Arier sollen deutsche Frauen schwängern

Deutsche Frauen reisen nach Kaschmir, um sich dort von Männern schwängern zu lassen, die sie für die letzten reinen Arier halten. Ihre Kinder sollen es leichter haben, da sie der Herrenrasse angehören werden.

German women travelling to Indian villages by the Line of Control in Kashmir to get impregnated by men they believe to be racially pure Aryans. These villages are inhabited by a tribe called Brokpas, who are rumoured to be the ‘last pure specimens’ of the Aryan race. Across the world, several people still regard Aryans as the ‘Master Race’—tall, blue-eyed blondes endowed with superior intelligence and values.

mitarbeiter.tumblr.com

Deutsch ist nun offiziell die zweite große Sprache, in der Tumblr verfügbar ist. Gerade eben wurde sogar ein Tumblr-Mitarbeiter-Blog gestartet, der alle Informationen in deutscher Sprache bereithält.

Ich kann es nicht oft genug betonen: Würde ich heute einen Blog starten, ich würde Tumblr als Plattform wählen.

Du oder Sie?

Die werte Leserschaft kennt ja bereits meinen “Mehr”-Bereich. Im Englischen wäre es ja kein Problem, hier das “you” zu verwenden und locker würde ich ohne Hemmungen hinschreiben “You can go up or home, dig the archives, read my colophon or view my gallery” – das auf Deutsch zu machen, ach, da hält mich irgendwas davon ab. Und so eine langweilige List mit Optionen und Auswahlmöglichkeiten geht mir sowieso auf die Nerven.

Also wie ist es besser?

Der Originaltext: Hier geht’s wieder nach oben. Interesse bekundet, wer im Archiv stöbert, das Kolophon liest oder meine Galerie besichtigt. Für Liebhaber sauberen Codes ist hier der Link zur Validierung. Natürlich kann man mich auch kontaktieren.

Die Du-Version: Hier kannst Du wieder nach oben oder zurück zur Homepage. Falls Du Interesse verspürt hast, mehr zu lesen, schau Dir doch das Archiv an, andernfalls lies mein Kolophon durch oder besichtige meine Galerie. Du liebst sauberen Code? Hier geht’s zur Validierung. Du kannst mich natürlich auch kontaktieren!

Die Sie-Version: Hier können Sie wieder zurück nach oben, hier zurück zur Homepage. Falls Sie Interesse an dieser Seite gefunden haben und mehr wollen, geht’s hier zum Archiv, hier zu meinem Kolophon oder, wenn Bilder das Ihre sind, hier zur Galerie. Sie lieben sauberen Code? Validieren.

Was mir nicht passt

Weder die Du-Version noch die Sie-Version passt mir. Mit dem Du kommt man sich sowieso immer lächerlich vor und mit dem Sie passt es ja letztlich auch nicht. Ich kann mich nicht entscheiden. Einfach so überhaupt nicht. Und ich will einfach keine faden Menüpunkte haben.

Gemeinsam oder Zusammen

Ich mache es mir hiermit zur Aufgabe, Fragen der linguistischen Feinheit, die mir im Alltag widerfahren, an die werte Leserschaft weiterzugeben. Somit hat das Bildungsmoment einen Gießkanneneffekt. Im heutigen Beispiel geht es um die korrekte Anwendung der beiden Wörter “gemeinsam” oder “zusammen”. Hier das Beispiel:

Judo ist ein Sport, den man grundsätzlich nicht alleine ausüben kann; stets braucht man einen Gegner, den man zu Boden strecken kann. Zwölf Judokämpfer, die für gewöhnlich paarweise miteinander kämpfen, lauschen in der Trainingshalle ihrem Ausbildner (dem “Meister”), der gerade eine komplizierte Fallfigur erklärt, die es ermöglicht einen Gegner nur durch eine bestimmte Art von Zubodenfallen unschädlich zu machen. Da die Verletzungsgefahr für den Gegner bei dieser Figur sehr hoch ist, muss jeder Schüler das Fallen alleine fehlerfrei beherrschen, bevor er es mit seinem jeweiligen Partner (dem sportlichen Gegner) ausprobieren kann. Damit jeder Schüler das Fallen auch korrekt durchführt, möchte der Meister es mehrmals vorzeigen, wobei die Schüler – jeder für sich allein – es zeitgleich mit ihm mitmachen sollen.

Welches Kommando muss nun der Meister geben, damit die Schüler tun, wie er möchte. A oder B?

A: Probieren wir diese Figur nun gemeinsam!
B: Probieren wir diese Figur nun alle zusammen!

Antworten mit Begründung sind in den Kommentaren willkommen und erwünscht!

Tussi-Test: nicht das, was es zu sein scheint, aber umso aktueller

Was muss ich heute in der Zeitung lesen? Direktoren, Lehrer und Eltern empören sich über den Test, den ein Volkschullehrer seinen Zöglingen vorgelegt hat. Es ist nicht das, wonach es sich anhört, nein, der Lehrer hat von seinen Schülern im Rahmen einer Wörterbuchübung Schimpfwörter nachschlagen lassen.

  • “Eine dumme Frau, die du auch essen kannst?” Richtige Lösung: “Blunzen”.
  • “Es ist ein Ausscheidungsprodukt, und du findest es auf Seite 537.” Richtige Lösung: “Scheiße”.
  • “Eine unsympathische Frau?” Richtige Lösung: “Tussi”.

So. Also damit konfrontiert der Pädagoge seine Schüler. Und alle schreien, dass man das doch nicht machen dürfe. Und Maßnahmen würden, ja müssen den Lehrer nun treffen. Und überhaupt. Und was soll das alles? In der Familie, im Freundeskreis, im Fernsehen, ja sogar in der Schule hören die Kinder davon, sie benutzen diese Wörter selbst und sind sich oftmals nichtmal sicher, was denn die Wörter genau heißen, weil diejenigen, von denen sie sie hören, es oft auch nicht wissen. Und wie man sie schreiben soll, diese so häufig verwendeten Wörter, weiß auch keiner so genau. Wenn ich außer Haus einer Horde von Volksschülern begegne, höre ich noch viel schlimmere Ausdrücke als das, was hier abgefragt wurde – und keines der Kinder, die diese Worte benützen, spricht sie richtig aus; wohl, weil es diese Wörter zwar schon oft gehört, nie aber gesehen, geschweige denn geschrieben hat!

Gäbe es nicht Autoren wie Christine Nöstlinger, die mir durch ihre Bücher Wörter außerhalb der Schriftsprache – beispielsweise das Wort “Kusch!” (das in Österreich eher wie “Gusch” ausgesprochen wird) – beigebracht hätten, ich wüsste wohl bis heute nicht, wie man es schreibt, denn irgendwann sieht man dann sowieso nicht mehr nach. Und was für mich gilt, gilt auch für meinen Freundeskreis, in dem sich auch zwei Pädagogen befinden, die beide (noch) der Meinung sind, dass man manche Dinge einfach nicht schreiben dürfe. Und es geht hier sogar weiter, denn dieses Nicht-schreiben-dürfen bezieht sich nämlich nicht nur auf bestimmte Wörter, sondern geht sogar so weit, dass manche Aussagen und Ideen nicht geschrieben werden dürfen! – Und das ist blanker Wahnsinn, denn wer in einem Staat lebt, der zwar die Autoren von Blogs dazu verpflichtet, sich mit Name und Wohnort zu deklarieren, aber ansonsten schon sowas wie freie Meinungsäußerung in seinem Gesetzeskonvolut führt, der sollte das auch von seinen Lehrpersonen noch drei Mal unterstrichen gelehrt bekommen.

Letztlich kann man das wohl so zusammenfassen, wie es der Kommentator “Ober gscheit” getan hat:

Es gibt nichts aergerliches, als wenn Jugendliche “Drottel” oder “Oasch” auf Hauswaende schmieren. Zumindest die Orthografie soll stimmen.

Und wo er Recht hat, da hat er Recht!