Arrivederci amore, ciao

Ein Gastbeitrag von Veronika Nowak.

Eines gleich vorweg: Dieses Buch ist nichts für schwache Mägen – so sieht sich der Leser bereits im ersten Satz mit dem verwesenden Kadaver eines Alligators konfrontiert (irgendwo in Zentralamerika, wohlgemerkt). Dass dem toten Tier wenige Zeilen später eine menschliche Leiche Gesellschaft leistet, macht die Sache nicht eben appetitlicher. Der durchschnittliche Konsument durchschnittlicher Nachrichtensendungen mag sich denken: Ich habe schon schlimmeres – gesehen, nicht nur gelesen (immerhin bleibt es so der persönlichen Vorstellungskraft überlassen, wie verwest der Alligator ist und wie zerschossen der Schädel der Leiche).

Massimo Carlotto, der Autor dieses Romans und generell in Sachen realistischer Gewaltdarstellung nicht zimperlich, gibt in seiner Eröffnungssequenz allerdings nur einen Vorgeschmack auf die eigentlichen Ungeheuerlichkeiten, die “Arrivederci amore, ciao” durchziehen.

Wie man sich mit kriminellen Mitteln eine ehrbare Existenz aufbaut

Der Protagonist Giorgio Pellegrini, gutaussehend und skrupellos, erzählt aus der Ich-Perspektive, wie er seine Vergangenheit als – verurteilter – Aktivist einer radikalen linken Bewegung begräbt und mit Hilfe des organisierten Verbrechens und korrupter Staatsdiener jeden Ranges ein respektiertes und reiches Mitglied der Gesellschaft wird. Sein Repertoire an im Allgemeinen nicht als moralisch angesehenen Handlungen reicht dabei von Verrat über sexuelle Nötigung und körperliche Gewalt bis hin zu Mord.

Seine ersten Opfer – neben jener eingangs erwähnten Leiche – sind die ehemaligen Kameraden aus der linken Bewegung: Indem er sie verrät, reduziert er seine eigene Haftstrafe auf wenige Jahre. Wieder auf freiem Fuß beginnt er (trotz der obligatorischen Bewährungsauflagen, die zwar hinderlich, aber nicht unumgänglich sind) auf mehr illegale denn legale Weise an seinem sozialen Aufstieg zu arbeiten. Diverse Partner aus dem kriminellen Milieu und ein korrupter Polizist helfen Pellegrini, sich langsam aber sicher Reputation und Vermögen aufzubauen. Dabei kommen auch seine persönlichen Vorlieben nicht zu kurz, u.a. wenn er die attraktive Frau eines bei ihm verschuldeten Geschäftsmannes zum Sex nötigt.

Dass die Kapitel des Buches mit Frauennamen übertitelt sind, mag ein wenig verwirren – auf eine romantische Note hofft man vergeblich. Frauen sind Mittel zum Zweck, und wird Pellegrini ihrer – oder irgendeiner anderen Person – überdrüssig (bzw. werden sie ihm gefährlich) entfernt er sie aus seinem Leben. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ihm das Ausüben sowohl physischer als auch psychischer Gewalt ein spezieller Genuss ist.

Fazit

Dass letzten Endes nicht die Gerechtigkeit siegt, sondern Giorgio Pellegrini ungestraft, angesehen und reich davonkommt, darf hier nicht überraschen. Massimo Carlotto wählt seine Protagonisten und seine Handlungen immer mit dem Ziel, das skrupellose Italien hinter den endlos langen Stränden und der guten Küche aufzudecken. Das Buch sei daher all jenen empfohlen, die eine sehr direkte Sprache, eine spannende Handlung und reichlich Gegenwartsanalyse schätzen.

Angaben zum Buch

Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao. Tropenverlag, Berlin 2007.

Backofenheiße Stadt

Bislang habe ich ein einziges Mal über die Unerträglichkeit der Hitze geschrieben, obwohl in diesem Sommer schon öfter Grund dazu gewesen wäre. Diesmal ist die Sache jedoch anders gelagert. Bei Tag ist es draußen heiß und die Quecksilbersäulen klettern unaufhörlich auf die 40°C-Marke zu. In der Nacht – und hier kommt der qualitative Unterschied zu früheren Sommern – bleibt es allerdings heiß. Wer ohne Klimaanlage schlafen muss, dem bleibt nichts anderes übrig als diesen Schlaf ohne Erholung über sich ergehen zu lassen und sich am nächsten Tag von früh bis spät müde zu fühlen.

Dass man pro Tag einige Flaschen Wasser leert, wundert nicht mehr. Dass man täglich weniger isst, ebenso. Dass Cola und Kaffee nicht mehr angerührt werden, wohl auch. Die anhaltende Müdigkeit? Mittlerweile normal! Das ständige Umziehen und Gewandwaschen? Naturzustand! Schweißnasse Handys nach dem Telefonat? Alltag!

Reinigende Wirkung

Und doch ist das Schwitzen und das andauernde Wassertrinken mit einem reinigenden Effekt verbunden, den wir in Österreich nur von andauernden Regenfällen her kennen (Äußerlichkeiten) oder durch die Osterbeichte im Stephansdom (Inneres): Fette, schwitzende Goldketterlträger, die im Schweizerhaus geboren scheinen, verlieren an Sexappeal und das Bier an Geschmack. Man besinnt sich des Beiwassers. Die abgemagerten Herren mit dem halbleeren Weinglas vor den Grätzlwirtshäusern wirken irgendwie unglücklich und starren die Gegend an, doch das Wasserglas ist auch hier gegenwärtig. Ja und selbst die Würstlstandgemeinde wirkt ein wenig wässrig, das jedoch vornehmlich durch die hohe Durchmischung des Alkohols mit Almdudler, da sie nun von Bier (pur) auf Radler und dergleichen umgestiegen ist.

Klimatisation in den Öffentlichen Verkehrsmitteln

Überhaupt ist das in Österreich unbeliebte Schwitzen plötzlich ein Thema, denn jeder, wirklich jeder schwitzt. Und das auch in den Öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus, Straßen- und U-Bahn. Doch deren Klimatisierung läuft bereits in österreichischer Eilsamkeit gemütlich dahin:

  • Die U-Bahn kann mit 15 klimatisierten U-Bahn-Garnituren aufwarten. (Das ist in etwa die halbe U2.)
  • Bei den Straßenbahnen sieht es schon besser aus: 150 klimatisierte Tramways fahren demnächst in der Gegend herum. Und zwar ab Herbst!
  • Die Busse dieser Stadt bieten den Komfort eines Fünftels: Von ca. 500 aktiv im Einsatz stehenden Bussen, sind 68 klimatisiert (alte Generation) und 175 klimatisierte Busse (neue Generation) werden ausgeliefert. Von den 175 sind 25 (!) bereits im Einsatz.

Wir werden also alle noch ein wenig warten müssen, bis wir nicht mehr schweißgebadet aus der U-Bahn aussteigen werden. Freuen wir uns doch bis dahin auf die zwischenmenschlichen Kontakte, die nun viel reibungsloser verlaufen. Jedem U-Bahnfahrer sein Handtuch!

Zum Schluss: Hitze

Manchmal kann es auch solche Artikel geben. Artikel, bei denen es ums Wetter geht, um Eindrücke und Leid. Der Titel dieses Artikels – “Backofenheiße Stadt” – enstammt übrigens einer Sonntagsarabeske mit dem für diese Jahreszeit und die herrschenden Temperaturen trefflichen Titel: Hitze.

Gescheitertes Textdesign

Ich scheitere immer wieder daran auf ein Content Management System (CMS) umzusteigen, das mir den Komfort bietet, meine Seite nicht selbst gestalten zu müssen, sondern aus einem Pool bereits vorgefertigter Designs zu wählen. Dieses Scheitern erfolgte neulich erst wieder mit einer Kombination, die mir anfangs gefiel, doch schon bald an Attraktivität verlor: WordPress als CMS, K2 als Framework und Fork als Stylesheet und damit Designvorlage.

Die Frage: Was war das Problem?
Die Antwort: der Text.
Die Folgerung: das Design.

Die Form folgt aus der Funktion

Louis Sullivan hat einst in einem seiner Aufsätze zum Thema Architektur geschrieben:

Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, dass die Form immer der Funktion folgt.

Die Kernaussage dieses Zitats ist eine Aufforderung, die Gestaltung einer Sache bestmöglich an ihren Zweck, an ihre Funktion anzupassen. Wenn ich nach der Funktion meiner Website frage, dann liegt sie darin, Inhalte mittels Text an meine Leserschaft zu übermitteln. Die gewählte Form der Übermittlung – das Erscheinungsbild des Texts – sollte dementsprechend der Verwendung in dieser Funktion gerecht werden. Das Lesen der Seite sollte problemlos erfolgen können, der Leser sollte sich zum Beispiel nicht dem Bildschirm nähern müssen, um die Texte lesen zu können, er sollte in angenehmer und entspannter Haltung bleiben. Er sollte die Möglichkeit haben, den Text (und das gesamte Erscheinungsbild mit ihm) zu vergrößern oder verkleinern. Kurzum: Mein Design des Texts sollte der Leserschaft dienlich sein und nicht einem globalen Erscheinungsbild, das letztlich zwar ein nettes Bild abgibt, seiner Funktion aber nicht gerecht wird. Und genau in diese Frage nach dem Aussehen – und nicht der Funktion – fiel die Designvorlage “Fork”.

Der Text war zu klein, wirkte durch die im Blocksatz – eine tschicholdsche Sünde – auftretenden unregelmäßigen Abstände zerfetzt und war eher fürs Verfassen von Akzidenzen (Asides?) geeignet als für längere Artikel. Ebenso waren die Leerräume zwischen den einzelnen Artikeln, zwischen Überschrift und Haupttext, zwischen zwei Absätzen, zwischen Unterüberschrift und Haupttext und bei besonderen Auszeichnungen wie Zitaten und zitiertem Quellcode nicht harmonisch bzw fehlten komplett. Kurzum: Die Vorlage war nett anzusehen, nicht jedoch zu lesen. Globales Erscheinungsbild gut, Detail respektive Funktionserfüllung schlecht.

Ockhams Rasiermesser – oder – KISS

“Ockhams Rasiermesser” bezeichnet das Sparsamkeitsprinzip in der Wissenschaft. Es besagt, dass von allen Theorien, die den gleichen Sachverhalt erklären, die einfachste auszuwählen ist – oder, ganz profan und aufs Design bezogen – KISS: “Keep it simple, stupid”, denn in der Kürze liegt die Würze. Verzicht auf Bilder, Grafiken und die Aufmerksamkeit des Lesers beanspruchende Elemente bei gleichzeitigem Versuch, das Aussehen anspruchsvoll zu gestalten: Von allen Designs, die der gleichen Funktion dienlich sind, ist das einfachste auszuwählen.

So markig das alles klingen mag, so sehr kann man dieses Wissenschaftsprinzip oder den Leitsatz KISS auch als Prinzip jeglichen Designs heranziehen, wenngleich barocke Künstler mir hier bestimmt widersprechen würden. Doch in Anbetracht meines Wunsches nach Lesbarkeit und Abstraktion, ist soetwas durchaus angemessen. Keinerlei störende Verzierungen, die den Lesefluss beeinträchtigen könnten, keinerlei Unterbrechungen optischer oder inhaltlicher Natur, keine Ablenkung jedweder Art. Je einfacher desto besser, desto sinnvoller und zweckmäßiger. Daher gilt für 3th vorläufig, ganz in profaner Ableitung des ockhamschen Prinzips: Von allen Designs, die meiner Seite als Schmuck dienen können, wähle ich das dezenteste und zielführendste aus.

Verkehrung des Designprozesses: Weg mit Photoshop!

Das größte Problem der meisten Designs liegt meiner Ansicht nach in einem Zugang vom Großen zum Kleinen. Die meisten Designer, so meine Annahme, arbeiten ihre Entwürfe in Photoshop aus, wo sie mit der falschen Arbeitsumgebung fürs Entwerfen eines passenden Erscheinungsbilds konfrontiert sind, denn Photoshop stellt alles immer im Zusammenhang, zumindest der Bildschirmproportionen, dar und erlaubt keine modulare Herangehensweise.

In den Arbeitsraum eines Fensters soll nun der Designer eine vollständige Seite (hinein-) entwerfen. Dieser Zugang ist nicht zweckmäßig und zielführend, denn einerseits kann der Entwickler sein Design in einem Photoshop-Arbeitsraum nicht mit variablen Bedingungen testen (unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen Browsern stellen ein und denselben Text meist völlig anders dar), andererseits arbeitet er sich hier vom Gesamterscheinungsbild zum Detail hin; das widerspricht dem hier vorgeschlagenen Weg, vom Text ausgehend zum Gesamterscheinungsbild zu arbeiten.

Ein mehr geeignetes Entwicklungswerkzeug für den Webdesigner wäre eines, das es ihm ermöglicht, zuerst am Text zu arbeiten, ihn unter realen Bedingungen auf seine Lesbarkeit abzutesten und erst dann die nächste Stufe, das Erscheinungsbild des ganzen Artikels, dann mehrerer Artikel, schließlich der ganzen Seite auf eben diesen Text abzustimmen und damit ein leseoptimiertes Design zu erstellen. Nur so kann gutes Webdesign erfolgen.

Zusammengefasst

Ich habe wiedereinmal die Feststellung machen müssen, dass eine weitere Designvorlage ein Schmarr’n ist. Nicht, weil sie etwa schlecht geschrieben wäre, sondern, weil sie bestimmte Grundregeln für gute Typographie in ihrem Erscheinungsbild nicht berücksichtigt hat. Das lässt sich vermutlich zurückführen auf die häufig von Webdesignern verwendete Arbeitsweise, Designs in Photoshop zu erstellen. Doch diese ist abzulehnen, da man damit die Flexibilität eines Browsers und die Unterschiede verschiedener Browser nicht nachstellen bzw ausprobieren kann. Der Designprozess sollte vom wichtigsten Inhalt und der wichtigsten Form, dem Text, ausgehen und sich von da hin zum globalen Erscheinungsbild vorarbeiten. Dabei sollten zumindest die Grundregeln guter Typographie berücksichtigt werden.

Designvorlagen allesamt ein Schmarr'n

Hat die werte (bloggende) Leserschaft schon einmal einen Designwechsel ihrer Homepage in Erwägung gezogen und ist draufgekommen, dass WordPress auf 238 Sites, die jeweils 15 Designvorlagen beinhalten (das sind ingesamt 3570 Designs) gerademal knappe 20 Vorlagen anbietet, die dezent sind und gut aussehen, leicht modifizierbar sind, mit Schriftarten und vor allem -größen arbeiten, die man tatsächlich lesen kann und außerdem noch validiert werden können? Bei Textpattern gibt es genau das gleiche Problem, nur dass sich da die Anzahl der verfügbaren Vorlagen von vorne herein schon auf knappe 100 beschränkt, von denen mindestens 2/3 Portierungen von WordPress-Themes sind…

Text als Designvorlagen

Bei Websites jedweder Art geht es immer um eines: das Übermitteln von Informationen. Und übermittelt werden sie in der Regel durch Text. Genau das berücksichtigen die meisten Webdesigner nicht (mehr). Sie füllen Ihre kunterbunten Seiten mit Bildern auf, mit Gimmicks und schön anzusehenden Effekten, designen ihre Websites in Bildbearbeitungsprogrammen und lassen sie dann womöglich – horribile dictu! – automatisiert in HTML umwandeln oder greifen gleich zur eierlegenden Wollmilchsau namens Flash.

Sie alle vergessen jedoch den Hauptbestandteil der Website: den Text. Er sollte im Mittelpunkt stehen, er sollte die Einheit sein, auf der das Design basiert. Auf Texten basiert jede Website, nicht auf ihren Verzierungen.

Designvorlagen und Templates für WordPress

Zuerst ein paar Vorlagen für WordPress, die allesamt in die nähere Auswahl, dann aber doch nicht in Verwendung kamen, weil sie entweder bereits zu häufig benutzt werden oder schlicht und einfach schlecht geschrieben sind/nicht validieren.

The Ideal Website

Ausgesprochen gut gefällt mir die Website der Information Architects Japan (iA) und die Herrschaften haben sich auch dazu entschlossen, das Design unter dem Titel The Ideal Website in der Version 1.1 freizugeben.

Die Konfiguration von Schriftart, Schriftgröße, Zeilenbreite und Zeilenabstand folgt dem (von iA selbst “erfundenen”) Standard 100E2R, der für die leichte Lesbarkeit von Onlinetexten und gegen das bildhafte Designen von Texten steht. Kein Flash, keine Bilder und Grafiken sind nötig, das macht mir das Template gleich noch eine Spur sympathischer.

Negativ ist mir an dieser Vorlage aufgefallen, dass sie schlichtweg schlecht geschrieben ist. Da wird ein CSS-Befehl noch schnell in die HTML (bzw. PHP)-Datei gequetscht, dort und da ist ein

nicht geschlossen und es happert daher/auch bei der Validierung. Außerdem gibt es keinen Link zur Archivseite und auch sonst keine Möglichkeit – außer die Links zum nächsten und vorherigen Artikel, die Suche und die Auflistung der 15 aktuellsten Artikel – sich innerhalb der Seite zu bewegen.Eine Portierung nach Textpattern erlaubt die beigelegte Lizenz nicht.

Modio

Mit einem für mich neuartigen Konzept wartet die Vorlage Modio in der Version 0.2 von Upstart Blogger auf. Sie präsentiert auf der Homepage nämlich nicht wie sonst üblich den oder die aktuellsten Artikel, sondern lediglich eine Art Inhaltsverzeichnis, das die aktuellsten Artikel, die neuesten Kommentare, Sponsorenlinks und weitere, frei wählbare Inhalte, präsentiert. Nett und optisch ansprechend fand ich vorweg den roten Streifen links oben, der sich beim Testen als Überschrift einer Navigationsleiste herausstellte, die von links her ins Bild fährt, sobald man mit der Maus drüberfährt.

Allerdings auch hier das gleiche Problem wie schon bei der “Ideal Website”, wenngleich das “Modio”-Template wesentlich schlechter geschrieben wurde als die “Ideal Website”: Hier werden Überschriften und Listenelemente gleichgesetzt, Abstände per mehrfachem erreicht und damit bin ich noch gar nicht bei der Verschachtelung der verschiedenen Layer oder den unterschiedlichen DOCTYPEs der Seiten angelangt…

K2

K2 ist im Unterschied zu herkömmlichen Themes ein vollständiges Framework, auf dem dann das tatsächliche Design aufsetzt. Erreicht wird das durch eine strikte Konvention in der Namensgebung diverser Elemente, die dann per CSS nach belieben gestaltet werden können. Die Macher von K2 beschreiben es selbst als “Schnittstelle zum Benutzer” während WordPress die “Schnittstelle zur Datenbank” sei.

K2 unterstützt von Haus aus eine Vielzahl an Plugins und das Auffinden der deutschen Übersetzung ist ein Klax.

All meine Ausflüge zu WordPress – ich lande immer wieder bei Textpattern – haben mich zu K2 geführt. Alle!

Cutline

Cutline ist nicht nur schick, sondern auch sexy, denn es ist leicht zu modifzieren, leicht zu ändern, die WordPress-Widgets funktionieren einwandfrei und es scheint – aus welchem Grund auch immer – dem Autor richtig Spaß zu machen, an dieser Vorlage herumzubasteln und sie von Mal zu Mal besser zu machen. Suchmaschinenoptimierung, Lesbarkeit, optischer Anspruch – auf alles scheint der Autor Rücksicht zu nehmen.

Cutline ist leicht zu modifizieren, leicht zu bearbeiten und bietet volle Unterstützung von WordPress-Widgets, den meisten aktuellen Plugins und wird aktiv weiterentwickelt (siehe das Cutline-Blog).

Weitere Designs

Selbstverständlich stellen diese paar Designs nicht die völlige Bandbreite der verfügbaren WordPress-Themes dar, allerdings wage ich zu behaupten, dass diese Vorlagen die gesamte Bandbreite von brauchbaren, also leseoptimierten und augenfreundlichen Templates darstellen.

Damit aber die werte Leserschaft und alle, die WordPress verwenden und nach Themes/Templates/Designvorlagen suchen, nicht sinnlos Zeit verschwenden, habe ich hier ein paar Links zu verschiedenen Seiten zusammengestellt, auf denen Designvorlagen vorgestellt werden, die nicht unattraktiv sind. Ich selbst habe mich nach langer Auswahlphase auch an diesen Beiträgen orientiert und fast… fast wäre es eines davon geworden…

…wenn ich momentan nicht in einer solchen Phase des höchsten Abstrahierens wäre…

Designvorlagen und Templates für Textpattern

Tja. Da, ähem, sieht es gleich ganz anders aus. Ich will nicht behaupten, dass es für Textpattern gar keine Vorlagen gibt, denn hin und wieder veröffentlich der eine oder andere Fanatiker ein Template, aber Textpattern hinkt in diesem Bereich nicht nur aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Angebots, sondern auch aufgrund des Fehlens einer adäquaten Technologie ordentlich nach: das CMS unterstützt Vorlagenpakete nicht, hier muss der Benutzer Seite für Seite, Baustein für Baustein, CSS-Datei für CSS-Datei von Hand kopieren, die passenden Einstellungen vornehmen, etc., etc. Das ist natürlich nervtötend, vor allem, wenn viele Bausteine und Seitenvorlagen erstellt oder modifiziert werden müssen. Und wann ist das bei einem zeitgemäßen Template nicht so?

Davon abgesehen beschränkt sich die Auswahl der Vorlagen für Textpattern auf knappe 100 (WordPress bietet momentan über 3000 an!), die man bei Textgarden herunterladen kann. “Knappe 100″ fällt mir allerdings schwer zu sagen, denn mindestens 2/3 der auf Textgarden zum Download angebotenen Designs sind Portierungen von WordPress-Designs.

Jahr für Jahr versuchen einige Idealisten in einem eigenen Wettbewerb – Textplates – Webdesigner dazu zu motivieren, Vorlagen, Themes und Templates für Textpattern zu designen, doch auch hier gibt es mehr Preise für die Gewinner als insgesamt Teilnehmer…

Was nun?

Sowohl für Textpattern als auch für WordPress gibt es kaum leseoptimierte Designs, Templates und Themes. Das liegt hauptsächlich daran, dass Webdesigner gerne vom Gesamtbild ausgehen und sich allmählich in die Details hineinarbeiten, den Text jedoch – die wichtigste und alles entscheidende Form der Kommunikation im Internet – nahezu völlig vernachlässigen.

Was also nun?

Es gibt, soweit ich das überblicken kann, kaum (frei erhältliche) Webdesigns, die all die Punkte berücksichtigen, die ich hier erwähnt habe. Das ist allerdings erstaunlich, denn Anleitungen, Tutorials und Beispiele gibt es zuhauf. Es ist an der Zeit, dass Designer wieder zu lesen beginnen und sich nicht einzig und allein auf die Wirkmächtigkeit von Farben, Bildern und Formen stützen.

Single, quo vadis?

Italian Couple

Wie sehr kann ich mich darauf verlassen, dass ich über die Definition meiner Interessen, meiner Charaktereigenschaften, meiner Vorlieben und meiner Vorstellungen einen Partner finde, der die gleichen Interessen, Eigenschaften, Vorlieben und Vorstellungen hat oder sie zumindest gerne hätte? Geht das? Bringt das was? Funktioniert es tatsächlich, dieses Registrieren bei einer Singlebörse, das Ausfüllen des Charakterfragebogens, das Zusammenstellen eines Idealpartners, der dann für mich von einer Maschine ausgewählt wird? Gibt es Beispiele für glückliche und wertvolle Beziehungen oder Freundschaften, die aus den Ergebnissen von Suchparametern erwachsen? Oder sind Singlebörsen nichts anderes als Websites zur Förderung des schnellen Sex?

Es mag sein, dass ich eine nicht (mehr) aktuelle Meinung habe und manche Dinge, die um mich herum passieren, viel zu wenig ernst nehme: Beispielsweise halte ich Singlebörsen für ausgemachten Blödsinn, wenn man auf der Suche nach einer ernsthaften Partnerschaft ist. Und womit wurde ich in den letzten zwei Wochen dreimal konfrontiert? Mit Menschen, die nach ernsthaften Partnerschaften suchten und auf einer Singlebörse fündig wurden! (Ihre Antwort.) Meine Antwort darauf war Kopfschütteln, mit dem Finger an die Stirn klopfen und schweigen. Ernsthafte Partnerschaft? Singlebörse? Lachende Pärchen und Erfolgsgeschichten auf der Website zur Registrierung, Bilder und Stories, die aus dem Wachtturm oder dem Hochglanzprospekt des CV stammen könnten, Einteilungskriterium Raucher, Musiker oder Sportler, Lieblingsfilme, Lieblingsbücher und Lieblingsband machen den Idealpartner aus? Kriterium Größe, Gewicht, Haar- oder Augenfarbe? Sushi oder Steak als Entscheidungsfrage? – Und das glaubt jemand? Ja! ist die Antwort. Was ist mit euch los, Singles, seid ihr wahnsinnig?

Erster Kontakt mit einem Parksheriff

Als Wiener und Wienbesucher kennt man die schrägen und teilweise unglaublichen Geschichten über die Organe der Parkraumüberwachung aka Parksheriffs und fragt sich bestimmt bei jeder, die man zu hören bekommt, ob das, was da aus dem Mund des Erzählers kommt wirklich und wahrhaftig die Wahrheit sein kann, so schier unglaublich scheint die Dreistigkeit und Frechheit zu sein, die diese Organe an den Tag legen. Man rechtfertigt sich mit dem Gedanken, dass sie ja nichts dafür können, in so einem Job arbeiten zu müssen und überhaupt, sie erhalten ja Provisionszahlungen, also was soll man da machen.

Bisher ging es mir genauso und ich konnte – gar nicht im Einklang mit all den Geschichten, die an mich herangetragen wurden – keine dieser Eigenschaften, die den Organen der Parkraumüberwachung nachgesagt wurden, bestätigen. Ganz im Gegenteil, ich erinnere mich an mehrere freundliche Menschen, die mich ohne Murren haben gehen lassen und die auch Verständnis zeigten, als ich mit dem Kebab, dem Big Mac oder der Pizza in der Hand zum Auto gelaufen kam. Dennoch, all das ist nunmehr Geschichte, denn der erste schwarze Fleck ist auf der weißen Weste aufgetaucht.

Montag, 21:04 Uhr, Schweglerstraße 23 in 1150 Wien. Der erste Kontakt mit einem Parksheriff. Die Legenden wurden Wirklichkeit, die parksheriffsche Phänomenologie verifiziert. Was ist geschehen?

Der Ablauf

Ich halte mit dem Auto auf einem Parkstreifen. Hinter mir noch etwa fünf Meter Platz, vor mir mindestens vierzig bis zum nächsten Wagen. Durch die Frontscheibe sehe ich zwei Organe der Parkraumüberwachung – Blaue Kappe, also… ja – auf mich zukommen. Sie spazieren langsam die Straße hoch und scheinen in ein Gespräch versunken zu sein.

Der Stift im Auto ist ausgetrocknet, funktioniert nicht oder was weiß ich was. Ich steige aus, lehne die Autotüre nur an, gehe nach hinten zum Kofferraum. In der Tasche, die da liegt, ist ein funktionierender Stift. Plötzlich schnauzt mich einer der beiden, ein kleingewachsener, fast glatzköpfiger Mann, mit den Worten “Hier ist Kurzparkzone!” an und macht mich darauf aufmerksam, dass man hier der Stadt Geld spenden darf. Keine Begrüßungsformel, gar nichts. Selbst der unfreundlichste Polizist, mit dem ich bislang zu tun hatte, hat mich begrüßt! Doch wie ging es weiter, nachdem man mir so freundlich und eloquent erklärt hat, dass hier Parkzone sei?

Der Dialog

Das weiß ich, danke. Ich fülle den Parkschein gleich aus. (Will gerade den Kofferraumdeckel zumachen.)

Ich bin ja gerade erst hier stehen geblieben und hole mir nur einen Stift, weil… (Ich wundere mich über den harschen Befehlston, den mir das Organ hier entgegenbringt! Das Organ unterbricht mich…)

Gut, dann tun’s endlich einen Parkschein rein! (Geht weiter…)

Wollen Sie mir unterstellen, dass ich keinen Parkschein einlegen will? (Genervt wegen des Tonfalls des Mannes und seiner Annahme, dass ich keinen Parkschein legen würde.)

(Das Organ bleibt stehen, sein Partner geht weiter. Das Organ dreht sich um, kommt zurück und stellt sich neben mich. Spricht betont hochdeutsch, es gelingt ihm aber nicht ganz.)

Ich unterstelle ihnen nichts, Pause ich mache sie nur (betont) darauf aufmerksam, lange Pause, die die letzten Worte betont wirken lassen sollen dass sie hier einen Parkschein ausfüllen müssen.

Danke, aber ich kann lesen, außerdem fülle ich ihn ja gerade aus! (Ich zeige auf das gelbe Schild, das auf die gebührenpflichtige Zone hinweist. Es ist zwei Meter vor meinem Auto deutlich zu sehen. Ich zeige darauf.)

Reden Sie nicht, legen Sie einen Parkschein rein! (Tonfall lässt vor meinem geistigen Auge das Wort “Beschwerde” mit blinkenden Lichtern rundherum aufscheinen!)

Ah, sehr freundlich! (Partner des Parksheriffs merkt, dass da etwas länger dauert und sieht her…)

Hören Sie, legen Sie einen Parkschein rein, sonst kriegen Sie ein Mandat! (Geht. Der Partner reagiert etwas peinlich beschämt. Exakt zehn Minuten später waren die beiden dann wieder da. Ich fuhr zu dem Zeitpunkt gerade weg.)

Beschwerde gegen einen Parksheriff?

Ich habe mich, nachdem dieser Artikel veröffentlicht wurde, mit meinem Anliegen einer Beschwerde gegen dieses Parkraumüberwachungsorgan an die Magistratsabteilung 67 “Parkraumüberwachung” gewandt und dort angefragt, ob es denn ein Beschwerdeformular oder eine anderwertige Möglichkeit gäbe, sich über solch einen Fall zumindest seelische Wiedergutmachung zu holen. Die Antwort des Beamten fiel interessant aus.

Es gibt es solche Beschwerden scheinbar stündlich, wobei ich stark vermute, dass mindestens drei Viertel dieser Beschwerden ungerechtfertigt sind. Bedenken wir aber, dass ein Viertel sehr wohl gerechtfertigt ist, dann ist das in meinen Augen bedenklich. Außerdem dürfte der zuständige Beamte leidgeplagt sein und solche Anfragen andauernd bearbeiten, denn er wies mich gleich darauf hin, dass hierfür bereits E-Mailadressen eingerichtet wurden, die man auf der Kontaktseite auf wien.gv.at finden kann. Ob man Antwort erhält oder nicht, weiß ich nicht, aber vielleicht muss ja danach der eine oder andere Sheriff von seinem AMS-vermittelten Ross hinabsteigen und seine erhabenen Fußsohlen auf den Boden der Realität stellen. Oder einen Benimmkurs beim Elmayer belegen. “Küss die Hand, Sie Parksünder!”, heißt’s dann wieder in Wien!

Anmerkung am Rande: Die Schweglerstraße gehört zu einem Verkehrskonzept der “besonderen” Art. Um die Tiefgarage, die vor der Stadthalle gebaut wurde, zu finanzieren, hat man hier gebührenpflichtige Parkzonen eingerichtet, deren Gültigkeit bis in die späten Nachtstunden andauert. Diese Zonen sind durch gelbe Schilder beschriftet, die nicht, wie gewöhnlich am Anfang und am Ende der Zone vorzufinden sind, sondern mittendrin.

Im Donauzentrum

Samstag ist Konsumtag und das bedeutet einen Besuch im Shopping Center (Einkaufsstraßen und Märkte sind bei der Hitze ausgeschlossen)! So ein Shopping Center – heute war’s das Donauzentrum – kann den sozialwissenschaftlichen Forscherdrang ins Unendliche stimulieren, wobei mir heute erstmals aufgefallen ist, dass konsumentenorientierte Sozialstudien nicht nur von denjenigen durchgeführt werden, die abseits des Einkaufsrausches ihr Dasein fristen und lediglich als Begleitung fungieren, sondern durchwegs auch von den Konsumenten selbst. Ein Blick hier, ein Zucken da, eine kurze Bemerkung, Raunen und Murren… Beobachtung ist stets verbunden mit Gegenbeobachtung und der Gedankengang, den man im Moment dieser Erkenntnis hat, entspricht dem eines Forschers, der feststellt, dass die Drosophilakolonie Notizen über ihn angelegt hat.

Kurzes Schlucken, dann geht’s weiter. Teenies wühlen bei H & M, bei Intimissimi lässt ein 50-Jähriger seine 25-jährige Freundin BHs probieren, bei Tchibo ist das Durchschnittsalter 64, die Fruchtsaftpresse presst Karottensaft und die Verkäuferin fragt, ob Öl gewünscht wird, die Bankomaten surren und der Pizzamann am Pizzastand verkauft eine Pizza nach der anderen. Die Putzkolone putzt die heruntergefallenen Champignons weg und die Ratten im Keller fressen sie wieder auf.

Ein paar Idioten verstehen die Pfeilsymbole an den Aufzügen nach wie vor nicht und wieder andere sitzen beim Brötchenshop und sehen brötchenkauend und Mayonnaise aus den Mundecken wischend den Menschen beim Einkaufen zu; das hat was von Schaf. Bei Spar wird fürs Wochenende eingekauft, doch es sind zu wenige Kassen offen, bei Niedermeyer ist wie immer nichts los und in der Paper Box hat sich ein halbes Dutzend Pubertierender versammelt, die sich an den Plastikbrüsten mit drangenähter Kochschürze erfreuen. In etwa einer Stunde wird ein kurz vor der Pensionierung Stehender diese Kochschürze fürs finale Grillfest kaufen. Gleich daneben, bei McDonald’s, flötzen ein paar Schüler mit angesabberten Servietten herum und unten, bei Wein & Co., sammelt sich diese Munition schön langsam an. An der Theke sitzen ein paar Schnorrer, die das Verköstigungsangebot in Anspruch nehmen und auf der Bank vor dem Sexshop sitzen nur alte Männer, daneben, vorm Blumenladen, kaum.

Im ersten Stock, an der Informationsbude, flirten ein paar DZ-Mitarbeiter mit amerikanischen Touristen und gleich gegenüber, bei Kika, werden Namen in Gläser eingraviert: Jessica, Jennifer und Jaqueline (und man fragt sich, wieso “J”, wieso!?!!). Die Rolltreppe trägt drei Kinderwagen gleichzeitig hoch und die sie stützenden Mütter (die Kinderwagen, jetzt, nicht die Rolltreppe) schwitzen. Es riecht nach Crêpes und nach frischer Knackwurst gleichzeitig, ab und an ein Brise Kaffee vom Coffeeshop. Süpergüt!

Hinter mir unsinniges Wortmaterial, immer mehr, immer lauter, immer weiblicher. Eine Gruppe 14-16-jähriger Mädels zieht an mir vorbei, eine trägt Vanilleparfum, der Rest hüllt sich blumig ein. Mein olfaktorisches Erlebnis setzt sich nun also aus Crêpes, Knackwurst, Kaffee, Vanille und Blumen zusammen. Optisch fällt mir nur der überdimensionierte Ausschnitt einer knapp Sechzigjährigen auf, die das mit dem Erdbeereisessen offensichtlich nicht so ganz durchschaut hat. Ach, Heissa!, ist das Alltag!

Die Top 10 Kaffeemythen

Die Top 10 Kaffeemythen

Every re-thought that the best coffees in the world come from Italy, that Robusta beans are necessary in espresso to give the correct body and crema, that coffee was discovered when Khaldi, an Arabian goatherd, noticed his goats got much friskier after eating certain berries from a bush, that you can tell how fresh coffee is by looking at it, that there is a single correct roast level for all coffee, that french roast, italian roast, etc are terms which actually define roast levels, that you can keep coffee fresh with packaging, that there is a single grind level which suits most brewing methods, that it costs a fortune to “ge into” good coffee, and that you can’t (insert coffee skill here) at home as well as the professionals can? Well, think again!

Nataschas Welt

Natascha Kampusch war in allen Zeitungen, Natascha Kampusch war im Fernsehen, Natascha Kampusch hat eine eigene Website: Nataschas Welt. (via EnlargeYourPen)

Für diejenigen, die zur Zeit ihrer Flucht, also zur medialen Hochblüte des Falls Kampusch nicht in Österreich oder Europa waren, bietet diese Seite nun Möglichkeit, den gesammten Rummel neu zu erleben: Abschriften und Videos von Interviews (mit Christoph Feurstein), die Sendungen des ORF zu ihrer Person und ihrer Flucht, das News-Interview und alle Presseberichte rückdatiert bis zum 4. März 1998, dem Tag, an dem die Kronen Zeitung unter dem Titel “Mädchen spurlos verschwunden” den Beginn der Medienschau setzte.

Bezahlen im Café Einstein

Bezahlen im Café Einstein

Sie möchten bezahlen. Haben aber kein Bargeld bei sich. Macht nichts.
Im Einstein akzeptieren wir – nebst Cash – über 30 Zahlungsmittel: Bankomatkarte, Kreditkarte, (…) Sie können aber auch mit Reise- & Kino-Gutscheinen, Fahrscheinen (nicht entwertet) oder Parkscheinen (nicht ausgefüllt) bezahlen. Wer künstlerisch begabt ist, hat zusätzlich die Möglichkeit mit seinen Werken zu bezahlen. Gerne nehmen wir Ölbilder, Aquarelle, Grafiken, Kupferstiche, Radierungen, Lithografien, Skulpturen, Büsten, Gedichte, Lieder, Oden, … in Zahlung, wenn die Kunstwerke etwas mit Albert Einstein zu tun haben (Motiv, Thema). Auch Sex wird als Zahlungsmittel akzeptiert. Plus: Im Einstein können Sie sogar mit Kauri-Muscheln bezahlen.

Website Don'ts

Hier eine kleine Auflistung einiger wirklich simpler und grundlegender Don’ts, die Webmaster und Webdesigner beim Erstellen von Websites vermeiden sollten, wenn der Auftraggeber eine Seite in Auftrag gegeben hat, mit der man auf irgendeine Art und Weise Geld machen soll. Diese Liste dient allerdings auch allen als Checkliste, die eine Website evaluieren müssen.

  1. Verändere nichts am und nicht das Browserfenster.
  2. Verschiebe das Browserfenster nicht.
  3. Bewahre uns vor Pop-Ups.
  4. Keine Layer-Werbung.
  5. Erstelle keine Website, die erst gestartet werden muss.
  6. Erstelle eine Website und nicht mehrere Versionen, aus denen der Benutzer dann eine wählen muss.
  7. Verwende keine Flash-Intros.
  8. Schreibe und erstelle deine Seite keinesfalls komplett in Flash.
  9. Biete dem Benutzer die Informationen nicht nur in Form von Videos, Grafiken und Bildern an. Text ist nach wie vor das beste Mittel, Informationen zu übertragen.
  10. Die Information auf deiner Seite ist der Inhalt. Dem Inhalt gebührt der meiste Platz!
  11. Verwende Tabellen niemals als Designelemente. Sie sind ausschließlich für tabellarische Daten da.
  12. Verlinke niemals direkt auf pdf-Dateien.
  13. Mache Informationen nicht ausschließlich per pdf verfügbar.
  14. Hintergrundmusik wird von den meisten Usern als störend wahrgenommen. Lass es bleiben!
  15. Zwinge den User nicht darüber zu entscheiden, welche Version eines Videos er sehen will.
  16. Verkleinere Bilder nicht per html, sondern in Photoshop.
  17. Erfinde die Navigation nicht neu und ändere nichts an althergebrachten Modellen.
  18. Sperre niemals die rechte Maustaste. (Diejenigen, die Bilder kopieren wollen, tun’s trotzdem!)
  19. Verändere niemals die Funktionalität der Maustasten sowie des Mausrads!
  20. Verändere die Funktionalität des Zurück-Buttons im Browser niemals.
  21. Verstecke die Navigation nicht.
  22. Erstelle keine Navigationsstruktur für die Größe einer Seite wie Amazon.com, wenn es letztlich um dein privates Blog geht.
  23. Vergiss nicht dem Nutzer das Durchsuchen der Seite durch ein Suchfeld zu ermöglichen.
  24. Erstelle niemals Seiten, die ausschließlich auf einem bestimmten Browser richtig dargestellt werden.
  25. Wenn es die Möglichkeit der Kontaktaufnahme gibt, dann soll nicht der User entscheiden müssen, wen er kontaktiert.

Zum Schluss

Dieser Artikel enthält einerseits meine Ideen zur besseren Nutzbarkeit von Websites, bereitet andererseits auch meine Erfahrungen mit schlecht erstellten Websites auf. Es ist allerdings noch mehr Information hier eingeflossen, die ich aus den folgenden Artikeln zusammengetragen habe:

Josiah Cole: 19 things not to do when building a website.

Sonntagsarabesken #140

Ein schwarzer Punkt zwischen den tief liegenden kleinen Augen der kühn gekerbten, umschatteten Fassade; kaum bewegt er sich, das schmale Gesims entlang balancierend, und noch hat keiner der tief unter ihm dahin eilenden oder in der Straßenbahn sitzenden oder sich an den Tischen des Stehcafé unterhaltenden Menschen ihn bemerkt. Spitz ragt der gewaltige Klotz in den Vormittagshimmel. In dem Moment, als der rechte Fuß des jungen Mannes, in einem handgenähten Lederschuh, Qualitätsanfertigung, Rue du Faubourg Saint-Honoré, den Fensterrahmen überschreitet, zerreißt der dichte Vorhang bleigrauer Wolken, und eine grell weiße, gnadenlose Sonne taucht den Kulturpalast in unwirkliches Quecksilberleuchten. Im Café ist der Radioempfang miserabel. Die Unterhaltungsmusik geht in sonores Rauschen über. Keine Nachrichten. Stille. In Poznań verdunkelt der Rauch von Brandsätzen die Sonne. Menschen fliehen vor in alle Richtungen abgegebenen Schüssen. Transparente fallen in den Staub. Blut. Schreie. Verhaftungen. Schläge. Tränen. Flammenzungen lecken an der Flanke eines mitten auf der Straße stehen gebliebenen Panzers empor. Ein Soldat beugt sich aus dem Geschützturm und lacht. Dann zieht er die Pistole aus dem Halfter und schießt einem Passanten in den Kopf. Im Café hat man den Sender wieder gefunden. Musik. Dann die Stimme eines Nachrichtensprechers. Provokateure, Konterrevolutionäre und imperialistische Agenten greifen Sicherheitskräfte an und versuchen, die Solidarität der Arbeiterschaft zu unterwandern. Doch der Sozialismus wird siegen. Im Raum Poznań gilt dennoch die absolute Ausgangssperre. Musik. Ein Soldatenmarsch. Einer stellt seine Tasse ab, wendet den Blick ungläubig nach oben, streckt die Hand aus. Andere folgen seiner Bewegung. Jetzt sehen sie ihn. Der junge Mann hat sich zur Straße gewandt, die Arme ausgebreitet klebt er an der Fassade. Sein dunkles Jackett klafft offen, wie zwei schlaff herabhängende schwarze Flügel. Ein Rabe mit geknicktem Gefieder. Sein Hemd ist blütenweiß. Gestern abend hat er es aus dem Koffer genommen, in seinem Hotelzimmer in der Nähe des Zentralbahnhofes. Es ist das einzige frische Kleidungsstück, das er aus Paris mitgenommen hat. Auf dem grauen Kittel des Arbeiters ein feines Netz von Blutspritzern. Ungläubig blickt er an seinem Oberkörper hinab. Der Schuß hat seine Schläfe gestreift, und sein rechtes Auge ist bedeckt von Blut. Ein Polizist läuft auf ihn zu und schreit etwas Unverständliches. Seine Knie werden weich. Er geht zu Boden, die Handflächen nach vorne gestreckt. Starke Hände zwingen sein Gesicht auf das Straßenpflaster. Dann bricht man ihm das Genick. Wild gestikulierend treten die Gäste des Cafés auf die Straße. Auf der Zugfahrt nach Warschau hat er noch einmal Marx gelesen. Die Ankunft in der Stadt wirkt auf ihn wie eine Befreiung. In sein Tagebuch notiert er: Hier soll es also geschehen, in einem Land, das die kapitalistische Unterdrückung abgeschüttelt hat, in dem die Idee der Gleichheit so umfassend durchgesetzt wurde, wie es der Großen Revolution nicht bestimmt war. Hier kann ich in Frieden den Tod finden. – Er blickt nach unten. Die Menschen klein wie Ameisen, einige sind aus einem Café an der Ecke getreten und winken zu ihm herauf, eine Straßenbahn ist stehen geblieben, und ihre Insassen recken die Köpfe nach ihm. Doch der Lärm der Stadt verschluckt ihre Rufe. Nichts davon dringt an seine Ohren. Nur der Wind, der ihn umfängt. Für eine Sekunde scheint die Zeit still zu stehen. Es ist der Moment, den er so lange ersehnt hat. Er drückt die Handflächen gegen den kühlen rauhen Sandstein: Ein sanfter Druck. Dann lösen sich seine Füße. Er sucht das Übergewicht. Breitet die Arme aus. Und während so das Ende seines Traums beginnt, hat sich die Wirklichkeit um ihn herum schon längst wieder geschlossen.

Trinkgeld in Österreich

Wenn Ausländer nach Österreich kommen, so sind sie mit einer Gastronomiekultur konfrontiert, die ihnen wohl so nicht überall widerfährt, denn: Trinkgeld und Trinkgeld sind nicht gleichzusetzen. Nicht in Österreich. Da gibt es andere Regeln… (Wen das nicht interessiert und wer gleich wissen will, wieviel Trinkgeld bei uns üblich ist: die letzte Überschrift soll hier helfen!)

Trinkgeld ist Faulheit

An sich, so heißt es allgemein, gibt man immer Trinkgeld, lediglich die Menge entscheidet über die Aussage, die so ein Trinkgeld bekommt. Und ja, ich kann mich daran erinnern, dass ich früher mehr Trinkgeld gegeben habe, wenn das Service zufriedenstellend war, weniger, wenn es Probleme jedweder Art gab. Dass ich kein Trinkgeld gegeben habe, kam eigentlich nie vor.

Heute gebe ich zwar immer noch Trinkgeld, aber es hat fast nichts mehr mit der Serviceleistung des Kellners oder der Kellnerin zu tun, viel mehr hat sich das Trinkgeldgeben zu einer Faulheit entwickelt, das Wechselgeld entgegenzunehmen und Cent für Cent von der Tischoberfläche abzukratzen. Und fürs gute Gewissen kann ich mir einreden, dass die Preise genau aus diesem Grund genau so gewählt sind. Damit habe ich aber auch schon einen Grund, warum ich’s mit dem Trinkgeld so halte und nicht anders, denn verdient haben’s die Kellner meistens nicht.

Trinkgeld ändert nichts

Oft schon habe ich mich gefragt, ob üppiges Trinkgeld irgendwas bewirkt. Wird der Kellner freundlicher oder das Essen besser, wenn ich Trinkgeld gebe? Die Antwort lautet: Nein! Freundlicheres Service und bessere Speisen gibt es – das gleich vorweg – durch häufiges Besuchen des Lokals. Das Trinkgeld hat damit relativ wenig zu tun.

Ein Beispiel: Wenn die werte Leserschaft wissen will, wo Trinkgeldgeben wirklich weh tut, empfehle ich einen Besuch im Café Griensteidl, denn da wird man – ich habe hier einen ganz bestimmten Kellner im Kopf und leider wurde ich bislang ausschließlich von ihm betreut – langsam und unfreundlich bedient (zumindest auf der Nichtraucherseite) und wenn man’s eilig hat und nach der Rechnung verlangt, grantelt er herum und braucht erst recht mindestens fünf Minuten, bis er auf den Gesamtsumme-Knopf gedrückt hat. Trinkgeldgeben tut hier weh. Mehr Trinkgeld ändert nichts, weniger ebenso. Einfach ausprobieren.

Trinkgeld macht frech

Erst jüngst ist es mir passiert, dass ein Kellner bei mir nach mehr Trinkgeld verlangt hat! Nicht direkt, indem er mich dazu aufforderte, aber indirekt: Ich war mit einem Kollegen Kaffeetrinken und als es ans Zahlen ging – ich war mit der Leistung des Kellners zufrieden, aber auch nicht mehr – gab ich anstatt der 1,40 die runde Summe von 1,50. Mein Kollege, der sein Kleingeld loswerden wollte, ließ 1,70 am Tisch liegen. Der Kellner erlaubte sich die Bemerkung, dass mein Kollege mehr Trinkgeld geben würde als ich, ob ich nicht nachbessern wolle. Seitdem wird mit diesem Herrn auf den Cent genau abgerechnet. Ich will gar nicht wissen, was ich so alles zu trinken bekomme…

Trinkgeld kommt nicht am Ziel an

Ich weiß nicht, ob ich es als positiv erachten soll oder als negativ, wenn Trinkgelder, die an bestimmte Kellner ausbezahlt werden, in eine gemeinsame Kasse eingezahlt werden, um anschließend unter allen Mitarbeiten aufgeteilt zu werden. Sicherlich hat das positive Aspekte, denn der Küchenjunge, der für die fantastischen Topfenkolatschen verantwortlich ist, wird auch endlich entlohnt, andererseits ist das Trinkgeld ja Geste einer direkten Belobigung des Service, oder nicht?

Trinkgeld und Kreditkarten

Es gab einmal Zeiten, da konnte man das Trinkgeld ganz dezent durch Bezahlung mit Kreditkarte weglassen. War der Kellner ein Idiot oder blickte er nicht nur anatomisch auf den Gast herab – ein sehr gutes Beispiel für diese Art von Kellner bot vor noch eineinhalb Jahren die Pizzeria Francesco im 19. Bezirk – so zahlte man einfach mit Karte. Und just in dieser Pizzeria wurde ich zum ersten Mal mit einem Kreditkartenbon konfrontiert, der zwei weitere Felder unter der Gesamtsumme frei hatte: Das Trinkgeld als eigenen Posten und die ums Trinkgeld erweiterte Gesamtsumme. Rechnen? Nach dem Essen? Kommt nicht in Frage! Gesamtsumme wird hingeschrieben, das Trinkgeld darf sich der Kellner dann selbst ausrechnen. Einmal hab ich sogar eine Null auf diesen Posten gesetzt und dem Kellner die Gesamtsumme abgeschrieben. Er war beleidigt, hat aber auch später nichts an seiner Art geändert. Womit wir wieder beim Thema “Trinkgeld ändert nichts” wären.

Warum man hin und wieder seine Meinung sagen sollte

Österreich ist ein Land des indirekten Beschwerens. Man beschwert sich nicht direkt, sondern über Briefe und E-Mails. Man sagt den Leuten nichts ins Gesicht, sondern umschreibt es höflich oder beschwert sich bei Vorgesetzten. Wenn jemand unfreundlich ist, fragen wir nach dem Vorgesetzten und sagen es nicht der betroffenen Person ins Gesicht. Ich bin dafür, dass Rechnungen künftig immer einen Posten fürs Trinkgeld haben, aber auszufüllen ist neben der Summe auch eine Begründung. Dann würden vielleicht sogar die Kellner im Café am Michaelerplatz erfahren, warum diese Nullen auf all ihren Rechnungen stehen.

Wieviel Trinkgeld gibt man in Österreich?

Daumen mal Pi: 10% oder die nächste runde Summe, aber – und hier meine Empfehlung – mache es die werte Leserschaft vom Verhalten des Kellners oder der Kellnerin unter Berücksichtigung der Umstände abhängig. Ich handhabe das folgendermaßen: Bei Getränken, deren Zubereitung ohne Aufwand verbunden ist und die immer überteuert sind, gibt es wenig Trinkgeld, bei allem, was das Lokal selbst herstellt, dementsprechend mehr. Kellner, die sich bemühen, bekommen Trinkgeld, solche, denen es egal ist, nicht einen Cent.

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McDonald’s, Sowjetarchitektur und ein ehrenhafter Tod

Contrasts

In der Innenstadt Warschaus, gleich neben dem Kulturpalast, gibt es einen großen, in einer alten Glas-/Stahlkonstruktion eingefangenen McDonald’s. Dieses Lokal war das erste seiner Art in Warschau. Drei Fahnen mit einem gelben M wehen hoch über dem Platz und die knapp zwanzig Kassen laufen zu Mittag auf Hochbetrieb. Ein Menü nach dem anderen, ein Burger nach dem anderen wird hier verkauft. Man erzählt mir davon, dass am Eröffnungstag dieses Lokals vor ein paar Jahren die Menschenschlange mehr als drei Kilometer lang war, sosehr dürstete es die Bewohner dieser Stadt danach, nun endlich westliches Fast-Food zu sich zu nehmen, sosehr war McDonald’s zu einem Synonym für den Westen, zu einem Must-Have einer Kultur geworden.

Angeblich war das Lokal noch vor 12:00 Uhr ausverkauft und musste wieder geschlossen werden, der Andrang war zu groß. Angeblich hat jeder Kunde länger als zwei Minuten bei der Abfertigung gebraucht, weil man keine Speisekarten angebracht hatte und die Leute einfach nicht wussten, was es bei McDonald’s gibt! Heutzutage kann jedes Kind sicherlich alle Speisen von McDonald’s aufzählen noch bevor es überhaupt das Einmaleins beherrscht.

Damals war die Eröffnung des Ladens so etwas wie eine kleine Revolution. Das kapitalistische M prangte in Warschau markant an einer der besten Adressen, heute liegt das Lokal etwas abgelegen, weil davor ein Shoppingcenter eröffnet hat, das wie ein Magnet die Menschen in sich hinein zieht. Außerdem gibt es Pizza Hut und KFC wesentlich näher an den Bus- und Straßenbahnstationen, die am Hauptplatz alle an einer Ecke zusammenkommen. Wozu also den Kilometer auf die andere Seite gehen, wenn man Fast-Food auch gleich ums Eck bekommen kann?

Und doch, in den zwei Stockwerken des fast nobel anmutenden Lokals sitzen ein paar Menschen, essen, trinken und unterhalten sich, ebenso wie im Gastgarten vor dem Haus und dahinter, riesig und einen langen Schatten werfend, als Hintergrund, als Bildrauschen einer an sich perfekten Werbung, erhebt sich der Kulturpalast, ein Monument sowjetisch-sozialistischer Architektur, verhasst in Warschau, gedacht, um den Arbeitern dieser Erde Raum für Kunst, Kreativität und Kultur zu verschaffen, heute nicht mehr als eine Ansammlung an Restaurants, Konzert- und Kongressräumlichkeiten mit einem Panoramarestaurant in den oberen Stockwerken und dem pikanten Detail eines frühen Selbstmords: Den Kulturpalast – und nicht den Eiffelturm – wählte ein junger Franzose 1956 als Sprungbrett in den Tod, denn er war fest davon überzeugt, dass ihm der Tod an diesem Ort mehr zur Ehre gereichen würde als der von Touristen, Bettlern, Unterhaltern, Würstel- und Eisverkäufern überfüllte Eiffelturm.

Freitags

Freitags läuft in Österreich alles ein wenig anders ab als unter der Woche. Stellen wir gleich einmal vorab fest: Der Sonntag ist heilig.

Sonntag

Da gibt es eigentlich außer dem gestressten Frühstück, dem vielleicht praktizierten morgendlichen Kirchgang, dem Schnitzel zu Mittag und der gefröhnten Langeweile am Nachmittag nicht viel. Vielleicht noch eine Topfenkolatsche, einen Apfelstrudel und schlechten Kaffee (im schlimmsten Fall mit Milch), aber das war’s dann auch schon. Oberstufenschüler schlafen den Rausch vom Samstag aus, werden von der Mama zum Mittagessen geweckt, surfen im SchülerVZ herum und töten ihre Zeit durch Fernsehorgien bis in die späten Nachtstunden. Oder sie trinken weiter. Singles putzen an Sonntagen ihre Wohnung, andere gehen auf ein Fußballmatch oder in den Tanzkurs und meinen damit etwas geleistet zu haben.

Samstag

Samstage sind definitiv immer irgendwie mit Arbeit verbunden. Was am Freitag nicht mehr gelingt – was gelingt schon an einem Freitag? -, das wird an einem Samstag erledigt. Projektvorbereitung, Einkäufe, Pediküre, Maniküre (das betrifft den Iren jetzt weniger, er kann ja beissen), Friseur: Der Samstag ist ein österreichischer Konsumtag. Bis zwölf Uhr (im großstädtischen Ballungsraum auch bis sechs am Abend) wird eingekauft, Geld ausgegeben, gearbeitet, kurzum: obwohl man sich als gelernter Österreicher stets vornimmt, den Samstag ganz anders als gewöhnlich zu verbringen, endet er letztlich sowieso bei Ikea, Billa oder im Kino.

Montag

Ähnlich wie mit Samstagen, ist es mit Montagen. Montage sind beseelt. Nicht nur, weil man voll christlich-evangelischem Tatendrang in die Woche startet und sein Arbeitspensum ordnet, schlichtet und organisiert, sondern auch, weil so ein Montag einfach einer seelischen Reinwaschung gleichzusetzen ist: Der Ballast der Vorwoche ist weg oder erscheint in einem neuen Blickwinkel. Man schafft sich einen Überblick, wie man nun seine Woche organisieren wird und freut sich nach getaner Arbeit ob des Ergebnisses des großartigen organisatorischen Moments.

Donnerstag

Donnerstage haben – ähnlich den gerade erwähnten Montagen – eine gewisse, eine spezielle Bedeutung im Leben eines Österreichers. Nicht nur ist das Fernsehprogramm an Donnerstagen immer irgendwie anders, wenn nicht gar besonders, der Tag selbst ist eine Ansammlung an Arbeit, Freude und Glückshormonen. Man tut alles an einem Donnerstag, genaugenommen sammelt sich die Arbeit der ganzen Woche bis zum Donnerstag auf und bricht dann durch. Kaum einer kann sich vor der donnerstäglichen Arbeit erwehren, kaum einer kann vor dieser wöchentlichen Revolution fliehen (würde hier “proletarische Revolution” passen?). Donnerstage sind definitiv Arbeitstage in Österreich. Nach der anstrengend wahrgenommenen Woche, vor dem gemütlich wahrgenommenen Wochenende: der Donnerstag ist der eigentliche Mittwoch!

Mittwoch

Mittwoch ist der Tag, der unter Österreichern den eigentlichen Wochenanfang markiert. Am Montag wurde – seelisch reingewaschen – organisiert, am Dienstag kommuniziert, der Mittwoch ist das in den Tag manifestierte Sich-Hinsetzen, um endlich anzufangen. Natürlich liegt hier und da der Stift nicht ganz korrekt, der Kübel steht nicht da, wo er stehen sollte und überhaupt vollbringt das Umfeld Störleistungen, die an den anderen Tagen so sicherlich nicht zu erwarten sind. Und mit der Verdauung ist’s an Mittwochen immer ganz schlimm. Das muss an der Sternenkonstellation liegen. Da hat man dann einen Weg. Am Mittwoch.

Dienstag

Dienstags wird der soziale Strang gepflegt. Was am Montag durch Organisieren nicht möglich war, wird am Dienstag durchgeführt. Dienstag ist die taggewordene Kaffeepause, das zum Tag mutierte Am-Gang-Stehen-und-Rauchen. Was am Dienstag nicht gesagt wird, hat nur noch am Samstag eine Chance, gesagt zu werden. Da ist sie allerdings auch wesentlich größer, wieder vergessen zu werden. Was vielleicht gar nicht mal schlecht ist!

Freitag

Nun haben wir die gesamte Woche analysiert und mit Werten belebt, aber was, was um Himmels Willen ist denn freitags los? Freitage sind nämlich anders. Ganz anders.

In Freitage kumuliert alles: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Am Freitag arbeitet man, weil eh nicht mehr lange, man redet, weil eh bald frei ist, man organisiert, weil man sich schon Arbeit für den Montag ersparen will, man isst gut, weil die Arbeitswoche ja schon zu Ende ist, kurzum: Freitag. Kumulation. Konzentration und Patriotismus.

Das klingt allerdings schon wieder nach so viel Aktivität, dass sich letztlich nur noch eines empfiehlt: Krankenstand. Und damit wünsche ich ein schönes Wochenende!

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Café Szparka

Moment 1

Der Galerieplatz ist nur zu empfehlen. Neben mir zwei Beine einer gut gebauten Frau, die mir den Hintern praktisch auf Augenhöhe präsentiert. Sie steht an der Ecke der Galerie und sieht auf die Gäste hinunter, die ihre Blicke neugierig und erwartungsvoll erwidern. Ich sehe einfach nur ihren Hintern an. Viel mehr kann man ja eigentlich nicht sehen. Unter ihr etwa zwanzig Personen. Drei Männer spielen konzentriert Backgammon und trinken unaufmerksam Tee, Orangensaft und Scotch. Die zwei Blondinen, die gleich neben ihnen vernachlässigt und offenbar wartend dasitzen, lachen viel, unterhalten sich wild gestikulierend und löffeln dabei lustlos in ihren Eisbechern herum. Das Pärchen im Eck kam erst vor kurzem hinzu und studiert momentan, schwer bemüht, denn das verdunkelte Licht macht das Lesen schwierig, die Karte. Was isst denn du? Ich weiß es nicht, du? Ich weiß es auch noch nicht.

Die Dame, die neben den beiden sitzt, raucht. Sie raucht, seitdem ich da bin und sie raucht eine Zigarette nach der anderen. Ihr Caffè Latte ist sicherlich schon kalt und steht unberührt bestimmt schon seit mehr als einer Stunde da.

Gleich unter dem Hintern der Gutgebauten sitzen zwei, die sich als ich den Text zu schreiben begonnen habe, noch etwas fremd waren, jetzt aber händchenhaltend und lächelnd überlegen, wohin sie gehen sollen. Ich kann dieses laute Überlegen bis hier herauf hören.

Die Musik ist ähnlich der, die in der Buddha-Bar gespielt wird, die Klimatisierung auch.

Ein Blick in den Gang verrät mir, dass sich der Kellner, der mich heute ausnahmsweise bedient, langweilt. Im ersten Stock/auf der Galerie sitze ja auch nur ich mit meinem Notebook und sechs weitere Personen, die allesamt irgendwie beschäftigt scheinen. Die Galerie scheint ein Ort der Beschäftigung zu sein. Hier zählt der Arsch der Gutgebauten am Eck nichts mehr.

Moment 2

Gordon’s Gin und Martini Extra Dry. Diese Mischung steht neben dem Laptop. Es wird heiß hier. Die Klimaanlage funktioniert nicht und draußen hat es knappe zweiundzwanzig Grad. Der Kellner erkundigt sich, ob mir die Mischung passe. Sie passt.

Die Backgammonspieler streiten sich. Irgendein Zug war so nicht möglich, wie ihn einer der Spieler getan hat, die anderen zwei wollen das so nicht gelten lassen. Die zwei Blondinen unterhalten sich nach wie vor. Vielleicht warten sie ja doch auf niemanden.

Das Pärchen im Eck hat gewählt und ein Eiskaffee (sie) sowie ein Bier (er) stehen auf dem Tisch. Während sie versucht das Eis herauszuholen, trinkt er das ganze Bier aus. Er deutet dem Kellner, noch eines zu bringen.

Die Raucherin hat ihre Zigarette weggelegt und ihre Freundin empfangen. Das Getränk am Tisch ist leer, sie lächelt, schaut aber, sobald die Freundin sich im Lokal umsieht, wieder traurig drein. Irgendwas scheint hier nicht zu stimmen.

Das Pärchen unter der Galerie sitzt nach wie vor da. Er hält ihre Hand mit der einen Hand, streichelt ihren Arm mit der anderen. Während er offen dasitzt und ihr demonstrativ tief in die Augen schaut, sitzt sie verschränkt da, lässt es aber zu, dass er sie berührt.

Moment 3

Das Backgammon-Spiel ist beendet und es werden Regeln erklärt. Die drei Herren haben mittlerweile alle ein Bier am Tisch stehen und lachen gemeinsam über Geschichten, die einer erzählt. Die zwei Blondinen unterhalten sich nach wie vor, ebenso das Prächen im Eck.

Die Raucherin hat wieder angefangen zu rauchen und scheint zu weinen. Ich kann das von hier oben nicht erkennen, aber die tröstenden Gesten ihrer Freundin deuten ebenso daraufhin, wie die Ansammlung von Taschentüchern auf der Bank, die sie zu verstecken sucht. Sie erklärt und die Freundin nickt. Sie gestikuliert und die Freundin nickt. Sie erklärt, spricht, redet, argumentiert. Die Freundin nickt.

Die zwei unter der Galerie haben aufgehört darüber zu reden, wohin sie nachher gehen wollen. Sie haben Getränke bestellt und neue Sitzpositionen eingenommen. Er weiß schon längst, dass das nichts mehr werden wird, sie hat sich soeben zu einer lockereren Sitzposition hinreißen lassen.

Moment 4

Der Gedanke an Backgammon und dessen Regeln ist verschwunden. Die Herren lachen miteinander, trinken Bier und unterhalten sich, ebenso wie die Blondinen und das Pärchen im Eck, wo auch die Kellnerin auf neue Order wartet. Die Raucherin erzählt ihre Geschichte nocheinmal. Die Freundin hört zu.

Das Pärchen unter der Galerie hat ausgetrunken und lange diskutiert. Sie gehen. Zu ihr.

Adresse und Infos

Café Szparka
Pl. Trzech Krzyży 16a
00-499 Warszawa, Polska

Gratis W-LAN.

Von Wien nach Bratislava

Zug oder Schiff

Von Wien nach Bratislava kommt man äußerst bequem auf zweierlei Art und Weise. Entweder, man fährt mit dem Zug von Wien nach Bratislava und unternimmt dabei eine Bahnfahrt durch die langweiligste Landschaft Österreichs auf sich und erlebt – beginnend mit dem Südbahnhof in Wien – so wundersame Haltestellen österreichischer Existenz und österreichischen Bewusstseins wie Gramatneusiedl, Gattendorf und Parma oder man reist mit dem Schiff, das man in bester deutschsprachiger Manier auf Englisch Twin City Liner nennt. Der Vorteil des Schiffs liegt in der Fahrt von Zentrum zu Zentrum, wohingegen der Zug in beiden Fällen am Stadtrand abfährt, was allerdings auch seinen Reiz haben kann.

Bratislava

Bratislava ist eine nette Stadt typisch mitteleuropäischer Kontraste. Einerseits gibt es einen sehr schönen (aber kleinen) Stadtkern, in dem sich alles findet, was auch sonst in einem Stadtkern zu finden ist (Turm, Kirche, Bürgerhaus, Hauptplatz, Allee, Gassen), andererseits gibt es die Siedlungen rundherum, die in Österreich getarnt, in der Slovakei ganz offenkundig Plattenbauten sind. Im Gegensatz zu Österreich, gibt es in Bratislava Leben auch in den Plattenbauten.

Der Stadtkern ist gepflegt, sauber und mit einer – und das ist auffällig – geringen Anzahl von Touristen angefüllt. Die meisten folgen dem Ruf des Lonely Planet und fahren eher nach Prag, wo sie sich dann in langen Schlangen durch die vorgegebene Standardtouristenroute quälen. Da ist Bratislava sympathischer: der Tourismus hat hier noch nicht kulturgeschichtliche Veränderungen hervorgebracht, daher sind die Preise, auch in Innenstadtlokalen, auf einem normalen Level, wenn auch einige findige Café-Besitzer Preise auf wesentlich höherem Niveau anbieten. Besonders gegenüber der US-Botschaft wird’s teuer.

Wer es aber auf sich nimmt, in den kleinen Gassen von Bratislava nach einem Lokal zu suchen, der kann für zwei Personen ein gutes und reichhaltiges Essen inklusive Getränke um unter zehn Euro bekommen. Schlimm wird es nur, wenn andauernd vom Nachbartisch Selbstlob von der amerikanischen Damenrunde herüberdröhnt, die das ach so putzige Lokal in der ach so putzigen Gasse in der ach so abgeschiedenen Gegend gefunden hat. Und wie toll doch nicht das Essen… Naja, wir kennen das ja.

Euro oder Kronen?

In Bratislava kann man fast überall in Euro bezahlen. Klar, man zahlt immer ein wenig drauf, aber die Summen bleiben überschaubar. Es empfiehlt sich, sein Retourgeld auch noch irgendwo loszuwerden, denn mit Kronen fängt man nirgendwo etwas an. Die einzig schlechte Erfahrung habe ich mit Eisdielen gemacht, wo man in etwa das Dreifache vom Kronenpreis zahlen würde, wenn man in Euro zahlt. Ein Gang zu McDonald’s, ein kleines Cola mit zwanzig Euro bezahlt und man hat schon einen vollen Tag des Sichgehenlassens in Bratislava in Kronen parat.

Von Bratislava nach Wien

Mehr gibt’s auch schon nicht zu sagen. Vorläufig. Zurück bin ich wieder mit der Bahn gefahren und ich stelle mir vor, dass die Bahnfahrt zurück auf jeden Fall zu empfehlen ist, da die Ankommenden der Schifffahrt ein wenig von Gelsen und Mücken zerstochen dreinschauen, wenn man sie so am Schwedenplatz beim Eisgeschäft stehen sieht. Außerdem erheitert die Rückfahrt in der Abfolge Parma, Gattendorf, Gramatneusiedl und Wien Südbahnhof ja umso mehr…

Monogamie?

Bad Relationship

Vor knapp zweihundert Jahren konnte man ja nicht ahnen, dass eines Tages Ehen rechtmäßig geschieden oder Homosexuelle in (ehelichen) Partnerschaften leben würden. Bildnerische Kunst, die abstrahiert wird, Musik, die frei interpretiert wird und sich an keine Schule mehr hält, Literatur, die an keinerlei Konventionen mehr gebunden ist; all das war unvorstellbar und doch haben wir diese Entwicklungen bis zum heutigen Tag mit- und durchgemacht. Es gibt allerdings Bereiche unseres Lebens, die sich scheinbar — unberührt von jeglichem Fortschritt — nicht verändert haben. In Fragen der Ästhetik, der Moral, familiärer Ideale oder partnerschaftlicher Zugehörigkeiten sind wir am Stand des frühen 19. Jahrhunderts. Während Zukunftsforscher über potentielle Machtkämpfe dieser und jener Akteure Weissagungen treffen, sich abzeichnende Konflikte und neue Technologien vorauseilend analysieren und deren Einfluss auf unsere Gesellschaftsstrukturen kundtun, schweigen sie sich über Neuformulierungen und Änderungen unserer moralischen und ästhetischen Vorstellungen aus. Die scheinen, so wirkt es zumindest, sich auch in nähester Zukunft nicht zu ändern, oder hat die werte Leserschaft schon irgendwo über neue Konzeptionen der moralischen Begriffe Gut und Böse, akzeptabel und inakzeptabel, Schönheit und Hässlichkeit gelesen oder gehört? Nein! Doch genau diese Vorstellungen werden sich ändern.

Monogamie als gesellschaftliche Konvention

Die Monogamie, in ihrer momentanen Definitionsform letztlich nur eine ziemlich gut zur Operationalisierung anwendbare soziale Konvention, wird in ihrer jetzigen Form nicht überleben. Sehen wir in die Geschichte und in die Gegenwart, dann stellt sich uns sehr rasch die Frage, ob Monogamie eigentlich jemals tatsächlich gelebt wurde. Sie wurde nicht gelebt, niemals und zu keiner Zeit durchgängig, und bald schon wird sie auch als Ideal verschwinden. Auch wenn es ein Teil unseres gedanklichen Kolosses nicht erlaubt, polygamisch zu leben, hat ein anderer Teil damit keine Probleme. Der Wert der Monogamie ist also ein rein fiktiver, sogar in seiner Metaebene.

Ich glaube nicht, dass unsere Gesellschaft zur Polygamie zurückkehren wird. Stattdessen werden wir uns wiederfinden in einer völlig neuen Konzeption von sentimentalen und Liebesbeziehungen (Plural!), denn nichts verbietet einer Person mehrere Personen gleichzeitig zu lieben. Die Beibehaltung einer solchen, einer monogamischen Lebensweise wird heutzutage hauptsächlich aus ökonomischen Gründen forciert, denn nur so funktioniert der Warenverkehr auf einer kleinen Einheit aufbauend (und nicht auf einer Unzahl an Individuen); des weiteren schützt natürlich eine monogamische Lebensweise vor allem Frauen vor männlichen Exzessen.

Medien schaffen neue Wirklichkeiten

Doch dieses Begründungsmuster zum Aufrechterhalt einer überkommenen und niemals gelebten Beziehungsform verschwindet. Durch die sich rasend schnell und uns mit Unmengen an Informationen versorgenden Massenmedien, sowie das Aufkommen seelisch-exhibitionistischer Websites, werden wir mit einem Menschheitsbild konfrontiert, das alles andere ist als monogam. In unzähligen Blogs kann man über diverse Liebesbeziehungen der Autoren und Autorinnen zu verschiedenen Personen lesen, in nahezu allen Fernsehsendungen ist dasselbe Thema anzufinden. Die Ideale der Demokratie und des freien Marktes beginnen sich als Leitmotive allmählich auch auf unser Denken und unser Leben auszuwirken. Unser Leben? Wir sind konfrontiert mit einer neuen Realität, die uns mehrere Leben zuteil werden lässt, mehrere Identitäten und eben auch mehrere Partner; die offensichtliche Scheinheiligkeit eines streng monogamen Daseins wird aufgedeckt. Ein andauernd steigender Level individueller Freiheiten wird Veränderungen in Vorstellungen unserer Sexualmoral hervorrufen, wie auch Veränderungen in sämtlichen anderen Gebieten: Wirtschaft, Religion, Alter, Jugend, Wahlrecht, alle!

Biologie schafft neue Wirklichkeiten

Hinzu kommt noch, dass die im Gegensatz zu früher auch stark erhöhte Lebenserwartung es nahezu schon fast unmöglich macht, sein Leben mit nur einem einzigen Partner, den man liebt, zu verbringen. Neue Technologien, die den natürlichen Zusammenhang von Liebe, Sexualität und Fortpflanzung entkoppeln bedingen eine Auseinandersetzung mit diesen drei Teilbereichen als voneinander getrennt. Praktisch gesehen, hat das Aufkommen von Verhütungsmitteln schon einmal dazu geführt, dass sich einer der Hauptgründe gegen mehrere Partner – das Kind – in Luft aufgelöst hat.

Genaugenommen ist die Definition von Monogamie gar nicht so streng, da sie zwar die Gleichzeitigkeit mehrerer Beziehungen verbietet, nicht aber das Aufeinanderfolgen derselben. Warum sollten also Gesellschaften, die heute bereits aufeinanderfolgende (Liebes-) Beziehungen akzeptieren, nicht bald auch in rechtlichen wie auch moralischen Belangen gleichzeitige Liebesbeziehungen tolerieren und in weitere Folge akzeptieren? Sowohl für Männer als auch für Frauen wird es ohne Einschränkungen möglich werden, Beziehungen mit mehreren Menschen zu haben, die wiederum ebenso mehrere Partnerschaften haben werden. Im Endeffekt werden wir erkennen, dass es im Wesen der Sache menschlich ist, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben.

Probleme

Der Niedergang und die Auflösung eines moralisch-rechtlichen Konstrukts wie der Monogamie wird naturgemäß nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten gehen. Besonders die Religionen (oder deren Kirchen) werden versuchen, den Untergang eines mühsam aufgebauten Idealtypus zu verbieten, vor allem werden sie es Frauen verbieten und mit dem Argument der Fortpflanzung und der Vater-/Mutterschaft aufwarten. Sie werden sich mit dieser Begründung nicht lange halten können, wenn auch die Entwicklung lange hinauszögern. Doch auf lange Sicht, werden auch sie nicht viel bewirken können und die individuelle Freiheit wird am Ende ihren Triumph feiern.

Europa wird voranschreiten, Amerika folgen und vielleicht danach der Rest der Welt, irgendwann. Die Auswirkungen eines solchen Wandels werden gewaltig sein, ähnlich eines gesellschaftlichen Revolution. Beziehungen, aus denen Kinder hervorgehen, müssen radikal umgedacht und neu konzeptioniert werden, finanzielle Arrangemenst, wie sie bislang gegolten haben, müssen neu formuliert und überdacht werden; auch unsere Lebensweise und der Ort, an dem wir leben, wird sich dadurch ändern.

Der Weg weg von der Monogamie ist bereits vor zweihundert Jahren eingeschlagen worden, doch wird es noch lange dauern, bis wir am Ziel angelangt sind. Hinter der fadenscheinigen Moralkompetenz von Filmen, Romanen und Musikstücken ist die Silhouette unserer Zukunft aber schon zu sehen.

Dies ist eine Übersetzung und Erweiterung des Artikels Monogamy. Here Today, Gone Tomorrow von Jacques Attali.

Du oder Sie?

Die werte Leserschaft kennt ja bereits meinen “Mehr”-Bereich. Im Englischen wäre es ja kein Problem, hier das “you” zu verwenden und locker würde ich ohne Hemmungen hinschreiben “You can go up or home, dig the archives, read my colophon or view my gallery” – das auf Deutsch zu machen, ach, da hält mich irgendwas davon ab. Und so eine langweilige List mit Optionen und Auswahlmöglichkeiten geht mir sowieso auf die Nerven.

Also wie ist es besser?

Der Originaltext: Hier geht’s wieder nach oben. Interesse bekundet, wer im Archiv stöbert, das Kolophon liest oder meine Galerie besichtigt. Für Liebhaber sauberen Codes ist hier der Link zur Validierung. Natürlich kann man mich auch kontaktieren.

Die Du-Version: Hier kannst Du wieder nach oben oder zurück zur Homepage. Falls Du Interesse verspürt hast, mehr zu lesen, schau Dir doch das Archiv an, andernfalls lies mein Kolophon durch oder besichtige meine Galerie. Du liebst sauberen Code? Hier geht’s zur Validierung. Du kannst mich natürlich auch kontaktieren!

Die Sie-Version: Hier können Sie wieder zurück nach oben, hier zurück zur Homepage. Falls Sie Interesse an dieser Seite gefunden haben und mehr wollen, geht’s hier zum Archiv, hier zu meinem Kolophon oder, wenn Bilder das Ihre sind, hier zur Galerie. Sie lieben sauberen Code? Validieren.

Was mir nicht passt

Weder die Du-Version noch die Sie-Version passt mir. Mit dem Du kommt man sich sowieso immer lächerlich vor und mit dem Sie passt es ja letztlich auch nicht. Ich kann mich nicht entscheiden. Einfach so überhaupt nicht. Und ich will einfach keine faden Menüpunkte haben.

Social Web auf Ö1

Habe gerade auf Ö1 eine Sendung gehört, bei der es unter dem Titel Wir sind das Netz! um ein paar der unter dem Begriff “Social Web” subsumierten Services und um die Ideengebäude, sowie um diverse neue Rechtsmodelle für Internetwerke ging. Wen eine kurze Zusammenfassung interessiert, der soll einfach weiterlesen, wer sie überspringen und gleich zu meinen gedanklichen Ergüssen weiterspringen will, der kann dies hier tun.

Die Sendung

Resultate des über das Internet Denkens und Schreibens entzweien die Menschheit in die Gruppe von Menschen, die mit dem weitverbreiteten Internet bereits aufgewachsen ist und in die Gruppe von Menschen, die erst nach einiger Zeit mit dem Internet konfrontiert wurde. Die einen sehen das Internet und dessen eigenständige Kultur als etwas Natürliches, zu ihrem Leben Gehörendes an, wohingegen die anderen sie stets als fremd betrachten und bezeichnen. Diese grundlegende Unterscheidung der Denkweisen treibt ihre Blüten in weiterführenden Diskussionen, die mit der Wahrnehmung von gut und schlecht, mit der Bewertung und Beurteilung und mit Maßstäben zu tun haben, von denen man kaum gedacht hat, dass sie dermaßen verändert werden könnten.

MySpace

Der Internetservice MySpace wurde als Beispiel herangezogen. War MySpace anfangs ein von zwei Musikern programmiertes System zur Bewerbung der eigenen Alben, ein Platz für Aufsteiger in der lokalen Musikgruppenszene, ein Platz für Fans, die den Aufstieg der Band mitverfolgen wollten und ein Platz für Werbung, die man bei angekündigten Konzerten machen konnte, so präsentiert sich MySpace heute als Internetdienst mit knappen 120 Millionen Benutzern, die allesamt gleichgestellt ihren Interessen nachgehen. Madonna hat die gleichen Möglichkeiten auf MySpace wie ein 15-jähriger Grazer. Soetwas wie Prominenz gibt es nicht.

Individualität

Überhaupt gibt es auf solchen Seiten keinerlei Einwände und Vorgaben: Was ein guter Text ist, bestimmen diejenigen, die ihn lesen im Moment des Lesens, was gute Musik oder gute Comedy ist, bleibt dem Individuum vorbehalten. Die Nutzer entscheiden selbst, was ihnen gefällt oder nicht, und werden dabei nicht bevormundet, sondern nur von einem Service unterstützt, der es ihnen ermöglicht eben jene Inhalt aufzufinden. Nurmehr die Hilfeleistung des Findens von Inhalten macht ein Unternehmen wie MySpace attraktiv, nicht die vorgefertigte Auswahl bereits Gefundenen.

Auch die Aufmachung und das Design verschiedener MySpace-Profile (das sind kleine Blogs und persönliche Seiten) lassen sich selbst gestalten, wodurch beispielsweise Teenager nicht nur dazu animiert werden, dies zu tun, sondern sich auch gar nicht erst eingeschränkt sehen: Darf die Fünfzehnjährige zuhause ihre knalligen Poster doch erst wieder nur in ihrem Zimmer aufhängen, damit der Rest des Hauses verschont bleibt, kann sie hier im Internet ihre persönliche Note völlig publik machen und darauf sogar Feedback in Form von Kommentaren anderer User erhalten.

Diese Kommentare sind die neue Form von E-Mails mit sozialem Mehrwert. Einerseits sind sie in gewisser Weise für auch Nichtbetroffene lehrreich, denn sie wissen ohne jemals gefragt zu haben, sofort über bestimmte Dinge und Meinungen bescheid, andererseits kann man anhand der Anzahl von Kommentaren auch erkennen, wie beliebt eine Person ist, wobei sich beliebt hier auf den Content, den die Person schafft, bezieht.

Creative Commons-Lizenzen

MySpace war, wie schon erwähnt, ein Karrieresprungbrett für Musiker, die mit ihrer Musikindustrie andauernd zu kämpfen hatten. Napster zwang in den Neunzigern Musiklabels dazu, umzudenken und über DRM (Digitales Rechtemanagement) nachzudenken, das, nur so nebenbei, gestern wieder aufgegeben wurde. Musik gleich online, ausgestattet mit einer Creative Commons License, das sollte die neue Form des Angebots sein.

Diese Form der Lizenzierung beschränkt die Rechteverwaltung auf einige Rechte und weitet sie nicht pauschal auf alle aus. So können beispielsweise Rechte bei nicht kommerzieller Verwertung des Inhalts gratis weitergegeben werden, bei kommerziellem Gebrauch hingegen wird Geld verlangt. Die Creative Commons License wurde auf mehrere Rechtssysteme angepasst, auch für das österreichische. Gegründet und prolongiert wurde das vereinfachte System durch einen Professor der Stanford Law School, der das Problem der rechtlichen Einschränkung an sich offen verfügbaren Materials besonders bei der Verarbeitung desselben sah: Wenn ein Schulkind drei Bücher liest und eine Zusammenfassung schreibt, dann sieht das alle Welt als intellektuelle Leistung an, die dem Kind etwas bringt, machtes dasselbe allerdings mit drei Musikstücken und schafft etwas Neues, dann ist dass eine dreifach Verletzung irgendwelcher Rechte, die den Gebrauch diese Medien einschränken.

Digitaler Analphabetismus und Couchpotatoes

Er meint, dass diese Rechtsmodelle Menschen zu digitalen Analphabeten machen. Alphabetismus ist im 21. Jahrhundert eine Medienalphabetismus, der eine Person nicht nur dann zum Analphabeten macht, wenn sie nicht Lesen oder Schreiben kann, sondern auch, wenn sie nicht weiß, wie und womit man Töne verändern, Videos manipulieren oder Bilder bearbeiten kann. Die Schuld daran liegt aber eben bei den restriktiven Rechtsmodellen, die nachwievor versuchen, Menschen in die Couchpotatoe-Kultur zu zwingen, obwohl sie wesentlich mehr Freude an einem aktiven und partizipativen Dasein finden würden.

Die Kultur des 21. Jahrhunderts ist eine aktive Kultur. Wenn Medien im Internet so präsentiert werden, dass sie zur Weiterverarbeitung animieren, dann soll man das auch so machen können und hier muss sich das Recht auf genau diese Gegebenheit anpassen und nicht umgekehrt. Das Beispiel Radiosendung wurde hier gebracht: Traditionelle Broadcaster haben das Ziel der Maximierung von Quoten. Man will genau kontrollieren, welches Programm die Zuhörer vorgesetzt bekommen, damit man aufgrund dessen die Quoten steigern kann. Die neue Kultur hebelt allerdings diese Kontrolle aus, denn man will den Inhalt selbst kontrollieren und nur die Mittel dazu in die Hand gelegt bekommen._

Ö1, Social Webs und Web 2.0

Welcher Sender, wenn nicht Ö1 berichtet über Dinge, über die Ö3 oder FM4 berichten sollten. Vor allem schön fand ich, wie auf Ö1 betont wurde, dass die eigene qualitative Auswahl von Inhalten, egal nun, ob Text, Bilder oder Musik und Videos das Merkmal einer neuen Netzkultur sind. Der User bestimmt die Gewichtung der Inhalte, nicht der Publisher! Und je mehr Einfluss der User hat, desto besser gefällt es ihm. Nun frage ich mich, ob nicht auch, in Analogie dazu, der Erfolg des Senders 88.6 erklärbar ist: Hier wird vom Moderator selbst, sofern ich das Konzept richtig verstanden habe, die Musik je nach Lust und Laune ausgewählt. Im Gegensatz zu Ö3, bei dem die Hits nach Gewichtung von einem Computerprogramm ausgesucht werden, wird bei 88.6 von Hand gemixt. Da kann es dann schon sein, dass man um sechs Uhr morgens Metallica hört, aber auch das kann reizvoll sein. Besonders interessant finde ich, dass der Computer von Ö3 bei Regenwetter häufiger Happy-Sound-Musik spielt als bei gutem Wetter. Aber vielleicht ist das auch nur eine Verschwörungstheorie. Ö3-Spezialisten gibt’s ja in meinem werten Blogumfeld, vielleicht können die ja was dazu sagen. Aber nun wieder zurück zu Ö1.

Ö1 berichtet in einer knappen halben Stunde in einer Teilsendung (derer gibt es nämlich drei) über ein Phänomen, das vornehmlich Menschen unter 35 beschäftigt. Die Grenze traut sich nichteinmal die Moderatorin definitiv zu setzen, obwohl aus ihren Kommentaren und aus ihrer Zugangsweise sehr schnell klar wird, dass jeder Österreicher, der momentan älter ist als 30, eigentlich gar kein Teil der Netzkultur im realen Leben sein kann, weil ihm oder ihr einfach das nötige Gedankenmuster des weitverbreiteten Internet mit all seinen Möglichkeiten fehlt. Dass man Musikstücke einfach neu mischen kann, dass Videos bearbeitbar sind, dass Text neu gestaltet werden können (sowohl in Form als auch in Inhalt), dass Websites nichts Starres, sondern in ewigem Fluss sind, das sind Erkenntnisse, die Menschen, die das Internet nur konsumatorisch wahrnehmen, erst machen müssen. Menschen allerdings, die an eigenen Websites bauen, die mit Podcasts Radiosendungen veröffentlichen, die über Flickr Fotos online stellen und andere Fotos kommentiern, die mit anderen gemeinsam an Onlineprojekten arbeiten, Menschen, die gemeinsam an Dingen im Internet arbeiten… für sie ist das Internet etwas Partizipatorisches.

Noch ein Hinweis: Heute um 14:05 Uhr in Von Tag zu Tag geht’s auf Ö1 weiter…

Diese Personen schweigen ab sofort

Ab sofort will ich kein Jammern mehr hören von Leuten, die regelmäßig…

  1. am Abend Kaffee trinken und angeblich trotzdem gut schlafen oder sich mit Koffeintabletten zuschütten, weil sie nichts davon bemerken und sich das auch noch einreden.
  2. bei leichten Kopfschmerzen Parkemed (500mg) einnehmen, weil nichts anderes mehr bei ihnen wirkt. Schwachsinn!
  3. immer zu wenig schlafen.
  4. immer zu viel zu arbeiten haben und/oder nie damit fertig werden.
  5. länger als dreißig Minuten brauchen, um auszuwählen, was sie zum Einkaufen beim Billa anziehen.
  6. keinen Führerschein haben, aber ihren Mitmenschen erklären wie sie fahren sollen.
  7. noch nie eine Zigarre geraucht haben, dafür aber umso mehr darüber wissen.
  8. noch nie ein blutiges Steak probiert haben.
  9. ich noch nie gehenlassen haben.
  10. noch nie einen Vollrausch hatten.
  11. in der 30er-Zone siebzig fahren.
  12. in der 50er-Zone auf knappe 100km/h beschleunigen, um eine blinkende Ampel noch zu erwischen.
  13. auf der Autobahn 60 fahren.
  14. den Beruf “Sohn” oder “Tochter” ausüben.
  15. ihren Phaeton auf dem Behindertenparkplatz abstellen.
  16. urteilen, ohne sich informiert zu haben.
  17. noch nie mit einer Freundin oder einem Freund am Abend gemeinsam in einem Bett eingeschlafen und in der Früh mit ihr oder ihm auch wieder aufgewacht sind.
  18. noch nie urteilsfrei über die Religion nachgedacht haben, der sie anhängen.
  19. Mitglieder diverser Sekten sind.
  20. Eduschokaffee trinken. (Ja, es gibt auch andere Geschäfte!)
  21. Frauen/Männern nachrennen, die sie seit Jahren nicht wollen.
  22. Fertignudelsnacks essen.
  23. fett und unbeweglich sind und McDonald’s dafür verantwortlich machen.
  24. fett und unbeweglich sind und Kentucky Fried Chicken dafür verantwortlich machen.
  25. fett und unbeweglich sind und Burger King dafür verantwortlich machen.
  26. fett und unbeweglich sind, allerdings jeden Tag Pizzen in sich hineinstopfen.
  27. fett und unbeweglich sind, ihr Dietfutter allerdings nach dem Kebab einnehmen.
  28. den Zivildienst anstelle des Wehrdiensts wählen.
  29. den Wehrdienst anstelle des Zivildiensts wählen.
  30. das Wort “Akkumulation” nicht kennen oder aussprechen können.
  31. noch nie außerhalb ihrer Heimatstadt waren.
  32. noch nie in ihrem ganzen Leben am Ort A waren, jedoch wissen, dass der Grenzübergang zwischen A und B so und so ist.
  33. sich noch nie eine Nachrichtenwebsite im Internet angeschaut haben.
  34. sich noch nie eine Pornoseite im Internet angeschaut haben.
  35. sich noch nie eine Galerie im Internet angeschaut haben.
  36. keine E-Mailadresse haben.
  37. noch nie auf eine Googlewerbung geklickt haben.
  38. sich noch nie über ihren Vorgesetzten geärgert haben.
  39. noch nie über ihren Vorgesetzten geschimpft haben.
  40. denunzieren.
  41. meinen, dass Hitlerwitze Wiederbetätigung sind.
  42. in Volksgaragen parken.
  43. literweise Kaffee trinken und das nur deshalb.
  44. meine Seite noch immer mit michaelsremarks.org und nicht mit 3th.be aufrufen!
  45. den Unterschied zwischen Import und Export oder den Unterschied zwischen inklusive und exklusive nicht kennen.
  46. noch nie eine Zigarette geraucht haben.
  47. noch nie auf irgendwas Süßes, Salziges oder Fettiges Lust hatten.
  48. Red Bull mögen.
  49. Red Bull hassen.
  50. der Form nebst dem Inhalt ihre Wertschätzung erweisen.
  51. dem Inhalt nebst der Form ihre Wertschätzung erweisen.
  52. mich um Hilfe bitten, bevor sie die Gebrauchsanweisung gelesen haben.
  53. sich ihre Nägel nicht schneiden, sondern sie beißen. (Jedes Mal wird mir schlecht davon! Jedes Mal!!)
  54. egal welche Ausscheidungen des Kopfes fressen. (Jedes Mal wird mir schlecht, wenn ich das mitkriege! Jedes Mal!!)
  55. stinken, weil sie sich nicht waschen.
  56. nur so tun als ob.
  57. Titel, Überschriften, Hervorhebungen und Zentrierungen in Word mithilfe der Buttons “fett” und “kursiv” wie auch der Leertaste zu erreichen versuchen.
  58. den Internet Explorer benützen. (Abhilfe!)
  59. Websites mit dem Hintergedanken “client-side” programmieren.
  60. Word als ihr E-Mailprogramm verwenden.
  61. Vanilleduftbäume im Auto haben.
  62. sich vorm Schlafengehen nicht abschminken.
  63. ihre Haare schwarz färben, um dann obendrauf blond zu färben.
  64. Sääle statt Säle schreiben.
  65. Päärchen statt Pärchen schreiben.
  66. Gallerie statt Galerie schreiben.

Lasst mich mit eurem Gejammere in Ruhe! (Weitere Schweigebefehle für Zeitgenossen dieser Art sind in den Kommentaren ausdrücklich erwünscht.)

E-Mailadressen interpretieren

Heute wurde ich doch tatsächlich mit der Aufgabe betraut, E-Mailadressen zu interpretieren. Anfangs war mir das ein wenig suspekt, doch erst mit der Zeit wurde mir klar, wie interessant sowas sein kann, wenn man einmal mit Pseudonymen oder gar komplett falschen Identitäten konfrontiert wird! Was sagt so ein Benutzername, so eine E-Mailadresse über den Menschen aus, der sie verwendet? Was macht eine Person aus, die sich “husarahot” oder “richterdi” nennt oder was steckt hinter einem “Scotty”, der eigentlich gar kein Scotty ist? Wodurch unterscheiden sich GMX-User von Gmail-Jüngern oder von Menschen mit Provideradressen? Hotmail? Wer verwendet das noch? Was sind das für Leute, die sich “magdalena2000″ nennen und wie denken sie über die Dinge? Worin findet sich die Individualität eines “wooolf”, dessen Vokaltrias der eines “saschaaa” oder eines “michaeeel” ähnelt? Warum nennt sich einer “archaeologist” und warum gibt einer nur den ersten Buchstaben seines Vornamens in die E-Mailadresse und andere schreiben ihren Namen sogar mit akademischen Graden auf? Was spiegelt sich wider im Benutzernamen “karin_in_shanghai” und muss ich bei “leichenlager666″ nicht eigentlich gleich die Polizei rufen? “Hubsimail” oder “www.piano.at” als Teil vor dem Klammeraffen sind sowieso kriminell. “Valdemossa” oder “Friiedriich” hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack, “zetsuai” einen fischigen. Es ist nicht uninteressant (ganz im Gegenteil, manchmal sogar äußerst unterhaltsam), wenn man das Adressbuch öffnet und sich ansieht, was da so alles drin steht!

Flickr filtert

I'll give you

“I’ll give you” von Guetoblaster: Nur mehr zu sehen, wenn die Standardeinstellungen bei Flickr manuell geändert werden.

Nachdem Flickr vor zehn Tagen Collections (Sets von Sets) eingeführt hat, wurden heute drei weitere Features eingeführt, die abermals weg vom Tagging, hin zur Kategorie führen, diesmal allerdings mit einer interessanten Zensurfunktion. Bei Flickr nennt man es allerdings Filter.

Beim Hochladen von Fotos kann man nun angeben, ob das hochgeladene Bildmaterial safe, moderate oder restricted bzw ob es von der Art her ein Foto, Kunst/Illustration oder ein Screenshot ist. Der Sinn hinter dem Ganzen ist, dass die Suchfunktion bei Flickr später auf genau diese Kategorisierung und Einstufung zurückgreifen wird und jemand, der ein Bild, auf dem eine Brustwarze zu sehen ist, als Beleidigung seiner Persönlichkeitssphäre ansieht, diese auch herausfiltern kann; nützlicher ist da schon die Möglichkeit, Screenshots aus der Suche auszuschließen, wobei ich persönlich dieses Problem noch nie hatte. Das Filtern gilt für und wirkt sich auch beim ganz gewöhnliche Betrachten von Bildern aus.

Natürlich kann man das eigene Zensurlevel als Standardwert angeben und ich würde jedem raten, das von Flickr voreingestellte Suchlevel (das wird nämlich auf “safe” gesetzt) nocheinmal zu überdenken, denn mit dieser Einstellung verschwinden bestimmt einige der schönsten Bilder da draußen. Außerdem kann man seine eigene Galerie aus allen Suchen bei Flickr verschwinden lassen.

Es gab ja immer schon bei Flickr den This may be offensive-Link. Nicht mehr, denn der heißt jetzt “Flag this photo” und machen kann man damit sowas wie eine Kategorisierung von Benutzerseite: Wenn ein Screenshot als Foto eingetragen ist, dann kann ich den Galerie-Besitzer anstupsen um ihn darauf hinzuweisen. Dasselbe gilt auch für das Zensurlevel. Interessant ist natürlich auch, wie man selbst von Flickr eingestuft wurde…

Und nun meine Frage: Wozu das alles? Und gleich nachgehängt: Wen stören Brustwarzen?

Es hat in den Flickrgruppen einige Diskussionen gegeben um Galerien, die bedenkliches Material darstellten. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir die anfangs verlinkten Bilder anzuschauen (meist war nach ein oder zwei Stunden der Link von Flickr entfernt worden, wenn nicht gleich die ganze Diskussion) und was war da zu sehen? Drei Beispiele.

  1. Die Diskussion um eine den Menschen in seiner Würde herabsetzende Darstellung hing sich an einem Bild auf, das den nackten Oberkörper einer schwangeren, tätowierten Frau zeigte, die eine Zigarette rauchte. Die Tätowierung stellte offenbar eine Szene aus der Bibel dar, in der ein Kind getötet wird.
  2. Die Aufregung um das Tierleid, das auf einem Bild so drastisch dargestellt wurde, bediente sich eines Bildes, dass ein Huhn zeigte, das offenbar nicht richtig von der Maschine zerstückelt wurde. Pikanterweise wurde die Diskussion angezettelt von einem Mitglied bei Flickr, das – laut Galerie – regelmäßig bei KFC zu Gast ist.
  3. Eine Diskussion, die das Aufkommen von Perversen in der Flickr-Community zum Thema hatte, fand auch schnell einen Schuldigen. Es wurde ein Link auf einen männlichen Akt gesetzt, der empörte Stimmen hervorrief. Auch hier wieder ein pikantes Detail: derjenige, der diesen Link gesetzt hat, sammelte in seinen Favoriten Bilder von jungen, definitiv minderjährigen Mädchen.

Kurzum: Das Zensursystem, das nun Flickr überzogen hat, wird wiedereinmal an seinen Benutzern scheitern. Vielleicht werden gerade diejenigen herausgefiltert, die zu faul sind, ihr Profil zu überprüfen und fortan nur mehr auf der “sicheren” Seite sind. Warum man den Leuten nicht einfach klar macht, dass sie ihr Hirn einschalten sollen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Interessant ist aber auch, dass in der Ankündigung dieser neuen Filterfunktion folgende Einleitung verwendet wird:

One of the best things about Flickr is that our membership is made up of people from so many places and diverse backgrounds. It’s important to us that everyone feel comfortable, despite vastly different cultural and personal comfort levels. What I like, you might not, and it’s up to the entire community to make this work. So, we’ve rolled out content filtering which allows you to flag your images as you upload and also set your viewing preferences for what you’d like to see (or not).

Jeder soll sich also wohlfühlen, abgesehen von großen kulturellen und persönlichen Normen. Alles klar. Ich fühle mich allerdings nicht wohl (genauso wie ein paar andere Herrschaften, die mit den Filtermethoden von Flickr Bekanntschaft gemacht haben), wenn ich mir die Galerie eines Freundes oder einer Freundin oder einfach die Galerien meiner Kontakte anschaue und nicht mit Sicherheit sagen kann, dass einige von den Bildern, die ich nicht sehen kann, nicht von ihm oder ihr vor meinen Augen versperrt wurden, sondern von irgendjemandem oder gar dem System an sich! Der Einfluss von Yahoo auf Flickr scheint wirklich nicht positiv zu sein. Immer mehr wird das System amerikanisiert und von amerikanischen Vorstellungen anderer Kulturen durchsetzt. Und ob nun dieses Filter- oder Zensursystem damit zusammenhängt, sei dahingestellt.

Domainumzug. Und was da auf einen zukommt.

Diese Website wurde unter dem Namen “Michael’s Remarks” groß, doch stellt sich in den letzten Monaten heraus, dass dieser Name immer weniger zu den hier publizierten Inhalten passte, da sie kaum mehr mit meiner Meinung zu tun hatten, andererseits wollte ich meinen Namen aus der URL für diese Seite entfernen.

Rebranding, die Leser, die Autoren

Wenn man ein solches Rebranding durchführt, dann wirbelt das einiges an Staub auf, denn man muss die ohnehin stets klickfaulen Leser dazu motivieren, die neuen URLs zu favorisieren, den neuen Newsfeed zu abonnieren und sich an das neue Logo (und das neue Design überhaupt) zu gewöhnen.

Ebenso musste ich mich selbst an den neuen Namen gewöhnen. Alle Artikel musste ich nocheinmal durchsehen, nicht mehr gültige Links ausbessern, sofern nötig, und natürlich das alles auf die eine oder andere Art und Weise promoten.

Hinzu kamen noch große Bedenken hinsichtlich all meiner Googlewerbung, der Text Link Ads, ReviewMe, Trigami, etc. – wie konnte ich diese Netzwerke davon überzeugen, dass hier ein erfolgreiches Rebranding durchgeführt würde und dass mein Pagerank nicht komplett in den Keller donnerte?

Cool URIs don’t change, sometimes, however, they have to

Mit dem Rebranding kam in logischer Folge der Wechsel der Domain. Dass allerdings ein Domainumzug nicht optimal ist (cool URIs don’t change, ich weiß), ist mir klar, notwendig war’s trotzdem. Für diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen auch einmal zu diesem Schritt gezwungen sind, hier die Dinge, die zu berücksichtigen sind:

Zuerst, was einfach ist. Einfach deshalb, weil diese Aktionen völlig unabhängig vom Rest der Welt geschehen können.

  • Stelle sicher, dass deine alte Domain noch mindestens ein Jahr lang dir gehört.
  • Kaufe die neue Domain und konfiguriere sie.
  • Sieh zu, dass alle internen Links nicht auf die alte Domain verweisen.
  • Sieh zu, dass alle E-Mails, die deine Seite verschickt, mit der neuen Domain ausgestattet sind (Kontaktformulare, etc.).
  • Sieh zu, dass alle Umleitungen (sowohl URLs als auch E-Mails) und Weiterleitungen auf die korrekten Domains weiterleiten!
  • Konfiguriere eventuelle PlugIns auf die neue Domain.
  • Erstelle eine htaccess-Datei (Codebeispiel), die alle Einträge und Adressen der alten Domain auf die neue Domain umleitet. (In dem Fall werden alle Nicht-Neuedomains auf die neue Domain umgeleitet und die Spezialfallzeile ist da, falls irgendwelche Ordner doch nicht exakt gleich bleiben!)
  • Aktualisiere deine Newsfeeds, deine Profile, Links, etc. bei Diensten wie: FeedBurner und/oder anderen Feed-Burnern, reinvigorate, 103bees, Google Analytics und anderen Statistikanbietern, Google Webmaster Central, Alexa, Technorati, Flickr, del.icio.us, Blogger, WordPress, Gravatar, YouTube, upcoming.org, Twitter, Tupalo, Tumblr und all den anderen Web 2.0-Seiten!

Der mittelschwierige Teil. Mittelschwierig, weil man hier teilweise auf Fremde angewiesen und Argumentationsarbeit gefragt ist: Eine neue Domain bedeutet ein völlig neues Pageranking und völlig neue Bewertungen. Um die eigenen Marktpreise bei Rezensionen und Werbungen für die Domain bzw. das Listing überhaupt aufrecht erhalten zu können, ist viel Erklärungsarbeit nötig.

Der mühsame und somit schwierige Teil. Der mühsamste und somit schwierigste Teil des Umzugs ist das Durchforsten des Internets nach Links zur alten Domain. Hat die Seite einmal ein gewisses Schwergewicht erreicht, ist dieser Schritt sowieso hinfällig, weil man dafür Unmengen an Menschen anstellen müsste, die das tun. Hat man allerdings eine kleine private Website, kann es schon Sinn machen, die wichtigsten Seiten über den Umzug zu informieren. Ich führe hier nurmehr an, wie man an die Backlinks kommt.

  • Rufe Alexa Traffic Rankings auf > gib deinen alten Domainnamen ein > Get Traffic Details > Sites Linking In.
  • Rufe Google auf > Gib “link:” und deinen alten Domainnamen ein, also link:altedomain.com.
  • Rufe den Yahoo Site Explorer auf > gib deinen alten Domainnamen ein > Klicke auf Inlinks.
  • Rufe Live Search auf > Gib “link:” und deinen alten Domainnamen ein, also link:altedomain.com.

Resümee nach ein paar Monaten

Diesen Teil des Artikels habe ich am 14. August 2007, also ein paar Monate nachdem alle Änderungen durchgeführt wurden, das Rebranding abgeschlossen ist und die Domainweiterleitung eigentlich nicht mehr vonnöten sind, geschrieben.

dreitehabee hat Michael’s Remarks vollständig abgelöst. Weder bei Google noch bei Yahoo und all den anderen großen Suchmaschinen gibt es noch Verweise auf die michaelsremarks.org-Domain. Die meisten Blogger haben von sich aus auf die neue URL verwiesen und Verwirrung gab es keine, da ich mit dem Einsetzen der htaccess-Datei auch gleichzeitig einen Artikel gepostet habe, der den Umzug erklärt.

Probleme mit Werbung

Probleme hat es für mich als den Betreiber dieser Seite keine gegeben. Weder mit Google Adsense, noch mit Text Link Ads, noch mit ReviewMe oder Trigami. All diese Services haben mir sogar einen Vertrauensvorschuss zuteil werden lassen. Beispielsweise hat mir Text Link Ads (TLA) manuell einen Google Pagerank (PR) von 5 zugeschrieben, nachdem sie selbst überprüft haben, dass hier eine korrekte URL-Weiterleitung zum Einsatz kommt. Die Einnahmen, die ich durch Werbung mit TLA vorher gemacht habe, sind durch den Domainwechsel nicht gesunken.

Einzig und allein LinkLift hat Schwierigkeiten gemacht. Da hat es geheißen, ich solle meine Seite abmelden und sobald sie einen PR von 5 wieder erreicht hat, neu anmelden. Doch selbst als der PR erreicht war, geschah nichts. Auf mehrere E-Mails meinerseits wurde nicht reagiert und die Homepage teilt mir mit, dass meine Seite geprüft wird (seit drei Monaten!).

Zusammenfassung

Ein Rebranding gepaart mit einem Domainwechsel verursacht Arbeit und ein wenig Verwirrung, ist aber nicht eine Sache, die unmöglich ist. Beherzigt man die hier aufgelisteten Punkte, sollte alles soweit klappen. Google und andere Suchmaschinen stellen sich sehr schnell auf die neue URL ein, Werbenetzwerke, sofern man den Support aufklärt, auch (mit Ausnahme LinkLift).

Die Leser und Leserinnen benötigen ein wenig Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, aber auch sie sind nach spätestens einem Monat hier wieder “zuhause”.

Für Fragen en detail stehe ich jederzeit in den Kommentaren zu Verfügung!

Weitere Informationen

Für Geld oder doch nicht?

Seit einiger Zeit schon gibt es unter Bloggern die Diskussion, ob man Blogs, die auch kommerziell Bloggen, also Artikel für Unternehmen oder deren Produkte gegen Bezahlung schreiben, kennzeichnen, wenn nicht gar brandmarken sollte. Es gibt natürlich zwei Meinungen, die sich an offensichtlich völlig anderen Vorstellungen von Blog brechen. Die einen meinen, dass das Heiligste des Bloggens, nämlich die Neutralität des Autors, stets gewahrt bleiben sollte und der Leser sofort erkennen können sollte, ob es sich bei diesem und jenem Blog hier um eines handelt, das bezahlte Artikel anbietet oder ob die Artikel hier tatsächlich die Meinung des Autors widerspiegeln. Die anderen hingegen gehen davon aus, dass ein paar bezahlte Artikel zumindest die Kosten für Webspace und Domain wieder hereinbringen, insofern nichts gegen bezahltes Bloggen auszusetzen wäre, da ja bei den meisten Services, die momentan en vogue sind, sowieso redaktionelle Freiheit besteht, die es den Autoren von Blogs durchwegs möglich macht, auch Kritisches über das Produkt zu schreiben. Es ist halt keine Werbung, die man da macht, sondern Rezensionen, die man schreibt. Und dass die Neutralität eines Autors verloren geht nur weil er ein Produkt rezensiert, dass er an sich nicht rezensieren würde, das bezweifle ich stark.

Ich habe mich sowohl bei ReviewMe als auch bei Trigami angemeldet und habe für beide Services bereits Reviews respektive Rezensionen geschrieben. Während Trigami ganz klar ersichtlich eine Grafik einbettet, die dem Leser sowieso im Voraus schon klarmacht, dass der folgende Text eine Rezension eines Produktes sein wird, für die der Autor bezahlt wurde, ist das bei ReviewMe wesentlich undeutlicher oder unklarer, denn hier entscheidet der Autorselbst, wie er den Eintrag als Werbung markiert. In meinem Fall gleich doppelt, denn der Artikel wird sowohl im Titel mit einem vorangesetzten “Werbung” gekennzeichnet als auch durch die Kategorie mit dem gleichen Namen. Ich denke also, dass jeder Leser, der hier vorbeischaut, wirklich leicht erkennt, dass es sich um eine bezahlte Rezension handelt.

Mit Blogs Geld verdienen: AdSense, Text-Link-Ads, ReviewMe & Co.

Kann man mit Werbung auf Blogs und durch Bloggen Geld verdienen? Ja, ein wenig. Und das auch nur, wenn man einen zumindest halbwegs erfolgreichen Blog betreibt. Es ist nicht viel, was man durch die diversen Werbeprogramme und Affiliate-Links einnehmen kann, ein kleines Taschengeld ist es aber allemal, das man am besten gleich weiter ins Bloggen investieren sollte (Server, das eine oder andere Premium-Plugin, etc.), denn für mehr reicht es ohnehin nicht aus.

Letzte Aktualisierung: 1. April 2012.

Das Werbeprogramm, das auf meiner Seite am besten funktioniert hat, war Text Link Ads (TLA). Wer Text Link Ads verwendet, stellt auf seiner Website Platz zur Verfügung, auf dem TLA einige Links von halbwegs themenrelevanten Firmen platzieren kann. Bezahlt wird man pro verkauftem Link und pro Monat, wobei der Wert eines Linkplatzes durch verschiedene Faktoren, wie die Verbreitung, das Alter oder die Aktualität des Blogs bestimmt wird.

Text Link Ads bietet für WordPress ein Plugin an, mit dem man die Werbefläche als Widget dorthin zieht, wo man sie haben möchte.

Eine Alternative zu Text Link Ads ist LinkLift. LinkLift funktioniert praktisch genauso wie TLA, das Programm ist jedoch auf den deutschsprachigen Markt spezialisiert, wodurch die Anzahl der verkauften Links meiner Erfahrung nach deutlich geringer ist als die von TLA.

Der Klassiker unter den Werbeprogrammen ist Google AdSense. Ich verstehe jedoch nicht, warum das Programm so dermaßen beliebt ist, denn es hat in meinen Augen mehr Nachteile als Vorteile. AdSense funktioniert eigentlich nur auf thematisch stark fokussierten Websites gut, die Klicks können nicht nachvollzogen werden und der Verdienst ist sehr, sehr, sehr niedrig. Außerdem kommt mir vor, dass die meisten Besucher mittlerweile blind für Google-Werbung sind, weshalb ich meine, dass AdSense-Werbung sinnlos ist.

Ähnlich ist es übrigens auch mit der benutzerdefinierten Google Suche oder den Google Linkblöcken, die beide in meiner Erfahrung keinen Umsatz generiert haben.

Eine andere Art von “Werbung” macht Trigami. Man erhält den Auftrag, ein Produkt zu testen oder über einen Dienst zu schreiben. Die redaktionelle Freiheit (also die Möglichkeit, auch negativ über das Produkt zu schreiben) ist garantiert, der Aufwand, den man treibt, um an einen Auftrag zu gelangen, steht in keiner Relation zum Verdienst.

Vor Trigami gab es bereits ReviewMe, das auch sehr ähnlich funktioniert. Wer seine Seite nicht auf Englisch schreibt, braucht an ReviewMe gar nicht erst zu denken.

Eine weitere Art, ein wenig Geld zu verdienen, ist über Partnerprogramme. Die können entweder ganz gut funktionieren oder gar nicht – das ist natürlich von der grundsätzlichen Einstellung im Blog und des Bloggers abhängig. Wenn ich zum Beispiel immer wieder begeistert über Dropbox schreibe, wird wohl der Referrer-Link auch etwas bringen.

Ein Partnerprogramm, das auf meiner Seite überhaupt nicht funktioniert hat, war das von Amazon. Nicht nur waren die automatisierten Buchempfehlungen völlig aus der Luft gegriffen (bei einem Artikel über die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern wurde ein Harry Potter-Roman empfohlen), auch die statischen Links machten keinen Umsatz. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Blogs, die sich ausschließlich mit dem Thema “Buch” beschäftigen, hier durchaus Erträge generieren können. Diesen und allen anderen sei jedoch ein Absatz aus den AGB des Partnerprogramms nahegelegt, den ich hier nur inhaltlich wiedergebe: Wer mit dem Partnerprogramm keine Umsätze generiert, dem kann Amazon Kontoführungsgebühren verrechnen…

Letzten Endes habe ich mich für eine völlig werbefreie Form des Bloggens entschieden, die nur von den hin und wieder von WordPress.com eingeblendeten Werbungen unterbrochen wird. Wer allerdings auf die 3 Euro im Monat nicht verzichten möchte, sollte sehr dezent werben, unauffällig und auf keinen Fall aufdringlich oder hintergehend. Erstens ist das von den verschiedenen Anbietern gar nicht erlaubt, zweitens vergrault man sich damit alle Leser.

Wie aus Gräfin Larissa Wooolt wurde

Gestern erschienen auf meiner Flickr-Galerie Kommentare eines User mit dem Namen “gräfin_larissa”, die beleidigend, verspottend und teilweise rassistisch untersetzt waren. Im Unterschied zu so manch anderem Kommentar, der ab und an bei irgendeinem Bild auftaucht, waren diese Kommentare aber gezielt auf eine Person gerichtet. Für gewöhnlich reicht es, wenn man solche Leute blockt, denn damit wird man für diese sogenannten “Trolle” unsichtbar: Alle Kommentare, die ein Troll geschrieben, alle Favoriten, die er angelegt hat… alles verschwindet mit einem Klick. Doch in dem Fall ging es noch weiter.

Der Troll hat, nachdem er von mehreren Usern gebanned wurde, seinen Benutzernamen verändert, womit klar wurde, dass es hier eindeutig um einen persönlichen Rachefeldzug irgendeines komplexbeladenen Individuums ging: Der Troll nannte sich, verwechselnd ähnlich mit dem echten Flickr-Contact “Wooolf” “Wooolt”. Ich war mit diesem Fall persönlich dahingehend konfrontiert, dass dieser Wooolt in einigen meiner Flickr-Gruppen, die ich als Administrator betreue, Bilder gestellt hat, die an Widerlichkeit kaum zu überbieten waren. Da war es dann schon so, dass man neben ein paar netten Aufnahmen von Bällen plötzlich lächelnde ältere Damen sehen konnte, in die Fäuste – im wahrsten Sinne des Wortes – hineingeschoben wurden. Macht sich nicht gerade gut in einer Gruppe zur Ballkultur Wiens und sieht auch nicht gut aus.

Am gleichen Tag, etwas später, wurde dann aus Wooolt “Wooolf.” (man beachte den Punkt) und die Profilseite des Users wurde mit einem Update versehen, einer Beschreibung nämlich, die den echten User Wooolf (also den ohne Punkt) beleidigte. Und abermals tauchten in diversen Gruppen eklige Bilder auf und abermals wurde der Troll gesperrt, gebanned und überall rausgelöscht, wo’s nur in unserem, denn zu dem Zeitpunkt machten schon einige Administratoren Jagd auf den Wahnsinnigen oder die Wahnsinnige, Rahmen des Möglichen und Machbaren stand. Und gleich in einem Aufwischen wurden auch alle anderen Benutzer, die zwar keine Bilder von sich selbst hochgeladen oder in die Gruppe gestellt, dafür aber eine große Kollektion an Favoriten haben, deren Inhalte Fotos von Kindern oder von sehr jungen Frauen sind, rausgeschmissen.

Bei Flickr gibt es eine Menge an Optionen, die man hat, wenn einem ein anderer Benutzer irgendwie nahekommt. Aber es gibt keinerlei Möglichkeit einen Benutzer zu stoppen, der es sich zum Ziel gemacht hat, mit einem ähnlichen Benutzericon und mit einem täuschend ähnlichen Namen (Wooolf – Wooolf.) in den Galerien von anderen Benutzern herumzustreunen und beleidigenden Kommentarmüll zu hinterlassen. Nicht nur ich, sondern auch die Administratoren von anderen Gruppen, sowie weitere betroffene Benutzer haben den Troll nun bei Flickr gemeldet und Flickr hat auch rasch reagiert: Gestern noch trieb er sein Unwesen in der friedlichen Flickrwelt, heute schon ist der Benutzer und seine Sammlung an schmutzigen Fotos gelöscht.