Flickrtreffen in Wien

Flickrtreffen in Wien: Die Gruppe samt Lindwurm am Bahnhof.

Gestern fand (wieder) ein Flickrtreffen statt. In Wien, nicht in Shanghai, wie letztes Mal. Der Treffpunkt wurde mehrmals verschoben, vor allem, weil wir ursprünglich am Wienerberg bei den Twin Towers und dort auch den Wasserturm fotografieren wollten. Wie dem auch sei, das Treffen fand dann am Südbahnhof beim Lindwurm statt. Und dieser Lindwurm hat es ja in sich, denn es gibt ihn gar nicht. Der Vorschlag, sich beim Lindwurm zu treffen, wurde erst durch weniger Wienkundige angezweifelt, weil es da nämlich keinen Lindwurm gäbe, im Südbahnhof. Da gibt es nur einen “Markuslöwen”, der es dann auch war. Man traf sich also beim Markuslöwen am Südbahnhof und völlig entgegen meinen Erwartungen, die sich aus vorigen Flickrtreffen begründeten, fanden sich hier nicht vier oder fünf Menschen ein, die sich gemeinsam einen netten Nachmittag machen wollten, nein, letztendlich waren wir einundzwanzig an der Zahl. Und das, obwohl das Wetter weniger einladend war als erhofft! (Und irgendjemand hat auch noch Flickr-Buttons und -Sticker mitgebracht! Meine Güte, wo kamen die denn plötzlich her?)

Der Südbahnhof gab optisch und olfaktorisch wenig her, daher wurde die dortige Fotografierzeit stark herabgesetzt auf knappe fünfundzwanzig Minuten. Danach ging es zum Schloss Belvedere, das auch, weil Schlechtwetter, nicht unbedingt zur vortrefflichsten Fotolocation zählte. Trotzdem konnte man seinen Trieben nachgehen und die anderen Mitglieder näher kennenlernen.

Der Abschluss des Treffens fand im Mocca Club (hat sogar eine eigene Gruppe) statt. Das Team hat sich dort gut um uns gekümmert und einen flickr-shot (was auch immer es war) gab es dann von Johanna Wechselberger spendiert. Scott Partee, der Mann aus Atlanta, der die Guess Where Wien-Gruppe (hier das Adminfoto) gegründet hat, war auch anwesend – samt Ehefrau, samt Tochter Maple. Aristide und Daniel kamen auch noch vorbei und wer nicht fehlen durfte und auch gleich in Damenbegleitung erschien, war natürlich Scotty_DT. Hier im Mocca Club fand wieder einmal eine Gruppengründung statt: es wurde die Flickr Meet Vienna-Gruppe gegründet.

Es war ein großes Treffen mit für mich vielen neuen Gesichtern und das Wissen um die Personen hinter den Buddy-Icons macht die Bilder umso interessanter und teilweise neu interpretierbar. Jedenfalls war es für mich äußerst interessant mit Menschen in einer Gruppe unterwegs zu sein, die man bislang lediglich durch Kommentare, Fotos und Diskussionsbeiträge kannte. Auf ein Weiteres. Und da ist ja schon die flickrdisco geplant!

Diesmal mit dabei waren: shadowclown, scottpartee, rattina, maxst001, Mad_T, kees0r, Julian Turner, h_dps, gSquare, dnl, actually (sic!), coolchair, aristide, aal & leo14, sibi, saschaaa (Blogeintrag), Wooolf, spanaut (Blogeintrag), roetzi24, schani, H.KoPP, Verena V., Scotty_DT, Jen Salik, pokpok313 und ich.

Flickr Meeting Shanghai

Flickr Meeting Shanghai

Flickr-Meetings sind sowas wie Speed-Datings von Personen, die man über ihre Bilder teilweise bereits zu kennen vermeint. Trifft man sich, so kann man sich sicher sein, dass jeder eines jeden Favoriten kennt, das Profil und die eventuell vorhandene Homepage durchsucht hat und sich zumindest die letzten paar Seiten der Galerie angesehen hat. Kurzum: Anonymität gibt es fast nicht bei solchen Treffen, wenn man einmal herausgefunden hat, wer hinter welchem Pseudonym steckt. Und Fotos werden sowieso die ganze Zeit über gemacht.

Die Gruppe war interessant zusammengesetzt: Da gab es Menschen aus England und aus Schottland (do not mix this up!), aus Xinjiang, Shanghai, Yunnan, Manila, einen Österreicher – mich – und mehr, mehr, mehr…

Wie dem auch sei. Wir trafen uns in der Ohel Moishe Synagoge, das ist ein Museum über die aus Deutschland und hauptsächlich aus Österreich geflüchteten Juden vor und während der Zeit des Zweiten Weltkriegs und stellten fest, dass das Haus zwar nett, jedoch ohne geschichtliche und kulturelle Vorkenntnisse zum Thema Juden in Shanghai für den Museumsbesucher absolut unbrauchbar ist. Es gab zwar einen kurzen Einführungsfilm, der ein wenig über die Geschehnisse in Europa, hauptsächlich aber über die Ankunft der Menschen in Shanghai und die Ausbildung des jüdischen Viertels Auskunft gab, aber der half nicht wesentlich weiter. (Anmerkung nebenbei: Es gibt ein zweites Wiener Kaffeehaus in Shanghai: das Kleine Wiener Cafe im ehemals jüdischen Viertel der Stadt.) Lange waren wir nicht dort, ist das Museum doch klein und die Gegend rundherum wesentlich interessanter (ähem… ein wenig halt…). Mit dabei war übrigens Elisabeth (das ist diese junge Dame) samt männlichem Anhang und sie waren gerne fotografierte Gäste, verließen die Gruppe jedoch bald.

Anschliessend stand heftiges Viertel-rundherum Fotografieren am Programm. Leute, die sich sympathisch waren, kamen sich freundschaftlich näher und Leute, deren Fotos man weniger mochte, blieben einander fern. Eigenartig, wie stark diese Relation sein kann: auch ich habe festgestellt, dass ich mit denjenigen, deren Fotos ich gerne ansah und kommentierte, wesentlich besser kommunizieren konnte als mit denjenigen, deren Fotos ich auch schon uninteressant oder einfach nur auf irgendeine Art und Weise ungut empfunden habe, bevor ich der Person überhaupt begegnet bin…

Fotografieren beendet, Abendessen (so gegen 15:00 Uhr!). Elsa hat irgendwo ein Restaurant in Pudong aufgetrieben, das bereit war uns aufzunehmen und wir nahmen die Fähre ueber den Huangpu, übrigens ausgestattet mit dem unnötigsten Ticketsystem der Welt, nämlich: Kauf dir ein Ticket um 0,5 RMB in Form einer 0,5 RMB Plastikmünze, wirf diese Plastikmünze dann in einen Kübel, der zwei Meter neben der Kassa steht! Damit war der nette Teil aber auch schon vorbei, zumindest für mich, weil nämlich in dem Restaurant, wie ich später erfuhr, dann Ungutes gesprochen wurde. Wer gesprochen hat, wird sowieso klar, wenn man zu hören bekommt, dass man mit dem einen da – mir – eigentlich nicht reden sollte, weil gegen die haben wir im Krieg gekämpft! Glücklicherweise war das den Chinesen ziemlich egal und ich musste gehen, weil ein Gast aus dem Süden zu dem Zeitpunkt bereits in Shanghai angekommen war…

Trotzdem. Wenn Flickr-Treffen, dann hingehen! Egal wo, egal wer dabei ist!

Photo: Jeff, Katrina, Elsa, wohl klar, Raemin, Ya Ya, Wendy, Don, Craig und Rain. Und es gibt Berichte auch von zwei anderen Mitgliedern: A Late August Weekend of Pictures in Urban Shanghai von Rainier Contreras und Naughty Girl (chinesisch) von Raemin. Von ihr gibt’s übrigens auch ein Set “The 3rd Shanghai Flickr Meetup August 26th 2006“. Wir sind auch auf Shanghaiist zu lesen…

Erstes Flickrtreffen in Wien

Mourning and Sensuality

Heute fand das erste Flickrtreffen in Wien statt. Es ist eh klar, dass sich die ganze Welt an Plätzen trifft wie Cafés, Bars oder Restaurant, aber wir Österreiche müssen natürlich weit darüber hinaus schießen und uns gleich am Zentralfriedhof in Wien treffen. Was auch immer man vom Ort des Treffens halten mag, interessant ist der Zentralfriedhof auf jeden Fall. Vor allem, wenn man zum Fotografieren da ist!

Nicht nur die Toten und deren letzte Behausung war interessant, auch die Menschen, die kamen entbehrten nicht meiner Interessensbekundung: Ein bunt zusammengewürfelter kleiner Haufen an Flickr-Addicts, namentlich: knipsereder, dan65, niklens, cilest und ich.

Lernt man die Gesichter hinter den Buddy-Icons und die Persönlichkeiten hinter den Kommentaren kennen, kurzum den Hintergrund der Menschen, mit denen man nahezu tagtäglich verkehrt, so ist das schon etwas Besonderes. Man lernt soviel Neues kennen, Neues über sie, über Flickr, wie und wo und warum sie überhaupt dabei sind, wie lange schon, warum sie fotografieren, wie sie fotografieren, wieso sie fotografieren, welches Equipment sie verwenden… Was ich beispielsweise nicht wusste, war, dass die meisten der heutigen Gruppe sich bereits von einem anderen Photoservice her kannten.

Ich kann das nächste Treffen kaum mehr erwarten!