Twitter von Bots infiltriert?

Twitter und andere soziale Netzwerke werden von Programmen infiltriert, die sich als Menschen ausgeben, Freundschaften schließen und systematisch bestimmte Meinungen verbreiten. Können solche „social bots“ soziale Bewegungen beeinflussen?

JamesMTitus was manufactured by cyber-security specialists in New Zealand participating in a two-week social-engineering experiment organized by the Web Ecology Project. [...] The group invited three teams to program “social bots”—fake identities—that could mimic human conversation on Twitter, and then picked 500 real users on the social network, the core of whom shared a fondness for cats. The Kiwis armed JamesMTitus with a database of generic responses (“Oh, that’s very interesting, tell me more about that”) and designed it to systematically test parts of the network for what tweets generated the most responses, and then to talk to the most responsive people.

Mac OS X Routinewartung

Definitiv eine Empfehlung ist Randy Singers Website zum Thema OS X Routine-Wartung und dort ganz besonders der Abschnitt „Routine Maintenance In Under 10 Minutes!“ Ich bin durch Singers Website auf eine Fülle von Programmen gestoßen, mit denen ich die Arbeitsgeschwindigkeit meines nunmehr nicht ganz neuen Mac deutlich erhöhen konnte.

Die zwei besten Empfehlungen waren einerseits YASU, das bessere Arbeitet leistet als das unselige Cocktail, andererseits iDefrag, mit dem ich meine andauernd (und damit meine ich immer und unaufhörlich!) arbeitende Festplatte wieder auf ein Level zurückgebracht hat, wie es Mac-User gewöhnt sind: Ich höre sie nun (wieder) nicht mehr.

Für die Einstellungen von YASU gibt Singer folgende Empfehlungen:

Empfohlene Einstellungen für YASU

Der Vergleich zwischen fragmentierter Platte (vorher) und mit iDefrag defragmentierter und optimierter Platte (nachher) macht auch einiges deutlich. (Von wegen „Man muss einen Mac nicht defragmentieren!“) Führt man so eine Defragmentierung durch, sollte das jedoch über Nacht geschehen: Ich habe eine Volldefragmentierung samt Optimierung auf einer zu 80% belegten 2TB-Platte durchgeführt und den Vorgang um etwa 14:15 Uhr gestartet; um 1:10 Uhr am nächsten Tag war der Vorgang beendet und die Festplatte wieder defragmentiert. Die Ladezeit für das System wie für große Programme (zB Aperture) hat sich merklich verringert.

Stark fragmentierte Festplatte

Mit iDefrag defragmentierte Festplatte

Das wirkt jetzt ein wenig wie die neueste Ausgabe der PC-Welt, ich weiß. Aber vielleicht hilft es jemandem.

Mein Gmail-Setup

Wenn ein Google-Produktmanager sein Gmail-Setup vorstellen kann, dann kann ich das auch:

  • Der Sortierte Posteingang ist bei mir an, seitdem es ihn gibt. Ich habe mich zwar ein wenig daran gewöhnen müssen, jetzt möchte ich ihn aber nicht mehr missen.
  • Obwohl ich die Tastaturkürzel in Gmail aktiviert habe, benutze ich für fast alle Aktionen die Maus. In Google Reader hingegen benutze ich fast ausschließlich die Tastatur…
  • Sofort nach Veröffentlichung habe ich das Aktualisieren von POP-Konten (Labs) aktiviert und nie wieder deaktiviert. Wenn man mehrere Postfächer in Gmail bearbeitet, kann die Funktion sehr nützlich sein.
  • Ebenso habe ich das Senden im Hintergrund (Labs) aktiviert. Ich kann zwar kaum einen Unterschied erkennen, aber ich bilde mir ein, dass ich schneller arbeiten kann.
  • Da ich mit vielen Mails, die nach einer Beantwortung schon wieder ins Archiv gehören, zu tun habe, habe ich Senden und Archivieren (Labs) eingeschaltet und benutze es regelmäßig.
  • Auch das Automatische Fortfahren (Labs) macht Sinn, wenn man sich durch einen Haufen von E-Mails arbeitet und nicht nach jeder E-Mail-Aktion (Löschen, Archivieren, Beantworten, etc.) wieder in die Übersicht, sondern zur nächsten ungelesenen Nachricht gelangen will.

Das ist mein Setup und ich kann damit sehr gut arbeiten. Andere Vorschläge oder Hinweise? Oder anders gefragt: Gibt es eigentlich noch Gmail-Benutzer, die ohne Labs-Funktionen arbeiten?

Wireless Viewfinder Interchangeable Lens-Kamera

Die WVIL-Kamera ist ein Kamerakonzept und gleichzeitig eine Vision zukünftiger Fotografie, in der der Fotograf selbst und kontrolliert Teil des Motivs wird, das Fotografieren auf Wunsch anhand von Guides erfolgt und dem sozialen Element des Fotografierens („sharing and remembering“) verstärkt nachgegangen werden kann.

Ermöglicht wird das alles durch eine Trennung von Objektiv und Kamera sowie Bedien- und Speichereinheit, wofür auch das Kürzel WVIL steht: Wireless Viewfinder Interchangeable Lens.

iPhones und iPads speichern Positionsdaten

iPhones und iPads speichern unsere Positionsdaten über lange Zeiträume hinweg. Die Daten können ohne großen Aufwand ausgelesen werden und geben ein detailliertes Profil unserer Standorte während der letzten 12 Monaten ab.

All iPhones appear to log your location to a file called “consolidated.db.” This contains latitude-longitude coordinates along with a timestamp. The coordinates aren’t always exact, but they are pretty detailed. There can be tens of thousands of data points in this file, and it appears the collection started with iOS 4, so there’s typically around a year’s worth of information at this point.

Hinzu kommt noch, dass diese Tracking-Daten persistent sind und scheinbar an den Nutzer gekoppelt. Kommt es beispielsweise zum Austausch eines Geräts, bleiben die Daten über das iTunes-Backup erhalten und werden am neuen Gerät fortgesetzt.

The fact that [the file] is transferred across [to a new iPhone or iPad] when you migrate is evidence that the data-gathering isn’t accidental.

Nachtrag 22. April 2011

Alex Levinson korrigiert den Artikel auf O’Reilly Radar in drei wesentlichen Punkten:

  1. Apple sammelt keine Daten.
  2. Die versteckte Datei (consolidated.db) ist weder neu noch geheim.
  3. Die „Entdeckung“ der Trackaufzeichnung wurde vor Monaten bereits in einem Buch veröffentlicht.

Erfahrungsbericht nach 4 Jahren: Garmin eTrex Vista HCx

Ich habe mir vor vier Jahren das Garmin eTrex Vista HCx gekauft, da ich einerseits den Verlauf meines damaligen Aufenthalts in der Südsee aufzeichnen, andererseits meine dort gemachten Fotos mit Geotags ausstatten wollte. Da ich mich damals hauptsächlich auf Inseln befand, musste das Gerät wasserfest sein, was, zu meinem Erstaunen, damals bei nicht vielen GPS-Geräten der Fall war. Das eTrex Vista jedoch wurde explizit als wasserfest bezeichnet.

In verschiedenen Foren habe ich außerdem erfahren, dass das Gerät einen verhältnismäßig niedrigen Stromverbrauch hatte, was ebenso wichtig war, da es sich bei meinem Vorhaben meine Touren aufzuzeichnen nicht um Zeiträume von wenigen Stunden handelte, sondern um mehrere Tage, wenn nicht Wochen, in denen das Gerät leistungsbereit sein musste.

Die Anfänge: Passives Tracking

GPS-Tracking: Route meiner Reise im Südpazifik

Der Einstieg in den Umgang mit dem GPS-Gerät war ein Sprung ins kalte Wasser, da ich es nur wenige Tage vor meiner Reise in den Südpazifik gekauft und mich davor überhaupt nicht mit der Funktionsweise von GPS-Geräten befasst habe. Es gelang mir dennoch, das Gerät so zu konfigurieren, dass ich meine Route, die mehrere tausend Quadratkilometer umfasste, aufzeichnen und letztlich in Google Earth darstellen konnte.

Damals hatte ich keine Ahnung, dass das Abspeichern einer Trackaufzeichnung alle Zeit- und Höhenangaben löschen würde. Ich hatte keine Ahnung, warum ich mit dem GPS-Gerät in der Hand im Meer stehend auf 30m Seehöhe war und ich wusste auch nicht, wieso ich jedesmal bis zu 15 Minuten warten musste, wenn das Gerät meine Position zu bestimmen versuchte. All diese Probleme konnte ich jedoch in den Folgemonaten und -jahren lösen und ja, ich hätte mir viel Vorgehen nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip erspart, wenn ich das Handbuch gleich gelesen hätte. (Zu meiner Verteidigung: Es war nur als PDF online abrufbar.)

Routing, Tracks und Wandermap

Routingplanung in BaseCamp

Nach der großen Reise änderte sich meine Art der Benutzung des Geräts. Ich verwendete es nicht mehr passiv als Tracking-Device, sondern aktiv als Routenbestimmungs- und Navigationsgerät. Das war zwar erst durch den Erwerb einer detaillierten Karte möglich, doch erschloss sich mir damit eine neue Welt der Navigation. Routing, also das automatisierte Verbinden zweier Wegpunkte unter Berücksichtigung von Straßen und Wegen, war eine große Erleichterung. Korrekte Höhenangaben und ein wesentlich detaillierteres Bild der Umgebung gehörten ebenso dazu.

Ich habe meine Routen bei Wandermap hochgeladen und mir von dort auch Touren auf das Gerät geladen. Ebenso begann ich, eigene Routen mithilfe von Garmin BaseCamp zu setzen, was nicht nur weitaus mehr Spaß machte, sondern Fehler und Ungenauigkeiten insofern ausmerzte, als ich sie alle zu Fuß abarbeiten musste. Die nächste Tour habe ich dann umso genauer geplant.

Die Lösung der Frage nach Seehöhe Null

Planet Erde: Ein Geoid

Was mich irritierte und womit ich bei jedem Urlaub, der ans Meer führte, wieder und wieder konfrontiert wurde, war die Anzeige der Seehöhe. War ich in einem Gebiet unterwegs, das von der detaillierten Österreichkarte abgedeckt war, so konnte ich mich auf die Höhenangaben verlassen, warum jedoch war ich immer zwischen 30m und 170m über oder unter dem Meeresspiegel, wenn ich mich an einem Strand befand?

Nein, mein Gerät war nicht falsch konfiguriert und nein, es waren weder Ebbe noch Flut noch die verschiedenen Bezugssysteme der Kartenmessung an den Abweichungen schuld. Obwohl es Unterschiede in den Höhenangaben aufgrund der unterschiedlichen Nullpunkte gibt – österreichische Karten gehen vom mittleren Pegelstand der Adria am Molo Sartorio von Triest aus – liegen die Abweichungswerte keinesfalls bei 30-170m, sondern nur bei einigen wenigen Zentimetern.

Des Rätsels Lösung ist unsere falsche Vorstellung von der Form und der Gravitation der Erde. Sie ist weder Kugel noch Ellipsoid und die Gravitation ist nicht an allen Stellen gleich; die Erde ist ein Geoid mit unterschiedlich starkem Gravitationsfeld und sieht aus wie eine Kartoffel (siehe Bild oben). Die Abweichungen der GPS-Höhenangaben kann man daraus ableiten, dass die Koordination von einem als Kugel konzipierten Erdmodell aus berechnet werden.

Mangel: Verarbeitung der Ummantelung

Schlechte Verarbeitungsqualität Garmin eTrex Vista HCx

Bei all dem Lob über das Gerät und die mit seiner Anwendung verbundene Erweiterung des Wissens gibt es doch einen Mangel, der hier genannt werden muss: die Verarbeitung der Plastikummantelung.

Die Vorder- und Rückseite des Geräts besteht aus Hartplastik, das auf den Seiten von einem Plastikmantel umgeben ist. Diese Plastikummantelung ist an die beiden Hartplastikteile geklebt und löst sich bei direkter Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit davon ab. Das sollte bei einem Gerät, das explizit für den Outdoorbereich konzipiert wurde, nicht passieren.

Sichtbar wurde dieser Mangel bereits nach meiner oben erwähnten Reise im Südpazifik, also nur wenige Wochen nach dem Kauf. Abzulösen begann sich das Gummiband mehr und mehr als ich das GPS-Gerät auf immer höhere Berge mitnahm und es dadurch auch immer intensiverer Sonneneinstrahlung ausgesetzt war. Während meines letzten Urlaubs am Meer hatte ich bereits Sorgen ob der Wasserfestigkeit des Geräts, schließlich zeichnete ich damit hauptsächlich Bootstouren und Routen, die ich mit dem Kayak fuhr, auf. Beides ist mit zumindest Spritzwasser verbunden. Außerdem sammelte sich Schmutz, vor allem Sand, in dem von Klebstoff verschmierten Bereich zwischen Hartplastikhülle und Ummantelung.

Resümee

Das Garmin eTrex Vista HCx hat sich vier Jahre lang funktional hervorragend bewährt und mir zu Land und zu Wasser gute Ergebnisse geliefert. Nach vier Jahren intensiver Benutzung wartet das Gerät lediglich mit einem einzigen Mangel auf: Die seitliche Ummantelung des Geräts löst sich von seiner Hartplastikhülle an manchen Stellen ab; aufgrund dessen benutze ich es so, als ob es nicht wasserfest wäre.

Das Gerät ist handlich und hat keine hervorstehenden Teile. Die Empfangsstärke des Geräts ist stark genug, um es während einer Bewegung in der Tasche oder im Rucksack aufzubewahren. In Kombination mit einer MicroSD-Karte kann es mehrere Wochen lang Tracks aufzeichnen, sofern man das Häkchen hierfür richtig setzt, wodurch es sich gut für Geotagging eignet.

Warum aber schreibe ich jetzt, vier Jahre später, einen Erfahrungsbericht? Zu meinem Erstaunen wird das eTrex Vista HCx noch immer zum Verkauf angeboten und von einigen auf verschiedene Bereiche spezialisierten Shops (Mountainbiking, Trekking, etc.) als eines der Top-Modelle geführt. Der Bewertung dieser Shops kann ich zustimmen. Bis auf den Mangel mit der Verarbeitung der Ummantelung ist das Garmin eTrex Vista HCx ein auch heute noch sehr gutes Gerät, das die Investition durch seine Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten bei einem dazu verhältnismäßig niedrigen Preis rechtfertigt.

Das Passwort „this is fun“ ist sicherer als „J4fS<2“

Passwörter, die nur aus Zahlen bestehen, werden selbst vom langsamsten Computer in etwas mehr als einem Tag erraten. Um jedoch Passwörter, die sich aus Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Zahlen und häufigen Symbolen zusammensetzen, zu erraten, braucht selbst ein ganzes Rechnernetzwerk mindestens zweieinhalb Monate.

Das Bewusstsein um diese Werte hat womöglich bei einigen dazu geführt, dass wir Passwörter wie „J4fS<2“ gemeinhin als sicher eingestuft und vielleicht das früher übliche „123“ als Passwort endlich aufgegeben haben.

Nun habe ich bei Thomas Baekdal eine FAQ-Liste zum Thema „Usability of Passwords“ entdeckt, die nicht nur erklärt, wo die Schwachstellen bei uns Usern liegen, sondern auch, wie Serveradministratoren und Programmierer uns mit Restriktionen zu unsicheren Passwörtern regelrecht zwingen. Ebenso klärt der Artikel auf, wie Passwortattacken durchgeführt werden und mit welchen Mitteln selbst hochverschlüsselte Passwörter erraten werden können.

Alle, die mit Passwörtern arbeiten, sollten sich Baekdals Artikel durchlesen, um die grundlegenden Ablaufschemata hinter Logins zu verstehen und letztlich festzustellen, wie wenig auch die restriktivsten Sicherheitsvorgaben diverser IT-Abteilungen eigentlich bringen.

Darüber hinaus, und das ist der wesentlichste Punkt dieser Liste, gibt Baekdal Tipps für sichere Passwörter und erklärt dabei die Logik und die falsche Logik bisheriger Tabellen zur Passwortsicherheit. Nach Lektüre dieses Artikels stellt man schon mal die oben verlinkte Tabelle durch das nunmehr neue Wissen in Frage…

Thomas Baekdals Artikel mündet in der Beantwortung der Frage, ob ein Passwort wie „this is fun“ sicherer sein kann als „J4fS<2“, wo uns doch jahrelang genau das Gegenteil vermittelt wurde. Eines vorweg: Ja!

Jedem Medium sein Interface

Jedem Medium seine Logik, sein Interface und sein Design. Ben Brooks kritisiert Apples Entscheidung, das neue Interface von iCal der papiernen Vorlage noch näher zu bringen und somit weniger auf die Möglichkeiten des Mediums Computer, iPhone bzw. iPad einzugehen. Er sieht darin einen konzeptionellen Fehler, denn gerade diese Medien könnten Kalenderübersichten ganz anders darstellen, als es Papierkalender jemals können.

Brooks hat in einem Artikel von letztem September schon einen Vorschlag gemacht, wie ein auf elektronischen Medien besser nutzbares Kalendersystem gestaltet sein könnte. Zusammengefasst: Anstatt einer Liste von 5-7 Spalten, in der die Wochentage und die dort angelegten Termine angezeigt werden, schlägt er eine Kalenderansicht vor, die aus nur 5 Spalten besteht, wobei die erste – Überschrift: Heute – breiter ist als die anderen und die Termine genauer darstellt als die restlichen vier. Letztere sind wiederum aufgeteilt in “Morgen”, gefolgt von den nächsten zwei Wochentagen und einer Spalte, in der die Termine in der nächsten Zukunft angezeigt werden.

All diesen Überlegungen liegt ein Verständnis des Mediums Computer zugrunde, das Apple mit seinem neuen Kalenderdesign nicht einbringt. Ich stimme ihm also zu, wenn er zum Schluss kommt, dass das neue iCal-Interface schlichtweg nicht zweckmäßig ist.

Facebooks Open Compute Project

Facebook veröffentlicht nicht nur die Hardwarekonfiguration seiner Server, sondern die gesamte Architektur der Rechenzentren dahinter und nennt diese Initiative “Open Compute Project”. Die Idee dahinter entspringt der Notwendigkeit, völlig neue Ausmaße an Datenmengen kostengünstig (und energiesparend) bewältigen zu können.

Das Video des Projekts wirkt ein wenig wie eine gezielte PR-Aktion zur Imagepolitur, die tatsächlich durch verschiedene Optimierungen erzielten Resultate sprechen allerdings für sich. Facebooks Ingenieuren ist es gelungen, den Energieverbrauch des Rechenzentrums in Oregon um 38% und die Kosten für den Betrieb um 24% zu senken. Es wird als Modell für zukünftige Rechenzentren gelten.

Radlager reloaded

Besser können Nachrichten gar nicht sein: Das Radlager ist wieder einmal zurück und eröffnet am 15. April in der Westbahnstraße 16.

hallo liebe freunde – radlager is back – wir eröffnen am 15. april in der westbahnstrasse 16 unsren neuen laden + radwerkstätte für alle räder – die faema freut sich auf regen zu- und durchlauf – caffé passalacqua auch wieder gemahlen und ganze bohnen im verkauf – dazu kommen sehr bald feine tartes von bert houbrechts, seines zeichens belgischer konditormeister – wir freuen uns schon sehr!

Kajakfahrt um Ko Ngam

Diese Galerie enthält 15 Fotos.

Im Südosten Koh Changs, nicht unweit von Long Beach, befinden sich mehrere der Hauptinsel vorgelagerte kleine Inseln; eine davon ist Ko Ngam. Wir haben die kleine Insel von Koh Chang aus mit dem Kajak umrundet. Diese kurze Tour rund um die Insel war für mich einer der Höhepunkte unseres Besuchs auf Koh Chang. Nichts unterbrach [...]

Ein neues Hotel auf Long Beach

„Long Beach“ ist der eigentliche „Lonely Beach“, denn er liegt so abgelegen im Südosten von Koh Chang, dass sich nur wenige die Fahrt über eine nicht gepflasterte, in den Berg gesprengte und in den Dschungel gehauene Straße antun. Das allerdings ist ein großer Vorteil für den Strand: die touristischen Massen fehlen.

Bislang gab es auf Long Beach nur zwei Unterkünfte: Die Tree House Lodge (Holzhütten um durchgeschwitzte Matratzen mit Moskitonetz herum gebaut) und Zion’s Place – ein wenig komfortabler als die Tree House Lodge, trotzdem nur etwas besser als Camping, dafür aber mit einem tollen Restaurant (4 Matratzen um 1 Tisch; 4 Mal). Demnächst wird es hier aber noch ein “befestigtes” Hotel geben. Im Sommer habe ich die Planierung miterlebt, jetzt steht bereits ein Rohbau da!

Long Beach, demnächst war’s das mit der Ruhe! Wer noch hinkommt, bevor es endgültig damit vorbei ist, soll es genießen!

Nachtrag 11.05.2011: Meine Befürchtung hat sich bestätigt.

Tag 15: Koh Changs Hinterland

Tag 15: Koh Changs Hinterland

Koh Chang ist aus zwei Gründen besonders. Einerseits ist Koh Chang eine traumhafte Insel mit schönen Stränden, interessanten Dörfern, genügend Infrastruktur und dem richtigen Anteil an Luxus, um problemlos einige Tage dort verbringen zu können. Andererseits ist Koh Chang genügend groß, um mit einem Hinterland aufwarten zu können, das einen vergessen lässt, dass man sich auf einer Insel befindet. Kilometerlange Wege in den Dschungel und von verschiedenen Pflanzen überwucherte Straßen machen es einen Riesenspaß, sich dem Zentrum der Insel zu nähern.

Tag 14: Fehlendes Teilstück der Südumfahrung auf Koh Chang

Auf Koh Chang gibt es eine verkehrstechnische Besonderheit. Die einzige Straße der Insel führt nämlich nicht rund um die Insel, sondern spart ein Teilstück im Süden aus. Will man von Ban Bang Bao (im Südwesten der Insel) nach Ban Salak Phet (im Südosten) gelangen, muss man mit dem Auto knappe 45 Kilometer über die Nordspitze der Insel fahren. Es gibt keine Südumfahrung mehr. Die wurde durch Murenabgänge und unterspülte Brücken unbefahrbar. Als es sie noch gab, war sie ein etwa 11 Kilometer langes Verbindungsstück zwischen Ban Bang bao und Ban Salak Phet. Warum die Umfahrung nicht mehr wieder errichtet wurde, bleibt ein Geheimnis.

Neues Moped (bearbeitet mit Aperture 3)

Man kann sich aber den Anfang und das Ende der Teilstrecke ansehen, wenn man mit dem Moped unterwegs ist. Das südwestliche Teilstück Nahe Ban Bang Bao ist sehr leicht zuerreichen: Man fährt an Ban Bang Bao vorbei, und biegt die nächste Möglichkeit, die als Sackgasse angeschrieben ist, nach links ab. Diese T-Kreuzung liegt genau an der Stelle, an der die zweispurige Straße zu einer einspurigen wird. Biegt man also dort nach links in den Wald hinein ab und fährt ein Stückchen weiter, so bewegt man sich auf einer nicht mehr gewarteten Straße immer tiefer in den Dschungel hinein, bis man plötzlich vor einem Fluss bzw. einem Flussbett steht und die Trümmer der hier ehemals überführenden Brücke sehen kann.

Wo auch diese Straße aufhörtDas südöstliche Teilstück ist etwas schwieriger zu finden. Fährt man in Richtung Ban Salak Phet, so kann man an einer Kreuzung einige Kilometer vor Ban Salak Phet nach rechts zum Nam Tok Khiri Phet-Wasserfall abbiegen. Diese Straße führt weiter bis Ruang Tan, einem kleinen Fischerdorf, das meist von klimatisierten Autobussen angefahren wird, da es dort ein nobles Fischrestaurant gibt. Etwa 500 Meter vor dem Dorf (bzw. etwa 750 Meter nach dem zum Dorf gehörigen Pier) gibt es auf der rechten Seite eine durch einen Schranken gesperrte Straße, die den Hügel hoch führt. Das ist der Beginn des südöstlichen Verbindungsstücks der fehlenden Südumfahrung. Wenn man dort hochfährt, begibt man sich auf eine sehr vernachlässigte Straße, die aber dennoch von Menschen befahren wird. Es gibt einige Häuser an der Straße, wie ich bald schon feststellen musste. Auch dieses Teilstück endet vor einem Fluss bzw. Flussbett mit den Trümmern der Brücke noch deutlich sichtbar. Hier allerdings gibt es für die ganz Harten in den Wintermonaten (also Hochsaison) die Möglichkeit, das Flussbett zu überqueren und die Straße auf der anderen Seite weiter zu verfolgen.

Für meinen nächsten Besuch auf Koh Chang habe ich mir vorgenommen, das fehlende Teilstück zu erkunden. Nicht mit dem Moped, sondern zu Fuß. Ich lasse mich zu einem der beiden Enden hinbringen und wandere mit eingeschaltetem GPS-Gerät die Strecke ab. Was ich jedem und jeder, die das probieren will, schon jetzt auf den Weg mitgeben kann: Ohne eine volle Packung Moskitoschutzmittel, kommt man da nicht durch! Wir haben unseren Halt auf der südöstlichen Teilstrecke so kurz gehalten, weil wir von tausenden Moskitos umschwärmt wurden. Außerdem empfiehlt es sich sehr, Freunden bescheid zu geben, da man im Süden Koh Changs keinen Handyempfang hat, niemanden zufällig antreffen wird und der zum Teil unberührte Dschungel das Atmen – besonders zu Mittag! – sehr schwer macht.

Tag 13: Koh Changs Westen

GPS-Tracks, Tag 13: Der Westen von Koh Chang

Da das Wetter für den 29. März 2011 von internationalen Wetterstationen für Koh Chang als mäßig eingestuft worden war, hat sich B. sofort in einen thailändischen Kochkurs einschreiben lassen, ich habe in der Zwischenzeit den Westen der Insel (abermals) erkundet.

Zu meinem Erstaunen hat sich einiges getan, vor allem im Südwesten der Insel, wo ein im letzten Sommer noch relativ unscheinbares Dorf mittlerweile gewaltig angewachsen ist und in seinem Umkreis mit mehreren Hotels, ausgebauten oder sich gerade im Ausbau befindlichen Straßen und Geschäften aufwarten kann. Dass so eine Erweiterung von Ban Bang Bao innerhalb so kurzer Zeit überhaupt möglich war, verwunderte mich.

Tag 11 und 12: Ao Nang – Bangkok – Koh Chang

GPS-Tracks, Tag 11 und 12: Ao Nang - Bangkok - Koh Chang

Der Wecker läutete um 5:00 Uhr morgens. Wir mussten mit dem Taxi, das uns nach Surat Thani bringen würde, pünktlich wegfahren, da wir sonst den letzten Bus nach Bangkok versäumen würden. Es war noch finster, als wir in den Wagen stiegen.

Nach etwa zwei Stunden hatten wir Surat Thani endlich erreicht, doch anstelle regen Treibens einer lebendigen Hafenstadt erlebten wir geordnetes Chaos: Mehrere Flüsse waren über die Ufer getreten und die Stadt stand unter Wasser. Die Gerüchte, von denen wir schon auf Ko Lanta gehört hatten, schienen also zu stimmen: Der Südwesten Thailands wird von starken Regenfällen wortwörtlich überschwemmt.

Der Bus fuhr pünktlich ab und ein paar französische Touristen, die ebenfalls nach Bangkok flohen bestätigten uns unsere Vermutungen in Bezug auf die Regenfälle abermals. Zehn Stunden später (!) kamen wir in Bangkok an und kauften die billigsten Tickets nach Koh Chang, dem einzigen Ort, der – laut Wetterbericht – einigermaßen schönes Wetter haben sollte.

Am nächsten Morgen ging es abermals zehn Stunden lang mit dem Bus nach Koh Chang mit der üblichen Pause kurz vor Ende der Strecke. In Koh Chang endlich im Hotel angekommen, beendeten wir die Reise rund um den Golf von Thailand mit einem belohnenden Abendessen im „Blue Lagoon“. Die Fahrten waren die Hölle gewesen, 1.234 Kilometer in zwei Tagen in Thailand. Doch jetzt: Endlich da!

Wie kommt man von Bangkok nach Koh Chang?

Es gibt drei Möglichkeiten, um von Bangkok nach Koh Chang zu kommen. Entweder man fliegt, nimmt den öffentlichen Bus oder man bucht gleich ein Package von Hotel zu Hotel mit einem privaten Transportunternehmen. Wie fast immer in Thailand ist die bequemste Möglichkeit auch die kostengünstigste.

Flug

Wer fliegen will, muss das mit Bangkok Airways tun, denn Trat, die Koh Chang näheste Stadt, wird nur von dieser einen Fluglinie angeflogen, da ihr der Flughafen gehört. Die Flüge sind verhältnismäßig teuer (>10.000 THB) und selten, dafür ist die Reise verhältnismäßig kurz (<6 Stunden) Die Reiseroute:

  • Taxi vom Hotel in Bangkok zum Flughafen.
  • Flug von Bangkok nach Trat.
  • Taxi vom Flughafen Trat zur Fährstation in Laem Ngop.
  • Fähre nach Koh Chang.
  • Inseltaxi zum Hotel auf Koh Chang.

Die Gesamtkosten für diese Strecke belaufen sich auf etwas mehr als 10.500 THB, der Flug dauert eine knappe Stunde, ebenso jede Taxistrecke und die Fahrt mit der Fähre.

Öffentlicher Bus

Ähnlich wie mit dem Flugzeug ist die Anreise mit dem öffentlichen Bus, da man auch hier zunächst zu den Anschlussstellen kommen muss und nicht unmittelbar in Koh Chang ankommt. Was man an Zeit mit dem Flug einspart, verliert man mit dem Bus, weshalb ich diese Variante nur empfehlen kann, wenn man einen Tag in Trat verbringen möchte (Wozu?).

Die Reiseroute ist der der Flugvariante nicht unähnlich:

  • Taxi vom Hotel in Bangkok zum nördlichen (oder südlichen) Busbahnhof.
  • Öffentlicher Bus zum Busbahnhof (Nähe Flughafen) in Trat.
  • Taxi vom Busbahnhof in Trat zur Anlegestelle der Fähre in Laem Ngop.
  • Fähre nach Koh Chang.
  • Inseltaxi zum gewünschten Hotel auf Koh Chang.

Die Kosten für die Taxis liegen bei 200-500 THB, je nach Lage des Hotels, die Fähre kommt auf knappe 100 THB und der öffentliche Bus auf 250 bis 350 THB. Die Reisezeit beträgt etwa 10-12 Stunden.

Package: Mini-Van oder Privatbus

Am meisten bin ich mit den von verschiedenen Reisebüros angebotenen Mini-Van- oder Privatbustouren zufrieden. Ich persönlich bevorzuge immer die superbillige Variante mit dem Privatbus, da ich die Intimität der Mini-Vans nicht mag. Außerdem haben die Privatbusse den Bonus, von der Qualität eines Ausstellungsstücks zu sein und die Haltbarkeit (meist) deutscher Technik über die Jahre unter Beweis zu stellen; wo, wenn nicht hier, kann man seinen Transfer in einem alten Autobus von Mercedes durchführen, der nach vielen Jahren in Europa seinen Weg durch Weiterverkäufe bis nach Thailand gemacht hat?

Bequem ist es trotzdem, wie die Reiseroute verdeutlicht:

  • Vom Hotel steigt man in den Mini-Van oder den Privatbusdirekt ein.
  • Variante Mini-Van: Beim gewählten Hotel auf Koh Chang steigt man wieder aus dem Fahrzeug aus.
  • Variante Privatbus: Man steigt vor der Fähre in Mini-Vans um, die einen dann zu den Hotels auf Koh Chang bringen.

Die Kosten für diese Variante schwanken ein wenig mit dem Grad an Komfort, den man haben will. Für die Variante Privatbus bezahlt man etwa 250 THB, für den Mini-Van ab 400 THB aufwärts. Zu bedenken ist bei beiden Varianten, dass die Gebühr für die Fähre bereits inkludiert ist und keine weiteren Kosten (zB Taxis) anfallen!

Tag 10: Von Ko Lanta nach Ao Nang

Tag 10: Von Ko Lanta nach Ao Nang

Endlich! Wir nahmen die Fähre um 12 Uhr irgendwas, um Ko Lanta endlich verlassen zu können. Als die Insel allmählich am Horizont verschwand, begann es am Meer zu regnen. Die etwas mehr als 50 Kilometer, die von Ko Lanta nach Ao Nang bewältigt werden mussten, wurden zum Wetteralbtraum: Es schüttete ununterbrochen und zum Festland hin umzogen dichte Nebelwolken die Hügel, die die Schönheit Ao Nangs ausmachten. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Ort an einem klaren Sommertag den Reizen der Calanques de Sugiton in der Nähe Marseilles nicht unähnlich sein wird. Doch leider: Wir sahen Ao Nang inmitten dichter Nebelwolken und starkem Regen.

Eine weitere Überraschung war das am Vortag in Ko Lanta günstig gebuchte Hotel. Als wir an der Adresse ankamen (das Fährunternehmen führt uns zum Glück mit dem Bus vor die Haustüre), standen wir vor einem Nagel-, Haarpflege- und Massagesalon. Vor dem Salon saß ein Mann, der sich später als der Betreiber des Hotels herausstellen sollte, im Salon seine Frau, die die eigentliche Arbeit verrichten sollte. Als wir mit dem Voucher aus Ko Lanta nach unserem Zimmer verlangten, packte der Mann die Frau am Arm, zog sie gewaltsam in die Geschäftsräume weiter hinten und brüllte sie an. Aus den Fragen, die man mir vorher, zum Teil währenddessen und nachher stellte, konnte ich mir zusammenreimen, dass wir den günstigen Preis nur deshalb bekommen haben, weil die Frau am Telefon einen Fehler gemacht und uns das Zimmer zu einem Schleuderpreis zur Verfügung gestellt hatte. Letzten Endes bekamen wir das Zimmer und hofften abermals darauf, es bald wieder verlassen zu können.

Es schüttete den ganzen verbleibenden Tag, weshalb wir nur noch darüber berieten, wie lange wir in Ao Nang bleiben würden. Dramatischer wurde die Sache als wir erfahren mussten, dass alle Busse, Züge und sonstigen Verbindungen nach Bangkok ausgebucht waren. Das in den Südwesten von Thailand ziehende Unwetter vertrieb die Touristen in Scharen und es war praktisch unmöglich, gleich morgen einen Platz auf einem der nach Bangkok pendelnden Busse zu erhalten.

Zum Glück war die Dame an der Touristeninformation gewieft und konnte uns eine verhältnismäßig horrend teure Reise nach Bangkok zusammenstellen. Wir mussten mit einem privaten Taxi etwa 200 Kilometer in den Norden nach Surat Thani fahren (sehr teuer), wo es noch einen öffentlichen Bus nach Bangkok gab, in dem noch zwei Plätze frei waren (sehr billig). Nach längerem Zögern ob des horrenden Taxipreises willigten wir aber letztlich ein, da die nächsten freien Plätze nach Bangkok erst in ein paar Tagen verfügbar gewesen wären – und das hätte den ohnehin kurzen Urlaub sehr eingeschränkt.

An diesem Tag fühlte ich mich nicht wohl. Der gesamte Urlaubsplan war im Regenwasser versunken und ich würde Ko Tao, Ko Phangan und Ko Samui abermals nicht sehen. Der Wetterbericht sah für ganz Thailand schlecht aus. In Bangkok würden die Hotels ausgebucht sein – darauf wies uns auch die Dame an der Touristeninformation hin – und es könnte unter Umständen schwierig werden, einen Platz zu finden. Die Gerüchte um eine Evakuierung von Ko Tao, Ko Phangan und Ko Samui wurden immer lauter. In Ao Nang gab es außer ein paar spießiger westlicher Lokale nichts. Ich aß ein Doppel Big Mac-Menü bei McDonald’s. Schlimmer konnte es nicht mehr werden.

Tag 9: Rundfahrt auf Ko Lanta

Sitzgruppe am Südstrand Ko Lantas

Gerade angekommen und nicht wirklich zufrieden mit dem, was Ko Lanta bot, machten wir uns heute umgehend auf, die Insel mit dem Moped zu umrunden. Dabei sollten wir nicht nur nach Ban San Ga U kommen und dort (schon wieder!) einen herrlichen Fruchtshake trinken, sondern auch in den touristischen Norden und den verlassenen Südwesten.

Nach einem Frühstück im Café gegenüber den Drunken Sailors, fuhren wir weiter in den Süden. Die gepflasterte Straße hört recht bald schon auf und man bewegt sich auf einem nur noch aus plattgedrückter Erde bestehendem Weg weiter. Vorteil: Nicht so viele Menschen. Nachteil: Der Hintern tut am Moped weh, weil die Schlaglöcher praktisch nicht zu vermeiden sind.

Der Weg führt in den leicht hügeligen Süden von Ko Lanta, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass hinter jeder Kurve eine neue Bucht mit einem schönen Strand zu sehen ist. Eine haben wir uns näher angesehen, die anderen nur noch im Vorbeifahren betrachtet. Der größte Vorteil von Ko Lanta ist auch ihr größter Nachteil: Es gibt so viele schöne Strände, dass man sie alle nur noch ignoriert und sich nach anderen visuellen Reizen (wie zum Beispiel im Hinterland) umsieht.

An einem der südlichen Strände machten wir eine Pause. Von dort ging es nicht mehr gemütlich, sondern nur noch über eine verhältnismäßig steile Straße ins Naturschutzgebiet – Plagen, die wir uns nicht antun wollten. Wie es der Zufall so wollte, gab es an genau diesem Strand ein paar Elefanten, die gefüttert werden wollten. Und schon vergingen die Stunden!

Im Norden der Insel verbrachten wir nur sehr wenig Zeit, da er so dermaßen touristisch war. Wir buchten lediglich den Transfer vom Hotel zum Hafen, die Fähre von Ko Lanta nach Ao Nang und ein Hotel in Ao Nang (um einen erstaunlich günstigen Preis). Ko Lanta gefiel uns beiden nicht und wir wollten die Insel so schnell als möglich verlassen, um nicht noch einen Tag hier verbringen zu müssen.

Den Plan, Ko Tao, Ko Samui und Ko Phangan zu besuchen, hatten wir mittlerweile schon aufgegeben, da die Wetterberichte hierfür immer schlechter wurden und wir Gerüchte hörten, dass sehr viele Touristen bereits – einer Panik gleich – die drei Inseln verließen.

Ich freute mich schon auf die Abfahrt morgen.

Tag 8: Ankunft auf Ko Lanta

Frauen in Ban San Ga U auf Ko Lanta

Wir verließen unser Hotel gleich in der Früh und nahmen die Morgenfähre nach Ko Lanta. Der Gegensatz von einer Touristeninsel (Ko Phi Phi) zur anderen (Ko Lanta) konnte größer nicht sein: Während Ko Phi Phi keine Touristengruppe zugeordnet werden konnte, war Ko Lanta definitiv eine von europäischen Reiseveranstaltern in Anspruch genommene Insel. Deutsche, französische, italienische, spanische, holländische und englische Fahnen zierten die Hauptstraßen, die Speisekarten in den (ekligen) Strandlokalen waren ebenso in all diesen Sprachen verfügbar. Wo waren wir hier gelandet!?

Wir hatten bereits beim Verlassen der Fähre entschieden, dass wir es hier nicht länger als einen Tag aushalten würden, weshalb wir das günstigste Hotel bei minimalem Komfort (Klimaanlage!) nehmen würden. Das Hotel lag am Khlong Khong-Strand, einem flachen Strand, der von spitzen fußballgroßen Steinen dominiert wurde. Zum Vergessen!

Gleich nachdem wir die Rucksäcke im Hotel deponiert haben (und das Zimmer wechselten, weil die Klimaanlage nicht funktionierte), mieteten wir uns ein Moped und fuhren in den Süden. Nach nur etwa zwei Kilometern hatten wir Glück im Unglück auf dieser Insel: Mitten in einer Kurve riss der Schlauch des hinteren Reifens des Mopeds („a Potschn!“), doch nur etwa fünfzig Meter von der „Unfallstelle“ entfernt war eine auf das Wechseln von Reifen und Schläuchen spezialisierte Werkstätte. Für ein paar Baht wurde der Schlauch in etwa einer Viertelstunde repariert und vulkanisiert.

Anschließend fuhren wir in den Südosten der Insel, ins Dorf Ban San Ga U, wo wir Fruchtshakes tranken und von der Dorfgemeinschaft bestaunt wurden. Merkwürdig, dass auf einer so vom Tourismus dominierten Insel Fremde doch noch für Aufsehen sorgen können…

Tag 7: Überlegungen zum Wetter

iPhone Screenshot: Schlechtes Wetter in Ko LantaDer siebente Tag verlief ruhig. Keine Wanderungen, keine Bootsfahrten, keine Touren. Ausschlafen, gemütlich aufstehen, entspannt frühstücken, E-Mails abrufen und schreiben, Espresso, ein paar Fotos, dann wieder schlafen. Morgen würden wir nach Ko Lanta fahren.

Eine Sache jedoch bereitete uns jedoch ein wenig Kopfzerbrechen. Das Wetter für die nächsten Tage und Wochen (!) wurde als schlecht angekündigt. Regenfälle, Gewitter, Abkühlung, so zeigte sich der gesamte Südwesten Thailands. Doch auch das Wetter auf den verhältnismäßig nördlich gelegenen Inseln – Ko Samui, Ko Phangan, Ko Tao – schien nicht wirklich vorteilhaft zu sein. Da Ko Tao eines unserer Ziele war, begannen wir zu überlegen, wohin wir reisen sollten, um der riesigen Wolkenfront, die über Thailand abregnete, zu entgehen.

Auf Ko Phi Phi war es mittlerweile so, dass man mit Regenschauern unter Tags und in der Nacht fix rechnen konnte. Da wir aber alles gesehen hatten und uns nun weiterbewegen wollten, machten wir uns fertig, um am nächsten Tag die Fähre gleich in der Früh nach Ko Lanta besteigen zu können.

Heute jedoch, schlenderten wir noch einmal durch Tonsai, tranken Kaffee, besuchten die südlichen Strände der Insel und gönnten uns ein gutes Abendessen. In der Nacht regnete es stundenlang.

Tag 6: Wanderung in den Norden Ko Phi Phis

Tracks Tag 5: Mit dem Boot um Ko Phi Phi Don, danach zu Fuß in den Norden

Gestern haben wir Ko Phi Phi Leh besucht, heute wollten wir uns die „große Insel“ Ko Phi Phi Don näher ansehen. Schon seit ein paar Tagen fragten wir uns, ob es einen Fußweg zum nördlichsten Teil der Insel gab oder ob er ausschließlich über den Wasserweg gut erreichbar war. Das hat nicht nur zu Diskussionen mit ansässigen In- und Ausländern geführt, sondern auch zu Verwunderung und Rätselraten über die geografische Lage der Insel.

Bootsfahrt rund um Ko Phi Phi Don

Nachdem wir gefrühstückt hatten, haben wir uns ein Taxiboot gemietet, das uns rund um Ko Phi Phi Don führen sollte. Wie schon gestern, sind wir in der Nähe des Piers ins Boot gestiegen. Der Kapitän begann seine Route in südöstlicher Richtung. An Hat Hin Khom und Laem Hin über Hat Yao und Laem Phaw vorbei bewegten wir uns über den Lo Mu Di-Strand in Richtung Norden. Wir konnten etliche Orte sehen, über die man in Tonsai hören konnte, die aber noch niemand tatsächlich gesehen hat: Das kleine Stranddorf auf Hat Rantee und ein zweites, das sich scheinbar auf Hat Phak Nam um eine Villa entwickelt hat. Der erste „Oh-Moment“ war, als wir das Ressort auf Ao Lo Bakao, in etwa auf halber Strecke in Richtung Norden, sehen konnten. Noch staunten wir, schon bald würden wir die dortige Todesfalle kennenlernen.

Das Boot fuhr weiter Richtung Norden, an Hat Laem Thong entlang, einem riesigen Strand, der von lediglich zwei verhältnismäßig kleinen Hotels genutzt wird. Als das Boot bei Laem Thong begann in Richtung Westen zu drehen, entdeckten wir an einem Felse einen Fahnenmast voll bunter Fähnchen; wir interpretierten dieses Zeichen als nördlichsten Punkt der Insel. Ich markierte ihn auf dem GPS.

Der östliche Teil der Insel ist wenig spektakulär. Es gibt zwar die Lo Bakao-Bucht und den Laem Thong-Strand, doch machen es die beiden nicht wert, sich extra per Taxiboot dorthin zu begeben. Wesentlich interessanter hingegen ist die Westseite der Insel. Dort gibt es nicht nur einen Verkehrshafen in Chong Kiu im Nordwesten der Insel, sondern auch eine wunderschöne und etwas abgeschiedene Bucht (Ao Lo Lanta), die einen Eindruck vermittelt, wie die aus dem Wasser ragenden Felsen in Ao Nang aussehn müssen. Von Ao Lo Lanta fährt man mit dem Boot um einen Felsvorsprung herum und vor einem liegt die große Einfahrt nach Ao Lo Dalam, die nördliche Bucht, die man auch von Tonsai aus bequem erreichen kann.

In Richtung Süden geht es um Ko Nok herum, danach wieder zurück zum Pier in Ao Ton Sai.

Fußmarsch zum nördlichsten Punkt der Insel

Kurz, nachdem wir wieder an Land waren, erkundigten wir uns abermals, ob es einen Fußweg in den Norden der Insel gäbe. Die Antwort von Einheimischen und ansässigen In- und Ausländern war immerzu ein Nein. Ich konnte das nicht glauben, schließlich führten nicht nur (Strom-) Leitungen in den Norden der Insel; ebenso hatte ich die Leute, die wir gefragt haben, im Verdacht, Tonsai nicht oder nur kaum verlassen zu haben. Auf so einer Insel stellt sich eine „Gemütlichkeit“ ein, die dazu führt, dass man sich überhaupt nicht mehr fortbewegen will.

Wir machten uns auf den Weg und stiegen zum Viewpoint auf, von wo aus wir den Weg nach Hat Phak Nam nahmen. Das ist ein etwa 45-minütiger Marsch, den man gut bewältigen kann. Auf Hat Phak Nam wirkten wir ein wenig wie Fremdlinge: Wir kamen dort mit dicken Schuhen und Wanderkleidung an, während die Gäste der Hotels dort sich in Bikini und Badehose der Sonne hingaben.

Unbeirrt marschierten wir kurz den Strand entlang, bis uns ein Weg auffiel, der ein paar Meter in den Wald hinein am Strand entlang führte und auf gelegentlich angebrachten Tafeln als mit dem Ziel „Ao Lo Bakao“ angeschrieben zu erkennen war. Es gab also einen Weg, der Hat Phak Nam mit Ao Lo Bakao verband! Wir marschierten den Weg entlang und nach gerade mal einer Viertelstunde konnten wir Ao Lo Bakao bereits sehen.

Das Areal in Ao Lo Bakao ist Privatgrund, weshalb wir uns dort – nach Ermahnung eines Wachpostens am südlichen Ende des Areals – nur auf dem öffentlich zugänglichen Strand vorwärtsbewegten. Am nördlichen Ende von Ao Lo Bakao überquert man eine Brücke und folgt einer betonierten Straße (!) zum Laem Thong-Strand, der schon sehr weit im Norden der Insel liegt. Die Straße führt direkt zu einem weiteren Hotelkomplex, von dort aus jedoch gibt es viele kleine Pfade, die den Strand entlang führen.

Das letzte Stück bis zum nördlichsten Punkt der Insel ist nicht befestigt. Wir haben uns auf den am Strand liegenden Felsen vorgearbeitet und haben für das kurze, letzte Stück mindestens eine Dreiviertelstunde benötigt. Am Norden der Insel angelangt, den Fahnenmast vor uns, mussten wir feststellen, dass sich das Wetter dramatisch verschlechtert hat. Aus blauem, mit Wolken durchzogenem Himmel ist ein grauer, von Regenwolken überlagerter Himmel geworden. Da wir sehr weit von unserem Hotel entfernt waren, beschlossen wir, uns zügig zu Hat Laem Thong zu bewegen, um von dort mit einem Taxiboot nach Tonsai zu gelangen.

Rückweg gegen das Wetter

Todesfalle Tsunami Evacuation Route

Die vielen Taxiboote in Hat Laem Thong verlangten horrende Preise für eine Rückfahrt nach Tonsai, weshalb wir unser Glück in Ao Lo Bakao versuchen wollten. Dort waren am Hinweg ebenso viele Boote gewesen, das sollte kein Problem sein.

Während wir die Straße von Hat Laem Thong nach Ao Lo Bakao entlangmarschierten, begann es ein wenig zu regnen. Wäre es ein kurzer Sommerregen gewesen, hätten wir ihn wahrscheinlich als angenehm empfunden. Die dicken, dunkelgrauen Regenwolken, die über uns hingen, ließen diesen kurzen Regen jedoch bedrohlich wirken.

An Ao Lo Bakao angelangt, konnten wir entweder wieder die gleich Route wie am Hinweg nehmen oder der „Tsunami Evacuation Route“ folgen, die und, wie zumindest in Tonsai, auf dem schnellsten Weg ins Innere der Insel führen sollte, von wo aus es – laut Angaben einer Restaurantbesitzerin, der wir am Weg begegnet sind – einen direkten und kurzen Weg nach Tonsai geben sollte. Wir nahmen die „Tsunami Evacuation Route“ und stellten fest, dass diese Route eine Todesfalle ist.

Im Falle eines Tsunami ist es wichtig, so schnell wie möglich auf einen höhergelegenen Punkt zu gelangen oder an einen Punkt, von dem aus man auf die Hügel der Insel klettern konnte. Da die Wellen unbarmherzig jede Ebene sofort einnehmen, ist es ebenso wichtig, wie man dorthin kommt. Deshalb hat man auf Ko Phi Phi Evakuierungsrouten eingerichtet, die die Menschen auf raschestem Weg zu einem der Punkte führen. Nicht aber so in Ao Lo Bakao. Dort hat scheinbar der Privatgrund Vorrang vor dem menschlichen Überleben. Die Evakuierungsroute führt an der äußeren Begrenzung des Hotelkomplexes entlang und nicht quer durch das Gelände, wodurch man viel Zeit sparen könnte. Ich hatte das GPS-Gerät mit und habe diesen Track markiert. Er sieht aus wie ein nach links gelegter Baum: der schnellste Weg zum „Rescue Point“, der im Süden (dieser Route) liegt, führt über den „Stamm“ in Richtung Süden, dann ein kurzes Stück in Richtung Westen. Der Weg, den wir genommen haben, führt von der Brücke aus (das ist der Punkt im Norden, wo die Doppellinie wegführt) über die gesamte „Baumkrone“ zum Rescue Point. Wir haben durch diesen Umweg mindestens eine Viertelstunde verloren. Ich kann mir vorstellen, dass eine Viertelstunde länger oder kürzer gehen im Falle eines Tsunami über Leben und Tod entscheidet. In Ao Lo Bakao spielt das jedenfalls keine Rolle, denn dort zählt der Privatbesitz (des Hotels) mehr als das Überleben eventueller Gäste.

Wieder in Tonsai: schlechte Aussicht

Nachdem wir so viel Zeit in Ao Lo Bakao verloren hatten und es allmählich immer stärker zu regnen begann, beeilten wir uns, machten den Auf- und Abstieg von Hat Phak Nam nach Tonsai in nur dreißig Minuten und freuten uns, als wir endlich wieder „zuhause“ waren.

Wir waren beide hungrig, also besuchten wir gleich das Papaya-Restaurant. Kaum, dass wir dort waren und Platz genommen hatten, fing es zu regnen an. Der Regen in Tonsai war kein Regen, wie wir ihn in Wien kennen, sondern ein tropischer Regen, der binnen weniger Minuten ganze Kübel mit Wasser anfüllen konnte.

Was wir (Touristen) weniger lustig fanden, schien den dort Ansässigen gut zu gefallen. Menschen „duschten“ auf der Straße und wuschen ihre Fahrräder und Leiterwagen mit dem Regenwasser.

Nachdem wir gezahlt hatten, liefen wir durch den Regen zurück ins Hotel und kamen dort völlig durchnässt an. Besonders unangenehm war, dass auch unsere Schuhe nass waren, da es auf Tonsai keinerlei Abflüsse gibt und sich das Wasser in den Straßen aufstaut.

Im Hotel sah ich mir einige Wetterseiten online an und musste feststellen, dass das gesamte Gebiet von Phuket bis Ko Lanta unmittelbar vor einem großen Unwetter stand, das sich mehrere Tage lang hinziehen würde. Keiner von uns beiden hat es ausgesprochen, aber uns war klar, dass wir ehebaldigst Ko Phi Phi verlassen und unseren Urlaub woanders fortsetzen würden.

Galerie Ko Phi Phi Leh

Diese Galerie enthält 10 Fotos.

Ko Phi Phi Leh liegt etwa fünf Kilometer südlich von Ko Phi Phi Don und ist eine kleine, felsige Insel, deren größter Strand – Ao Maya – durch die Verfilmung von Alex Garlands „The Beach“ über Nacht zum Pilgerort für Rucksacktouristen wurde. Die Ruhe und das Gefühl, den Ort mit der Umschreibung „paradiesisch“ zu kennzeichnen, [...]

Tag 5: Ao Maya, Ko Phi Phi Leh

Tracks Tag 5: Ko Phi Phi Leh

Wir wachten gegen 7:00 Uhr morgens auf, frühstückten und beschlossen, mit dem Taxiboot die Nachbarinsel von Ko Phi Phi Don – Ko Phi Phi Leh – zu besichtigen. Ko Phi Phi Leh ist kaum bewohnbar und besteht hauptsächlich aus durch winzige Landzungen verbundene Felsen, die aus dem Wasser ragen. Die Insel hat jedoch zwei Besonderheiten: Einerseits hat sie nach außen hin ein markantes Erscheinungsbild (sie sieht ein wenig aus wie eine Krone, die im Wasser liegt), andererseits gibt es eine Bucht, Ao Maya, die von Ko Phi Phi Don aus nicht einzusehen und fast zur Gänze von Felsen umgeben ist. Die Abgeschiedenheit dieser Bucht, gestützt durch den Status der Insel eines Nationalparks, verspricht paradiesische Eindrücke unberührter Natur.

Ko Phi Phi Leh

Die Fahrt vom Hafen in Ko Phi Phi Don nach Ao Maya auf Ko Phi Phi Leh dauert knappe 30 Minuten. Solange sich das Boot im Bereich der Inseln befindet, ist die Fahrt angenehm und ruhig, verlässt man die nähere Umgebung einer Insel, kämpft man gegen das durch hohe Wellen und starken Wind verursachte Schaukeln des Bootes an. Wer hier Fotos machen will, muss blaue Flecken vom Geländer des Bootes in Kauf nehmen und zusehen, dass er nicht über Bord geht…

Unser Bootsführer kannte natürlich all die Besonderheiten der Insel und führte uns in westlicher Richtung an der Nordspitze der Insel vorbei. Er ließ das Boot ziemlich nach an die steile und beeindruckende Felswand von Ko Phi Phi Leh herankommen und wies uns auf vereinzelte Klippen und Riffe hin, die man vom Boot aus auf beiden Seiten gut sehen konnte.

Er nahm Kurs auf die wohl größte Attraktion der Insel, die Maya-Bucht. Ao Maya war spätestens seit der Verfilmung von Alex Garlands „The Beach“ zu einem Magneten für Thailandreisende geworden, die mit Taxi- und Speedbooten in viel zu großen Mengen angeliefert werden.

Wer den Strand betritt, wird sogleich zur Kasse gebeten, an der man 200 Baht „Benutzungs- und Reinigungsgebühr“ zu entrichten hat.

Ao Maya

Ao Maya auf Ko Phi Phi Leh

Es fällt mir noch heute schwer, meine Eindrücke, die ich auf Ao Maya gesammelt habe, zu ordnen, zu verarbeiten und in Worte zu fassen. Das entsteht aus zwei gegensätzlichen Sets an Wahrnehmungen, die nicht miteinander vereinbar sind.

Auf der einen Seite gab es die Natur. Nein, ich will diesen Ort nicht „Natur“ nennen! Es gab einen paradiesisch anmutenden Strand, in dessen Hinterland ein Dschungel in bis in die hohen Felsen der Insel wucherte. Das Wasser in der Bucht war türkisgrün schimmernd, warm und klar; zu den Felsen hin wurde es blau und kühl. Am Horizont dieser Bucht waren Felsen, die meterhoch aus dem Wasser ragten, an einer Stelle gab es eine Verbindung zum offenen Meer, in der sich die Farbe des Wassers innerhalb der Bucht mit dem kräftigen und dunklen Blau des Meeres zu mischen schien. Es duftete nach Blumen, die in den zerklüfteten Felsen wuchsen und die kahle Felswand zusammen mit bunten Vögeln farblich schmückten. Egal, wo man hinsah, konnte man natürliche Perfektion sehen. Hier war man nicht in der Natur, hier war man in einer Tempelanlage, deren Architekt dem Pilger die Wucht göttlicher Macht zu verdeutlichen trachtete. Die Sinne spielten verrückt: Die Schönheit der Bucht blendete die Augen, die süßen Gerüche aus dem Dschungel verführten die Nase, der weiche Sand verwöhnte die Haut in Zusammenspiel mit dem kühlenden Wasser des Meeres.

Und dann flog ein Plastikball in dieses Bild, dem ein schreienden Kind hinterher lief. Links hinter mir, rief jemand einem Pärchen, das ich links vor mir sehen konnte zu, dass es noch ein wenig dort- und dahin rücken sollte, wenn es das perfekte Foto am Strand haben wolle. Gleich daneben stand ein Mann, der einen Hot Dog aß; Ketchup tropfte auf den Sand. Hinter ihm sonnte sich eine Gruppe von Touristen. Im Wasser ließen sich japanische Touristen in vollem Gewand von den Schwimmwesten im Meer treiben. Links vom durch eine Leine und Bojen abgegrenzten Schwimmbereich reihten sich ein Dutzend Taxiboote auf, deren Kapitäne rauchend darauf warteten, bis ihre Fahrgäste wieder zurück waren. Rechts vom Badebereich lagen unzählige Speedboote vor Anker und blockierten die Sicht auf die Bucht. Der Dschungel wurde im südlichen Teil der Bucht gerodet; dort gibt es jetzt Toilettenanlagen und einen Imbissladen. Ausgetretene und im Disneyland-Stil von durch in die Erde gehauene und mit dickem Seil verbundene Pflöcke markierte Wege führen zur Ostseite der Insel und an einer Campingzone und einer Baustelle vorbei, auf der drei Rohbauten bereits fertiggestellt wurden.

Rückfahrt

Bald schon verließen wir Ao Maya, um uns die Ostseite von Ko Phi Phi Leh näher anzusehen. Das war, im Nachhinein betrachtet, ein Fehler, denn es gibt auf der Ao Maya abgewandten Seite nicht viel zu sehen, außer zwei winzige Buchten und einer Bar, die in eine Höhle gebaut und durch eine das Auge verwirrende Konstruktion aus hunderten Brettern und Seilen befestigt wurde. Ansonsten nur Fels.

Ich signalisierte unserem Bootsfahrer, dass er wieder Kurs in Richtung Ko Phi Phi Don nehmen konnte und er folgte der Anweisung bereitwillig. Während wir Ko Phi Phi Leh hinter uns ließen, herrschte bedrückte Stille auf dem Boot. Ich konnte das auch an Bord einiger anderer Boote feststellen, die wir am Heimweg überholten. Die Rückfahrt bot den Menschen genügend Zeit, um die eben gemachten Eindrücke im Ansatz zu verarbeiten, sie bot aber auch die Zeit festzustellen, dass man einer Desillusion ausgesetzt worden war, wie sie gewaltiger nicht sein kann. Der Kontrast zwischen Erwartung und Realität ist so stark, so unendlich stark…