Calepin

Calepin ist wohl die einfachste, sicherste und reduzierteste Art des Bloggens. Calepin ist ein Generator, der aus in Dropbox gespeicherten Markdown-Dokumenten eine Website erstellt und sie auf den Hochleistungsservern von Amazon veröffentlicht.

Der Kopf hinter Calepin, Jökull Sólberg Auðunsson, ermöglicht es dem User dabei bewusst nicht, mehr als nur Inhalte bereitzustellen. Seine Philosophie hinter Calepin ist äußerst interessant, vor allem, weil er damit den qualitativen Aspekt von Onlineveröffentlichungen betonen will.

Vorbildlicher Hinweis zu Tracking-Cookies

AllThingsD hat wohl einen der besten und vorbildlichsten Datenschutzhinweise, die ich jemals gesehen habe. Ganz besonders gut gefällt mir der gelbe Banner, der beim erstmaligen Besuch der Seite erscheint und diesen Text bereithält:

Some of the advertisers and Web analytics firms used on this site may place “tracking cookies” on your computer. We are telling you about them right upfront, and we want you to know how to get rid of these tracking cookies if you like.

Wie man in Gmail seine Kontakte unaufdringlich über eine neue E-Mailadresse informiert

Eine wesentliche Überlegung nach dem Wechsel meiner E-Mailadresse war: Wie informiere ich meine Kontakte über den Wechsel ohne ein Massenmail zu senden, ohne eine Signatur mit der neuen Adresse anzuhängen und Mittel anzuwenden, die penetrant wirken? Ich habe nun folgende Lösung gefunden, von der ich meine, dass sie sowohl unaufdringlich* (weil dezent), als auch effektiv (weil dauerhaft) ist.

  • Nachdem ich alle E-Mails aus Gmail ins neue Konto (über den POP3-Abruf) importiert und über Filter sortiert habe, habe ich den POP3-Import der neuen E-Mailadresse in Google Apps für die Gmail-Adresse gestoppt.
  • Um dennoch alle E-Mails vom Gmail-Konto zu erhalten, habe ich in Gmail eine Weiterleitung für meine E-Mails an die neue Mailadresse eingerichtet. Vorteil: Die E-Mails werden sofort weitergeleitet. Beim POP3-Abruf kann es bis zu einer Stunde dauern, bis die E-Mails von einem Konto zum anderen transferiert werden!
  • Gleichzeitig habe ich in Gmail eine Abwesenheitsnotiz erstellt, die den jeweiligen Absender eines E-Mails über meine neue E-Mailadresse informiert. Um Spam und anderen Problemen vorzubeugen, wird diese Nachricht nur an Personen geschickt, deren E-Mailadresse in meiner Kontaktliste gespeichert ist. Gmail verschickt diese Nachricht nach Erhalt einer E-Mail nur 1 Mal alle 4 Tage.

Ich denke, dass das ein unaufdringliches, aber effektives System ist, all meine Kontakte über die neue Mailadresse zu informieren.

* Mir ist völlig klar, dass mein andauerndes Schreiben über den Wechsel der Mailadresse durchaus in den Bedeutungskreis des Wortes “aufdringlich” eingeht.

Die Sicherheit von E-Mails per se

Max Mansick über die Sicherheit von E-Mails per se als das eigentliche Problem.

There’s been some recent buzz about how it’s bad that Google is “reading” the email of Gmail users. Google examines email algorithmically to power its targeted advertising in Gmail. This practice would be worth worrying about only if email was otherwise secure it’s not and if it was likely to hurt users it isn’t. Ironically, switching away from Gmail could reduce, not enhance, email security.

Dennoch heißt es im letzten Absatz:

With that said, I think it’s a bad idea to use a @gmail.com address (or any other domain name you don’t own). If Google – or your email service of choice – does turn evil or shuts down, at best you have to change your email address, and at worst they own a critical part of your online identity.

Doch richtig gehandelt!

Vollständiges Gmail-Backup mit Apple Mail

Bevor ich meine E-Mailadresse endgültig gewechselt habe, wollte ich ein Backup all meiner E-Mails von Gmail anfertigen lassen und habe diese einfache 3-Schritt-Lösung für Apple Mail unter Lion gefunden.
  1. In Apple Mail im Menüpunkt “Darstellung” > “Postfachliste einblenden” (falls nötig).
  2. Unter “Gmail” auf “Alle Nachrichten” rechtsklicken.
  3. Postfach exportieren… Fertig!

Apple Mail lädt nun alle Nachrichten aus dem Gmail-Konto herunter und sichert sie im ausgewählten Ordner. Da das bisweilen etwas dauern kann, empfiehlt es sich, das Aktivitätsfenster (Fenster > Aktivität) anzeigen zu lassen. Ich habe die mbox-Ordner anschließend gezippt und dadurch nochmal fast 2,3GB an Platz zurückgewonnen.

Reisen nach China in Zeiten digitaler Spionage

Die New York Times berichtet über das Reisen nach China in Zeiten digitaler Spionage.

When Kenneth G. Lieberthal, a China expert at the Brookings Institution, travels to that country, he follows a routine that seems straight from a spy film.

He leaves his cellphone and laptop at home and instead brings “loaner” devices, which he erases before he leaves the United States and wipes clean the minute he returns. In China, he disables Bluetooth and Wi-Fi, never lets his phone out of his sight and, in meetings, not only turns off his phone but also removes the battery, for fear his microphone could be turned on remotely. He connects to the Internet only through an encrypted, password-protected channel, and copies and pastes his password from a USB thumb drive. He never types in a password directly, because, he said, “the Chinese are very good at installing key-logging software on your laptop.”

Warum ich nun eine eigene E-Mailadresse habe

Vor ein paar Tagen habe ich mir zum ersten Mal eine eigene E-Mailadresse zugelegt und meine gesamte Kommunikation, die bislang über Gmail lief, dorthin transferiert. Diese Aktion hat bei denjenigen, die bisher davon erfahren haben, Verwunderung und das Bedürfnis nach einer Rechtfertigung meinerseits ausgelöst; schließlich habe ich meine Gmail-Adresse 8 Jahre lang benutzt. Was ist das für eine Adresse? Warum der Wechsel? Hattest du nicht ohnehin eine Adresse? Was spricht gegen Gmail? Und, und, und. Hier die Begründung.

Meine erste E-Mailadresse war die meines Internet-Serviceproviders (ISP), CompuServe. Dann die meines zweiten ISPs, IBM.Net. Wenig später bin ich zu Telekabel gewechselt, wo ich abermals eine E-Mailadresse bekommen habe, die später auf Chello geändert wurde. Ich habe mir damals zusätzlich eine Hotmail- und später noch eine GMX-Adresse zugelegt, damit ich beim eventuellen nächsten Providerwechsel allen Freunden und Verwandten nicht nocheinmal eine neue Adresse mitteilen musste. Währenddessen habe ich noch eine Uni-Mailadresse bekommen, gefolgt von verschiedenen Mailadressen diverser Jobs und Praktika.

2004 habe ich mich bei Gmail angemeldet und diese Entscheidung niemals bereut. Gmail ist die bestmögliche Art und Weise, mit E-Mails umzugehen. Kein anderes System arbeitet so zuverlässig, bietet durchdachte Konversationsansichten, einen nahezu völlig fehlerfreien Spamfilter, eine unschlagbar schnelle, treffsichere und zuverlässige Suche, Labels und ein Webinterface, das alle anderen Lösungen in den Schatten stellt. Es spricht einiges für einen Service, wenn sich Personen, die einmal ein Gmail-Konto haben nie mehr nach Alternativen umsehen.

Doch auch, wer sich eine providerunabhängige Mailadresse bei einem Mailservice wie Gmail (oder Yahoo, GMX, Hotmail, Fastmail, Web.de oder anderen) zulegt, ist nicht vor Änderungen gefeit. Marco Arment hat das in einem kurzen Absatz so trefflich zusammengefasst:

You might think your @gmail.com address will be fine indefinitely, but if I used a webmail address from the best webmail provider at the time I broke away from my university address and formed my own identity, it would have ended in @hotmail.com. And that wasn’t very long ago.

Das Argument ist schlagkräftig und gilt insbesondere dann, wenn man das Gefühl von Sicherheit vermittelt bekommt, obwohl es schlichtweg nicht existiert. Gmail (und andere Anbieter) funktionieren problemlos, solange die dahinterstehenden Firmen Gewinne machen und solange ihre AGB vertretbar sind. Ändert sich das aber, und wir alle wissen, dass das sehr schnell möglich ist, dann ist die E-Mailadresse genauso weg, wie das mittlerweile mehrere Gigabytes große Mailarchiv.

An sich ist ein Konkurs oder die Änderung von AGB kein großes Problem, denn Freemail-Anbieter gibt es wie Sand am Meer, doch hat sich mittlerweile ein Aspekt in Bezug auf E-Mails geändert: Vor zehn Jahren waren E-Mails eine zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation, in manchen Firmen und Geschäftsbeziehungen lediglich “Freaks” vorbehalten. Verträge und andere, wichtige Dokumente wurden per Post zugestellt, wenn es etwas schneller gehen musste, war das Fax die einzige Alternative. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, rechtsverbindliche Dokumente einzuscannen und per Mail zu versenden, heute erhalte und versende ich praktisch all meine Rechnungen und viele andere wichtige Dokumente ausschließlich darüber; ich melde Services und Dienste online an – mit einer Bestätigung per E-Mail; ich setze Passwörter zurück, mache Onlinegeschäfte – immer ist das E-Mailkonto involviert. E-Mails haben sich – ich entschuldige mich für diese so banale Feststellung – zum primären und unabdingbaren Kommunikationsweg entwickelt. E-Mailadressen sind, ebenso wie Telefonnummern und Wohnadressen, zu einem Teil unserer Identität geworden. Und doch verlassen sich die meisten – ich bis vor kurzem nicht ausgeschlossen – darauf, dass unsere vorgeblich kostenlosen Mailkonten immerwährend verfügbar sein und einen zuverlässigen Speicher für unsere mittlerweile gewaltigen Mailarchive zur Verfügung stellen werden. Eine trügerische und fast schon gefährliche Annahme!

Das sind also die Gründe, die mich dazu bewogen haben, mir nun eine eigene E-Mailadresse zuzulegen. Die Adresse gehört mir, als Service benutze ich, nicht ohne andauernd Sicherungskopien zu erstellen, Google Apps, da ich nach wie vor keine brauchbare Alternative zu Gmail gefunden habe. Sollte Google allerdings mit seinen AGB zu weit gehen oder sollte sich in naher oder ferner Zukunft ein anderer Anbieter als zuverlässiger, benutzerfreundlicher herausstellen, kann ich mit meiner Mailadresse – ohne diese jemals wieder ändern zu müssen – einfach weiterziehen.

Think about that!

iTunes Match: Nebeneinkommen für Rechteinhaber

Mit iTunes Match noch mehr versteckte Zahlungen an die Rechteinhaber aka Musik- und Entertainmentindustrie:

A person has a song on her computer hard drive. She clicks on the song and plays it. No one is getting paid. The same person pays iTunes $25 for iMatch. She now clicks on the same song and plays it through her iMatch service. Copyright holders get paid.

Same action, same song, one makes money for the copyright holder, and one does not. This is found money that the copyright holders would never have gotten otherwise.

“Copyright holders”, wohlgemerkt, nicht “Künstler”.

Markierte Beiträge bei Tumblr

Tumblr hat soeben markierte Beiträge eingeführt.

Today you’ll have a new option to Highlight those extra-important posts. For one dollar, your post will stand out in the Dashboard with a customizable sticker to make sure your followers take notice!

Man kann sich also nun innerhalb des Tumblr-Ökosystems für $1 wichtig machen.

Probleme oder Bedenken bezüglich Google?

Probleme oder Bedenken bezüglich der Änderungen bei Google?
Microsoft weiß einen Ausweg.

Google kontert, doch es mehren sich die Links zu Negativberichten von Mitarbeitern, von Menschen, die ihre Einnahmequelle AdSense einfach so verloren haben (Ähnliches ist mir auch schon passiert) und – das Horrorszenario! – von den scheinbar willkürlichen Löschungen von Gmail-Konten! Marco Arment hat sich auch angesehen, wie Googles Motto “Don’t be evil!” allmählich aufgeweicht wurde, da Facebook den Konzern an die Wand gefahren hat.

Wie Hollywood Filmpiraterie verhindern könnte

Gegenwärtig macht eine Infografik, die Hollywood erklärt, wie Filmpiraterie verhindert werden könnte, die Runde. Von all den darin angeführten Punkten stimme ich diesen definitiv zu:

  • Distribute every movie. I don’t care what kinds of deals you have to strike.
  • Buying a movie means you always own it. Even if you switch computers or devices.
  • No DRM.

Und ergänze:

  • Ich will Filme weltweit zum Zeitpunkt ihrer Erstveröffentlichung in der Originalsprache angeboten bekommen. Eingedeutschte Versionen meinetwegen später.
  • Keine Werbungen und Hinweise vor dem eigentlichen Film.

3 Monate, 2 Jahre und ein Abo bei Flickr

Flickr ändert seine Preisstruktur und sein Bezahlmodell. Bislang gab es nur die 1-jährige Pro-Mitgliedschaft um USD 24,95. Diese wird nun um eine 3-Monats- (USD 6,95) und um eine 2-Jahres-Option (USD 44,95) ergänzt. Außerdem kauft man nicht mehr nur für den gewählten Zeitraum, sondern startet mit dem Kauf ein Abonnement, das explizit beendet werden muss.

So fängt es immer an.

Wurde mit Megaupload die Möglichkeit eines alternativen Distributionsmodells zerstört?

Es wäre ja nicht 2012 und das Internet, gäbe es nicht eine alternative Erklärung zur Schließung von Megaupload und der Festnahme des umstrittenen Kim Schmitz. Vielleicht stecken ja die Großen der Entertainmentindustrie dahinter, zumal Schmitz scheinbar ein funktionierendes Modell zur Distribution von Musik an Endkunden gefunden haben soll, das 90% der Einnahmen an die Künstler (und nicht an die Distributoren) weitergeben würde.

Instead of charging artists, Schmitz wants to pay artists – even for free downloads. “We have a solution called the Megakey that will allow artists to earn income from users who download music for free,” Dotcom outlined. “Yes that’s right, we will pay artists even for free downloads. The Megakey business model has been tested with over a million users and it works.”

Ob man die Assoziation nun für eine Verschwörungstheorie hält oder nicht, eine Frage bleibt dennoch bestehen: Warum hat sich bis heute kein alternatives Distributionsmodell für Musik (oder allgemein: digital transportierbare Kunst) entwickelt?

Das “don’t be evil”-Bookmarklet

Ein Bookmarklet, das Google-Suchergebnisse mit Googles eigenem Algorithmus verbessert.

When you search for “cooking” today, Google decides that renowned chef Jamie Oliver is a relevant social result. That makes sense. But rather than linking to Jamie’s Twitter profile, which is updated daily, Google links to his Google+ profile, which was last updated nearly two months ago. Is Google’s relevance algorithm simply misguided?

No. If you search Google for Jamie Oliver directly, his Twitter profile is the first social result that appears. His abandoned Google+ profile doesn’t even appear on the first page of results. When Google’s engineers are allowed to focus purely on relevancy, they get it right.

Das Bookmarklet wurde von Programmierern der Netzwerke Facebook, Twitter und MySpace erstellt.

Update 25. Jänner 2012

Mittlerweile gibt es auch eine Safari-Extension.

WordPress.com jetzt mehr wie Tumblr*

Nach der Eingabemaske jetzt auch noch Newsreader, Reblog und Statistiken:

  • Die Standardansicht bei Tumblr ist eine Art Newsreader, in dem man seine abonnierten Tumblelogs ansehen kann. WordPress.com hat nun ebenfalls eine Art Dashboard mit integriertem Newsreader verpasst bekommen, wobei dieser Reader nicht nur auf WordPress.com gehostete Blogs anzeigt, sondern auch extern gehostete, sofern sie über einen Newsfeed verfügen.
  • Eine der beliebtesten Funktionen auf Tumblr ist das Reblogging: Ein Button geklickt und schon scheint der Artikel von Blog A auf Blog B auf. Und was hat WordPress.com erst gestern (wieder) eingeführt? Richtig!
  • Und damit die Start- und Einstiegsseite auch häufig aufgesucht wird, sind dort auch die Statistiken der eigenen Blogs zu finden.

So sehr man WordPress.com vorwerfen kann, bei Tumblr zu kopieren… Ich habe das Gefühl, dass WordPress.com davon profitiert, während Tumblr nach wie vor mit grundlegenden Problemen nicht fertig wird.

* Den Titel habe ich 1:1 von uarrr.org übernommen. Pointierter kann man sowas nicht formulieren…

RedPad Number One

Drei Absätze aus einem Reuters-Bericht über das chinesische Gegenstück zum iPad.

China Communist Party members can now carry a tablet PC to verify identification cards, read the blogs of cadres and manage state-owned firms without fretting that using a bourgeois Apple Inc iPad will ruin their street cred.

Enter RedPad Number One, an Android-based tablet computer filled with software applications (apps) catered to a party official’s every need for control. Delivered in a decadent leather case for 9,999 yuan ($1,600), it is twice the price of Apple’s most expensive iPad 2.

“After reading all the articles about this, I am impressed,” said microblogger Xixizhiniu. “What an honor it is for you, the taxpayer, that you place a 9,999 yuan into the hands of the leaders!”

9.999 Yuan sind umgerechnet 1.226 Euro.