es geht ja doch.

Wir würden uns freuen, Sie bald wieder als Kunde in der UCI KINOWELT Millennium City wieder begrüßen zu dürfen!

Ist schon geschehen, habe mir King Kong angeschaut.

ICU@UCI!

Ja, ja.