In Wien guten, also geschmackvollen und richtig zubereiteten Kaffee serviert zu bekommen ist schwierig. Ebenso ist es in Wien nach wie vor eine Herausforderung, Geschäfte und Caffè-Bars zu finden, in denen frisch gerösteter oder zugekaufter, dafür aber qualitativ hochwertiger Kaffee verkauft wird. Und obwohl es mittlerweile mehr und mehr Röster und Kaffeespezialisten gibt, ist auch hier Vorsicht geboten, denn was sich hinter dem “Single-Origin mit ausgeprägten säuerlichen Noten” verbirgt, kann oftmals schlichtweg alter, schlecht bzw. falsch gerösteter oder zum Teil beschädigter Kaffee sein.
Ich habe hier eine leider sehr kurze Liste an Pilgerstätten zusammengestellt, wo man guten Kaffee in Wien vorfinden und in den meisten Fällen auch gleich trinken kann. Alle Kritiken und Bewertungen spiegeln ausschließlich meine eigene Meinung wider!
Letzte Aktualisierung: 23. April 2012.
CaffèCouture
Im CaffèCouture, Garnisongasse 18, 1090 Wien (Mo-Fr: 8:30-17:00), erhält man regelmäßig ganz wunderbaren Kaffee, der meist auch stilecht von Georg Branny selbst gemacht wird. Wer seinen Kaffee mit Milch trinkt, der staunt meist nicht schlecht, sobald er die Kreationen des Latte Art-Staatsmeisters in seinem Häferl sieht!
Brannys Hausmischung – der 95/5er – ist vorzüglich und immer erhältlich. Zusätzlich werden (in unregelmäßigen Abständen) Single Origins ausgeschenkt, deren Gesamteindruck weniger zählt als viel mehr die interessanten Noten und Spitzen (“beerig”, “nussig”, “schokoladig” usw.). Außerdem gibt es von Zeit zu Zeit auch Kaffeespezialitäten wie zB Irish Coffee oder Eiskaffee, die der von Fertigprodukten und Instantmischungen verbildeten Sensorik wieder den Unterschied zwischen in Labors hergestellten Aromen und echtem Geschmack verdeutlichen. Bezahlt wird für jeden Kaffee – mit ein paar Ausnahmen – “so viel, wie dir guter Kaffee wert ist”.
Den 95/5er-Blend kann man auch vor Ort erwerben, ganze Bohnen oder gemahlen (zu 400 Gramm und knappe 10 Euro das Päckchen), wobei es ratsam ist, ein wenig auf Vorrat zu kaufen, da die Lieferungen, so weit ich das mitverfolgen konnte, jeglicher Regelmäßigkeit entbehren.
Kaffeefabrik
In der Kaffeefabrik, Favoritenstraße 4-6, 1040 Wien (Mo-Fr: 8-18 Uhr), bekommt man nicht nur verschiedene Kaffeesorten in verschiedenen Zubereitungsarten (die beiden Baristi haben den 2. und 3. Platz im Brewers Cup bei der Barista-Staatsmeisterschaft 2012 belegt), sondern auch Bohnen - Reinsorten wie Blends - verschiedener Herkunft zu kaufen. Außerdem erfährt man von Tobias Radinger sehr genau, woher der Kaffee kommt, wie er geröstet wird, was seine Besonderheiten sind, etc., etc..
Das Sortiment wechselt je nach Saison (gut!), wobei es ein paar Klassiker gibt, die man das ganze Jahr über kaufen kann. Wer seinen Espresso vor Ort trinken, den Koffeinspiegel deutlich erhöhen und seine Vorurteile über Kaffees mit höherem Robusta-Anteil loswerden möchte, sollte unbedingt den “Disco” (50% Robusta, 50% Arabica) probieren und sich erst danach in die Welt der Arabicas vorarbeiten.
Bei meinen Besuchen war ich von sowohl dem Kaffee als auch von der gelassenen Freundlichkeit Tobias Radingers begeistert. Die Kaffeefabrik und Georg Brannys CaffèCouture sind wohl die zwei leuchtenden Sterne der Top-Coffeeshops in Wien. Die “Fabrik” ist von Montag bis Freitag jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, wobei die Öffnungszeiten eher als Richtwerte zu verstehen sind…
Orlando di Castello
Das Orlando di Castello auf der Freyung 1, 1010 Wien (Mo-Sa: 7:30-19 Uhr, So: 9-15 Uhr), wartet nicht nur mit einem sauberen Ambiente (weiß mit der nötigen Portion “g’spritzt”) auf, sondern auch mit etwas speckig geröstetem “Galapagos Peaberry”-Kaffee, der perfekt auf der Dalla Corte zubereitet und am Tresen um 1 Euro für einen Espresso serviert wird.
wakeup espressomaschinen
In der Landstraßer Hauptstraße 105, 1030 Wien, gibt es einen kleinen, unscheinbaren Laden, den man, wenn nicht explizit darauf hingewiesen, leicht übersehen kann: wakeup espressomaschinen (Mo-Fr: 10-19:30, Sa: 10-17). Zum Glück verkauft Mario Sciurti dort eben nicht nur Espressomaschinen, sondern schenkt auch Ristretti aus zwei immer wieder wechselnden Espressomischungen aus. Nicht wundern, wenn es bei der Extraktion leise bleibt: Die alte Faema arbeitet mit Federn und nicht mit elektronischen Pumpen. Empfehlung!
Vienna School of Coffee
Obwohl nur am Samstag geöffnet (10:00-15:00 Uhr), lohnt es sich, der Vienna School of Coffee regelmäßig einen Besuch in der Hahngasse 22, 1090 Wien, abzustatten. Die Schule ist an sich kein Café, doch gibt es dort immer Kaffees, die in den meisten Fällen von Johanna Wechselberger selbst geröstet wurden, zu probieren und zu kaufen. Und wer zufällig einen Samstag erwischt, an dem eine Verkostung stattfindet, lernt, wie das Ergebnis verschiedener Röstprofile, Zubereitungsarten oder Mischungsverhältnisse schmecken kann. Oder anders gesagt: Welchem Kaffeeliebhaber es gelingt, kürzer als 30 Minuten dort drinnen zu schauen, zu gustieren und sich mit Johanna Wechselberger zu unterhalten, weiß ich nicht.
In der Vienna School of Coffee kann man auch Kaffee von “Die Rösterin” kaufen, wobei es sich hier empfiehlt, mit bereits klar ausgeprägten Geschmacksvorstellungen vorstellig zu werden, da die Präzision, mit der Johanna Wechselberger den Geschmack der Kunden zu ergründen versucht, bevor sie einen Kaffee empfiehlt, den einen oder anderen Besucher überfordern kann (“Wie, ein Kaffee kann auch nichtnach Asche schmecken?!”). Die, die allerdings wissen, was sie wollen (oder was sie bislang gestört hat), haben meist nach einem Besuch in der Vienna School of Coffee ihren letzten Industriekaffee getrunken.
POC Cafe “People On Caffeine”
Im POC (“People On Caffeine”), Schlösselgasse 21, 1080 Wien (Mo-Fr: 8-18 Uhr), gibt es nicht nur guten, wenn auch sehr fruchtigen Kaffee aus der Espressomaschine, sondern auch – und das auf Staatsmeister-Niveau (Platz 1 2012) – alternative Zubereitungsarten wie Filter, Syphon oder AeroPress. Bei meinem Besuch im POC wurde mir der belgische Caffènation-Kaffee serviert, den es dort auch zu kaufen gibt.
Im Sommer ist Robert Grubers winziger Kaffeeladen im Seitentrakt der Alserkirche eine willkommene Abkühlung, im Winter ist es mir dort etwas zu kalt, wodurch das Gefühl, länger verweilen zu wollen, nicht und nicht aufkommen will. Da ich fruchtige Kaffees aus Interesse, nicht aber aus Genuss trinke (und mir diese Eigenschaft wohl mit vielen Wienerinnen und Wienern teile), verfolge ich Robert Grubers Weg aufmerksam, da er ausschließlich auf solche Kaffees setzt.
Dennoch ist das POC auf jeden Fall einen Besuch wert. Würden mir fruchtigere Kaffees wirklich schmecken und könnte ich mich endlich an einen Geschmack gewöhnen, so wäre das POC wohl weiter oben in dieser Liste.
Baristarie
In der Linzerstraße 403/2B, 1140 Wien versteckt sich – Zuerst den Eingang finden, dann den Gang entlang, die Treppen hinunter und links hinein – ein ambitioniertes Kaffeeprojekt: die Baristarie (Mo-Sa: 8-18). Der Röster, Christian Kring, geht die Sache lässig und unprätentiös an: Blends und Reinsorten sind ebenso eine Selbstverständlichkeit wie, zusätzlich zur Zubereitung in der Espressomaschine, die Verwendung der Ritualgerätschaften AeroPress, Syphon, Filter und – Applaus, Applaus! - Bacchi.
Wem die wirklich große Auswahl an Kaffees tatsächlich zu wenig sein sollte, der weckt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Bastler in Christian Kring und bekommt einen Mokka in einer leicht modifizierten Zubereitungsmethode aus der AeroPress serviert. Oder er baut irgendeine andere Gerätschaft auf. Fad wird’s auf jeden Fall nie und das ist gut, denn der Westen Wiens hat zu lange schon unter Industriekaffee gelitten!
Caffè Intermezzo
Ganz weit weg von mir, gut aber für die Bewohner der Praterstraße und generell des zweiten Bezirks, liegt Robert Dullnigs Caffè Intermezzo in der Schrottgießergasse 1, 1020 Wien. Ein paar Tische, etwas zu Essen, vor allem aber: guter Diemme-Kaffee, der stilecht zubereitet und serviert wird (50 Cent billiger an der Bar). Robert schenkt nicht selbst aus, sondern hat Angestellte, doch sind diese gut geschult: Auf meine Frage, welchen Kaffe ich hier bekommen würde, wurde mir die Marke (und nicht die Zubereitungsart) genannt.
Beans
Im Beans (Di-Fr: 10-18, Sa: 10-15) in der Landstraßer Hauptstraße 81, 1030 Wien, werden primär italienische Kaffee-Barmischungen verkauft. Doris Schleger gelingt es jedoch, einen Einkauf in ihrem kleinen Laden zu einer geschmacklichen Reise durch die Höhen und Tiefen diverser Röstergebnisse zu machen. Fast schon als Kontrastpunkt zum “Ich röste selbst, auch wenn ich’s nicht kann”, das nur in den wenigsten Fällen gute Ergebnisse hervorbringt, setzt sie vollständig auf gewachsene und traditionsreiche italienische Röstereien.
Im Beans wird an sich kein Kaffee ausgeschenkt, aber wer die eine oder andere Mischung verkosten möchte, bekommt diese stilecht serviert. Warum sich ein Besuch in Doris Schlegers Laden lohnt? Horizonterweiterung, und zwar in alle Richtungen! Und das ist brutal gut.
Kaffeeküche
In der Schottentor-Passage 8, 1010 Wien, strategisch perfekt vorm Ausgang zur Uni Wien gelegen, befindet sich die Kaffeeküche. Von Montag bis Freitag, jeweils von 7:00 bis 20:00 Uhr erhält man dort Tribeka-Kaffee, nachdem man sich für ein paar Minuten angestellt und den Kaffeewunsch in die Menge gebrüllt hat. Im Winter schmeckt er ein bisschen wässrig, im Sommer etwas zu verbrannt; das liegt wohl an der Umwelt, die auf das kleine Kaffeelokal im Untergeschoss stark einwirkt.
Ich würde die Kaffeeküche sehr gerne empfehlen, die Schwankungen in der Qualität der Zubereitung sind mir jedoch etwas zu groß. Trotzdem ist es ein Versuch jederzeit wert! Besser als das in 99,9% aller Kaffeehäuser in Wien ausgeschenkte Gesöff ist der Kaffee alle mal!
Radlager
Das Radlager, zur Zeit gerade in der Westbahnstraße 16, 1070 Wienangesiedelt, ist nicht nur Fahrradwerkstätte, sondern auch selbsternannte Caffè-Bar. Markus Böhm schenkt hier herrlichen Passalacqua Harem aus der Faema E61 in freudiger und sonnenschirmbestückter Atmosphäre aus. Und wenn nicht gerade ein Event das Radlager mehr zur Raucherkammer macht, kann man den neapolitanischen Espresso auf einer Sitzgarnitur genießen, die selbst schon altertumswert hat. Das Radlager hat zwar Öffnungszeiten, sie jedoch hier zu nennen, ist unnötig, da sich scheinbar niemand so wirklich daran hält.
Blaustern
Im Café Blaustern (Mo-Fr: 7-24, Sa, So, Fei: 8-24 Uhr) am Döblinger Gürtel 2, 1190 Wien wird ganz guter, selbst gerösteter Blaustern-Kaffee ausgeschenkt, an den man sich von Mal zu Mal mehr gewöhnt. Die Cimballi, die dort ihre Dienste tut, dürfte bei meinem letzten Besuch schon länger nicht mehr geprüft worden sein, ebenso wie die Arbeitsweise des Barista, der bei meinem letzten Besuch mehr damit beschäftigt war, sein wellendes und hochgegeltes Haar in Lage zu halten als den frisch gemahlenen Kaffee ordentlich zu tampen. Dass er – der Kaffee! – dann in wenigen Sekunden durch den Siebträger gerauscht ist, hat ihn auch kein Wimpernzucken gekostet.
Wer allerdings zuhause über eine vernünftige Kaffeemaschine verfügt, dem sei der Kauf frisch gerösteter Bohnen nahegelegt. Für gewöhnlich röstet die Chefin zu Wochenbeginn, ab Mittwoch ist der Kaffee dann verfügbar! Besonders gut kommt der Blaustern-Kaffee in der Bialetti. Oder man verkostet vor Ort und geht gleich hin frühstücken.
Akrap Coffee
In der Königsklostergasse 7, 1060 Wien, einen Katzensprung von der Mariahilfer Straße entfernt, befindet sich die Akrap Coffee Espressobar. Was man in der etwas unterkühlten Location mit dem violetten Logo (Mo-Fr: 9-17:30, Sa: 10-16) bekommt, ist guter Kaffee, der nicht selten von Christian Akrap selbst zubereitet und serviert wird. Akrap Coffee ist die einzig mir bekannte Espressobar in Wien, die Triple-Shots auf der Karte hat.
Cafe der Provinz
Unschlagbar günstigen (EUR 0,80 für den Stehkaffee!), und dabei auch noch guten Simonelli-Kaffee gibt’s im Cafe der Provinz in der Maria-Treu-Gasse 3, 1080 Wien. Zubereitet wird er in einer Faema E61, davor gemahlen in einer Faema-Mühle! Besonders fein sind nicht nur das Ambiente und die Crêpes, sondern auch die österreichischen, deutschen und schweizerischen Qualitätszeitungen.
Pizza Mari’
Auch Pizza Mari’ in der Leopoldsgasse 23a, 1020 Wien, serviert ab und zu kräftigen Passalacqua, den man dort auch direkt kaufen kann (Bohnen der Marke “Vesuvio”, aber auch gemahlenen Kaffee der Marken “Harem” und “Mekico”). “Ab und zu” deswegen, weil es sehr stark von der jeweiligen Bedienung abhängig ist, wie gut der Espresso schmeckt. In letzter Zeit waren die Negativkommentare weitaus häufiger zu hören als die positiven. Auch hier: leider. (Das gilt – das nur nebenbei – auch für die Pizze.)
Caffè a Casa
Ich habe das Caffé a Casa, Servitengasse 4A, 1090 Wien, lange außen vor gelassen. Warum, weiß ich eigentlich nicht, denn schließlich besuche ich die keine 5 Minuten entfernte Vienna School of Coffee ja auch regelmäßig. Ilker Amurabens Kaffees sind mir persönlich etwas zu säuerlich und noch nie habe ich einen Espresso so richtig gut gemacht bekommen, aber das scheint die Gäste seines steril wirkenden Lokals ebensowenig wie die häufig schwärmerisch vom Lokal berichtenden Journalisten zu stören. Ich lasse Caffè a Casa lieber wieder außen vor.
Heissenberger
Heissenberger am Kohlmarkt 11, 1010 Wien, hat guten Kaffee (Bohnen/gemahlen), probiert man ihn gleich vor Ort, kann man sich in ein Hinterzimmer zurückziehen, dass sehr ans Wohnzimmer der Großtante erinnert. Auch hier gilt: Die Qualität des Kaffees variiert sehr stark je nachdem wer ihn herstellt. Mir persönlich sind fast alle Heissenberger-Kaffees zu rauchig und malzig (was aber eher an der Zubereitung als am Kaffee selbst liegt), viele Mit-Tester jedoch schwören auf den Geschmack.
Da es bei Heissenberger immer Specialty-Coffees gibt, bin ich sehr gewillt, dort auch einzukaufen. Das wird aber erst geschehen, wenn mir der Kaffee vor Ort auch so serviert wird, dass ich mich traue, ihn auch zuhause zu probieren.
Emporio del Caffè
Das Emporio del Caffè in der Kettenbrückengasse 17, 1050 Wien bereitet sehr gute Espressi zu. Tische gibt es keine, lediglich eine knapp 90cm lange Bar. Die ausgeschenkte Marke wechselt mit den Lieferungen, kaufen kann man sowohl Bohnen als auch gemahlenen Kaffee direkt vor Ort. Brigitte Bartmann hat sich im Emporio del Caffè auf Bendinelli-Kaffee spezialisiert, verkauft aber auch Musetti, Moreno, Portioli und Passalacqua.
Schräg gegenüber vom Laden gibt es eine Garageneinfahrt, die häufig von Kaffeeliebhabern genutzt wird, um als Ultrakurzzeitparkplatz für den schnellen Kaffee bei Frau Bartmann zu dienen. Andernfalls gönnt man sich ein Mittagessen in einem der in dieser Gegend bereits hochversnobten Naschmarktlokale und jettet dann auf eine Portion Normalität und eine Tasse Espresso zu Frau Bartmann.
Eissalon Tuchlauben
Der Eissalon Tuchlauben in der Tuchlauben 15, 1010 Wien, schenkt als einziges Lokal in Wien den rauchigen Goppion-Kaffeeaus. Wenn man ihn nachdrücklich “wirklich gut gemacht” verlangt und das “wirklich” mehrfach gegenüber den üblicherweise grantigen Kellnerinnen betont, schmeckt er ab und zu auch. Kaufen kann man den Kaffee dort allerdings nicht.
el café
In der Alserbachstraße 3, 1090 Wien, gleich hinter der Markthalle, hat Othmar Müller sein auf mittelamerikanische und karibische Kaffees spezialisiertes el café eröffnet, wo er nicht nur mild und schonend röstet, sondern auch selbst Kaffee ausschenkt. Der Kaffee kann, glaube ich, wirklich gut sein, ob er es aber ist, wird noch vom Zufall entschieden, da es an der Art der Zubereitung erheblich mangelt: der Druck beim Tampen entspricht dem Eigengewicht des Tampers, die Wassertemperatur der Espressomaschine schwankt (bei meinem ersten Besuch habe ich mir die Zunge beim Kosten verbrannt, bei meinem zweiten Besuch hatte der Kaffee die optimale Temperatur), der Milchschaum kommt aus dem Automaten…
Es wäre sehr, sehr, sehr, sehr schade, wenn ein so spezialisierter Laden mit einem der schönsten Logos aller hier angeführten Kaffeeläden und einem äußerst sympathischen Barista im Mief der Wiener Kaffeehauskultur hängenbliebe. Ich bin guter Hoffnung, weshalb ich das el café auch bereits in die Liste aufgenommen habe.
Alt Wien Kaffee
In der Rösterei Alt Wien in der Schleifmühlgasse 23, 1040 Wien, wird geröstet was das Zeug hält. Im Halbstock kann man aber auch eine Auswahl an 5-7 Kaffees verkosten, bevor man sich für eine der zahlreichen Mischungen oder Reinsorten entscheidet. Mich hat die Verkostung bislang jedoch immer davon abgeschreckt dort Kaffee zu kaufen, doch auch wie im Fall Heissenberger gibt es genügend Fans.
Grand Cacao
Passalacqua – und zwar alle drei Sorten: Harem, Vesuvio und Mekico – bekommt man auch im Grand Cacao in der Schleifmühlgasse 15, 1040 Wien. Dort kostet allerdings der Passalacqua Harem stolze 42 Euro!