Wie man in Gmail seine Kontakte unaufdringlich über eine neue E-Mailadresse informiert

Eine wesentliche Überlegung nach dem Wechsel meiner E-Mailadresse war: Wie informiere ich meine Kontakte über den Wechsel ohne ein Massenmail zu senden, ohne eine Signatur mit der neuen Adresse anzuhängen und Mittel anzuwenden, die penetrant wirken? Ich habe nun folgende Lösung gefunden, von der ich meine, dass sie sowohl unaufdringlich* (weil dezent), als auch effektiv (weil dauerhaft) ist.

  • Nachdem ich alle E-Mails aus Gmail ins neue Konto (über den POP3-Abruf) importiert und über Filter sortiert habe, habe ich den POP3-Import der neuen E-Mailadresse in Google Apps für die Gmail-Adresse gestoppt.
  • Um dennoch alle E-Mails vom Gmail-Konto zu erhalten, habe ich in Gmail eine Weiterleitung für meine E-Mails an die neue Mailadresse eingerichtet. Vorteil: Die E-Mails werden sofort weitergeleitet. Beim POP3-Abruf kann es bis zu einer Stunde dauern, bis die E-Mails von einem Konto zum anderen transferiert werden!
  • Gleichzeitig habe ich in Gmail eine Abwesenheitsnotiz erstellt, die den jeweiligen Absender eines E-Mails über meine neue E-Mailadresse informiert. Um Spam und anderen Problemen vorzubeugen, wird diese Nachricht nur an Personen geschickt, deren E-Mailadresse in meiner Kontaktliste gespeichert ist. Gmail verschickt diese Nachricht nach Erhalt einer E-Mail nur 1 Mal alle 4 Tage.

Ich denke, dass das ein unaufdringliches, aber effektives System ist, all meine Kontakte über die neue Mailadresse zu informieren.

* Mir ist völlig klar, dass mein andauerndes Schreiben über den Wechsel der Mailadresse durchaus in den Bedeutungskreis des Wortes “aufdringlich” eingeht.

Die Sicherheit von E-Mails per se

Max Mansick über die Sicherheit von E-Mails per se als das eigentliche Problem.

There’s been some recent buzz about how it’s bad that Google is “reading” the email of Gmail users. Google examines email algorithmically to power its targeted advertising in Gmail. This practice would be worth worrying about only if email was otherwise secure it’s not and if it was likely to hurt users it isn’t. Ironically, switching away from Gmail could reduce, not enhance, email security.

Dennoch heißt es im letzten Absatz:

With that said, I think it’s a bad idea to use a @gmail.com address (or any other domain name you don’t own). If Google – or your email service of choice – does turn evil or shuts down, at best you have to change your email address, and at worst they own a critical part of your online identity.

Doch richtig gehandelt!

Warum ich nun eine eigene E-Mailadresse habe

Vor ein paar Tagen habe ich mir zum ersten Mal eine eigene E-Mailadresse zugelegt und meine gesamte Kommunikation, die bislang über Gmail lief, dorthin transferiert. Diese Aktion hat bei denjenigen, die bisher davon erfahren haben, Verwunderung und das Bedürfnis nach einer Rechtfertigung meinerseits ausgelöst; schließlich habe ich meine Gmail-Adresse 8 Jahre lang benutzt. Was ist das für eine Adresse? Warum der Wechsel? Hattest du nicht ohnehin eine Adresse? Was spricht gegen Gmail? Und, und, und. Hier die Begründung.

Meine erste E-Mailadresse war die meines Internet-Serviceproviders (ISP), CompuServe. Dann die meines zweiten ISPs, IBM.Net. Wenig später bin ich zu Telekabel gewechselt, wo ich abermals eine E-Mailadresse bekommen habe, die später auf Chello geändert wurde. Ich habe mir damals zusätzlich eine Hotmail- und später noch eine GMX-Adresse zugelegt, damit ich beim eventuellen nächsten Providerwechsel allen Freunden und Verwandten nicht nocheinmal eine neue Adresse mitteilen musste. Währenddessen habe ich noch eine Uni-Mailadresse bekommen, gefolgt von verschiedenen Mailadressen diverser Jobs und Praktika.

2004 habe ich mich bei Gmail angemeldet und diese Entscheidung niemals bereut. Gmail ist die bestmögliche Art und Weise, mit E-Mails umzugehen. Kein anderes System arbeitet so zuverlässig, bietet durchdachte Konversationsansichten, einen nahezu völlig fehlerfreien Spamfilter, eine unschlagbar schnelle, treffsichere und zuverlässige Suche, Labels und ein Webinterface, das alle anderen Lösungen in den Schatten stellt. Es spricht einiges für einen Service, wenn sich Personen, die einmal ein Gmail-Konto haben nie mehr nach Alternativen umsehen.

Doch auch, wer sich eine providerunabhängige Mailadresse bei einem Mailservice wie Gmail (oder Yahoo, GMX, Hotmail, Fastmail, Web.de oder anderen) zulegt, ist nicht vor Änderungen gefeit. Marco Arment hat das in einem kurzen Absatz so trefflich zusammengefasst:

You might think your @gmail.com address will be fine indefinitely, but if I used a webmail address from the best webmail provider at the time I broke away from my university address and formed my own identity, it would have ended in @hotmail.com. And that wasn’t very long ago.

Das Argument ist schlagkräftig und gilt insbesondere dann, wenn man das Gefühl von Sicherheit vermittelt bekommt, obwohl es schlichtweg nicht existiert. Gmail (und andere Anbieter) funktionieren problemlos, solange die dahinterstehenden Firmen Gewinne machen und solange ihre AGB vertretbar sind. Ändert sich das aber, und wir alle wissen, dass das sehr schnell möglich ist, dann ist die E-Mailadresse genauso weg, wie das mittlerweile mehrere Gigabytes große Mailarchiv.

An sich ist ein Konkurs oder die Änderung von AGB kein großes Problem, denn Freemail-Anbieter gibt es wie Sand am Meer, doch hat sich mittlerweile ein Aspekt in Bezug auf E-Mails geändert: Vor zehn Jahren waren E-Mails eine zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation, in manchen Firmen und Geschäftsbeziehungen lediglich “Freaks” vorbehalten. Verträge und andere, wichtige Dokumente wurden per Post zugestellt, wenn es etwas schneller gehen musste, war das Fax die einzige Alternative. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, rechtsverbindliche Dokumente einzuscannen und per Mail zu versenden, heute erhalte und versende ich praktisch all meine Rechnungen und viele andere wichtige Dokumente ausschließlich darüber; ich melde Services und Dienste online an – mit einer Bestätigung per E-Mail; ich setze Passwörter zurück, mache Onlinegeschäfte – immer ist das E-Mailkonto involviert. E-Mails haben sich – ich entschuldige mich für diese so banale Feststellung – zum primären und unabdingbaren Kommunikationsweg entwickelt. E-Mailadressen sind, ebenso wie Telefonnummern und Wohnadressen, zu einem Teil unserer Identität geworden. Und doch verlassen sich die meisten – ich bis vor kurzem nicht ausgeschlossen – darauf, dass unsere vorgeblich kostenlosen Mailkonten immerwährend verfügbar sein und einen zuverlässigen Speicher für unsere mittlerweile gewaltigen Mailarchive zur Verfügung stellen werden. Eine trügerische und fast schon gefährliche Annahme!

Das sind also die Gründe, die mich dazu bewogen haben, mir nun eine eigene E-Mailadresse zuzulegen. Die Adresse gehört mir, als Service benutze ich, nicht ohne andauernd Sicherungskopien zu erstellen, Google Apps, da ich nach wie vor keine brauchbare Alternative zu Gmail gefunden habe. Sollte Google allerdings mit seinen AGB zu weit gehen oder sollte sich in naher oder ferner Zukunft ein anderer Anbieter als zuverlässiger, benutzerfreundlicher herausstellen, kann ich mit meiner Mailadresse – ohne diese jemals wieder ändern zu müssen – einfach weiterziehen.

Think about that!

Wer besitzt seine Online-Identität?

Marco Arment über die Notwendigkeit, die eigene Online-Identität tatsächlich zu besitzen. Damit ist auch etwas gemeint, das ich so noch nicht betrachtet habe:

If you care about your online presence, you must own it. I do, and that’s why my email address has always been at my own domain, not the domain of any employer or webmail service. … You might think your @gmail.com address will be fine indefinitely, but if I used a webmail address from the best webmail provider at the time I broke away from my university address and formed my own identity, it would have ended in @hotmail.com. And that wasn’t very long ago.

Vor allem für eine eigene E-Mail-Domain plädiert auch John Jonas, dessen Gmail-Adresse Opfer eines Hackers wurde…

Importierte E-Mail-Adressen aus Facebook entfernen

Wer es tatsächlich gewagt hat, seine gesammelten E-Mail-Adressen bei Facebook hochzuladen, um damit Freunde (schneller) zu finden, der kann diese Daten nun endlich auch wieder entfernen!

Facebook verwendet die E-Mail-Adressen, die du mithilfe des Freundefinders hochlädst, um dir dabei zu helfen mit deinen Freunden in Verbindung zu treten. Zudem verwendet Facebook diese Informationen, um dir und deinen Kontakten auf Facebook Nutzer und Seiten vorzuschlagen.

Thunderbird 3

Thunderbird 3. Tabs (statt Fenstern), eine rundum erneuerte Suche, eine fast vollautomatische Konfiguration aller E-Mail-Konten, endlich eine Archiv-Funktion (!), gruppierte Ordner, eine Dodelfunktion für Leute wie mich, die zwar über einen Anhang sprechen, ihn aber dann vergessen anzuhängen, und wie immer top Spam-/Phishing-Schutz und automatische Updates.

Langsam, sehr langsam wird’s ja was.

E-Mailadressen interpretieren

Heute wurde ich doch tatsächlich mit der Aufgabe betraut, E-Mailadressen zu interpretieren. Anfangs war mir das ein wenig suspekt, doch erst mit der Zeit wurde mir klar, wie interessant sowas sein kann, wenn man einmal mit Pseudonymen oder gar komplett falschen Identitäten konfrontiert wird! Was sagt so ein Benutzername, so eine E-Mailadresse über den Menschen aus, der sie verwendet? Was macht eine Person aus, die sich “husarahot” oder “richterdi” nennt oder was steckt hinter einem “Scotty”, der eigentlich gar kein Scotty ist? Wodurch unterscheiden sich GMX-User von Gmail-Jüngern oder von Menschen mit Provideradressen? Hotmail? Wer verwendet das noch? Was sind das für Leute, die sich “magdalena2000″ nennen und wie denken sie über die Dinge? Worin findet sich die Individualität eines “wooolf”, dessen Vokaltrias der eines “saschaaa” oder eines “michaeeel” ähnelt? Warum nennt sich einer “archaeologist” und warum gibt einer nur den ersten Buchstaben seines Vornamens in die E-Mailadresse und andere schreiben ihren Namen sogar mit akademischen Graden auf? Was spiegelt sich wider im Benutzernamen “karin_in_shanghai” und muss ich bei “leichenlager666″ nicht eigentlich gleich die Polizei rufen? “Hubsimail” oder “www.piano.at” als Teil vor dem Klammeraffen sind sowieso kriminell. “Valdemossa” oder “Friiedriich” hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack, “zetsuai” einen fischigen. Es ist nicht uninteressant (ganz im Gegenteil, manchmal sogar äußerst unterhaltsam), wenn man das Adressbuch öffnet und sich ansieht, was da so alles drin steht!

Wie man E-Mails schreibt

Es ist erstaunlich, wie viel man beim Schreiben von E-Mails falsch machen kann. Kulturelle Befindlichkeiten, Prestige und alte Gewohnheiten führen zu Problemen an unerwarteter Stelle, weshalb ich mir zum Ziel gesetzt habe, missionarisch gegen diese Eigenheiten vorzugehen, sodass ein einfaches Ziel erreicht wird: Jede E-Mail, die nach den hier vorgestellten Richtlinien geschrieben wird, soll auf jedem Computersystem in egal welchem sprachlichen Umfeld korrekt angezeigt und vom Empfänger gelesen werden können.

Ergänzungen und/oder Kritik sind immer willkommen. Die Kommentarfunktion für diesen Artikel bleibt offen, ebenso wie mein Kontaktformular.

Letzte Aktualisierung: 15.08.2011.

Konfigurieren des E-Mailprogramms

Vieles von dem, was letztlich “falsch” ist, beginnt schon bei einem schlecht oder falsch konfigurierten E-Mailprogramm. Ich kann und werde hier nicht Konfigurationsanleitungen für alle verfügbaren E-Mailprogramme vorstellen, sondern auf einige Eckpunkte hinweisen, die so oder so ähnlich in allen E-Mailprogrammen verfügbar sein sollten.

Die Screenshots in dieser Anleitung zeigen Thunderbird 5.0 auf einem Mac-System (Apple). Ich kann das Programm nur empfehlen, da es einerseits für alle gängigen Plattformen (Windows, Mac, Linux) verfügbar und andererseits standardkompatibel ist.

Die hier angeführten Einstellungen muss man nur ein einziges Mail durchführen!

Name und Signatur

Beginnen wir mit einem der größten Probleme: der Name.

Konfiguration E-Mailprogramm: Name

Es ist, besonders für Österreicher, schwer, im Feld “Ihr Name” tatsächlich nur den Namen im Format “Vorname Nachname” einzutragen. Magister-, Doktor- und Professorentitel haben hier nichts verloren. Keine Sorge, wir werden sie noch hinzufügen, nicht aber in diesem Feld. Im Feld “Ihr Name” gehört wirklich nur der Vorname und der Nachname hinein. Groß- und Kleinschreibung sind dabei von Bedeutung.

Titel oder die Formatierung des Namens im Format “Nachname, Vorname” führen durch die automatisierte Verarbeitung dieser Daten zu Problemen. Für einen Asiaten wird der Vorname “Maximilian” im Beispiel “Dr. Maximilan Mustermann” nicht als solcher erkannt. Entweder ist der Vorname dann “Dr. Maximilian” oder aber, und so habe ich es häufig erlebt, nur “Dr.” Maximilian wird dann als Namenszusatz gewertet.

Aber keine Sorge, Titel und weitere Bezeichnungen kommen zur Geltung. In der Signatur.

Um all die Titel, Namenszusätze und mehr auch dem Empfänger einer E-Mail aufzudrängen, gibt es die Signatur. Dort kann man alles hineinpacken, was einen wichtig macht. Gute E-Mailprogramme (wie Thunderbird) haben hierfür ein eigenes Eingabefeld.

Konfiguration E-Mailprogramm: Signatur

Hier kann man sich ausleben. Das geläufigste Format, in dem Signaturen geschrieben werden, sieht wie im Bild oben angezeigt aus.

Titelsammlung, Vorname Nachname, Titelsammlung
Adresse (beruflich oder privat, je nach E-Mailadresse)
Postleitzahlangabe je nach Formalvorgabe
Optional: Telefonnummer
Optional: Weitere Informationen

An einem Beispiel dargestellt:

Prof. Maximilian Mustermann, Ph.D
Mustergasse 47/2
A-1010 Wien

Das E-Mailprogramm hängt diese Informationen nun automatisiert an jede ausgehende Nachricht an und setzt – sofern standardkonform – zwei Minuszeichen davor “–”. Somit wird die Signatur in nahezu allen E-Mailprogrammen und -services auch als solche erkannt und in den besseren dezent in den Hintergrund gestellt oder mit Funktionserweiterungen ausgestattet.

Warum ist es so wichtig, die Signatur – und nicht den Namen in der Adresszeile – so zu formatieren? Hier zwei Beispiele:

Darstellung einer Signatur in Gmail

Gmail, einer der populärsten E-Mailanbieter, blendet die Signatur dezent aus und ermöglicht es dem Benutzer dadurch, sich vollständig auf den Text zu konzentrieren. Für unerfahrene Empfänger von E-Mails zeigt allein schon die Darstellung der Signatur, dass es sich hierbei um etwas handelt, das nicht zum Nachrichtentext gehört.

Darstellung einer Signatur in Apple Mail (Speichern möglich)

In Apple Mail (und in vielen anderen lokalen E-Mailprogrammen) wird eine Signatur zwar nicht ausgeblendet, sie wird jedoch mit einem Funktionsrahmen, wie im Bild oben dargestellt, angezeigt. Klickt der Empfänger der Nachricht nun auf das kleine Pfeilchen, kann er die Adressdaten direkt in sein Adressbuch übernehmen. Wäre die Signatur anders formatiert, würde das so nicht funktionieren.

Reintext und Zitatauswahl

Der nächste Schritt zu besseren E-Mails ist die Konfiguration von Reintext und Zitatauswahl. Beginnen wir mit dem Reintext.

Reintext bedeutet, dass E-Mails selbst nur aus Text bestehen und keine Formatierungsbefehle (wie fett, kursiv, etc.) enthalten. So sehr es einen auch noch so drängt, bunte Schriften, Tabellen oder Hintergründe in E-Mails zu verwenden, auf Seiten des Empfängers kann das zu Problemen führen.

Gmail und andere Serviceanbieter blenden beispielsweise Bildhintergründe automatisch aus, da diese Hintergründe häufig für Spam eingesetzt werden können. Benutzer von iPhones, Blackberrys, etc. haben automatisierte Systeme, die Hintergründe und Formatierungsbefehle filtern, um dem Empfänger durch zusätzliches Datenmaterial keine Kosten entstehen zu lassen.

Deaktivieren Sie also alle Funktionen in Ihrem E-Mailprogramm, die soetwas ermöglichen. In Thunderbird nennt sich die dementsprechende Funktion – siehe auch Bild – “Nachrichten im HTML-Format verfassen”; diese muss deaktiviert sein! (In Apple Mail muss man als “E-Mail-Format” die Option “Reiner Text” auswählen.)

Die “Pflicht” zum Reintext gilt selbstverständlich auch für die Signatur!

Konfiguration E-Mailprogramm: Reintext und Zitatauswahl

Der zweite, nicht ganz so strenge Punkt, ist die Konfiguration der Zitate.

Konfigurieren Sie Ihr E-Mailprogramm so, dass die Original-Nachricht beim Antworten automatisch zitiert wird, wobei Ihre Antwort über dem Zitat beginnen sollte und die Signatur, wenn überhaupt, unter das Zitat platziert werden soll. Ob Sie die Signatur beim Antworten bzw. beim Weiterleitung beifügen, bleibt Ihnen überlassen.

Zum Thema Zitieren kommen wir noch in einem späteren Kapitel.

Empfangsbestätigungen

Deaktivieren Sie sie. Empfangsbestätigungen sind nicht nur kein Standard, sondern auch ein Eindringen in die Privatsphäre: niemanden geht an, wann Sie ein E-Mail gelesen haben. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass iPhone, Blackberrys, etc., sofern dafür konfiguriert, auch im Ausland Empfangsbestätigungen senden, was Kosten verursachen kann.

Außerdem bedeutet der Erhalt einer Empfangsbestätigung ja gar nichts: Wenn ein E-Mail in meinem E-Mailprogramm ankommt, dann heißt das noch lange nicht, dass ich es gelesen habe. Gmail und andere Onlineservices ignorieren Empfangsbestätigungen überhaupt.

In vielen Unternehmen ist so eine Empfangsbestätigung üblich, wobei ich mich hier nach dem Sinn frage, denn relevant wird eine Nachricht ja erst, wenn sie tatsächlich beantwortet wird.

Konfiguration E-Mailprogramm: Empfangsbestätigungen

Mit diesem letzten Schritt haben wir nun alle relevanten Einstellungen in unserem E-Mailprogramm vorgenommen.

E-Mails verfassen

Da unser E-Mailprogramm nun vollständig konfiguriert ist, können wir uns daran machen, E-Mails zu schreiben. Hier gibt es ein paar Grundregeln, die es zu berücksichtigen gilt. Fürs Antworten und fürs Weiterleiten von E-Mails habe ich einen eigenen Abschnitt weiter unten.

An, CC, BCC

Ganz wichtig, weil so oft falsch angewendet: Unterscheiden Sie zwischen einem direkten Empfänger (An), dem Empfänger einer Kopie (CC) und Empfängern, die von anderen nicht gesehen werden (BCC).

  • An: Wenn Sie ein E-Mail an eine Person schicken, so setzen Sie ihre E-Mailadresse in dieses Feld ein. Das An-Feld entspricht dem Wählen einer Telefonnummer, mit der Sie Ihren Gesprächspartner erreichen.
  • CC: Wenn, zum Beispiel in einem Projekt, weitere Personen vom Inhalt der Nachricht in Kenntnis gesetzt werden sollen, dann setzen Sie deren E-Mailadressen ins CC-Feld ein. Im Telefonbeispiel wären das die Menschen, die dem Gespräch, das Sie gerade mit Ihrem Gesprächspartner führen, zuhören.
  • BCC: Dieses Feld hat zweifache Bedeutung. Vorab ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass im Gegensatz zum An- oder zum CC-Feld, die Empfänger Ihrer Nachricht nicht sehen können, wer im BCC-Feld aufgelistet ist (daher auch der Name: Blind Carbon Copy). Diese Funktion kann man nun entweder dafür nutzen, um weiteren Empfängern, über die weder die Empfänger aus dem An- oder dem CC-Feld bescheid wissen sollen, den Inhalt einer Nachricht zu übermitteln, oder man benützt das BCC-Feld, um leidige Massenmails weiterzuschicken (dazu später).

Betreffzeile

Es gibt nichts schlimmeres als Betreffzeilen, die keine Aussagekraft haben. Außer vielleicht leergelassene Betreffzeilen. Die Betreffzeile entscheidet darüber, ob jemand eine E-Mail sofort oder erst später liest. Sie ist das A und O einer jeden E-Mail und soll dem Empfänger bereits eindeutig vermitteln, worum es im E-Mail geht.

Geben Sie so viel Information wie möglich in die Betreffzeile, sehen Sie aber zu, dass sie nicht mehr als 8 bis 10 Wörter enthält.

Begrüßung und Anrede

Wie Sie jemanden in einem E-Mail begrüßen, bleibt Ihnen überlassen. Es ist sogar in Ordnung, wenn Sie eine Person gar nicht (mehr) begrüßen. Die Regeln hierzu hängen vom E-Mailverkehr ab, grundsätzlich gilt jedoch:

  • Wenn Sie jemanden zum ersten Mal anschreiben, begrüßen Sie die Person auch mit einem formellen: “Sehr geehrte Frau Prof. Maier!” Benutzen Sie also die Formel “Sehr geehrte/r”, dann – stets ausgeschrieben – entweder “Frau” oder “Herr”, gefolgt vom abgekürzten Titel (in dem Fall: “Prof.”) und dem Familiennamen.
  • Sollten Sie nicht wissen, wer ein E-Mail bekommt, so begrüßen Sie mit “Sehr geehrte Damen und Herren!”

Markdown

Lernen Sie Markdown und schreiben Sie – sofern nötig – ab sofort alle E-Mails, die Sie verschicken, in Markdown.

Inhalt

Sie schreiben ein E-Mail und keinen Brief. Insofern gibt es hier einige Freiheiten, die Sie sich herausnehmen können.
  • In E-Mails können Sie in lockererem Ton schreiben. Bleiben Sie jedoch höflich.
  • Schreiben Sie niemals in GROSSBUCHSTABEN. Das wird als Schreien gewertet. Wenn Sie etwas betonen wollen, so gibt Ihnen das vorhin erwähnte Markdown die Möglichkeit der _Betonung_ oder der **starken Betonung**. Nutzen Sie sie!
  • Beistriche und Punkt strukturieren Inhalte, also verwenden Sie sie auch!
  • Achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung ebenso, wie auf Ihre Rechtschreibung. Wer andauernd Rechtschreibfehler macht, kann noch so intelligente Texte schreiben, sie oder er wird immer ein wenig wie ein Idiot wirken.
  1. Beistriche und Punkte sind keine Zierelemente, sondern sie strukturieren Inhalte.
  2. Wer andauernd Rechtschreibfehler macht, kann noch so intelligente Texte schreiben, er wirkt immer ein wenig wie ein Idiot.
  3. Wer oft Smileys verwendet, wirkt irgendwie dämlich.
  1. Bilder als Anhänge sind okay, aber nur, wenn die Bilder komprimiert und verkleinert sind. Für alle andern Bilder als Anhang gibt es Flickr.
  2. E-Mails sind wie Postkarten: sie sind niemals privat.
  3. E-Mails eignen sich nicht für Stilmittel wie Sarkasmus, Ironie und dergleichen. Der Empfänger versteht sowas mit größter Wahrscheinlichkeit nicht.
  4. Massenmails und Tantramails, die, wenn nicht weitergeschickt, ewiges Unglück versprechen, sind pfui.
  5. Wer sich lächerlich machen will, fügt eine Signatur hinzu, die aussagt, dass nur derjenige die E-Mail lesen darf, der auch wirklich als Empfänger genannt ist.
  6. E-Mail-Anhänge, die 5 MB überschreiten, gehören anders, zum Beispiel per Dropbox, versendet!