Wie man in Gmail seine Kontakte unaufdringlich über eine neue E-Mailadresse informiert

Eine wesentliche Überlegung nach dem Wechsel meiner E-Mailadresse war: Wie informiere ich meine Kontakte über den Wechsel ohne ein Massenmail zu senden, ohne eine Signatur mit der neuen Adresse anzuhängen und Mittel anzuwenden, die penetrant wirken? Ich habe nun folgende Lösung gefunden, von der ich meine, dass sie sowohl unaufdringlich* (weil dezent), als auch effektiv (weil dauerhaft) ist.

  • Nachdem ich alle E-Mails aus Gmail ins neue Konto (über den POP3-Abruf) importiert und über Filter sortiert habe, habe ich den POP3-Import der neuen E-Mailadresse in Google Apps für die Gmail-Adresse gestoppt.
  • Um dennoch alle E-Mails vom Gmail-Konto zu erhalten, habe ich in Gmail eine Weiterleitung für meine E-Mails an die neue Mailadresse eingerichtet. Vorteil: Die E-Mails werden sofort weitergeleitet. Beim POP3-Abruf kann es bis zu einer Stunde dauern, bis die E-Mails von einem Konto zum anderen transferiert werden!
  • Gleichzeitig habe ich in Gmail eine Abwesenheitsnotiz erstellt, die den jeweiligen Absender eines E-Mails über meine neue E-Mailadresse informiert. Um Spam und anderen Problemen vorzubeugen, wird diese Nachricht nur an Personen geschickt, deren E-Mailadresse in meiner Kontaktliste gespeichert ist. Gmail verschickt diese Nachricht nach Erhalt einer E-Mail nur 1 Mal alle 4 Tage.

Ich denke, dass das ein unaufdringliches, aber effektives System ist, all meine Kontakte über die neue Mailadresse zu informieren.

* Mir ist völlig klar, dass mein andauerndes Schreiben über den Wechsel der Mailadresse durchaus in den Bedeutungskreis des Wortes “aufdringlich” eingeht.

Die Sicherheit von E-Mails per se

Max Mansick über die Sicherheit von E-Mails per se als das eigentliche Problem.

There’s been some recent buzz about how it’s bad that Google is “reading” the email of Gmail users. Google examines email algorithmically to power its targeted advertising in Gmail. This practice would be worth worrying about only if email was otherwise secure it’s not and if it was likely to hurt users it isn’t. Ironically, switching away from Gmail could reduce, not enhance, email security.

Dennoch heißt es im letzten Absatz:

With that said, I think it’s a bad idea to use a @gmail.com address (or any other domain name you don’t own). If Google – or your email service of choice – does turn evil or shuts down, at best you have to change your email address, and at worst they own a critical part of your online identity.

Doch richtig gehandelt!

Vollständiges Gmail-Backup mit Apple Mail

Bevor ich meine E-Mailadresse endgültig gewechselt habe, wollte ich ein Backup all meiner E-Mails von Gmail anfertigen lassen und habe diese einfache 3-Schritt-Lösung für Apple Mail unter Lion gefunden.
  1. In Apple Mail im Menüpunkt “Darstellung” > “Postfachliste einblenden” (falls nötig).
  2. Unter “Gmail” auf “Alle Nachrichten” rechtsklicken.
  3. Postfach exportieren… Fertig!

Apple Mail lädt nun alle Nachrichten aus dem Gmail-Konto herunter und sichert sie im ausgewählten Ordner. Da das bisweilen etwas dauern kann, empfiehlt es sich, das Aktivitätsfenster (Fenster > Aktivität) anzeigen zu lassen. Ich habe die mbox-Ordner anschließend gezippt und dadurch nochmal fast 2,3GB an Platz zurückgewonnen.

Warum ich nun eine eigene E-Mailadresse habe

Vor ein paar Tagen habe ich mir zum ersten Mal eine eigene E-Mailadresse zugelegt und meine gesamte Kommunikation, die bislang über Gmail lief, dorthin transferiert. Diese Aktion hat bei denjenigen, die bisher davon erfahren haben, Verwunderung und das Bedürfnis nach einer Rechtfertigung meinerseits ausgelöst; schließlich habe ich meine Gmail-Adresse 8 Jahre lang benutzt. Was ist das für eine Adresse? Warum der Wechsel? Hattest du nicht ohnehin eine Adresse? Was spricht gegen Gmail? Und, und, und. Hier die Begründung.

Meine erste E-Mailadresse war die meines Internet-Serviceproviders (ISP), CompuServe. Dann die meines zweiten ISPs, IBM.Net. Wenig später bin ich zu Telekabel gewechselt, wo ich abermals eine E-Mailadresse bekommen habe, die später auf Chello geändert wurde. Ich habe mir damals zusätzlich eine Hotmail- und später noch eine GMX-Adresse zugelegt, damit ich beim eventuellen nächsten Providerwechsel allen Freunden und Verwandten nicht nocheinmal eine neue Adresse mitteilen musste. Währenddessen habe ich noch eine Uni-Mailadresse bekommen, gefolgt von verschiedenen Mailadressen diverser Jobs und Praktika.

2004 habe ich mich bei Gmail angemeldet und diese Entscheidung niemals bereut. Gmail ist die bestmögliche Art und Weise, mit E-Mails umzugehen. Kein anderes System arbeitet so zuverlässig, bietet durchdachte Konversationsansichten, einen nahezu völlig fehlerfreien Spamfilter, eine unschlagbar schnelle, treffsichere und zuverlässige Suche, Labels und ein Webinterface, das alle anderen Lösungen in den Schatten stellt. Es spricht einiges für einen Service, wenn sich Personen, die einmal ein Gmail-Konto haben nie mehr nach Alternativen umsehen.

Doch auch, wer sich eine providerunabhängige Mailadresse bei einem Mailservice wie Gmail (oder Yahoo, GMX, Hotmail, Fastmail, Web.de oder anderen) zulegt, ist nicht vor Änderungen gefeit. Marco Arment hat das in einem kurzen Absatz so trefflich zusammengefasst:

You might think your @gmail.com address will be fine indefinitely, but if I used a webmail address from the best webmail provider at the time I broke away from my university address and formed my own identity, it would have ended in @hotmail.com. And that wasn’t very long ago.

Das Argument ist schlagkräftig und gilt insbesondere dann, wenn man das Gefühl von Sicherheit vermittelt bekommt, obwohl es schlichtweg nicht existiert. Gmail (und andere Anbieter) funktionieren problemlos, solange die dahinterstehenden Firmen Gewinne machen und solange ihre AGB vertretbar sind. Ändert sich das aber, und wir alle wissen, dass das sehr schnell möglich ist, dann ist die E-Mailadresse genauso weg, wie das mittlerweile mehrere Gigabytes große Mailarchiv.

An sich ist ein Konkurs oder die Änderung von AGB kein großes Problem, denn Freemail-Anbieter gibt es wie Sand am Meer, doch hat sich mittlerweile ein Aspekt in Bezug auf E-Mails geändert: Vor zehn Jahren waren E-Mails eine zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation, in manchen Firmen und Geschäftsbeziehungen lediglich “Freaks” vorbehalten. Verträge und andere, wichtige Dokumente wurden per Post zugestellt, wenn es etwas schneller gehen musste, war das Fax die einzige Alternative. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, rechtsverbindliche Dokumente einzuscannen und per Mail zu versenden, heute erhalte und versende ich praktisch all meine Rechnungen und viele andere wichtige Dokumente ausschließlich darüber; ich melde Services und Dienste online an – mit einer Bestätigung per E-Mail; ich setze Passwörter zurück, mache Onlinegeschäfte – immer ist das E-Mailkonto involviert. E-Mails haben sich – ich entschuldige mich für diese so banale Feststellung – zum primären und unabdingbaren Kommunikationsweg entwickelt. E-Mailadressen sind, ebenso wie Telefonnummern und Wohnadressen, zu einem Teil unserer Identität geworden. Und doch verlassen sich die meisten – ich bis vor kurzem nicht ausgeschlossen – darauf, dass unsere vorgeblich kostenlosen Mailkonten immerwährend verfügbar sein und einen zuverlässigen Speicher für unsere mittlerweile gewaltigen Mailarchive zur Verfügung stellen werden. Eine trügerische und fast schon gefährliche Annahme!

Das sind also die Gründe, die mich dazu bewogen haben, mir nun eine eigene E-Mailadresse zuzulegen. Die Adresse gehört mir, als Service benutze ich, nicht ohne andauernd Sicherungskopien zu erstellen, Google Apps, da ich nach wie vor keine brauchbare Alternative zu Gmail gefunden habe. Sollte Google allerdings mit seinen AGB zu weit gehen oder sollte sich in naher oder ferner Zukunft ein anderer Anbieter als zuverlässiger, benutzerfreundlicher herausstellen, kann ich mit meiner Mailadresse – ohne diese jemals wieder ändern zu müssen – einfach weiterziehen.

Think about that!

Wer besitzt seine Online-Identität?

Marco Arment über die Notwendigkeit, die eigene Online-Identität tatsächlich zu besitzen. Damit ist auch etwas gemeint, das ich so noch nicht betrachtet habe:

If you care about your online presence, you must own it. I do, and that’s why my email address has always been at my own domain, not the domain of any employer or webmail service. … You might think your @gmail.com address will be fine indefinitely, but if I used a webmail address from the best webmail provider at the time I broke away from my university address and formed my own identity, it would have ended in @hotmail.com. And that wasn’t very long ago.

Vor allem für eine eigene E-Mail-Domain plädiert auch John Jonas, dessen Gmail-Adresse Opfer eines Hackers wurde…

Mein Gmail-Setup

Wenn ein Google-Produktmanager sein Gmail-Setup vorstellen kann, dann kann ich das auch:

  • Der Sortierte Posteingang ist bei mir an, seitdem es ihn gibt. Ich habe mich zwar ein wenig daran gewöhnen müssen, jetzt möchte ich ihn aber nicht mehr missen.
  • Obwohl ich die Tastaturkürzel in Gmail aktiviert habe, benutze ich für fast alle Aktionen die Maus. In Google Reader hingegen benutze ich fast ausschließlich die Tastatur…
  • Sofort nach Veröffentlichung habe ich das Aktualisieren von POP-Konten (Labs) aktiviert und nie wieder deaktiviert. Wenn man mehrere Postfächer in Gmail bearbeitet, kann die Funktion sehr nützlich sein.
  • Ebenso habe ich das Senden im Hintergrund (Labs) aktiviert. Ich kann zwar kaum einen Unterschied erkennen, aber ich bilde mir ein, dass ich schneller arbeiten kann.
  • Da ich mit vielen Mails, die nach einer Beantwortung schon wieder ins Archiv gehören, zu tun habe, habe ich Senden und Archivieren (Labs) eingeschaltet und benutze es regelmäßig.
  • Auch das Automatische Fortfahren (Labs) macht Sinn, wenn man sich durch einen Haufen von E-Mails arbeitet und nicht nach jeder E-Mail-Aktion (Löschen, Archivieren, Beantworten, etc.) wieder in die Übersicht, sondern zur nächsten ungelesenen Nachricht gelangen will.

Das ist mein Setup und ich kann damit sehr gut arbeiten. Andere Vorschläge oder Hinweise? Oder anders gefragt: Gibt es eigentlich noch Gmail-Benutzer, die ohne Labs-Funktionen arbeiten?

Endlich: Konversationsansicht in Thunderbird

Jonathan Protzenko verkündet (endlich!) die Aufnahme der Konversationsansicht in Thunderbird.

When I tried early betas of Thunderbird 3, I felt like the much-needed overhaul was finally taking place. However, I still missed the conversation view. Fortunately, [...] I was able to quickly hack up an extension that did this, and replaced the original Thread Summary with some kind of a conversation view. [...] The nice folks @Mozilla Messaging have been kind enough to invite me to come over for the summer. The result is a brand-new conversation view that will hopefully satisfy all of you who had been waiting for such a feature.

Warum das mehrere Jahre gedauert hat, ist mir ein Rätsel, selbst wenn Jonathan Protzenko einige Gründe für die späte Implementierung der Funktion nennt.

Fraglich ist, ob die Konversationsansicht in Thunderbird mich und andere Gmail-Benutzer tatsächlich wieder zum lokal installierten Mailprogramm zurückführen wird. Momentan verwaltet Gmail all meine Mailkonten, hält Spam von mir fern und organisiert bravourös meine Kontakte.

Das neue Hotmail

Microsofts kostenloser Webmailservice Hotmail wurde einem großen Update unterzogen und wartet mit Geschwindigkeit, Usability, einer rundum erneuerten Optik, besserem Spamschutz und anderen Goodies auf, die man bislang nur von Googles Gmail-Service her kannte.

Abgesehen von der unsäglichen Nomenklatur – “Windows Live Hotmail” statt einfach nur “Hotmail” – hat Microsoft deutlich aufgeholt, wie auch die Präsentation des Webmaildienstes zeigt.

Was ist neu? Hotmail erkennt Spam. Und zwar nicht nur echten Spam, sondern auch an sich normale Nachrichten, die ein Benutzer als Spam bezeichnet (solche E-Mails nennt Hotmail “Clutter”). Dazu gehören Newsletter, für die man sich vor Jahren angemeldet, sich aber nicht mehr abgemeldet hat, Erinnerungsmails, Mails von Netzwerken, etc.

Für die Unterscheidung verschiedener Absender hat Hotmail auch eine Filterfunktion entwickelt, die man – optional – nutzen kann. Hierbei kann Hotmail mit einem Klick Nachrichten gruppieren: In Nachrichten meiner Kontakte, in Nachrichten von Mailinglisten, Newslettern oder in Erinnerungen aus sozialen Netzwerken.

Ebenso hat Hotmail das Speicherplatzlimit von wenigen Megabytes auf 10 GB pro E-Mail (!) erhöht. Im Werbevideo oben erwähnt die Sprecherin, dass es kein Problem sei, 200 Dateien zu je 50MB zu verschicken. Hotmail bezieht den Speicherplatz hierfür aus dem Windows Live SkyDrive.

Um Google auch office-technisch eins auszuwischen, hat Microsoft Hotmail mit seinen Office Web Apps verknüpft, welche das Betrachten und Bearbeiten von Office-Dokumenten ohne Verlust von Daten erlauben. Vor kurzem hat ein Microsoft-Sprecher genau diesen Verlust von Daten als entscheidendes Argument gegen Google Docs angeführt.

Microsoft hat auch Komponenten sozialen Netzwerkens und des klassischen Web 2.0 in das neue Hotmail gepackt: LinkedIn, YouTube, Hulu, Facebook und andere Dienste können direkt von Hotmail aus bedient werden. Umgekehrt werden beispielsweise Links zu YouTube-Videos auch direkt in Hotmail abgespielt.

1:0 für Hotmail. Ich bin schon auf die Antwort von Google gespannt. Eine Previewseite für das neue Hotmail gibt es bereits unter hotmailpreview.com.

Gmail-Konto gehackt

Gestern Vormittag habe ich über eine neue Funktion von Gmail berichtet, die verdächtige Aktivitäten meldet. Bereits am Abend erhalte ich ein merkwürdiges E-Mail einer Freundin, in dem sie mich von einem koreanischen Online-Shop (nokiaoo.info) zu überzeugen versucht. Kurze Zeit später ruft sie verzweifelt an, dass offenbar E-Mails von ihrem Konto verschickt werden, abermals ein wenig später kommt das hier ans Tageslicht.

Aktivitätsprotokoll in Gmail

Googles Antwort auf die Frage was tun, wenn das Konto missbraucht wird, ist so kurz wie schmerzlos: Passwort ändern. Gesagt getan. Sie hat das alte mehrstellige Passwort gegen ein neues Passwort mit Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen getauscht und die Passwort-Wiederherstellungsoptionen aktualisiert. (Und nein, das alte Passwort war nicht schlecht: 16-stellig, Groß-/Kleinbuchstaben und Zahlen!)

Die Sicherheit des Kontos kann man schnell wiederherstellen, die Folgen des unbefugten Eidnringens sind jedoch anders gelagert und werfen Fragen auf, die zu Verunsicherung führen:

  • An welche professionellen und beruflichen Kontakte wurden Werbe-Mails unter ihrem Namen geschickt?
  • Wie lange schon kann der Eindringling E-Mails mitlesen?
  • Hat er meine E-Mails heruntergeladen?
  • Habe ich Passwörter bei Gmail als E-Mails gespeichert?
  • Wurde nur mein E-Mail-Konto benutzt oder hat sich der Eindringling zum Beispiel auch meine Texte und Tabellen angesehen?
  • Was und wieviel weiß der Eindringling nun über mich?

Tatsächlich war innerhalb kürzester Zeit klar, dass sich der Eindringling durch ein in Gmail gespeichertes Passwort auch Zugang zum Facebook-Konto und anderen Diensten geholt hat. Und tatsächlich: Auf Facebook erschienen mehrere Lobeshymnen über den nokiaoo.info-Shop auf der Pinnwand…

Gmail meldet verdächtige Aktivität

Zukünftig wird Google verdächtige Aktivitäten in Gmail melden. Wird beispielsweise ein Konto immer aus Österreich aufgerufen, mittendrin aber aus Indien, so schlägt das Alarmsystem an und meldet dem Konto-Eigentümer beim nächsten Besuch diesen Abruf aus Indien.

To determine when to display this message, our automated system matches the relevant IP address, logged per the Gmail privacy policy, to a broad geographical location. While we don’t have the capability to determine the specific location from which an account is accessed, a login appearing to come from one country and occurring a few hours after a login from another country may trigger an alert.

POP3-Import in Gmail macht Probleme

Gmail bietet ein hervorragendes E-Mailservice an, vor allem, wenn man seine E-Mails auch von anderen Konten (zB Firmenkonto oder andere Freemail-Dienste) abruft und in Gmail anzeigen lässt. Seit etwa Februar 2010 hat Gmail aber ein Zuverlässigkeitsproblem. E-Mails, die von anderen Konten regelmäßig importiert werden, werden entweder gar nicht, nur teilweise oder gänzlich in falschen Ordnern (zB Spam!) angezeigt.

Mehrere Forumsdiskussionen werden diesbezüglich schon geführt, die gegenwärtig konkreteste ist diese hier, wo man gezielt und mit Fragebogen gegen die Probleme anzukämpfen versucht.

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Gmail mit externem Postausgangsserver nutzen

In Gmail kann man seit langem schon E-Mails verwalten, die von Nicht-Gmail-Konten kommen. Es ist also kein Problem, eine E-Mail im Format adresse@meinedomain.tld über Gmail zu empfangen und zu senden. Da Gmail bislang ausschließlich die eigenen Postausgangsserver für das Versenden solcher E-Mails benutzt hat, war auf alten Outlook-Programmen der Hinweis zu lesen, dass das E-Mail des Absenders adresse@meinedomain.tld im Auftrag von adresse@gmail.com verschickt wurde. Dieses Problem ist jetzt behoben, da Gmail auch externe Postausgangsserver verwenden kann!

Ganz rasch wieder zu Gmail

Am 18. November 2008 habe ich mich von Gmail verabschiedet und das auf meinem System vorinstallierte Apple Mail zu meinem Standardmailprogramm gemacht. Mit ein paar Tricks konnte ich in Apple Mail Konversationen, wie man sie aus Gmail kennt, simulieren, ebenso wie die Archivierung von Nachrichten. Meine datenschutzrechtlichen Bedenken bezüglich Gmail sind nach wie vor nicht aus dem Weg geräumt, doch habe ich vor ein paar Tagen ganz rasch wieder zu Gmail gewechselt, denn mit Apple Mail (und anderen, dazu gleich!) zu arbeiten, ist, gelinde gesagt, ein Desaster!

Apple Mail, Thunderbird, Postbox und Outlook

Mein erster Punkt damals war, Konversationen, also thematisch zusammenhängenden Mailverkehr, in Apple Mail so darzustellen, wie es in Gmail üblich ist: E-Mails werden samt Antworten und Reaktionen darauf in einer Gruppe angezeigt. In Apple Mail geht das nur eingeschränkt. Man kann zwar Posteingang und Gesendete Nachrichten gruppiert anzeigen und E-Mail-Verläufe kombiniert darstellen, doch spätestens nach dem Archivieren (Verschieben dieser Nachrichten in einen Archiv-Ordner auf dem Server), funktioniert das System nicht mehr.

Ebenso wichtig war mir der Punkt Archivierung. Hierzu habe ich auch ein Skript gefunden und dementsprechend angepasst, doch funktioniert hat das alles nicht wirklich. Die Nachrichten wurden zwar archiviert und korrekt in die jeweiligen Ordner verschoben, doch waren sie damit einfach nicht mehr erreichbar und wurden nicht in Nachrichtenverläufe (Konversationen) integriert. Selbst wenn man diese Nachrichten wieder in den Posteingang verschoben hat – die Konversationsdarstellung hat nicht mehr funktioniert.

Außerdem, und das war besonders lästig, habe ich schon bald ein weiteres Skript benötigt, um Ordnung in Apple Mail zu halten: Duplikate auswählen gehörte zu meinen Standardtätigkeiten während der letzten Monate, es gelang dem Programm einfach nicht zwischen Verschieben und Kopieren zu unterscheiden, häufig aber auch bekam ich das Okay, dass eine Nachricht verschoben wurde, nur um am nächsten Tag zu entdecken, dass sie noch immer im Posteingang zu finden war.

Zu den weiteren lästigen Fehlern der Desktoplösung gehörten noch:

  • E-Mails, die angeblich versendet wurden, in Wirklichkeit aber im Entwürfe-Ordner gespeichert waren.
  • E-Mails, die tatsächlich versendet wurden und trotzdem zusätzlich im Entwürfe-Ordner gespeichert waren.
  • Idente E-Mails, die in mehreren Ordnern vorhanden waren.
  • Lange Wartezeiten bis zum Erstkontakt mit dem IMAP-Server.
  • Der Apple Mail To Do-Ordner, den man jeder Konfigurationsmöglichkeit zum Trotz, irgendwie nie vom Server wegbekommt.
  • Das Inbox/Inbox/Inbox/Inbox-Problem.

Auch Thunderbird war kein Hit: Neben ähnlichen Schwierigkeiten wie mit Apple Mail, missfällt mir hier, dass man auf jeden Fall mit unterschiedlichen Mailboxen arbeiten muss. Eine Gesamtdarstellung aller Nachrichten funktioniert nur über Umwege.

Postbox kam und ging wie ein frischer Wind. Die Indizierungsfunktion ist genial, aber im Grunde genommen bietet das Programm vorläufig nichts, dass es im Vergleich zu Apple Mail oder Thunderbird attraktiver gestalten würde. Zumindest die Funktion Konversationen wäre schön!

Um auch noch über Outlook herzuziehen: Ich kann nicht verstehen, wieso man freiwillig mit diesem Müllcontainer an Programm arbeiten will. Die IMAP-Unterstützung funktioniert, vor allem bei automatisierten Abläufen (Archivierung, zum Beispiel) nicht wirklich, die Darstellung der Nachrichten ist eine Zumutung, ebenso wie die Gestaltung und der Workflow innerhalb der Oberfläche. Punkt.

Eine leere Inbox zu haben – das funktioniert mit allen vier Programmen nicht wirklich oder nur, wenn man starke Einbußen an Benutzerfreundlichkeit hinnehmen will. Der einzig logische Schritt: Zurück zu Gmail, aber schnell!

Gmail importiert, Gmail verwaltet

In meinen Serverarchiven hat sich in den drei Monaten einiges an Datenmaterial angesammelt. Die galt es zuersteinmal aus dem Archiv-Ordner wieder in Posteingang oder Postausgang, Gesendet oder Entwurf zu bewegen. Das war aber nicht möglich, weil mein Archiv-Skript keinen Unterschied zwischen diesen Ordner gemacht hatte. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als alles in den Posteingang zu verschieben. Und das auf drei verschiedenen Servern. Ich brauche hoffentlich nicht zu erwähnen, dass Spams und andere unerwünschte Nachrichten plötzlich en masse hier auftauchten und obwohl bei einer Ansicht des Ordners “Archiv” in Apple Mail, Thunderbird oder Postbox alles als gelesen markiert war, gab es nach der Verschiebung plötzlich mehrere Hundert E-Mails, die ich eigentlich nicht gelesen hatte. Naja.

In Gmail habe ich den Abruf von anderen Konten aktiviert und mich auf eine lange Sitzung vorbereitet, in der ich Duplikate aussortieren durfte oder Filterregeln erstellen musste, mit denen ich gesendete von empfangenen Nachrichten trennen konnte. Am meisten Sorge bereiteten mir jedoch die Duplikate, die entstehen würden, weil ja bei Gmail an sich schon Teile der E-Mail-Flut bereits vorhanden waren.

Nach Einrichtung des Abrufs von anderen Konten begann Gmail die E-Mails zu importieren. Alle Konten zusammengenommen warteten mit etwas über 5600 E-Mails auf, die Gmail ersteinmal schlucken musste. In Sätzen zu je 200 rief Gmail die E-Mails ab und gliederte sie in sein System ein. Über Nacht war alles importiert, nur einige wenige Nachrichten, die zip-Anhänge enthielten, wurden nicht abgerufen.

Ein Blick in den Posteingang verwunderte mich allerdings: Gerade mal 40 E-Mails wurden keiner Konversation zugeordnet, alle anderen wurden korrekt verknüpft und in die richtigen Ordner gestellt: Gesendete, Empfangene, Archivierte. Keine Probleme damit.

Spams wurden erkannt und gefiltert, ebenso wie – meinen Nachrichtenfiltern folgend – die E-Mails verschiedener Konten verschiedenen Labels zugeordnet wurden. Auch stichprobenartige Kontrollen bewiesen das. Die wenigen nicht importierten Nachrichten habe ich per IMAP auf Gmail hochgeladen. Der Import ist gelungen.

Warum zurück? Gmail geht den richtigen Weg!

Abgesehen von datenschutzrechtlichen Bedenken gegenüber Gmail ist der Service allen anderen Webmailanbietern wie auch allen Desktopapplikationen haushoch überlegen. Die Ansicht der E-Mails in Form von Konversationen, die Möglichkeit zu archivieren, der hervorragende Spamfilter, die blitzschnelle Suche sowie die unaufdringliche und durchdachte Oberfläche machen Gmail zum besten E-Mailservice überhaupt.

Ich stimme Alex Payne vollinhaltlich zu, der zum Thema Konversationen behauptet

Anyone who’s given Gmail a fair shake will quickly find conversations indispensable. Going back to any other email client is agonizing and disorienting […]. In desktop email clients, new messages arrive completely bereft of context. The only way to orient yourself is to either remember what the conversation was about or read through the mess of quoted text that may or may not be present at the bottom of the message, depending on what kind of email client or prefences the sender has. You could try searching to re-orient yourself, but good luck with that in Outlook or Mail.app.

Und die Zukunft sieht für Alternativen zu Gmail auch nicht rosig aus, sofern die Entwickler nicht endlich kapieren, worauf es wirklich ankommt: Niemanden interessieren Designvorlagen für E-Mails, niemanden Nachrichtenregeln, die die Nachrichten von Familienmitgliedern farblich darstellen. Die wichtigen Punkte sind

  • Integration (in den Workflow mit Kalender und Dokumenteverwaltung),
  • Archivierung (unter Beibehaltung des Konversationsverlaufs) und
  • eine starke Suchfunktion, mit der man sich blitzschnell innerhalb einer großen Masse an E-Mails bewegen kann.

Ich bin gerne sofort bereit auf ein lokales Mailprogramm umzusteigen, das diese Anforderungen erfüllt. Ich werde auch jede neue Version von Postbox ausprobieren, um zu sehen, ob die Entwickler verstanden haben, was wirklich nötig ist, ebenso wie jede neue Version von Thunderbird, Entourage/Outlook oder Apple Mail. Ich fürchte jedoch, dass der Umstieg sehr lange auf sich warten wird lassen.

Apple Mail statt Gmail

Von Gmail immer mehr enttäuscht und vom Komfort des Spotlight-Indizierens verwöhnt, habe ich die Gmail-Oberfläche gegen Apple Mail eingetauscht und unterziehe das Programm in den nächsten Wochen einem Belastungstest. Vor allem wird für mich

  • der Import und die Verwaltung von etwa 70.000 E-Mails aus diversen Postfächern,
  • der Apple-Mail-Spamfilter (und seine Zusammenarbeit mit den Spamfiltern der verschiedenen Server, von denen ich meine Mails abrufe),
  • das Synchronisieren mit dem iPhone und
  • die Integration ins gesamte System

interessant werden.

Gmail wird frech

Abgesehen von der üblichen Gmail-Paranoia, beginnt Google, besonders durch das große Angebot von Applikationen für mobile Endgeräte langsam aber sicher nicht nur mein Verhalten im Internet, sondern auch außerhalb zu protokollieren. Das iPhone ist hierfür das perfekte Werkzeug; mit GPS und Internetzugang ausgestattet, liegt der Kompletterfassung meiner Bewegungen on- und offline nichts mehr im Weg.

Besonders bitter ist allerdings die Gmail- (oder Googlemail-) Pille. Wir haben akzeptiert, dass Google unsere E-Mails liest, um auf den Inhalt abgestimmte Werbung einzublenden. Wir haben akzeptiert, dass diese aggregierten und personalisierten Daten praktisch für immer gespeichert werden. Wir haben anderen Google Diensten oder Websites, die mit Google kooperieren (eBay, Blogger, Orkut und jede Website weltweit, die Google Analytics einsetzt), noch ein bisschen mehr Informationen über uns preisgegeben – das allerdings während wir online waren. Mit dem iPhone, wie gesagt, dehnt sich das Sammeln von Informationen noch weiter aus – und erfasst unsere Welt offline. Doch zurück zu Mail.

Was ich nicht wusste, und das hat in diesem Video endlich einmal jemand aufgezeigt: Gmail speichert auch Entwürfe, die letztlich niemals abgeschickt werden und wertet sie aus. Diese Entwürfe tauchen in keinem Ordner auf und sind auch nicht, wie sonst bei Gmail üblich, als Entwurf innerhalb einer Konversation markiert. Google, so nicht!

Das also war meine Motivation für einen Wechsel zum lokal installierten Programm. Fürs Verfassen von Artikeln auf dieser Seite verwende ich ja auch schon seit langer Zeit MarsEdit, warum also nicht auch bei E-Mails das tun, was eigentlich normal wäre.

Apple Mail

Da Apples Mailprogramm sowieso auf jedem System vorinstalliert ist und ich die Portierbarkeit der Benutzererfahrung von Thunderbird nicht brauche, probiere ich es aus. Viel Gutes, muss ich gestehen, habe ich über Apples Mailprogramm zwar nicht gehört, aber gelesen. Die Probleme, die manche offenbar damit haben, liegen wohl eher in der sehr mac-spezifischen Bedienung, nicht aber am Programm selbst. Die gröbsten Fehler der Vergangenheit, sind mit der neuesten Version ausgemerzt.

Meine größte Sorge liegt in der Spamfilterung. Gmails Spamfilter ist wohl einer der besten, die es überhaupt gibt, wie also sieht es mit dem von Mail aus? Der Spamfilter soll, besonders in Kombination mit am Server liegenden Spamfiltern ziemlich gut funktionieren, wirklich negative Berichte gibt es kaum. Hat man Probleme mit bestimmten Nachrichten, kann man ja noch immer eine Nachrichtenregel erstellen.

Gmail-Funktionalität in Apple Mail

Konversationen

Gmail bietet etwas, das mir bei Apples Mailprogramm immer gefehlt hat: Die Zusammenfassung von gesendeten und empfangenen E-Mails in Konversationen, in denen man einen kompletten Überblick über den gesamten Gesprächsverlauf hat. Zuerst dachte ich, dass das in Mail nur über “intelligente Postfächer” möglich wäre, doch weit gefehlt, es ist viel einfacher als man denkt:

  1. Unter Darstellung markiert man einmalig die Option “Nach E-Mail-Verlauf sortieren”.
  2. Bei den Postfächern links in der Übersicht wählt man nicht nur den Posteingang, sondern mit gedrückter CMD-Taste auch dem Ordner “Gesendet”.

Voila, empfangene und gesendete Nachrichten einer Konversation werden gruppiert angezeigt!

Archivierung

Apple Mail bietet von Haus aus keine Möglichkeit, gelesene Nachrichten zu archivieren, sie also nicht zu löschen, aber trotzdem aus dem Posteingang zu entfernen. Mit einem kleinen Applescript geht das allerdings ganz leicht.

John Gruber hat das ursprüngliche Script “Simple Inbox Archiving Script for Apple Mail” erstellt, ich habe es um eine kleine Abfrage für Gmail erweitert, da Gmail keinen Ordner “Archiv” besitzt, sondern, zumindest in der deutschen Version, nur einen Ordner “Alle Nachrichten”: Wenn es ein IMAP-Konto “Gmail” gibt, versucht das Script gelesene und nicht markierte E-Mails nicht in den Ordner “Archiv”, sondern in den Ordner [Gmail]/Alle Nachrichten zu verschieben. Für alle anderen IMAP-Konten ist ein Ordner “Archiv” erforderlich.

Hier das Script:

set _description to "Alle nicht markierten und gelesenen Nachrichten einer IMAP-Inbox werden in den Ordner 'Archiv' auf dem jeweiligen Server verschoben."
 
tell application "Mail"
        display alert "Archivieren?" buttons {"Abbruch", "Archivieren"} cancel button 1 message _description
       
        repeat with _acct in imap accounts
                set _acct_name to name of _acct
                set _inbox to _acct's mailbox "INBOX"
                try
                        if (_acct_name is "Gmail") then
                                set _archive_box to _acct's mailbox "[Gmail]/Alle Nachrichten"
                        else
                                set _archive_box to _acct's mailbox "Archiv"
                        end if
                on error
                        display alert "Kein Archiv-Ordner für das Konto '" & _acct_name & "' gefunden. Sie müssen zuerst einen IMAP-Ordner namens 'Archiv' erstellen!"
                        return -- Stop the script
                end try
                set _msg_list to (every message of _inbox whose flagged status is false and read status is true)
                if (_msg_list's length > 0) then
                        move _msg_list to _archive_box
                end if
        end repeat
end tell

Den Code kopiert man in den AppleScript-Editor und speichert das ganze (am besten am Schreibtisch) folgendermaßen ab: Ablage > Sichern unter… > Dateiname eingeben, eventuell “Archivieren”. Dateiformat: Programm. Hackerl bei Startdialog entfernen > Sichern. Mit dieser Option kann man in weitere Folge bei übervoller Mailbox auf “Archivieren” klicken und das Skript erledigt die Archivierung!

Das vorweg zu meinem Apple-Mail-Experiment, das hoffentlich klappen wird. Diesen Artikel werde ich von Zeit zu Zeit ergänzen oder darin Fehler ausbessern, er ist also in andauerndem Wandel!

Mehrere E-Mailadressen über ein Gmail-Konto abgleichen

Um mit Apple Mail (oder jedem anderen, besseren E-Mailprogramm) über ein Gmail-Konto mehrere E-Mail-Adressen (samt verschiedener Signaturen, etc.) zu verwalten und diese auch auf verschiedenen Geräten im korrekten Status (gelesen, ungelesen, etc.) anzuzeigen, gehe man wie folgt vor:

  1. Gmail ruft aus allen benötigten Konten die E-Mails automatisch ab. (Empfehlung: Für jedes Konto ein Label, dann kann man die E-Mails in der Weboberfläche gut voneinander getrennt darstellen.)
  2. Das Häkchen “Von derselben Adresse aus antworten, an die die Nachricht gesendet wurde” in Gmail muss gesetzt sein. (Danke für den Hinweis, Philipp!)
  3. Apple Mail ruft nunmehr ausschließlich das Gmail-Konto (und zwar per IMAP) ab.
  4. In der Konfiguration des Gmail-Kontos in Apple Mail gibt man in den Account-Informationen als E-Mail-Adresse all seine E-Mail-Adressen durch Beistriche getrennt an.

So kann man alle E-Mail-Konten über Gmail abgleichen, ist damit stets aktuell und kann auch mit jeder beliebigen E-Mail-Adresse antworten, die bei Apple Mail registriert ist. MobileMe, go home!

Update 25.10.2008

Diese Methode, Nachrichten über ein Gmail-Postfach zu sammeln und zu versenden, hat einen (vielleicht für manche: enormen) Nachteil: Der abgesendeten E-Mail werden neue Header-Zeilen hinzugefügt, die die Gmail-Adresse beinhalten. Einige Mailprogramme, wie zum Beispiel Outlook, zeigen diese zusätzlichen Headerinformationen folgendermaßen an: “Absender (Absenderadresse) im Auftrag von Absender (Gmail-Adresse)”.

Update 14.03.2010

Durch Angabe des Postausgangsservers einer durch Gmail abgerufenen, externen E-Mailadresse, kann die Angabe der privaten Gmail-Adresse unterbunden werden. Gmail benutzt dann den angegebenen Postausgangsserver anstelle des eigenen.

Update 25.01.2012

Unter E-Mail-Einstellungen > Allgemein können bei Gmail für verschiedene E-Mailadressen verschiedene Signaturen eingegeben werden. In Apple Mail und allen anderen Mailprogrammen müssen diese Signaturen extra angelegt werden. Für Apple Mail macht man das unter Mail > Einstellungen > Signaturen.

Gmail setzt immer wieder aus

Heute hat mein Gmail-Konto mehrmals ausgesetzt. Zuerst ein 502-Fehler, dann immer wieder “Ooops.”-Fehler, die es schon lange nicht mehr gegeben hat und schlussendlich ein, allerdings nur sehr kurz aufgekommener, Fehler beim Versenden eines Mails. Was macht Google da?!??

7 Gründe, die jetzt noch immer für Gmail sprechen

Wer einmal mit Gmail gearbeitet hat, kehrt selten wieder zu anderen Mailservices und -programmen zurück. Selbst Desktop-Programme wie Outlook, Apple Mail oder Thunderbird können Gmail-Benutzer nicht beeindrucken. Wer einmal mit Gmail gearbeitet hat, schätzt das System im privaten E-Mailverkehr. Doch warum ist das so?

Hervorragende Weboberfläche

Gmails Userinterface ist so gestaltet, dass selbst Desktopapplikationen wie Anfängerprogramme wirken: Aufgeräumt, immer nur die wesentlichen Funktionen im Blickfeld. Gmail zu benutzen ist eine feine Sache, das stellt jeder fest, der einmal mit dem System gearbeitet hat.

Großer, sicherer Speicher

Einer der Gründe, Gmail zu benützen, liegt in der Menge an Speicherplatz, die jedem Konto zugeteilt wird. Während andere Anbieter noch 10MB als viel Speicherplatz bezeichneten, rüttelte Google das Internet auf: 1GB Speicher wurde jedem Benutzer angeboten samt impliziter Wachstumszusage, will heißen, der Speicher wird andauernd mehr. Momentan sind wir bei 6,6GB! Dieses Speichervolumen ist allerdings nicht nur quantitativ hoch, sondern auch qualitativ abgesichert. Google kümmert sich um die Backups, Google macht alle Updates, Google warnt vor und löscht Viren. Der Speicher ist sicher und verlässlich.

Spamschutz, der funktioniert

Wer mit Gmail arbeitet weiß, dass Spam praktisch nicht mehr im Posteingang landet. Was auch immer Google sich da hat einfallen lassen – es funktioniert. Von Hunderten Spams, die täglich an mich gesendet werden, kommt pro Monat maximal 1 Mail in meinen Posteingang. Und ist das, so, kann ich dieses unerwünschte E-Mail mit nur einem Klick als Spam markieren und aus meinem Posteingang verbannen.

Archiv

Gmail löscht E-Mails erst auf expliziten Wunsch hin. Will man Mails aufheben, sie aber nicht löschen, so archiviert man sie. Dadurch verschwinden sie aus dem Posteingang, bleiben aber gesichert. In meinen Augen ist das das Feature von Gmail schlechthin. Warum können das Outlook, Thunderbird, Apple Mail und all die anderen Programme nicht? Ich will meine E-Mails nicht Kategorisieren müssen, ich will sie einfach nur irgendwo liegen haben, nicht aber im Posteingang.

Konversationen

Ein weiterer Fortschritt gegenüber anderen Mailprogrammen ist die automatische Darstellung von Mailnachrichten als Konversationen. Gmail erkennt, welche E-Mails zusammengehören und stellt sie als zusammenhängend dar. Apple Mail (und andere) kann das auch, doch ist Gmail weitaus besser justiert. Während Apple Mail zB Nachrichten von vor drei Jahren in einer aktuellen Konversation ablegt, macht das Gmail nicht. Was noch dazukommt: Gmail inkludiert in Konversationen nicht nur die Nachrichten des Postein- oder -ausgangs, sondern alle zum Thema gehörigen Nachrichten. Auch hier frage ich mich, warum das andere Mailprogramme nicht können?

Suche

Googles Stärke liegt im Suchen und Finden von Informationen. Und das merkt man, wenn man das Suchmodul von Gmail startet. Ich habe in knapp 40.000 über die Jahre angesammelten Nachrichten auf einmal genau die Nachricht gefunden, nach der ich gesucht habe; samt aller Antworten. Gelingt Ihnen das mit Thunderbird oder Outlook? Wohl kaum. (Wahrscheinlich schon allein deshalb, weil das Programm nicht mit 40.000 Mails fertig wird!)

Gratis, Werbung, IMAP und POP

Ein weitere Aspekt, der für Gmail spricht, ist, dass der E-Mail-Service völlig kostenfrei ist. Google sponsert Gmail durch eingeblendete Werbung, die aber nicht auffällig, unpassend und lästig ist, sondern dezent seitlich eingeblendet wird. Auch wird ausgehenden E-Mails keine Werbung angehängt, wie das beispielsweise GMX gern tut. (Ach ja, es gibt auch kein GMX-Magazin, das man sowieso sofort löscht…) Wer komplett auf Werbung verzichten will, kann seine E-Mails über IMAP oder POP abrufen. Auch ein Service, den Gmail anbietet.

Das sind meine 7 Gründe, die für Gmail sprechen, auch wenn seit der Einführung von Gmail am 1. April 2004 Thunderbird, Apple Mail, Entourage und Outlook stark verbessert wurden. Solange kein Mailprogramm angeboten wird,

  1. dessen Spamschutz wie der von Gmail funktioniert,
  2. das eine Archivierungsfunktion hat,
  3. das Einzelnachrichten in Konversationen intelligent organisiert,
  4. das kostenlos ist,
  5. dessen Oberfläche leicht zu bedienen ist,
  6. das automatisch Backups erstellt und diese auch verwaltet und
  7. das eine Suchfunktion hat, die aus zig tausenden Mails die richtige herausfiltert und in Zusammenhang einer Konversation (siehe 3) darstellt,

werde ich bei Gmail bleiben.

Zwei Anmerkungen: M2 und Gmail via IMAP

M2 ist das Mail-Modul des Browsers Opera. Und egal was man von Opera hält, M2 funktioniert – ähnlich gut wie Gmail. Gäbe es M2 als Standalone-Programm für den Mac, es wäre mein lokales Mailprogramm. Doch auch bei Opera kam der Gedanke noch nicht durch, dass weniger manchmal mehr sein kann.

Ich habe es probiert, Gmail via IMAP in Apple Mail abzurufen. Das funktioniert einfach nicht. Der Komfort, den man von der Webmail-Oberfläche in Gmail gewöhnt ist, erreicht Apple Mail bei weitem nicht. Da kann es mit noch so vielen Zusatzfunktionen punkten.