Google Reader Redesign

Das auf dem Erscheinungsbild von Google+ basierende Redesign von Google Reader war eine ganz, ganz schlechte Entscheidung.

G+ is an experience built around browsing (similar to Facebook) and socializing. Taking the UI paradigm for G+ and mashing it onto Reader without any apparent regard for the underlying function is awful and it shows.

Alte Artikel in NetNewsWire als gelesen markieren

NetNewsWire – die lokale Alternative zum designtechnisch neuerdings missglückten Google Reader – besitzt die Funktion, alte Artikel als gelesen zu markieren, nicht. Ich habe dieses AppleScript gefunden (und leicht modifiziert), das genau das erledigt. Das Skript fragt zuerst nach, wie alt die Artikel mindestens sein müssen, um als gelesen markiert zu werden und markiert sie nach einem Klick auf OK dann dementsprechend.

tell application "NetNewsWire"
    display dialog "Wie alt müssen Artikel sein, um als gelesen markiert zu werden?" default answer "7"
    set numDays to text returned of result
    set threshold to (current date) – (numDays * days)
    set isRead of (headlines of subscriptions where (isRead is equal to false and date published < threshold)) to true
end tell

Wie wird es mit den Büchern weitergehen?

Der Germanist Gerhard Zeilinger über das Sterben der Buchhandlung am Beispiel Reichmann.

Keine Unterschrift, kein Abschiedswort, keinerlei Erklärung. Es muss über Nacht geschehen sein. Das Ende kam plötzlich und schnell. Eine knappe Notiz im Amtsblatt der Wiener Zeitung. Konkurseröffnung, Tagsatzung, die üblichen Formalitäten.

Als ich mich das letzte Mal, mehr zufällig als geplant, in der Buchhandlung meiner Schulzeit umsehen und in den neuesten Erscheinungen schmökern wollte, konnte ich auch dort schon die Anzeichen des sicheren Niedergangs wahrnehmen: Halbleere Regale, desinteressiertes Personal, ein ausschließlich aus in Bestsellerlisten angeführten Titeln bestehendes Sortiment, Bürowaren (!) und Ansichtskarten. Plötzlich scheint die Frage in der Tat berechtigt: Wie, ja wie wird es mit den Büchern weitergehen?

Der Optik wegen

Schon wieder: Hundemüde, dafür aber eine kleine Aktualisierung des Erscheinungsbilds hier in Anlehnung an ein ehemaliges Kottke-Design. Ich hoffe, es gefällt…

Leben auf 24m²

Beeindruckend, was man auf 24m² alles tun kann, wenn man bereit ist, seine Möbel “on demand” her und wieder weg zu räumen. Der Besitzer der Wohnung, die übrigens vorher ein Taubenhaus war, hat sich die Idee zur On-Demand-Umsetzung aus den innenarchitektonischen Lösungen auf Booten und den geraden Linien japanischer Architektur geholt. (via)

Frage ans Kinopublikum in Wien

Liebe Kinobesucher, was ist nur los mit euch? Wozu besucht ihr noch Kinos, wenn ihr gar nicht am Film interessiert seid, sondern ihn als Hintergrundrauschen für andere Tätigkeiten im Kinosaal anseht? Was auf Facebook geschieht, während wir uns fragen, warum Steven Sonderbergh seinen Film Contagion am zweiten Tag der Infektion beginnen lässt, muss für die eineinhalb Stunden doch wohl egal sein! Auch zu erklären wie eine 3D-Brille funktioniert, während Kapitän Haddock in Tim und Struppi in einer der schönsten Seeschlachten, die ich jemals im Kino gesehen habe, gegen den Piraten Sakharine kämpft, ist nicht angebracht; das kann man nachher tun. Bier im Kinosaal ist sowieso tabu und wer seinem Sitznachbarn etwas zu erzählen hat, der soll das draußen oder nachher tun!

Also, erklärt mir bitte, was los ist! Wozu geht ihr ins Kino und warum macht ihr es mir so schwer, mir im Kino einen Film in Ruhe anzusehen? Dafür ist es doch da, das Kino, oder etwa nicht mehr?

Time Machine zuverlässig?

Fehlermeldung Time Machine

Obwohl der Screenshot dieser Dialogbox vom Hersteller von SuperDuper! auf Twitter gepostet und mit “You simply closed the lid of your Mac, and we have lost all your data. Have a nice day!” übersetzt wurde, sollte jedem allein die Möglichkeit einer solchen Mitteilung zu denken geben. Ich habe Time Machine schon vor langer Zeit abgeschworen, da das Programm meinen Mac während der Archivierung verlangsamt und die externe Festplatte bei jedem Dateidialog für zusätzliche Wartezeit gesorgt hat. Nach langem Tüfteln (und mehreren Festplatten-Crashes) habe ich mein optimales und zuverlässiges Backup hier beschrieben.

Backblaze 2.0

Backblaze, das ich in verschiedenen Artikeln zum Thema Backup schon als Online-Backup empfohlen habe, hat sein Programmmodul auf die Version 2.0 aktualisiert. Die Highlights (neben vielen anderen):

Unlimited File Size – while most of you have been able to backup all of your files with the previous 9 GB maximum, now there will never be a file too big to backup.

Unlimited File Types – now you can backup VMware, Parallels, and other virtual machines; as well as ISOs and every single other file type.

Maximum Performance – we have added an Automatic Throttle to most efficiently use your Internet connection, added file batching to speed small file transfer, added hardware acceleration, reduced RAM user further, and much more.

Drupal Gardens

Während einer Diskussion der zwei CMS-Größen Matt Mullenweg (WordPress) und Dries Buytaert (Drupal) zum Thema Open Source habe ich von einem Service erfahren, der mir bis dahin unbekannt war: Drupal Gardens.

Logo: Drupal GardensDrupal Gardens ist das auf Drupal basierende Äquivalent zu WordPress.com, dem Service, auf dem dreitehabee momentan läuft. Drupal Gardens und die darauf installierten Sites werden von der jeweils neuesten Version des CMS Drupal betrieben und können auf Wunsch zu 100% exportiert werden. Damit ist gemeint, dass nicht nur die Inhalte (Texte und Medien), sondern auch persönliche Anpassungen (Customizations) und andere Änderungen exportiert werden.

Was mir an Drupal Gardens extrem gut gefällt, ist die Skalierbarkeit des Systems, das eher an ein Hosting erinnernde Preisschema, die Abwesenheit von Werbung (abgesehen vom “Powered by Drupal Gardens”-Button) und der Verzicht, Standardfunktionen nur gegen Bezahlung zugänglich zu machen – alles Probleme, die es bei WordPress.com gibt.

iCloud am iPhone 3G einrichten

Wer ein iPhone 3G besitzt und sich vom Freundes- und Bekanntenkreis nicht einreden lassen will, dass es veraltet sei, der kann das Gerät problemlos so konfigurieren, dass es die iCloud-Dienste E-Mail, Kalender, Kontakte und iPhone finden unterstützt. Da alle iCloud-Services über Standardprotokolle synchronisiert werden, ist das auch ziemlich einfach einzurichten. Weiterlesen

iCloud: Maximale Accountanzahl erreicht

iCloud: Maximale Accountanzahl erreicht

Das fängt ja gut an: Nach insgesamt 1,6GB Update-Downloads lässt mich Apples iCloud nicht anmelden. Anscheinend ist meine schon so oft gebrauchte Apple-ID plötzlich nicht mehr gültig (“Apple-ID oder Kennwort sind unbekannt”) und ich habe meine “Maximale Accountanzahl erreicht”, weshalb ich “für dieses Gerät keine Apple-ID mehr erstellen” kann.

Update 13.10.2011, 09:30 Uhr.

Das Problem scheint weit mehr als nur ein paar Personen zu betreffen. Die englischen Supportforen zum Thema sind voll. Hier die relevante Google-Suche.

Update 13.10.2011, 10:45 Uhr: Lösung des Problems

Ich habe mir auf einem anderen Rechner (einem MacBook Pro, das nicht mir gehört) ein Benutzerkonto erstellt und mich dort für iCloud in dem oben abgebildeten Fenster – problemlos! – anmelden können. Sobald ich auf dem fremden Rechner angemeldet war, konnte ich mich auch auf meinem Mac ohne Fehlermeldungen anmelden.

FF-Ligatur in Firefox 7.0.1

FF-Ligatur in Firefox 7.0.1

Ist das schon jemandem aufgefallen? In Firefox 7.0.1 werden ff-, fi-, fl- und Kombinationen als Ligaturen dargestellt. Der Kaffee in “Guter Kaffee in Wien” sieht also auch gut aus!

(Im Bild habe ich Chrome 14.0.835.202 links und Firefox 7.0.1 rechts dargestellt…)

Neues Design: Grün.

Ich habe meiner Site gerade ein kleines Design-Update gespendet. Ich bin hundemüde, es ist 2:00 Uhr morgens, vorläufig ist Schluss mit der Detailbesessenheit.

Nachtrag 7.10.2011

Obwohl ich mit meinem lachsrosa/roten Randstreifen und dem Zusammenspiel von Linkfarbe, Textbreite und dem völligen Minimalismus auf dieser Seite an sich zufrieden war, hat eine unangekündigte Änderungn auf wordpress.com dazu geführt, dass ich nicht nur die Medienseiten, sondern auch alle anderen an die neuen Gegebenheiten angepasst habe.

Die Skolar, die ich als Schriftart für den Fließtext verwende, war zu breit, zu wuchtig und nahm zu viel Platz ein, um sie auf eine Textspaltenbreite von 580px zu begrenzen. Ich habe nicht nur die Textspaltenbreite auf 620px erhöht, sondern auch alle automatisierten Medien-Einbettungen auf 600px! Ich bin erstaunt, wie gut die Artikel trotz dieser enormen Breite lesbar sind.

Überhaupt habe ich meine Seite um etwa 90px breiter gemacht. Vor allem liegt das daran, dass wordpress.com die Bildbreite auf Medienseiten erhöht hat: Früher waren es 800px, mit denen auch die größten Bilder angezeigt wurden, jetzt sind es 1200px!

Da sowohl die Bilder als auch die Texte nun breiter dargestellt werden, eine den gesamten Bereich umspannende Navigations- oder Headerleiste zu viel Aufmerksamkeit auf sich lenken würde, habe ich sie kleiner gemacht und ganz an den oberen Rand gepresst. So bleibt der Fokus auf die Artikel und die Artikelüberschriften gelenkt – wer sich die Startseite ansieht, wird das sofort feststellen: Zuerst liest man die Überschrift des ersten Artikels, nicht den Namen der Seite!

Die Linkfarbe habe ich bei #900 gelassen, da sie meiner Meinung nach perfekt zum gewählten Grünton passt. Kommentarlinks und Kommentare werden grün unterstrichen verlinkt…

Auch in puncto Datenschutz hat dieses Design einiges verbessert: Da ich die Original-Sharingbuttons gegen die WordPress-eigenen Buttons ausgetauscht habe (Twitter und Facebook), werden nun beim Betrachten meiner Site keine Daten vorab an einen der beiden Dienste weitergeleitet.

Etwas, dass nur wordpress.com-Benutzer sehen können, ist die Anpassung, die ich zur WordPress-Adminbar gemacht habe: Die grüne Leiste ganz oben passt nun außerordentlich gut zu dem hässlichen dunkelgrauen Block, den WordPress auf allen auf wordpress.com gehosteten Seiten einblendet.

Ich hoffe, es gefällt euch!

Semantische Vollbremsung

Wer sich an meine Ausführungen zu dem Seminaren inhärenten Problem erinnert, dem wird die heutige Episode – eine “semantische Vollbremsung” – nur als Abwandlung eines bereits bekannten Prinzips erscheinen. Auch diesmal wird die Möglichkeit etwas mitzuteilen durch eine anfangs scheinbar unbedeutende Formulierung eingeschränkt. Die Einschränkung steht diesmal jedoch in völligem Gegensatz zum Zweck und wirkt sich folgenreich auf den weiteren (Diskussions-) Verlauf aus.

In einem Konzept, dessen Ziel die breite Einbindung so vieler User wie möglich in eine fruchtbare Diskussion zu bestimmten Themen ist, wurde vorgeschlagen, die jeweils erste Reaktionsebene auf ein Statement in einem Onlineforum verpflichtend mit einem bestimmten Satzanfang beginnen zu lassen, um zum Thema nicht relevante Threads gar nicht erst aufkommen zu lassen. Mit anderen Worten: Irgendwer schreibt einen Beitrag im Forum und alle, die direkt darauf Bezug nehmen, müssen ihren Kommentar mit einem der beiden Satzteile beginnen:

  • Ich finde [Bezug auf den Beitrag], weil…
  • Ich finde [Bezug auf den Beitrag] nicht, weil…

Diese Einschränkung wird den Diskussionsteilnehmern im Sinne der Regeltransparenz klar und deutlich mitgeteilt, danach, also in der nächsten Ebene, können sie jedoch nach Herzenslust schreiben. Im Ganzen gesehen sieht ein Diskussionsverlauf mit einer ersten Reaktionsebene und dem weiteren Diskussionsverlauf dann in etwa so aus:

  • Statement (Themenvorgabe: Ebene 0)
    • Ich finde [Bezug auf den Beitrag], weil… (Reaktion: Ebene 1)
      • Weitere Diskussion (Ebene 2)
    • Ich finde [Bezug auf den Beitrag] nicht, weil… (Reaktion: Ebene 1)
      • Weitere Diskussion (Ebene 2)

Nun stellt sich mir die Frage, ob eine Diskussion zum Thema in Bezug auf einen Kommentar der Ebene 1 überhaupt möglich ist. Oder anders: Kann man ein Statement unter Berücksichtigung einer persönlichen Meinung, die durch das “Ich finde…” erzwungen wird, überhaupt noch diskutieren oder wird eine sachliche Diskussion durch das Vorbringen der persönlichen Meinung im Keim erstickt? (Noch weiter gefragt: Macht es Sinn, als solche deklarierte persönliche Meinungen zu kommentieren?)

Meine Meinung ist, dass ein Kommentar, der verpflichtend mit den oben angeführten Satzanfängen beginnt, eine semantische Vollbremsung für jegliche Diskussion darstellt, da sich die Diskussion auf jeden Fall nicht mehr nur um das Statement drehen, sondern die Meinung eines Kommentierenden der Ebene 1 teilweise oder gänzlich zum Inhalt haben wird. Was also passieren wird, ist genau das Gegenteil des Ziels dieser sprachlichen Vorgabe. Die Diskussion wird sich eher weiter vom Thema entfernen!

Wenn also so viele User wie möglich in eine fruchtbare und sachliche Diskussion eingebunden werden sollen, dann wäre es ratsam, diese sprachliche Vorgabe auszulassen, damit nicht schon die ersten paar Worte den weiteren Verlauf der Diskussion bestimmen.

Dennoch würde es mich interessieren, Gegenbeispiele kommentiert oder zugeschickt bekommen, die beweisen, dass eine sachliche Diskussion möglich ist, auch nachdem die erste (Reaktions-) Ebene mit diesem Satzanfang auch inhaltlich in eine Schablone gepresst wurde. Nur zu!

Hoch das Tässchen

Die Presse über Tobias Radingers Kaffeefabrik. Und sie trifft den Charakter so trefflich…

Man kann in der Kaffeefabrik auf einen schnellen Shot oder einen unverbindlichen Cappuccino vorbeischauen, wer sich aber mit Sachfragen an den Chef wendet, muss mit Antworten in ausführlicher Rede rechnen. Da mag es auf den sechs Quadratmetern noch so eng werden.

Abmelden bei Facebook unmöglich?

You can checkout any time you like, but you can never leave…
The Eagles – Hotel California

Was man in den letzten drei Tagen über Facebook gelesen hat, macht das soziale Netzwerk in der Tat “scary”. Am Samstag veröffentlicht David Winer einen Artikel “Facebook is scaring me“, in dem er darauf hinweist, dass mit der Neuversion des Netzwerks (“Chroniken”) auch Tätigkeiten eines Benutzers auf der Timeline geteilt werden, selbst wenn sie oder er diese nicht explizit zum Teilen freigibt.

Something like: “Bull Mancuso just read a tutorial explaining how to kill a member of another crime family.” Bull didn’t comment. He didn’t press a Like button. He just visited a web page. And an announcement was made on his behalf to everyone who follows him on Facebook. Not just his friends, because now they have subscribers, who can be total strangers.

Winer schlägt vor, sich von Facebook abzumelden, um dieses “Feature” zu umgehen. Doch genau das, so Nik Cubrilovic am darauffolgenden Tag, ist eigentlich nicht möglich, da selbst abgemeldete Benutzer von Facebook weiterhin getrackt werden.

Logging out of Facebook only de-authorizes your browser from the web application, a number of cookies (including your account number) are still sent along to all requests to facebook.com. Even if you are logged out, Facebook still knows and can track every page you visit. The only solution is to delete every Facebook cookie in your browser, or to use a separate browser for Facebook interactions.

Und heute, Montag, gibt es bereits ein Statement von Facebook im Wall Street Journal dazu.

Facebook acknowledges that it gets that data but says it deletes it right away. The company says the data is sent because of the way the “Like” button system is set up; any cookies that are associated with Facebook.com will automatically get sent when you view a “Like” button. … So why does Facebook keep cookies after you log out in the first place? Bejar said that it’s to prevent spam and phishing attacks and to help keep users from having to go through extra authentication steps every time they log in.

Wie hilfreich doch Spam sein kann.

Ein Seminaren inhärentes Problem

Wie jedes Jahr, fand auch heuer wieder ein Firmenseminar statt. Diesmal, allerdings, war eine professionelle Trainerin eingeladen, die die firmenseminarüblichen Themen – Kommunikation, Identität, Kooperation – mit uns [hier passendes Verb einsetzen] sollte. Die Dame stellte gleich zu Beginn des Seminars ein Set an Regeln auf, an das wir uns zu halten hatten. Diese Regeln kann man in zwei Kategorien einteilen: Einerseits gibt es Regeln, die da sind, um Wiederholungen und inhaltliche Leerläufe zu vermeiden (gut!), andererseits gibt es Regeln, um den Seminarablauf unter Kontrolle zu halten. Letztere schränken jedoch die Diskussion und die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten stark ein, sodass die diskutierten Inhalte nutzlos erscheinen und das Seminar von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als “sinnlos, wie immer!” wahrgenommen wird.

Vor Jahren habe ich schon darüber geschrieben, wieso ich Firmenseminare meide, wenn sie zahnlos sind und keinerlei Auswirkungen auf die daran Teilnehmenden haben. Wenn die Diskussion auf einer allgemeinen Ebene – oder, in trendiger Coachingsprache: Meta-Ebene – stattfindet und die intellektuelle Kapazität der Teilnehmenden nicht ausreicht, die allgemein formulierte Kritik selbstreflexiv gegen das eigene Verhalten zu stellen, dann bringt das Getue nichts. Meine Kritik richtet sich nicht an diejenigen, die nicht zur selbstkritischen Deduktion aus der allgemeinen Diskussion auf ihr persönliches Verhalten in der Lage sind – sie sind es ja meistens, die viel Geld in Trainings und Coachings investieren, um ganz genau und konkret gesagt zu bekommen, was passt und was nicht -, nein, meine Kritik richtet sich gegen die Trainer und Coaches, die nicht in der Lage sind, eine den Diskurs steuernde Position einzunehmen, aus der heraus sie Lösungen für konkrete Probleme schaffen können, in dem sie im Gespräch die Möglichkeiten zur Konfliktlösung erkennen. Und ist es nicht so, dass die meisten Probleme, die in Kipferl-und-Kuchen-Seminaren enden, genau solche verfahrenen Situationen sind? Situationen, die Möglichkeiten bieten, die aber keiner (mehr) sieht?

Doch zurück zu den Regeln. Der Zweck dieser sprachlichen Einschränkungen ist, so mein Eindruck, die Vermeidung von Eskalation. Man schafft ein neutrales sprachliches Feld, auf dem, einem Schachspiel nicht unähnlich, der Konflikt ausgetragen werden soll. Die argumentativen Bewegungen werden jedoch mit de-eskalativen Regeln gesteuert und bestimmte Züge sind, ebenso wie der Angriff auf bestimmte Figuren, verboten. Die Allegorie des Schachspiels trifft die Sache gut, denn auch dort wird nicht die Figur selbst, sondern ausschließlich ihr Tun mit Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ausgestattet. Blöd nur, dass bei diesem Spiel am Schluss niemand seinen König umlegt und dem besseren Spieler gratuliert, sondern alle Bauern, Türme, Springer, Läufer, Damen und Könige im Kreis sitzen und versuchen, ihre gemeinsame Identität zu finden.

Es ist verboten, Kritik konkret und/oder direkt anzusprechen. Alles muss allgemein gehalten werden. Auch wenn man zum Beispiel Probleme auf die versäumte/verspätete Kommunikation innerhalb des Unternehmens, das böswillige Tun eines Kollegen oder auf einen Computerfehler zurückführen kann, so darf das so nicht angesprochen werden, da es im einen Fall konkret (die Kommunikation/der Computerfehler) und im anderen Fall direkt (der Kollege) ist. Am besten, man gibt überhaupt keine Beispiele mehr an.

Es ist verboten, kritische Anmerkungen zu machen ohne gleichzeitig eine Lösungsmöglichkeit zu präsentieren – “konstruktive Kritik” nennt man das in Trainerkreisen. Meine Lieblingsregel, vor allem, wenn man sie im Umkehrschluss betrachtet: Wenn man aus seiner Position heraus (hier geht es um Perspektive!) ein Problem identifiziert hat, darf man es nicht ansprechen, sofern man keinen Lösungsvorschlag parat hat. Noch kürzer: Ein Problem, das nicht gelöst werden kann, darf nicht “Problem” genannt werden.

Es ist verboten, sich negativ zu äußern; negative Äußerungen müssen positiv formuliert werden. Die Knock-Out-Regel, mit der die Zahnlosigkeit eines jeden Seminars besiegelt wird. Wahrscheinlich in den Seminarschulen dieses Landes als Möglichkeit angesehen, um “doch noch das Positive” in selbst den herausforderndsten und angriffslustigsten Statements finden zu können, zerstört diese Regel ein jedes vernünftige Gespräch und macht relevante Kommunikation unmöglich. Entweder der Schuh drückt oder er drückt eben nicht; wenn ich ihn nicht wechseln kann, muss ich ein solches Problem negativ ansprechen.

Was bleibt also übrig, nachdem man sich mehrere Stunden einem solchen Seminar ausgesetzt hat und danach feststellen musste, dass es schon wieder sinnlos und leer war? Eine Feedbackrunde, in der der Seminarleiter noch einmal im Rahmen eines allzusammenfassenden und ihm zweckdienlichen Interpretationsbogen erzählt, was eigentlich passiert ist, mitteilt, was dabei herausgekommen ist, erklärt, wozu das gut gewesen ist, schönfärbt, was als sinnlos betrachtet wurde, und sich ins Fäustchen lacht, dass irgendwer aus dieser Sesselkreisrunde am Ende des Tages die vollgeschmierten Flipchart-Poster wegräumen wird müssen.

Posterous Spaces

Nicht schlecht, was Posterous hier aufgezogen hat. Während Tumblr scheinbar unbeirrt den Weg einer Micro-Blogging-Engine geht, hat sich Posterous (endlich!) zu einer Änderung entschlossen: Der Service vermischt nun die Vorteile des Microbloggings mit denen von statusbasierenden Diensten wie Facebook oder Google+. Bei Posterous nennt man das “Spaces”.

Googles Kundenservice

John Grubers passende Antwort für alle, die Googles Kundenservice schon einmal telefonisch erreichen wollten und feststellen mussten, dass das gar nicht geht:

Why do people complain that Google doesn’t offer customer support via the phone? Of course they do. For their actual customers: advertisers.

Ehrenkodex für die österreichische Regierung?

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl will einen Ehrenkodex für die österreichische Regierung einführen, um ihr stark angeschlagenes Image aufzupolieren. Gut, in letzter Zeit gab es ja einiges; das Ö1 Morgenjournal berichtete heute über ”angebliche Bestechung, Freunderlwirtschaft, Schiebung bei der Vergabe von Aufträgen und dubiose Honorare in Millionenhöhe in der Telekom-Affäre”…

Doch wozu braucht man hierfür einen (Ehren-) Kodex, der letztlich nichts anderes bezwecken würde als die Akteure an die ohnehin bereits bestehenden Gesetze zu erinnern?

RSS vernünftig nutzen

Der erste Satz sagt schon alles.

RSS is a great tool that’s very easy to misuse. And if you’re subscribing to any feeds that post more than about 10 items per day, you’re probably misusing it. I don’t mean that you’re using it in a way it wasn’t intended — rather, you’re using it in a way that’s not good for you.

Finde den Unterschied!

Heute wurde ich von Facebook mit einem “Walk-through” zu den neuen Datenschutz- und Filterfunktionen begrüßt. Damit hat Facebook endgültig die meisten Funktionen von Google+ übernommen. Egal, wie man zu den beiden steht, es ist auf jeden Fall spannend zu beobachten, wie sich der Wettkampf der beiden Web-Supermächte entwickeln wird.

Das Eingabefeld auf Google+:

Eingabefeld auf Google+

Und das Eingabefeld auf Facebook:

Eingabefeld auf Facebook

Finde den Unterschied!

Wieso gewann WordPress?

Nicht uninteressant, welche Gründe hier als für den Triumph von WordPress über Movable Type verantwortlich genannt werden. (Und in der Tat, ich habe diese massive Welle an “Switches” genau so wahrgenommen, wie es Automattic eingeplant hatte…)

Automattic would extend whatever services it could, at no expense to the customer, getting them to switch. They would give away hosting services. They would freely dedicate engineers to the task of migrating customers’ data from one system to another. They would do whatever it took to move people to WordPress. … And once a migration was complete they did the single most important thing: they blogged the hell out of it. They made the story about how another customer switched from Movable Type or Type Pad to WordPress.

Tumblrs Spam-Konten nehmen überhand

Nach wie vor habe ich meine Beiträge (auch) bei Tumblr gespeichert, um gegebenenfalls jederzeit wieder wechseln zu können ;-) Was mich allerdings immer mehr stört und wogegen Tumblr scheinbar auch nichts unternimmt, ist das immer größer werdende Problem von Spam-Konten, die sich auf den verschiedenen Domains (oder Subdomains) die Backlinks für ihre jeweiligen Online-Machenschaften holen. So sieht zum Beispiel meine Übersicht momentan aus:

Spam-Konten auf Tumblr

Die Hälfte davon verweist auf pornografischen Content, die andere Hälfte auf Hilfsmittel, um in der ersten Hälfte standzuhalten. Abschalten oder Entfernen kann ich diese Links nicht (das Anzeigen auf meiner Übersicht jedoch schon).

Solche Ansichten wie die hier abgebildete waren früher eine Seltenheit. Nunmehr sehe ich solche Ansammlungen von Spam nicht mehr nur täglich, sondern alle 6-8 Stunden! Und langsam wird es mir zu blöd, mehrmals täglich bei Tumblr aufräumen zu müssen.