myspace.com/observingkosovo

Freie Journalisten im Kosovo versuchen die Zeit und die Stimmungen vor dem Stichtag 10. Dezember 2007 einzufangen; und sie haben einen MySpace-Blog: Observing Kosovo.

11 Thesen zu Habermas

Elf Thesen zu Habermas von Paolo Flores d’Arcais.

Einerseits möchte Jürgen Habermas an den demokratisch-liberalen Prinzipien festhalten, zu denen die staatliche Neutralität gegenüber den Religionen gehört und damit das Beharren darauf, politische Entscheidungen nur aufgrund von Argumenten zu fällen, die rationaler Natur und allgemein zugänglich sind. Anderseits aber will Habermas auch religiöse “Argumente” als solche anerkannt sehen. Diese sollen nicht nur als legitime, sondern auch als nützliche und im Rahmen des demokratisch-liberalen Zusammenlebens unabdingbare Faktoren betrachtet werden.

Drei tolle Blogs, die kaum jemand kennt

3 tolle Blogs, die kaum jemand kenntJan Tißler ruft zum nächsten Blogprojekt auf, und dreitehabee ist wieder dabei. Diesmal geht es um drei Blogs, die als Geheimtipp durchgehen, weil sie entweder niemand kennt oder weil sie zuwenige Leser haben. Oder beides. Und da gibt es einige, nicht nur drei.

Beyond That

Beyond That ist ein Tumblelog, aber da es dort mehrere Einträge gibt, die weit über das Tumblen hinausgehen, ist es in meinen Augen absolut zulässig, Beyond That unter den drei tollen Blogs anzuführen. Was mir an der Seite gefällt, ist die völlige Unabhängigkeit von jeglicher Netzkultur und von Netzthemen. Hier schreibt jemand, der sich überhaupt nicht darum schert, ob YouTube oder Google, Apple oder Microsoft gerade aktuell ist. Und das ist erfrischend. Sehr erfrischend in einer vom Netzthemeninzest durchsetzten Blogosphäre.

Dieses Blog ist leider nicht mehr aktiv.

gnidam.net

Gnidam.net ist ein Photolog und kein Blog. “Gnidam” steht eigentlich für “Ma Ding” und das wiederum heißt auf Chinesisch “Martin”, daher der Name. Die Fotos, die Martin Feilhauer langsam, aber stetig hochlädt, sind in meinen Augen allesamt schlichtweg wunderbar und verdienen ein paar lobende Kommentare mehr. Denn egal, ob es das genialste Portrait eines Schafs, das Bild von tausend Ameisen, das Innere eines Heißluftballons oder die friedvolle Stille eines Sonnenstrahls in den Bergen ist, Martin hat einfach ein Auge für diese Dinge.

EnlargeYourPen

Christian bloggt aus Graz und wonach ihm gerade ist. Und das ist nicht nur unterhaltsam, sondern lässt einen immer wieder auf den Boden der Realität kommen, die da ist: Es gibt noch eine andere Welt da draußen! Der Titel ist sowieso ein Treffer sondergleichen und wer auf “Design, coole Sachen, Webnews, Topseiten, Was weiss ich” steht, der schaut da jetzt hin!

Mamas Lover

Eine Mutter gehört zu ihrem Kind und nicht in die Arme eines fremden Mannes. Ein Appetizer bei Zeit Online auf das neue Buch der Soziologin Natalie Schlegel: Mamas Lover.

Aber denken Sie an Ihre eigene Mutter. Stellen Sie sich vor, Sie würden erfahren, dass sie zur Zeit eine heimliche Affäre unterhält oder vielleicht damals einen Liebhaber hatte, als Sie selbst noch ein Kind waren. Mütter, die fremdgehen, verletzen eines der wenigen noch geltenden Tabus. Eine Mutter, die emotionale und erotische Wünsche und Träume mit einem fremden Mann in die Tat umsetzt – diese Vorstellung passt nicht zu dem, was die meisten von uns erwarten.

Flickr Places

Flickr hat soeben ein neues Feature vorgestellt: Places. Places zeigt dem Besucher der Seite alle mit Geotags ausgestatteten Fotos im geografischen Kontext an. Befindet man sich auf der Places-Seite “Wien”, so sieht man nicht nur die hier populärsten Stichwörter, eine Straßenkarte der Stadt, das aktuelle Wetter sowie Zeit und Datum, sondern auch noch interessante Bilder, eine Auswahl aller Flickr-Gruppen, die mit Wien zu tun haben, “Featured Photographers” und ein Sucheingabefeld, das die Suche auf alle Fotos im Raum Wien begrenzt.

Den Eintrag zu “Places” im Flickr-Blog gibt es hier, ein paar Beispiele gleich da: Wien, Berlin, Paris, Rom (hier natürlich auch Trentino-Südtirol oder gleich Neunhäusern), Warschau, London, Peking, Shanghai, Shaoxing, Kashgar, Suva, Nuku’alofa, Auckland, Papeete, Apia, New York, Los Angeles und so weiter…

Mocca Club reloaded

Es gibt ihn wieder, den Mocca Club. Leider mit neuen Baristas, leider mit neuem Personal, leider mit einer Ausrichtung hin zur Cocktailbar, leider ohne Rauchverbot, zum Glück mit dem Cheesecake nach altem Rezept. Immerhin etwas.

Qualität und Quantität der Kaffees

Es gab in Österreich vor der Sommerpause des Mocca Club genau ein Café, das wohlschmeckenden und geprüft zubereiteten Kaffee in gleichbleibender Qualität servieren konnte: der Mocca Club. Die Neueröffnung hat das leider geändert, denn die Qualität des servierten Kaffees schwankt. Mal schmeckt er ganz gut, mal ist er perfekt, mal ist er nicht zu trinken. Mich erinnern diese Qualitätsschwankungen an meine ersten Versuche mit der Espressomaschine. Wie den Baristas früher diese Gleichmäßigkeit gelungen ist, weiß ich nicht, denjenigen, die jetzt hinter der Maschine stehen, gelingt es jedenfalls nicht.

Aber nicht nur die Qualität lässt stark zu wünsche übrig, auch die Menge des Kaffees im Häferl schwankt beträchtlich, je nach Barista. Ein Espresso kann ein zu einem Drittel gefülltes Häferl sein, ein zur Hälfte gefülltes oder gar, wie heute, ein nahezu volles. Irgendwas stimmt hier nicht. Und das sahen und sehen andere Besucher auch so.

Personal und Ausbildung

Liebgewonnenes Personal ist unersetzbar, das ist klar, doch freundliches Personal anzustellen, sollte oberstes Ziel des Inhabers sein. Bis auf zwei löbliche Ausnahmen wirkt das Personal im Mocca Club unfreundlich. Zwei Beispiele hierzu.

Wenn sich die Crema meines Espresso auf vier Metern Fußweg von der Maschine zu meinem Platz aufgelöst oder sehr verdünnt hat und ich ihn zurückschicke, dann gibt es nicht eine Entschuldigung für den Fehler und rasch einen neuen Espresso, sondern nur eine eiserne Miene, irgendein Gemurmel und einen neuen Kaffee hingestellt. Wo sind die Zeiten, als der Kellner selbst bemerkt hat, dass der Kaffee dieser Form nicht in Ordnung war und damit von sich aus (!) wieder zum Barista ging, um einen neuen zu ordern.

Fragt man, das Beispiel 2, einen der Kellner oder Kellnerinnen um Rat in puncto Kaffeesortenwahl, hat man keine Chance. Das Personal ist absolut nicht ausgebildet und selbst die Menschen hinter der Espressomaschine haben keine Ahnung. Kaffeesorten und Zubereitungsarten sind nicht daselbe, liebes Personal im Mocca Club. Dass jeder selbst nachlesen kann, wie welche Kaffeebohnen schmecken, ist mir auch klar, doch eine Kost-Bar, abgeleitet von Verkosten, muss auf einem anderen Level spielen!

Nichtraucherbereich und Geruchsbelästigung

Dass man im Mocca Club rauchen darf, stört mich. Das ist subjektiv und jedem Raucher sei seine Meinung dazu erlaubt, aber guten Kaffee sollte man auch riechen können. Die eine oder andere Shisha ist in Ordnung, doch wenn man ein Lokal verlässt, weil die eingeatmeten Rauchwolken Kopfweh verursachen, dann beginnt sich die Sache auch wirtschaftlich negativ auszuwirken. Starbucks hat es geschafft, Italien hat es geschafft und die Zeiten, als eine Zigarette zum Kaffee notwendig war, sind hoffentlich vorbei.

Eine funktionierende Belüftung, die zumindest durch einen konstanten Luftstrom die Gerüche der einen Gruppe vor der anderen fernhält, gibt es nicht. Es ist sogar noch schlimmer: Früher gab es auf der Herrentoilette einen mit rotem Stift auf das Fenster geschriebenen Warnhinweis, das Fenster niemals und unter keinen Umständen zu öffnen, weil – das stand aber nicht mehr da – dort wohl die Belüftungsanlage ihr Ansaugrohr hat. Nicht selten kann man seit Neueröffnung im vorderen Bereich des Lokals genau riechen, was gerade auf der Herrentoilette gesetzt wurde, doch der Hinweis am Fenster ist fort und kommt nicht und nicht wieder. Und das ist einfach nur eklig.

Resümee oder Empfehlung?

Resümee? Nein, gibt es nicht mehr! Geht auch nicht. Über die Qualität des Kaffees kann ich nur von Mal zu Mal urteilen, über die Freundlichkeit des Personals ebenso, je nachdem, ob ich am Vormittag (+) oder am Nachmittag (-) da bin und je nachdem, wie es momentan gelaunt ist (-), die Geruchsbelästigung durch Rauch ist wohl so schnell nicht zu lösen (-), die andere, da will ich gar nicht drüber nachdenken (-).

Empfehlung? Von mir aus, aber nur aus Mangel an Alternativen! Wenn der Barista gut arbeitet, das Personal gut aufgelegt, der Cheesecake frisch und das Lokal nicht mit Rauchern überfüllt ist, dann ist’s auch im Mocca Club in Ordnung.

Ansonsten? Ich weiß nicht. Ich gebe ab an Tupalo und Halfass.

Kürbiskraut oder Semmelkren

Was kann man serviert bekommen, wenn man auf einer Speisekarte liest: Rindfleisch mit Kohl, Dillfisolen, Kürbiskraut oder Semmelkren und Rösti? Bekommt man auf jeden Fall immer Rindfleisch mit Kohl und Dillfisolen und die anderen Beilagen können gewählt werden? Oder kann man zwischen Gemüse und Rösti wählen? Gehören Kohl und Dillfisolen immer und auf jeden Fall zur Beilage oder werden sie durch Semmelkren und Rösti ersetzt?

Bezahlte und getauschte Links

Das Upload-Magazin schreibt über “Bezahlte und getauschte Links: Der Stand der Dinge” (und setzt eine kleine LinkLift-Werbung gleich daneben).

Wenn eine Website von vielen branchenrelevanten Portalen, vertikalen Online-Medien und Web-Verzeichnissen verlinkt wird, zeigt das Suchmaschinen wie Google an, dass die verlinkte Website relevant sein muss. Häufig aber helfen Website-Betreiber bei der Verlinkung nach und (…) tauschen Links oder kaufen sogar Links bei Blogs oder Portalen ein. Gerade gegen Linktausch und das Kaufen von Links hat sich Google vor einiger Zeit ausgesprochen und damit für viel Aufruhr und Verwirrung gesorgt.

HTML-formatierte Exportdatei aus Textpattern

Textpattern (TXP) besitzt über keine Exportfunktion für die in der Datenbank gespeicherten Einträge. Andere Content Management Systeme (CMS) müssen diese Daten in ihre eigenen Datenbanken importieren, doch sind aktuelle Skripte für Importe aus einer TXP-Datenbank immer seltener oder sie erfüllen nicht genau den Zweck, den ich in einem Importskript sehe: Die Daten des einen CMS ins Format des anderen CMS zu konvertieren und importieren.

WordPress (WP), beispielsweise, wird mit einem guten Importskript für TXP-Datensätze ausgeliefert, doch gibt es hier zwei große Nachteile:

  • Das Importskript funktioniert nur, wenn WP und TXP die selbe Datenbank benutzen. (Es ist nicht möglich, die Datensätze aus der TXP-Datenbank A in die WP-Datenbank B zu kopieren.)
  • Das Importskript geht davon aus, dass man Textile-verliebt ist und diese Art der Formatierung beibehalten will und importiert die Einträge genau so nach WP. (Ich hätte mir hier eine Konvertierung ins HTML-Format gewünscht.)

Die Lösung: mt-export!

Nach einer Lösung für dieses Problem habe ich lange gesucht und wurde letztlich über Umwege beim Forum für Expression Engine fündig: Wir benutzen das Vorlagensystem von Textpattern, um manuell eine Movable Type Exportdatei zu erstellen, die dann ganz einfach in WordPress importiert werden kann. Diese Datei umgeht beide oben genannten Probleme: Alle Artikel werden in reinstem HTML ausgegeben und es ist völlig egal, aus welcher Datenbank in welche Datenbank kopiert wird.

Das Prozedere

  1. Erstelle eine neue Sektion mit dem aussagekräftigen Namen “export”.
  2. Erstelle eine neue Seitenvorlage mit dem Namen “export” und diesem Inhalt.
  3. Erstelle einen neuen Baustein (Typ: Artikel) mit dem Namen “export” und diesem Inhalt.
  4. Erstelle einen neuen Baustein (Typ: Kommentar) mit dem Namen “exportcomments” und diesem Inhalt.
  5. Um nun an die Exportdatei zu kommen, rufe deinedomain.com/export auf und speichere den Quelltext in eine Textdatei mit dem Namen “mt-export.txt”.

Diese Datei kann nun in alle gängigen CMS importiert werden, da das Movable Type Exportformat einen Quasi-Standard darstellt.

Hinweise bei der Benutzung mit WordPress

Ich habe mit genau dieser Vorgangsweise meine Artikel aus TXP nach WP portiert. Dabei sind allerdings folgende Probleme aufgetaucht:

Alle Artikel wurden in WordPress mit dem Status “Entwurf” angenommen.

Abhilfe dafür ist in den WP-FAQ beschrieben, kurz zusammengefasst: Führe diesen Befehl in phpMyAdmin für die betreffende Datenbank aus. Da gibt es allerdings wieder ein Problem, denn die Artikel haben danach keine Titelform, also keine eigene URL. Bislang gibt es dafür keine Lösung, allerdings habe ich das Problem an die Entwickler von WP weitergegeben und hier manuell gelöst.

Der intellektuelle Prolet 10

In herrlich alkoholisierter Agonie genieße ich den Blick auf die Viale delle Belle Arti; in meinem Kopf formen sich Gedanken über das spätbarocke Jesuitentheater, die mit ihren Papierkulissen die elend stumpfe Grimasse meines letzten stockdämlichen, inzestuös gezeugten Gesprächspartners überdecken. Blödes Gewäsch eines in einigen Bereichen sehr selektiv gebildeten Geistes, der sich selbst als den Nabel der Welt empfindet. Ich könnte ihm vor die Füße kotzen, mit der gleichzeitigen Bitte, es doch selbst aufzuwischen. Daneben sitzt ein seltsames Exemplar der Gattung Mensch, bleich und hager, ein Bruder im Geiste, aber irgendwie durch die Mangel der kapitalistischen Geltungsgesellschaft gedreht, und sabbert unverständliche Sentenzen, durchweicht vom Sendungsbewußtsein einer katholisch erzogenenen Ratte. Wie ich diese Kerle verachte! Dazu paßt eigentlich nur Bier, Bier in großen Mengen, hinuntergestürzt, bis sich die Magenschleimhäute entzünden. Und selbst dann ist der Stumpfsinn nicht ganz von der Seele gespült; vor allem nicht das Bild dieser habsburgisch mißgestalteten Kinnpartie, die vor lauter Freude über die eigenen brillanten Gedankengänge sich mit Spuckeblasen zu bedecken beginnt. Ich schließe die Augen und will mich an einen anderen Ort denken. Sogar nach Wien, sogar in den Schnee. Die Lage ist fürwahr beschissen. Aber ich werde aushalten, zumindest bis Montag, wenn mich der nette Anblick römischer Primaveren wieder aufzurichten vermag. Ach ja, diese Beine…

Sonntagsarabesken #142

Könnte ich Dich lieben? Ohne Dich zu begehren? Wie wäre das möglich? Wäre es überhaupt möglich? Die Stunde ist vorbei, die Minute, in der Du an meiner Seele vorbeigestreift bist, flüchtig und schön, unfaßbar und doch zugleich so greifbar wie nie zuvor und nie danach. Du bist wie ein im Licht verrinnender Schatten, eine Mischung aus Heute und Gestern, eine Göttin zwischen Einst und Jetzt. Unsere Bewegungen, so oft vereint. Ich bin aus Deiner Vergangenheit in meine Zukunft gefallen, oder umgekehrt, Du kanntest mich, in all meinen Details, und wußtest um meine Schwächen, meine unbekehrbare Seite, meine irregeleiteten Sehnsüchte Bescheid. Mit dem wissenden Lächeln einer Sibylle hast Du mich zur Seite geschoben, sanft aber bestimmt. Und jetzt? Geliebt und geträumt und ersehnt; ich habe das Paradies geahnt, den Duft der Ewigkeit gerochen, die Silhouette der Seligkeit gesehen. Deine Milde war Grausamkeit. Deine Geduld nichts anderes als berechnendes Vorausschauen. Zu den traurigen Klängen eines Kaffeehausklaviers hast Du mir das Herz gebrochen; im flackernden Schein schneeumflockter Straßenbeleuchtung hast Du mich in Verzweiflung gestürzt; und an Tagen allzu frühen Tauwetters habe ich Dich gehaßt. Bis die Befreiung und das Erstaunen kamen: Warum nicht früher? Warum konntest Du mir nicht schon früher einfach gleichgültig sein? Oder: Warum bist Du es aber trotz allem nach wie vor nicht? Darin liegt die Ironie der ganzen Geschichte. Darin, und in der Tatsache, daß ich jetzt, Jahre später, die Sonne in einer fremden Stadt genieße, den Herzschlag dieser Stadt spüre, ihren Asphalt unter meinen müden Füßen, ihren Kaffee wie schwarzes Blut in meinen Adern, ihre Launen in meinen Eingeweiden, und wieder an Dich denken muß, obwohl dieses Kapitel doch längst abgeschlossen ist. Doch andererseits bleibt die Erinnerung wach, nagt sich einen Weg durch das Fühlen, bis sie schließlich durch das Fühlen und Begreifen an die Oberfläche stößt. Es sind Melodien und Gerüche, Stimmungen und Gefühle, die lange Zeit durch ein unbewußtes Zusammenspiel Geist und Körper geformt haben; so wie die zerplatzten Orangen im Rinnstein kehren sie zurück, Bilder vor dem inneren Auge, und gewinnen dadurch zwar wieder an Frische, nicht jedoch an Leben. Daran kann nicht einmal die Aura der wundersamen Stadt etwas ändern. Denn tot sind sie. Und werden es immer sein.

Kann man ein WordPress-Blog erkennen?

Ausgehend von einer merkwürdigen Beobachtung Joe Trotters, der behauptet, ein WordPress Blog ohne Blick in den Quellcode erkennen zu können, stellt John Gruber fest, dass es nicht das System ist, das für das Erscheinungsbild einer Website verantwortlich ist, sondern das Design. Was als Plattitüde durchgehen könnte, hat einen doch tieferen Grund.

What makes Design Observer so good isn’t that it feels Movable Type-y, but that it feels Design Observer-y. Zeldman uses WordPress, and the result is pure Zeldman-y goodness. The same goes for WordPress creator Matt Mullenweg — nothing about his Photo Matt weblog looks or feels WordPress-y to me.

Sonntagsarabesken #141

Die Stadt ist ein Gefühl, das langsam wieder in meinem Körper erwacht. Sie kriecht mir unter die Haut, sie breitet sich aus in meinem Blut, sie füllt meine Nase mit ihrem Duft. Kühler Wind vom Meer, der manchmal Regenwolken mit sich trägt. Doch die Dachziegel sind noch warm von der Vormittagssonne. Die Hecken blütenüberwuchert. Und die Katzen in spätsommerlichem Schlummer versunken. Vier Jahre entwirren sich vor den spiegelnden Fensterscheiben, ihre Verschlingungen und Irrwege verschwimmen in einer transparenten Wolke goldenen Lichtes. Dazu Musik, die ich schon lange nicht mehr hörbar glaubte. Und hinten, in der dunklen Höhlung des Stehparterres, lehne ich mit glühenden Wangen, neben mir die Wärme eines frischen jungen Körpers. Mein Applaus zerrinnt im Enthusiasmus der anderen. Jetzt, sechs Jahre später, hallt er mir wieder in den Ohren. Und was kam danach? Wieviele Stunden und Tage und Wochen sinn- und hoffnungslosen Sinnens und Hoffens? Wieviele gute Gedanken, die einem einzigen falschen Gedanken geopfert wurden? Und wieviele Worte, die sich zu endlosen Kaskaden in einer gebetsmühlenartigen Fontäne formten, gespeist von verschmähter liebestoller Sehnsucht? Schnee und Blüten, Schokolade und Wodka, Bier und Äpfel. Tausende Sonnenuntergänge über sanfter Hügellinie, Autofahrten durch dunkle Wälder, morgendliche Spaziergänge zwischen Orangenbäumen bei San Giovanni, geträumte und erhoffte und doch nie Realität gewordene Tänze, Pfeifenrauch und italienischer Kaffee, schmiedeeiserne grün lackierte Gartenzäune, schwere Fliederblüten und entwurzelte Bäume. Ich glaube, die Sohlen meiner längst zerfallenen Lederschuhe am Fußballen zu spüren, während ich hier sitze, in die samtschwarze Nacht hinausstarre, die orangefarben beleuchtete Fassade der Villa Giulia vor mir, und rieche das nasse Herbstlaub, das den Asphalt eines längst vergangenen Gehsteiges bedeckt. Die Vergangenheit weitet sich zu einem Tunnel mit silbrig schimmernden Wänden, an dessen Ende sich scharf umrissene Schatten versammeln und zu mir herüber winken. Ich will die Hand heben, um ihnen Antwort zu geben. Die Finger fühlen sich bleiern an. Unmöglich, sie zu heben. Trotz der klammen Kälte steht Schweiß auf meiner Schläfe. Die Melodie brennt sich in mein Gehirn. Warme Lippen in meinem Nacken. Eine herrlich süße, herrlich schreckliche Stimme murmelt beruhigende Worte. Ein Nachtgespenst. Ich weiß es genau. Und doch schließe ich halb die Augen und lasse es geschehen. Die Schatten warten noch immer. Ein letzter Blick. Dann wende ich mich auf dem Absatz um. Die Lichter der Stadt vor mir. Das Jetzt. Die Welt. Ich fülle meine Lungen mit der frischen Nachtluft, gehe los, meine Schritte schneller, immer schneller. Die Musik verklingt. An der Ecke steht eine junge Frau, an den Zaun gelehnt, und wartet. Meine Augen streifen über ihren schlanken, schönen, zerbrechlich wirkenden Körper. Ein letzter Nachhall der Ewigkeit. Sie sieht mich an. Ich weiß, daß sie es tut. Drehe den Kopf zur Seite. Und gehe weiter.