Wie man sein Facebook-Konto endgültig löscht

Wie lösche ich mein Facebook-Profil? Es gibt zwei Möglichkeiten sein Facebook-Account zu beenden: Entweder, man deaktiviert es oder man löscht es endgültig.

Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2012.

Facebook-Konto deaktivieren

Facebook-Konto deaktivieren

Eine Deaktivierung entspricht, auch wenn Facebook das so nicht schreibt, de facto lediglich einer vorübergehenden Abmeldung von Facebook. Wer sich später wieder anmelden will, kann in Nullkommanix all seine Daten wiederherstellen und es geht weiter bei Facebook als ob nichts gewesen wäre.

Bei einer Deaktivierung des Facebook-Profils wird nichts gelöscht, alle Verbindungen bleiben bestehen (Freunde, Fotos, Interessen, etc.), das Konto wird lediglich stumm geschalten und die Benachrichtigungen unterdrückt. Es zahlt sich trotzdem aus, sich die Bestätigungsseite der Abmeldung anzusehen (da passiert noch gar nichts, also keine Sorge), da man dort die 5 Personen vorgesetzt bekommt, mit denen man am häufigsten interagiert hat – alle mit dem Vermerk “XY wird dich vermissen.” Krokodilstränen par excellence. Der psychologische Effekt dieser Seite ist dennoch enorm: Die meisten Menschen entscheiden sich an dieser Stelle, das Konto doch nicht zu deaktivieren. Wer dennoch stark ist: Hier geht es zum Deaktivieren des Facebook-Kontos.

Aber Vorsicht! Wenn man sich nach der Deaktivierung des Kontos wieder anmeldet (zum Beispiel, um zu überprüfen, ob das Konto tatsächlich deaktiviert wurde), so wertet Facebook das als Reaktivierung des Benutzerkontos und storniert die Deaktivierung sofort.

Facebook-Konto endgültig löschen

Facebook-Konto löschen

Die zweite Möglichkeit, die Verbindung zu Facebook zu kappen, liegt im endgültigen Löschen des Facebook-Kontos. Damit wird das gesamte vom Kontoinhaber hochgeladene Material – Statusupdates, Fotos, Verbindungen zu Freunden, Interessen, etc. – und das Benutzerkonto an sich endgültig und unwiderruflich gelöscht. Es gibt für die endgültige Löschung keinen direkten Link, man muss sich durch die Hilfedatei arbeiten, um sie zu beantragen. Meine Serviceleistung an die werte Leserschaft: Hier ist der Link zur endgültigen Löschung des Facebook-Kontos.

Doch Vorsicht auch hier! Wenn man sich innerhalb der nächsten 14 Tage nocheinmal einloggt, kann die Löschanfrage abermals zurückgezogen werden!

Löschen oder nur deaktivieren?

Die Beweggründe für die Löschung eines Facebook-Kontos sind vielfältig, wenngleich immer von ernstzunehmenden Argumenten genährt. Die Vorteile, die das Netzwerk bringt, sind in Relation zum Preis, den man dafür zahlt, minimal (und das bezieht sich jetzt auf den Marktwert des Benutzerprofils und nicht auf moralische Argumentation des Ausgenutztwerdens)!

Vorausgesetzt, man hat zu seiner Familie und den Menschen, die man Freunde nennt, ein ernstzunehmendes Verhältnis, worunter ich kein Verhältnis von Impetus und Sogwirkung verstehe (zB: Ich poste ein Statusupdate, dass ich ins Café gehe, und irgendwer wird schon mitkommen…), dann fällt ein Ausstieg aus einer zusätzlichen Möglichkeit des Netzwerkens leicht. Gibt es das jedoch nicht oder ist es durch erschwerte Bedingungen unmöglich (zB Soldaten im Krisengebiet bleiben in Kontakt mit ihrer Familie), wird der Ausstieg aus Facebook praktisch unmöglich. Die New York Times zitiert die Überlegungen eines potentiellen Aussteigers:

It would be really weird. It would be me taking off and leaving a lot of friends. It’s like moving out of town to live by yourself in some small isolated town. […] It would not be so lonely if some of my friends came with me.

Und daran scheitert es. Selbst wenn man die Vorschläge des so äußerst web-affinen Wired-Magazins, das mittlerweile vor Facebook warnt umsetzt, steht man vor dem Problem, dass sie auch von Freunden und Familie umgesetzt werden müssten. Und werden es unsere Eltern und Großeltern tatsächlich schaffen, ein öffentliches Profil (mit weitaus genaueren Datenschutzeinstellungen) bei Posterous anzulegen, Statusupdates über Twitter zu posten und Bilder bei Flickr hochzuladen? Problemlos wohl kaum. Ebensowenig, übrigens, wie die 50 Einstellungen mit 170 Optionen der gegenwärtigen Datenschutzeinstellungen bei Facebook korrekt zu setzen!

Es bleibt also nicht viel mehr übrig, als Facebook neu zu erfinden und daraus ein sicheres, aber trotzdem komfortables Netzwerk zu gestalten. Schließlich gibt es Benutzer, die ihre Urteile gegen das Netzwerk nicht mehr nur mit primär emotional geprägten Argumente begründen, sondern den Dienst in krassem Widerspruch zu ihren persönlichen Vorstellungen einer Onlinewelt sehen.

Instead, the critics this time are the early adopters with developed philosophies about the online world. They see themselves as taking a principled stand on how their data is used even if it means sacrificing an easy way to see a sister’s baby photos.

Hier wird sich weisen, ob der Komfort über die persönliche Vorstellung siegen wird (und er wird, so wie es momentan aussieht!) oder ob sich eine kritische Masse selbstbewusster Web-User versammeln und konstruktiv an Alternativen zu Facebook arbeiten kann. “Diaspora” wäre zum Beispiel sowas.

Gefällt mir-Button

Wer in den letzten paar Tagen hier vorbeigeschaut hat, dem wird der “Gefällt mir”-Button von Facebook bzw. der Link zum Facebook-Sharing aufgefallen sein. Ja, ich weiß, die Hölle ist zugefroren, aber keine Sorge, es gibt wieder nur den Twitter-Link, der ganz ohne Services von Drittanbietern funktioniert, solange es keine bessere Lösung von Facebook gibt oder ich dem unsichtbaren Druck des Mitmachens nachgebe.

Wer dennoch scharf drauf ist, den Button auf seiner Seite einzubauen, findet im LoadBlog eine kurze Anleitung. Wer mit dem Hybrid-Framework in WordPress arbeitet, sieht sich lieber develop dalys ganz einfach Anleitung an.

Nachtrag 23. Februar 2011: Weg damit.

Facebooks Privacy Policy 2005 vs. April 2010

Die Electronic Frontier Foundation hat eine Zusammenstellung der verschiedenen Datenschutzhinweise von Facebook zwischen 2005 und 2010. Der krasseste Unterschied ist (natürlich) zwischen dem ersten von 2005 und dem letzten von April 2010 zu sehen.

2005:

No personal information that you submit to Thefacebook will be available to any user of the Web Site who does not belong to at least one of the groups specified by you in your privacy settings.

2010:

When you connect with an application or website it will have access to General Information about you. The term General Information includes your and your friends’ names, profile pictures, gender, user IDs, connections, and any content shared using the Everyone privacy setting. … The default privacy setting for certain types of information you post on Facebook is set to “everyone.” … Because it takes two to connect, your privacy settings only control who can see the connection on your profile page. If you are uncomfortable with the connection being publicly available, you should consider removing (or not making) the connection.

Essenz der f8: Gefällt mir!

Noch eine Zusammenfassung der Facebook-Entiwcklerkonferenz f8, diesmal auf das Notwendigste reduziert: Marc Hippler erläutert in der Zeit Online den Gefällt mir-Button.

Auf den Facebook-Seiten selbst war es bislang schon sehr einfach, seine Lieblingsartikel oder Musikvideos mit anderen zu teilen. Wer von nun an auf einer Website unterwegs ist, die den “Gefällt mir”-Knopf (englisch: “I Like”) eingebunden hat, muss ihn nur anklicken. Schon teilt man seinen Freunden mit, was man gerade im Netz gesehen hat. Die entsprechende Nachricht taucht dann auf der eigenen Facebook-Seite auf. Umgekehrt kann man künftig auch sehen, welche Freunde die betreffende Seite bereits besucht haben.

Kommentare, Tweets und den Teilen-Button von Facebook gibt es hier für jeden Artikel in der Artikelansicht schon. Gibt es jemanden, der auch einen Gefällt mir-Button möchte?

Geführte Gruppenreise durchs Netz

Noch eine Zusammenfassung der Facebook-Entiwcklerkonferenz f8, diesmal auf das Notwendigste reduziert: Marc Hippler erläutert in der Zeit Online den Gefällt mir-Button.

Auf den Facebook-Seiten selbst war es bislang schon sehr einfach, seine Lieblingsartikel oder Musikvideos mit anderen zu teilen. Wer von nun an auf einer Website unterwegs ist, die den “Gefällt mir”-Knopf (englisch: “I Like”) eingebunden hat, muss ihn nur anklicken. Schon teilt man seinen Freunden mit, was man gerade im Netz gesehen hat. Die entsprechende Nachricht taucht dann auf der eigenen Facebook-Seite auf. Umgekehrt kann man künftig auch sehen, welche Freunde die betreffende Seite bereits besucht haben.

Kommentare, Tweets und den Teilen-Button von Facebook gibt es hier für jeden Artikel in der Artikelansicht schon. Gibt es jemanden, der auch einen Gefällt mir-Button möchte?

4 Monate von Facebook und Twitter abgekapselt

Edan Lepucki hat sich für 4 Monate von Facebook und Twitter abgekapselt, weil es ihr zu langweilig geworden ist, Tag für Tag belanglose Nachrichten in Echtzeit online zu verarbeiten. Nach 4 Monaten weiß sie dennoch nicht so recht, ob sie wieder zurückkehrt oder sich wieder anmeldet.

I had grown bored, obsessed, bothered, even–I admit it–enamored with my reflection there. And lord help me if I found myself at midnight yet again, drinking a glass a wine and scrolling through wedding photos of a friend of a friend of a friend, or, come morning, drinking a mug of coffee and vainly attempting to read and retweet one fascinating article after another.

Gmail-Konto gehackt

Gestern Vormittag habe ich über eine neue Funktion von Gmail berichtet, die verdächtige Aktivitäten meldet. Bereits am Abend erhalte ich ein merkwürdiges E-Mail einer Freundin, in dem sie mich von einem koreanischen Online-Shop (nokiaoo.info) zu überzeugen versucht. Kurze Zeit später ruft sie verzweifelt an, dass offenbar E-Mails von ihrem Konto verschickt werden, abermals ein wenig später kommt das hier ans Tageslicht.

Aktivitätsprotokoll in Gmail

Googles Antwort auf die Frage was tun, wenn das Konto missbraucht wird, ist so kurz wie schmerzlos: Passwort ändern. Gesagt getan. Sie hat das alte mehrstellige Passwort gegen ein neues Passwort mit Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen getauscht und die Passwort-Wiederherstellungsoptionen aktualisiert. (Und nein, das alte Passwort war nicht schlecht: 16-stellig, Groß-/Kleinbuchstaben und Zahlen!)

Die Sicherheit des Kontos kann man schnell wiederherstellen, die Folgen des unbefugten Eidnringens sind jedoch anders gelagert und werfen Fragen auf, die zu Verunsicherung führen:

  • An welche professionellen und beruflichen Kontakte wurden Werbe-Mails unter ihrem Namen geschickt?
  • Wie lange schon kann der Eindringling E-Mails mitlesen?
  • Hat er meine E-Mails heruntergeladen?
  • Habe ich Passwörter bei Gmail als E-Mails gespeichert?
  • Wurde nur mein E-Mail-Konto benutzt oder hat sich der Eindringling zum Beispiel auch meine Texte und Tabellen angesehen?
  • Was und wieviel weiß der Eindringling nun über mich?

Tatsächlich war innerhalb kürzester Zeit klar, dass sich der Eindringling durch ein in Gmail gespeichertes Passwort auch Zugang zum Facebook-Konto und anderen Diensten geholt hat. Und tatsächlich: Auf Facebook erschienen mehrere Lobeshymnen über den nokiaoo.info-Shop auf der Pinnwand…

Wie Facebook begann

Wie Facebook begann.

New information uncovered by Silicon Alley Insider suggests that some of the complaints against Mark Zuckerberg are valid. It also suggests that, on at least one occasion in 2004, Mark used private login data taken from Facebook’s servers to break into Facebook members’ private email accounts and read their emails—at best, a gross misuse of private information. Lastly, it suggests that Mark hacked into the competing company’s systems and changed some user information with the aim of making the site less useful.

Höhere Versicherungsprämien für Benutzer sozialer Netzwerke

Wer soziale Netzwerke benutzt, soll höhere Versicherungsprämien zahlen. Klingt einleuchtend und vernünftig.

Kriminelle werden immer besser in der Informationsbeschaffung. Sie benutzen Google Earth und Streetview, um ihre Einbrüche mit militärischer Prezision zu planen. [...] Versicherungsanbieter werden anfangen, das im Schadensfall zu überprüfen. [...] Assekuranzen [könnten] künftig einen Versicherungsfall ablehnen, weil sie glauben, dass der Versicherte seiner Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen ist.

Vorteile errechneter Suchergebnisse

In einem Artikel, der zu den Vorwürfen der Manipulation von Suchergebnissen bei Google Stellung nimmt, erklärt Amit Singhal, warum man bei Google auf durch Algorithmen errechnete Suchergebnisse setzt und nicht, wie zB Facebook das plant, auf durch User ausgewählte.

The web is built by people. You are the ones creating pages and linking to pages. We are utilizing all this human contribution through our algorithms to order and rank our results. We think that’s a much better solution than a hand-arranged one. Other search engines approach this differently – selecting some results one at a time, manually curating what you see on the page. We believe that approach which relies heavily on an individual’s tastes and preferences just doesn’t produce the quality and relevant ranking that our algorithms do. And given the hundreds of millions of queries we have to handle every day, it wouldn’t be feasible to handle each by hand anyway.

Importierte E-Mail-Adressen aus Facebook entfernen

Wer es tatsächlich gewagt hat, seine gesammelten E-Mail-Adressen bei Facebook hochzuladen, um damit Freunde (schneller) zu finden, der kann diese Daten nun endlich auch wieder entfernen!

Facebook verwendet die E-Mail-Adressen, die du mithilfe des Freundefinders hochlädst, um dir dabei zu helfen mit deinen Freunden in Verbindung zu treten. Zudem verwendet Facebook diese Informationen, um dir und deinen Kontakten auf Facebook Nutzer und Seiten vorzuschlagen.

Facebook weiß auch einiges über Nicht-Mitglieder

Facebook hat Kontakte, Mail-Adressen und Fotos von Menschen, die gar keine Mitglieder bei Facebook sind und nützt dabei eine Lücke zwischen Gesetz und Freundschaft aus.

Betroffene können sich [vor der Analyse von Kontaktdaten anderer Mitglieder] kaum wehren. Zwar erhält Facebook dabei eine E-Mail-Adresse von einem Nicht-Mitglied und generiert Informationen über dessen Kontakte, ohne dass diese Person um Erlaubnis gefragt oder darüber informiert wurde. Was klar dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung widerspricht. Aber um das zu verhindern, müsste die Funktion “Kontakte suchen” generell verboten werden. Oder man müsste gerichtlich gegen Freunde vorgehen, die eine E-Mail-Adresse unerlaubt weitergegeben haben.

Facebook die neue Gefahr für Google?

Link: Facebook die neue Gefahr für Google?

Facebook könnte eine Gefahr für Google werden, wenn es um die Anzahl der Besucher geht, die die beiden Riesen an Zeitungen und Magazine weiterleiten.

With recent data showing a large uptick in ‘Facebook as home page’, [Google] may well indeed need to remind emerging generation who/what it is. In that case, the [Superbowl] ad makes some business sense. Whatever the real reason, it has nothing to do with ‘sharing video more widely’. If FB dev’ed an integrated web-wide search engine, think about how much traffic would evaporate [from Google] overnite. That’s nightmare stuff.

Ist Facebook eine Herausforderung für Google?

Facebook könnte eine Herausforderung für Google werden, wenn es um die Anzahl der Besucher geht, die die beiden Riesen an Zeitungen und Magazine weiterleiten.

With recent data showing a large uptick in ‘Facebook as home page’, [Google] may well indeed need to remind emerging generation who/what it is. In that case, the [Superbowl] ad makes some business sense. Whatever the real reason, it has nothing to do with ‘sharing video more widely’. If FB dev’ed an integrated web-wide search engine, think about how much traffic would evaporate [from Google] overnite. That’s nightmare stuff.

Die Privatsphäre der Anderen

In “Other people’s privacy” beschreibt Nicholas Carr trefflich, wieso sich Eric Schmidt, Google (“If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place”), Scott McNealy, Sun Microsystems (“You have zero privacy anyway. Get over it.”) oder Mark Zuckerberg, Facebook (“Privacy is evaporating as a social norm.”) zu dermaßen datenschutz- und privatsphärenfeindlichen Aussagen hinreissen lassen.

Reading through these wealthy, powerful people’s glib statements on privacy, one begins to suspect that what they’re really talking about is other people’s privacy, not their own. If you exist within a personal Green Zone of private jets, fenced off hideaways, and firewalls maintained by the country’s best law firms and PR agencies, it’s hardly a surprise that you’d eventually come to see privacy more as a privilege than a right. And if your company happens to make its money by mining personal data, well, that’s all the more reason to convince yourself that other people’s privacy may not be so important.

Plaudern mit einer Facebook-Mitarbeiterin

Ein weniger interessantes Plaudern mit einer Facebook-Mitarbeiterin über den Konzern, bei dem man einen guten Eindruck über den Unternehmensalltag und die Entwicklung des Konzerns bekommt. Besonders witzig fand ich das Masterpasswort “Chuck Norris”, mit dem sich Facebook-Techniker Zutritt zu jedem Account verschaffen konnten.

Die Foren des Online-Standard entbehren natürlich nicht der diesbezüglichen Chuck-Norris-Witze, besonders treffend ist Yomellamos Kommentar:

Es hat nie ein masterpasswort gegeben! Die Server haben sich einfach nur nicht getraut einem Chuck norris den zugang zu verweigern.

Soziale Netzwerke: Möglichkeit des Privaten

Die Anthropologin Danah Boyd widerlegt Marc Prenskys Konzept der “Digital Natives” und sieht in der Nutzung sozialer Netzwerke durch Jugendliche (die Wahl des sozialen Netzwerks ist eine “neue Ausdrucksformen der Klassenunterschiede der […] Jugend“) die Verwirklichung der Möglichkeit des Privaten.

Für uns als Erwachsene ist zum Beispiel unser Zuhause ein sehr privater Raum – es ist privat, weil wir diesen Raum unter Kontrolle haben. Für Kinder hingegen ist es kein privater Raum, denn sie üben hier keine Kontrolle aus. Sie können nicht darüber entscheiden, wer ihr Zimmer oder das Haus betritt. Deshalb haben sie in der Online-Welt eher das Gefühl, dass sie privat unterwegs sind, denn hier haben sie das Gefühl, Kontrolle auszuüben.

Ist Facebook eigentlich eine Sekte?

Gideon Böss stellt sich (“aus Prinzip!”) die Frage, ob Facebook nichts anderes als eine Web-Sekte ist und führt in seinem Artikel einige Argumente – darunter das Verbot menschlicher Regungen außer Zustimmung und Neutralität oder die elitäre Führungsschicht mit Visionen für eine bessere Welt – an. Besonders interessant ist aber sein Gedankenspiel, das den Harmonie-Terror auf den Einzelnen verdeutlichen soll:

Wenn Facebook sich nicht im Internet abspielen würde, sondern sich alle Beteiligten auf einem gigantischen Gelände treffen würde, hätte man es mit einem nicht auszuhaltenden gegenseitigen Anlächeln, auf die Schulter klopfen und Freunde vorstellen zu tun. Negative Gefühle wären verboten, wer weint oder schreit, müsste mit Sanktionen rechnen. Soweit darf man es nicht kommen lassen. Darum ist Wachsamkeit gegenüber Facebook gefragt. Man müsste eigentlich aussteigen aus dieser Sekte, um Schlimmeres zu verhindern. Aber das sagt sich so leicht.
Da ist was dran. Vielleicht hilft ein Ausstieg?

Bye-Bye, Facebook

Auf ausgestiegen.com kann man sich von sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, MySpace, Xing und anderen verabschieden. Und nie wieder kommen.

Früher oder später, dachte man, wäre wohl jeder Mensch auf diesem Planeten über seine Profilseite anklickbar. Und während noch Pädagogen, Psychologen und Frank Schirrmacher mit seinem Buch Payback auf allen Kanälen vor den Gefahren des digitalen Zeitalters warnen, erklären es manche bereits, in der Stille ihres Privatlebens, für beendet.

Es sind aber nicht nur einzelne, die sich von diesen Netzen verabschieden, ganz im Gegenteil, es kommt zu großen Kohortenverschiebungen:

In Großbritannien ist dieses Jahr der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an den Facebook-Nutzern insgesamt zum ersten Mal nicht mehr gestiegen, sondern leicht gesunken […]. In Amerika [sollen] trotz insgesamt weiterhin steigender Benutzerzahlen […] 20 Prozent weniger Schüler und Collegestudenten als noch im Jahr zuvor in Netzwerken tatsächlich aktiv gewesen sein. […] Für Jugendliche dürfte ein virtueller Treffpunkt spätestens dann out sein, wenn Mama und Papa einem dort mit einer Freundschaftsanfrage auflauern.

Und ein Punkt, der die Trennung bei Facebook ganz besonders schwer macht, ist lächerlich:

Klickt man bei den Kontoeinstellungen auf “Deaktivieren”, heißt es tränenschwer: “Deine 120 Freunde können dann nicht mehr mit dir in Kontakt bleiben.” Darunter erscheint eine Auswahl der Freunde mit Bild. “Thomas wird Dich vermissen”, blinkt es einen an. “Julia wird Dich vermissen”. Die Armen!

Wenn allerdings Thomas drei Zimmer weiter tagein, tagaus auf demselben Flur sitzt, könnte er auch einfach vier Schritte laufen, sollte er einen denn wirklich vermissen. Und Julia trifft man, wie vor Beginn der Netzwerk-Ära, alle zwei Jahre auf einer Party bei gemeinsamen Freunden.

Die Zitate stammen vom ZEIT ONLINE-Artikel “Soziale Netzwerke: Bye-Bye, Facebook“.

Helge erklärt #unibrennt

Helge erklärt, wie mit Hilfe von Blogs, Twitter und Facebook unter Umgehung der traditionellen Medien die Besetzung des Audimax an der Uni Wien organisiert und der Gedanke an weitere Universitäten in ganz Europa vermittelt wurde. Besonders gut gefällt mir das von Helge zitierte YouTube-Video von Max Kossatz, das darstellt, wie sich der Hashtag “#unibrennt” auf Twitter über Europa verteilt hat.

So schön auch über die Anwendung sozialer Medien für die Organisation der Unibesetzung zu lesen ist, so wenig sozial und gemeinschaftlich wird die Sache aber. Es gibt genügend Proteste gegen die Proteste und immer mehr der ehemaligen Besetzer sehen sich den Kritikpunkten, die in den Forderungen angesprochen werden, in der Organisation der Besetzung selbst ausgesetzt!

Offener Brief an die Facebook-Gemeinde von Mark Zuckerberg

…veröffentlicht Mark Zuckerberg einen offenen Brief an die Facebook-Gemeinde, in dem er eine Neuorganisation der facebookinternen (regionalen) Netzwerke ankündigt, um der Kritik bezüglich Privacy und Datenschutz gestärkt begegnen zu können.

The plan we’ve come up with is to remove regional networks completely and create a simpler model for privacy control where you can set content to be available to only your friends, friends of your friends, or everyone. We’re adding something that many of you have asked for — the ability to control who sees each individual piece of content you create or upload.

Friends, die man nicht sehen will

In “How to Silence Noisy Facebook Friends” erklärt Paul Boutin von der New York Times, wie man auf Facebook “friends” dezent los wird, ohne sie gleich aus der Freundesliste zu entfernen. Im gleichen Artikel schlägt er die technische Manifestation der Verlogenheit vor:

Facebook could make life easier by allowing us to create a list of friends we don’t want to see. For now, that feature doesn’t exist. But if the site keeps growing like weeds, I expect Facebook’s engineers will gladly add it […]

Ich kann mich immer und immer wieder über die Absurditäten im Zusammenhang mit Facebook amüsieren.

Reingelegt. Und dann wird’s ungut!

Ein Schüler stellt sich online als attraktive Schülerin dar, flirtet mit Klassenkameraden und bringt sie dazu, ihm Nacktbilder von sich zu schicken. Was aber danach geschieht, wird ihn für lange Zeit ins Gefängnis bringen.

In the beginning, when Kayla and Emily asked these boys for naked pictures, the majority of them thought little of saying yes. This exchange was within the range of what kids—lots of kids—consider normal. Online, a boy chats with a girl he’s never met. Pants go down. Pictures are sent. And a chain of unpredictable, unknowable consequences is set in motion.

Was mich immer wieder fasziniert? Erstens, wie blöd man sein kann und zweitens, wie leicht alle natürlichen Hemmschwellen online ausgehebelt werden können. Dass praktisch zeitgleich mit der Veröffentlichung dieses Artikels im Facebook-Blog ein Eintrag mit dem Titel “How to Bullyproof Yourself on Facebook” erscheint, soll nicht weiter verwundern, dass so ein Eintrag überhaupt nötig ist, sehr wohl!

Wer spamt, fliegt raus!

Wenn MacHeist mir ein Programm schenkt, wenn ich diese MacHeist-Verschenk-Aktion auf Facebook bewerbe, womit ist das dann zu vergleichen?

  1. Eine Firma schenkt mir ein Programm, wenn ich die Adressen meiner Freunde preisgebe, damit sie sie mit Werbung zumüllen kann?
  2. Eine Firma schenkt mir ein Programm, wenn ich die Briefkästen meiner Freunde mit Werbung zumülle?
  3. Eine Firma schenkt mir ein Programm, wenn ich die Briefkästen meiner Freunde mit Hilfe der Firma mit Werbung zumülle?

Sicherlich, man muss ja nicht mitmachen, aber die Tatsache, dass diese Werbeform eingesetzt wird, spricht Bände. Trotzdem sei meinen friends gesagt: Wer auch immer mir auf Facebook unerwünschte Werbung zusendet, fliegt aus der Freundesliste raus! Persönliche Empfehlungen gerne, vorgefertiger Spam keinesfalls!

Nicht ganz so anonym wie angenommen

Tracking-Firmen kennen unsere gesamte Browsing-Historie. Sie können aus ihren gesammelten Datensätzen herauslesen, welche Seiten wir wann wie oft besucht und was wir dort gemacht haben. Sie können daraus Trends ableiten, Vorhersagen treffen und sie stellen diese Daten allen Unternehmen zur Verfügung, die dafür bezahlen. Was wir nicht wissen und uns immer schon gefragt haben: Können sie diese anonymisierten Daten auch konkret Personen zuordnen? Sie können. Hier das Resultat einer Studie zum Thema:

the indirect leakage of personally identifiable information via Online Social Networks identifiers to third-party aggregation servers is happening. Online Social Networks in our study consistently demonstrate leakage of user identifier information to one or more third-parties via Request-URIs, Referer headers and cookies. In addition, two of the Online Social Networks directly leak pieces of personally identifiable information to third parties with one of the Online Social Networks leaking zip code and email information about users that may not be even publicly available within the [...] Social Network itself. We also observe that this leakage extends to external Online Social Networks applications, which not only have access to user profile information, but leak a user’s [...] Social Network identifier to other third parties. (Krishnamurthy und Willis: On the Leakage of Personally Identifiable Information Via Online Social Networks)

Diese Studie hat als personenbezogene Informationen das Profilfoto, den Wohnort, das Geschlecht, Name, Liste von Freunden und Kontakten, Aktivitäten und Statusmeldungen, Fotosammlungen, Geburtsjahr/Alter und exaktes Geburtsdatum, Grad der Ausbildung, Arbeitgeber, Postleitzahl, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Anschrift definiert; zu den untersuchten Sozialen Netzwerken zählen neben anderen auch Facebook, LinkedIn und MySpace.

Dort kritisiert man es, bei uns ist es Programm

Die New York Times berichtet über neue, still eingeführte Regulierungen in der Volksrepublik China, die Neuanmeldungen bei Onlinediensten nur noch mit dem tatsächlichen Vor- und Nachnamen sowie einem Identifikationsnachweis möglich machen. Es war wieder eine Top-Down-Aktion der chinesischen Behörden, die durch öffentliche Meinungsmache nachträglich legitimiert werden musste. Was man in China offenbar noch nicht durchschaut hat? Es geht doch viel einfacher: Wir hier im Westen verschenken unsere intimsten Daten kostenlos und freiwillig.