Wananavu Beach Resort

Wananavu Beach Resort in Rakiraki/Fiji

Nach den Anstrengungen und Strapazen der nicht mit Hotels ausgestatteten Welt übernachteten wir im Wananavu Beach Resort, genauer gesagt in den “Dreamview Villas“, drei Häusern, die auf einem Hügel an der Küste gelegen sind und einen wunderschönen Ausblick aufs Meer bieten. Diese Villen sind kleine Luxushäuschen, besonders, wenn man zuvor im Meer geduscht hat und das sauberste Wasser einen leichten Dreckschleier hatte. Der Infinity-Pool bot was er versprach, auch das Essen war ein Fest. Nicht mehr Schildkröte stand am Speiseplan, sondern Burger, gemischte Salate und alles was das Zivilisationsherz begehrt.

Andererseits waren nicht alle zufrieden damit. Noch vor wenigen Stunden haben wir die Herzlichkeit eines Stammes von Ureinwohnern erleben dürfen, jetzt die sterilen Freuden der Hochzivilisation: Fernsehen, Cocktails, Duschen. Die Unentschlossenheit über die Bewertung dieses Hotelausflugs konnte man bei allen spüren. Die Reise hatte offenbar Wirkung gezeigt.

Delfine!

Dolphins

Tacileka hatte nicht viel außer die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Frauen warteten auf den Fisch, den die Männer fingen, die Kinder spielten und tollten herum, die Männer selbst lagen auf ihren Booten und fischten und der Stammeshäuptling — der “Chief” — saß vor seinem Windows-Vista-Rechner (!) und surfte im Internet. Ein Prediger spazierte am Strand entlang, verschwand jedoch schon bald hinter dem Horizont.

Ich hatte gefrühstückt und stellte mich auf einen Tag voller Verpflichtungen ein: Singenmüssen hier, Helfenmüssen da, Fischen im Meer und was weiß ich was wo noch. Es kam allerdings ganz anders. Als ich mich zum Strand begab, um dort ein wenig das Kanu für ein paar Stunden zu entführen, fielen mir drei Transportboote auf, die tags zuvor noch nicht dagewesen waren. Und siehe da, das Schicksal fügte sich und es gab ein angenehmes Programm. Ich erfuhr, dass wir in wenigen Minuten zu einem Riff aufbrechen würden, wo sich für gewöhnlich Delfine aufhielten. Delfine also. Na das wird ja spektakulär werden, so meine ernüchterte Reaktion.

Wir fuhren los und fuhren und fuhren, bis wir ein paar Kilometer vor der Küste Fidschis beim Riff anlangten. Die Delfine planschten herum und beachteten uns nicht. Selbst als sich das Boot näherte, wurden wir ignoriert. Ein paar Meter unter der Meeresoberfläche gingen sie ihren Beschäftigungen nach als ob nichts wäre. Fuhr man allerdings mit vollem Karacho mit dem Boot übers Wasser, tauchten sie auf: Sie versuchten stets vor dem Boot zu bleiben, sprangen aus dem Wasser und ihr Verhalten glich einem Spiel mit dem Boot. Man fühlte sich wie mitten in ein freundschaftliches Wettrennen versetzt. Die positive Ausstrahlung, die ich zuvor noch nie an einem Tier empfand, wurde mir hier, vor der Küste Fidschis, bewusst. Ja, man kann Tiere, die man nie zuvor in der Natur gesehen hat, lieben.

Tacileka, Fiji

Bevor wir uns auf die Reise in den Südpazifik machten, gab es in Wien Seminare und Vorlesungen zu verschiedenen Themen der Länder, die wir bereisen würden. Auch war klar, dass eines der Kapitel auf unserer Reise der Besuch in einem “Eingeborenendorf” auf Fiji werden würde. Menschen, die tote Tiere in Erdöfen zu Nahrung zubereiteten, Menschen, die in bereits gebrauchten Kleidern auf Lehmböden herumgingen, Menschen, die Wasser von der nahegelegenen Quelle holten, Menschen, die sobald sie eine Kamera sahen, sich unbedingt fotografieren lassen wollten; Menschen in großen Schlafzelten; kochende Frauen; jagende und erntende Männer – das waren die Eindrücke aus dem Video, das uns gezeigt wurde, bevor wir nach Tacileka – das “Eingeborenendorf” – kamen.

Anreise

Wir verließen Suva mit dem Bus. Ein ganz schön großer Haufen Westeuropäer saß mit seinen Samsonite-Koffern, iPods und Digitalkameras in einem heruntergekommenen Bus und fuhr nach Tacileka, einem Ort, der nichts außer klein und unbedeutend war. Ich sah mich schon am Abend umringt von hunderten Kindern, Fotos machen, Lieder singen und so tun als ob ich mich mit Leuten unterhalten konnte, die keine der Sprachen sprechen, die ich mühevoll erlernt hatte. Gekochte niedere Tiere zu Mittag, Gewürm rund um meinen Schlafsack, kein Strom, ekelhafte Toiletten wenn überhaupt.

Der Bus verließ die asphaltierte Straße und bewegte sich nur mehr auf abgefahrenen Wegen mit Schlaglöchern so groß, dass man sie bereits komfortabel ausfahren konnte, weiter. Ich stellte mir vor, wie eine wenig auf Körperpflege bedachte Gruppe von Menschen mit einer Gitarre, die ein Fotograf, Volkszähler oder Wissenschaftler einst vergessen hatte, dastehen würde, um uns zu begrüßen; in dem Moment, in dem sich die Türen des Busses öffneten, würde sie lossingen und uns willkommen heißen. Knallbunte Kleidung und Fisch als Willkommens-Mahl. Alles natürlich begleitet oder nach einer vorgelagerten Cava-Session.

Wir fuhren über eine Behelfsbrücke und der Bus quälte sich eine vom Schlamm überlagerte, darunter aber sowieso nicht vorhandene Straße hoch. Häuser tauchten nur mehr selten links und rechts der Straße auf, Stromleitungen wichen Generatoren und die etwas später der Natur. Ich begann mich vorzubereiten auf das, was mich da erwarten würde, indem ich all die Befürchtungen und Vorurteile versuchte abzulegen. Warum sollten sie denn so 1950 sein? Es kann doch nicht sein, dass eine Gruppe von Menschen schlichtweg die Weiterentwicklung der restlichen Menschheit verschlafen hat!

Der Bus bog ab und den Weg, den er nun wählte, gab es eigentlich nicht. Hier war weniger Gras als gleich daneben, aber eine Straße konnte man das nicht nennen. Wir fuhren an einem Haus vorbei. Wir waren da!

Tacileka

Der Bus blieb mitten im Dorf stehen. Links und rechts der Straße gab es ein paar Hütten, ein aus weiß lackierten LKW-Reifen umzäuntes Stück Rasen bildete, samt Kirche, den Hauptplatz. Daraf stand, hab ich’s nicht vermutet!, eine Gruppe knallbunt gekleideter Menschen, die mit einer klapprigen Gitarre als Begleitinstrument ein Begrüßungslied sang. Unsere Koffer wurden von den “jungen Männern” des Dorfes bereits ausgeladen und im Schatten abgestellt. Die Türen des Busses gingen auf und ein Kind nach dem anderen huschte vorbei, um die Weißen zu sehen. Unter dem Dach eines großen (Fest-?) Zeltes wurde bereits das Cava-Ritual vorbereitet.

Ein Bub, der sich mir angenähert hatte, fragte mich nach meinem Namen und ich nannte ihm die fidschianische Version: Michaeli. Das wird wie das englische Michael ausgesprochen, nur mit einem I hinten dran. Er grinnste mich an und lief davon. Wir wurden ins Zelt gebeten und ich sah mir – bewusst ein wenig weiter hinten sitzend – an, wie die ersten Reihen Cava schlürften. Man hatte für uns ein Buffet vorbereitet und es war wesentlich besser und zivilisierter als das, was ich erwartet habe. Ob’s davor oder danach war, dass wir den Familien zugeteilt wurden, weiß ich nicht mehr; was ich aber weiß, ist, dass Flo, Tini und ich Glück hatten. Wir wohnten praktisch am Graben von Tacileka (das ist, für Nichtösterreicher, die nobelste Adresse, auch wenn der “Graben” in Zusammenhang mit Tacileka auch anders verstanden werden könnte) und ich hatte das doppelte Glück, ein Zimmer (!) für mich alleine (!!) mit direktem Blick aufs Meer (!!!) zu haben. Tacileka war nämlich, und das wurde mir erst in diesem Moment bewusst, in puncto Lage luxuriöser als jedes Luxushotel: Tacileka lag direkt am Strand (an der Nordostküste Fijis).

Ich setzte mich auf mein Bett, fühlte dass es hart war, sah das Moskitonetz und erfuhr nicht viel später, dass mein Zimmer ursprünglich ein Geschäft für Fischkonserven gewesen war. Na toll. Ich schlafe in einem ehemaligen Geschäft für Fischkonserven. Und während ich vor mich dahinsinierte und nicht wusste, was ich nun tun sollte, hörte ich, wie draußen mehrmals mein Name genannt wurde. “Michaeli, Michaeli”, dann von einer anderen Person: “Michaeli…”, und noch eine: “Michaeli”. Es freute mich, dass man mich kannte, bedenklich war allerdings eine Sache schon: Keine der Personen, die meinen Namen offensichtlich wussten, mit dem Haus und diesem Zimmer in Verbindung brachten und aussprachen, kannte ich! Was war da eigentlich los?

Suva, Fiji

Fiji (oder Fidschi), also. Da waren wir nun. Die Insel, die in der westlichen Welt der Inbegriff des Paradiesischen ist, und wir sind da. Doch wo es ein Paradies gibt, ist Schmutz und der Alltag nicht weit: Suva, die Hauptstadt Fijis, ist eine schmutzige Hafenstadt mit ein paar sicheren, doch weitaus mehr unsicheren Vierteln. Prostitution, Drogen und durchaus vorhandene Kriminalität sind hier, wie in jeder anderen Stadt der Welt auch, präsent.

Unser Hotel mit dem klingenden Namen “Elixir” war ein Apartment Motel: Vierer-, Dreier- oder Zweiergruppen hatten ihr eigenes Apartment, getrennte Zimmer, aber auch Küche, Bad und WC vollständig von der restlichen Hotelinfrastruktur abgetrennt. Weniger erfreulich war die Tatsache, dass zum Zeitpunkt unserer Anwesenheit die Gänge des Hotels neu ausgemalt wurden und die in Suva verwendeten Farben offensichtlich ganz und gar nicht nasenfreundlich sind. Den ganzen Tag über stank es im ganzen Hotel nach Lacken, Farben und anderen Chemikalien. Klimaanlage gab es zwar eine, nicht aber in den Schlafzimmern.

USP und Nachtleben

Einen Tag nach unserer Ankunft in Suva fand bereits die erste Lecture-Sitzung an der University of the South Pacific (USP) statt. [Zeitsprung…] Kaum war der letzte Vortrag beendet, machten sich bereits einige von uns auf den Weg in die Stadt. Suva ist eine Hafenstadt, verfügt über einen ausgegliederten Hafenbereich, der weit vom geografischen Zentrum der Stadt entfernt ist, nicht jedoch vom zentralen Knotenpunkt des Stadtlebens. An der Promenade reihen sich Marktstände, Restaurants, Fast-Food-Ketten, Internetcafés, chinesische und indische Lokale, sowie Bars, Bordelle und Einkaufshäuser auf. Am ersten Tag wählten wir ein indisches Lokal aus, was sich in Suva wirklich auszahlte: Die indische Minderheit in Suva entspricht schon fast der Zahl der übrigen Einwohner. Indisches Essen ist hier praktisch zuhause. Der Abend verlief ruhig, wir gingen schlafen, keine Ausbrüche jedweder Art.

Luxus-Inder und Barbesuch

Abgesehen vom am nächsten Tag abermals stattfindenden akademischen Programm an der USP, besuchten wir wiederum ein indisches Lokal, diesmal aber den Luxus-Inder (auf der gegenüberliegenden Straßenseite). Das Essen war gleich gut, die Sitzgelegenheiten weniger bequem. Klar war, dass wir danach in eine Bar gehen mussten, die – was macht man eigentlich in Bars? – zum Glück einen Billardtisch hatte. Es wurden mehrere Runden gespielt, es wurden Gin Tonics getrunken, Fotos gemacht und letztlich wurde schlafengegangen.

Tanz-Aufführung, Heimküche und “Party”

Der nächste Tag wartete mit ein paar Überraschungen auf. Eines unserer Seminare an der USP hatte die Kultur Fijis zum Thema und solche Kultur-Seminar sind, wie jeder weiß, mühsam. Es wird von Musik, Malerei, Tanz, der Sprache und von Ritualen gesprochen – und das alles in einer Trockenheit, die das lebendigste und schillerndste Gebiet menschlicher Kommunikation grau in grau aussehen lässt. Nicht jedoch hier. Wir wurden in einen anderen Pavillon gebeten und eine Tanzgruppe, zusammengesetzt aus talentierten Studenten und Studentinnen der Universität, führte, begleitet von einer Band, die sich ihre Instrumente großteils selbst gebaut hat, eindrucksvolle, traditionelle und moderne Tänze auf. (Eine Randbemerkung: Ein chinesisches Reporterteam war auch zugegen und hat nicht nur die Tänzer und Tänzerinnen fotografiert, sondern auch uns, die interessierten Zuschauer. Dass der Fotograf mit seinem Riesenobjektiv dabei weniger auf den Gesamteindruck als auf feminine Linien fokussierte, sollte zumindest einmal gesagt worden sein…)

Der restliche Tag verlief ruhig und ohne besondere Highlights. Wir probierten ein Café aus, dessen Kaffee in die Kategorie “bottom-of-the-ashtray-level” fiel und irgendwann fanden wir uns im Elixir wieder ein. Was ich total vergessen hatte: An dem Tag kochte unsere lokale Reiseleitung für uns. Und was da kredenzt wurde, war nicht viel, aber gut. Es gab sowas Ähnliches wie Maki, überbackenen Fisch, Brotfrucht auf zweierlei Art und Weise, Toastbrot, etwas, das schmeckte und aussah wie ein Shrimpscocktail in Salatform und etwas, das aussah wie Spinat, aber nicht Spinat war, trotzdem wie Spinat schmeckte.

Das Essen fand im Rahmen einer “Party” statt, allerdings war diese Party organisiert, somit von Vornherein zum stimmungsvollen Scheitern verurteilt. Die Gruppe zerstreute sich ein wenig und mit der Bildung von Untergruppen und Präferenzdialogpartnern kam dann schnell Stimmung auf, die durch unseren Reiseleiter dadurch ein wenig gedrückt wurde, dass er diese Stimmung für ein Video wieder künstlich herstellen wollte! Nichtsdestotrotz ein netter Abend.

Colo-I-Suva und guter Kaffee

Für den nächsten Tag war ein Besuch des Colo-I-Suva, ein Regenwald in der Nähe der Stadt, geplant. Der Bus kam, wir wurden hinchauffiert und machten unseren Spaziergang. Quänglerisches Highlight dieser Tour waren die Waisila Falls, eine Reihe kleiner und größerer Wasserfälle. Bei einem der Tümpel gab es Lianen und mehrere konnten es sich nicht nehmen lassen, Tarzan zu spielen. So auch unser motivierter Reiseleiter, der, allerdings, stürzte ziemlich ab. Das nur so nebenbei.

Nachdem wir vom Regenwald zurückgekehrt waren, besuchten einige von uns den Markt und erkundeten die Stadt ein wenig bei Tageslicht. Meine Gebete wurden zudem erhört und wir fanden tatsächlich ein Café, dass halbwegs vernünftigen Kaffee servierte. Zwar hatte das Café den klingenden Namen “Headworks” und das Logo eines Friseursalons und war im ersten Stock, daher nur sehr schwierig zu finden, aber… ja. Kaffee: ganz gut.

Den letzten Tag in Suva verbrachte ich mit einer ganztägigen Erkundungstour durch die Stadt, gepaart mit vielen, vielen Fotos. Der Spaziergang war allerdings geprägt von einem mulmigen Gefühl für die kommenden Tage: Wir sollten Theorie und Praxis des akademischen Programms vermengen und in einem Eingeborenendorf leben. Die Erzählungen und Videos, die uns zuvor in Wien gezeigt wurden, verhießen in meinen Augen nicht Gutes. Morgen werden wir abfahren, morgen wird sich alles herausstellen.

Ankunft in Fiji

Wiedereinmal Fiji. Diesmal allerdings nicht auf Beachcomber Island, einer Nebeninsel, um nach kurzer Zeit wieder weiterzufliegen, sondern wirklich und tatsächlich Fiji. Fiji pur. Und es begann schon einmal nicht schlecht. Die Landung erfolgte sehr früh in der Früh (wenn ich mich recht erinnere, gegen 3:00 Uhr morgens), dementsprechend war auch meine Laune. Was nämlich offenbar einige können, ich aber ganz und gar nicht, ist das Schlafen auf Flughäfen bzw das Schlafen auf Sesseln. Und das führt dazu, dass man gegen 4:30 Uhr mit halb offenen Augen, einem müden Körper, der aber unfähig ist einzuschlafen, in Fiji am Flughafen sitzt und einem klar wird, dass der hyperaktive Reiseleiter ja einen Bus bestellt hat, der uns um 9:00 Uhr abholen soll, um gleich darauf eine ganztägige Sightseeingtour durchzumachen. Aber das war alles egal, Hauptsache, ich würde diesen Duselzustand noch weiter aufrechterhalten können.

Gegen 6:00 Uhr kam mir die Idee, Geld zu holen. Der Bankomat war auf der anderen Seite der Halle, also praktisch gegenüber von mir und lediglich ein paar Menschen standen dort, um Geld zu holen. Ich stellte mich an und bemerkte, dass offenbar mehrere Leute die gleiche Idee hatten. Hinter mir positionierte sich der Osten und gleich dahinter noch ein paar Kollegen. Als ich endlich dran war, die Karte schon im Schlitz, den PIN eingetippt und gerade die Summe aus dem Angebot wählen wollte, fragte mich der Osten “Wieviel Geld kann man abheben?”, und ich antwortete: “Zwischen 50 und 500 Dollar, jeweils in Zehnerschritten!” “Was für eine blöde Antwort!”, war die Reaktion. Der Osten war damit für mich unten durch und es würde sich schon noch erfüllen, was ich mir zu dem Zeitpunkt wünschte.

Es wurde 9:00 Uhr und der Bus kam. Wir fuhren zur Sugarcane-Train, einer Schmalspurbahn, mit der Zuckerrohr auf der ganzen Insel transportiert wird. Und die Sightseeingtour mit dem Bus ging mit der Bahn weiter. Pervers wurde es jedoch, als der Guide uns aufforderte, Bonbons und Zuckerl zu kaufen, denn die könne man den Kindern, die schon darauf warten würden, vom Zug aus zuwerfen. Und tatsächlich. Die Touristen aus Australien kauften fleißig ein und warfen, das allerdings ein wenig später und schön verteilt auf die ganze Fahrt, Zuckerl aus dem Zug auf die Straße und erfreuten sich daran, wie die Kinder sie aufklaubten und sammelten. Ich fand das widerlich, andere Gäste offenbar amüsant. Der Tag endete an einem schönen, aber langweiligen Strand und der Ankunft im Hotel in Suva. Auch nicht gerade einladend, aber doch gemütlich. Ganz wichtig: keine Kakerlaken!

Beachcomber Island

Beachcomber Island

Den 6. September 2007 habe ich nie erlebt. Der Flug von Los Angeles startete am Mittwoch, den 5. September 2007 um 23:15 Uhr, in Nadi/Fiji bin ich am 7. September 2007 um 5:55 Uhr gelandet. 6. September 2007, es wird dich nie geben!

Wie dem auch sei. Der 7. und 8. September waren Inseltage auf Beachcomber Island, der Party-Insel der Südsee. Hier werden keine Mühen gescheut, das Publikum bei Laune zu halten; entweder der Alkohol wird verbilligt ausgeschenkt oder das Abendprogramm zieht sich lange in die Nacht hinein. Was auch immer am 7. September angeboten wurde, ich habe es nicht mitgekriegt, denn ich lag ab dem späten Nachmittag mit Fieber im Bett.

Wir kamen an, packten unsere Koffer unter das jeweilige Bett (klar, dass ich mehrmals Betten tauschen musste, damit die ganze Rasselbande endlich zueinanderfinden konnte!) und erkundeten die Insel. Zwanzig Minuten später – nun kannte man alles – hatte ich meinen Lieblingsplatz gefunden und verbrachte einige Zeit einerseits damit, die Insel zu umrunden und ein paar Fotos zu machen, andererseis damit, im Whirlpool am Strand zu liegen und dem Meer beim branden zuzuschauen. Brandung gab es in dem Sinne keine, da auch Beachcomber Island von einem Riff umgeben ist, aber diese kleinen, putzigen Wellen können einen schon erfreuen. Irgendwann wurde mir kalt und ich wurde müde – das Fieber war da.

Ich legte mich ins Bett und hoffte auf Stille, die eintrat. (Es folgten Stunden der Erholung und des Schlafes. Zeit verging ohne dass ich etwas tun konnte, denn mein Körper brauchte die Ruhe. Der werten Leserschaft kann ich die Ruhe leider nicht gönnen, sondern muss sie mit einem Video strapazieren, das, sozusagen als Füllobjekt für meine Absenz während der Abend- und Nachtstunden auf Beachcomber Island, ein paar Dinge zeigt, die es auf der Insel so gegeben hat!)

Am nächsten Morgen erzählte man mir von einem großen Abendessen und einer Tanzvorführung – es war mir alles egal, denn ich hatte Hunger. Und Hunger zu haben zahlte sich auf Beachcomber Island schon aus, denn das Frühstück war reichhaltig und gesund, da fruchtig. Ich aß gemeinsam mit meinen Kollegen und machte eine abschließende Fotorunde.

Viel Zeit blieb nicht, denn schon bald hieß es Kofferpacken! An Bord gehen! In den Bus! Ins Flugzeug! Und ab nach Tonga!