SPÖ auf Flickr

Da entdecke ich mit fremder Hilfe auf Flickr den Photostream der SPÖ Presse und Kommunikation und wundere mich sogleich, was genau das soll. In allen Galerien ist das Kommentieren gesperrt, kühle Beschreibungen sind unter die parteiösterreichischen Überschriften der langweiligen Bilder gesetzt. Was also ist das hier, was die SPÖ auf Flickr treibt? Werden hier Pressefotos ausgelagert? Wenn ja, wozu? Oder hat hier einfach jemand nicht kapiert, wie man im Internet Wahlkampf macht? Sicher nicht, in dem man auf Flickr, der Speerspitze jedes Web 2.0-Gedankens, die Pressebilder der aktuellen Wahlkampagne hochlädt und die Kommentarfunktion sperrt.

Doch dessen nicht genug. Es gibt auch – ich danke wieder – den YouTube-Channel “rotbewegt”, der ähnlich kommunikativ aufgebaut ist. Kommentieren kann man nicht, doch zum Glück gibt es die “Related Videos”-Funktion, die teils wesentlich besseres als nur die zu erwartenden Kommentare hervorbringt.

Wie fühlen wir uns? Beleidigt, denn hier hat man nicht verstanden, wofür Web 2.0 eigentlich steht und versucht trotzdem, die Idee zu spammen. Was lernen wir daraus? Wer seinen Wahlkampf im Internet führen will, benötigt Wahlkampfstrategen, die das Medium verstehen, und muss einen subtilen Wahlkampf führen, der für die Benutzer des Mediums ansprechend ist oder einen, der sie zumindest irgendwie daran teilhaben lässt (was auch immer man davon nun wieder halten mag). Aber wir sind halt in Österreich. Und da läuft das alles ein bissl anders.

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Österreich: Zuerst kommt der EU-Austritt. Was passiert dann?

Österreich: Zuerst kommt der EU-Austritt. Was passiert dann? Bitterböses von der Zeit Online.

Bitte bestell Deinem lieben Schwiegervater zum bevorstehenden 100. Geburtstag meine besten Wünsche und die der ganzen Republik. Seitdem Du die Zeitung führst, kommt er ja ab und zu auf einen Kaffee zu mir ins Kanzleramt, und weil ich jetzt noch stenografieren gelernt habe, fällt es viel leichter, die Gesetze ganz in seinem Sinne zu formulieren.

Abschlusszeugnisse haben einen Preis

Wie Reichtum die Abschlusszeugnisse der Studenten in Harvard bestimmt.

Grading, the one instrument of power I wielded, offers the best example of the degradation of pedagogy by the frenzy of success. The Boston Globe’s expose of grade inflation at Harvard has left little doubt that it is a semi-rigged competition, another subsidised risk. The formal scale runs from A to F. The tacit scale runs from A to B. I learnt the latter from students and supervisors, but especially from colleagues, few of whom wish to carry the opprobrium of the low end. This is as it may be. But the presence of two standards of value, one official and one tacit, is always a sign of corruption: the one necessarily dishonours the other.

Mütter und Töchter

Von Vätern und Söhnen liest und hört man andauernd, was aber mit ihrem Pendant, den Müttern und ihren Töchtern? Während ich täglich meinen Weg in und aus der Stadt mache, begegnen mir viele Mutter/Tochter-Kombinationen in verschiedensten Altersgruppen. Dazu zähle ich nicht Mütter, die ihre Töchter beim Einkaufen begleiten oder sie irgendwo hinbringen, sondern ausschließlich Mütter und Töchter, bei denen die Tochter nicht einen Dritten – den Partner – als Bezugsperson ansieht, sondern die eigene Mutter. Und diese Kombination gibt es erschreckend häufig, selbst unter solchen Menschen, die sich das nicht eingestehen würden.

War das “Hotel Mama” bislang Kampfbegriff für Söhne, die endlich den eigenen Haushalt angehen sollten, so hat sich daraus ein geschlechterübergreifender Begriff gebildet, dessen Handelsimperativ eben auch die Töchter dieser Stadt ansprechen soll. Doch allzu oft sind sie sich gar nicht bewusst, dass gerade der Zustand der Rundumversorgung durch die Mutter die süße Falle ist, in der sie zugrunde gehen.

Jedes Abhängigkeitsverhältnis (mit Ausnahme der Kindheit) ist unter normalen Bedingungen zu großen Teilen selbstverschuldet, hauptsächlich durch das vorsätzliche Verkennen der eigenen Situation, daraus die Frage im Verhältnis Mutter und Tochter: Wie kommt es – und – wann kommt es, dass die Tochter aus der kindlichen Abhängigkeit zur Mutter in eine soziale Abhängigkeit rutscht, die selbstverschuldet ist? Oder anders: Wann und wieso kann eine Tochter den Absprung versäumen? Caroline Eliacheff und Nathalie Heinich benennen das Versäumnis des Absprungs als “Identitätsproblem durch das Fehlen des Dritten”, einer Bezugsperson, an der sich die Tochter außer an der Mutter noch orientieren kann.

Auf den ersten Blick scheint es für eine Tochter leicht, sich mit seiner (sic!) Mutter zu identifizieren, denn sie ist ja ein Mensch, der dasselbe Geschlecht hat wie sie. Doch es ist komplizierter. Denn zunächst braucht ein Mädchen die Identifikation mit der Mutter, um sich einen eigenen Bezugsrahmen zu schaffen, und später dann muss es sich von ihr abgrenzen, um zu sich selbst, zu seiner (sic!) eigenen Persönlichkeit zu finden.

…und diese Abgrenzung erfolgt über eine dritte – männliche! – Person. Dies kann entweder der Vater oder ein Freund sein, an dem die Tochter den eigenen Bezugsrahmen festigen und anwenden kann. Gibt es diesen Dritten nicht, so wandelt sich das Verhältnis von Mutter zu Kind zwischen Mutter und Tochter in eine platonisch-inzestuöse Beziehung, die sich für die Tochter aus der Umwandlung der Orientierung vom Dritten zur Mutter hin als einzige Möglichkeit der Anerkennung anbietet. Resultat dieser Umorientierung? Aufgabe der Eigenverantwortung, daraus resultierend schwere Störungen im sozialen Umfeld, die sich in Partnerschaften und sexuellen Kontakten, beim Fortgehen und bei Hobbies bemerkbar machen.

Die Zuneigung eines Partners wird mit Unverständnis abgetan, die als aufdringliche Sentimentalitäten empfundenen Annäherungen werden als die “Schuld” des anderen am Scheitern einer Partnerschaft interpretiert, nicht als eigene Unfähigkeit, sich auf die Beziehung einzulassen. Aber auch das genaue Gegenteil kann eintreffen. Der Partner ersetzt die Mutter vollständig und wird innert kürzester Zeit in eine Rolle gezwungen, die eine Perversion jedweder Partnerschaft hervorruft: Der zum Beispiel sexuell attraktive Partner möchte von der “neuen Mutter” auch als “Kind” behandelt werden.

Solange die Mutter im familiären Kreis anwesend und dominant ist, ist es die platonisch-inzestuöse Beziehung, die zu funktionieren scheint. Andere Beziehungen sind, sofern überhaupt vorhanden, kurzlebig, auf die sexuelle Praxis reduziert und in ihrer Vertiefung negiert durch das (unbewusste) Argument des Eindringens eines Fremden in den persönlich-privaten Bereich, genau den Bereich, der das Spielfeld für funktionierende Partnerschaften darstellen sollte.

Die starke Fixierung auf Tätigkeiten außerhalb dieses persönlich-privaten Bereichs – Ausgehen mit Freunden, sexuelle Kontakte, Hobbies, … – erfolgt ohne eigenes Wertesystem. Lediglich die medial anerkannten Stereotypen sind Möglichkeiten der eigenen Wunsch-Ausbildung mit stark minimierten eigenen Vorstellungen, weil das eigene Bezugssystem fehlt und Vorlieben niemals ausgebildet werden konnten. Kommt es zu Fehlentscheidungen, werden sie als Schwäche des Gewählten angesehen: War der Samstagabend kein Erfolg, so lag das an der schlechten Laune der Anderen, war der Sex nicht zufriedenstellend, so war auf jeden Fall der Partner schuld, machen die Hobbies keinen Spaß mehr, hat sich das Umfeld geändert. Wird das jedoch angesprochen, ist Aggression die Lösung auf die Unfähigkeit konkrete Gründe zu nennen. Ausweichen statt Diskussion. Wie im Kindesalter.

Situationen, die normal erscheinen mögen, so lange die Tochter noch Kind ist, offenbaren ihren pathologischen Charakter plötzlich, wenn sie erwachsen wird. Sie ist dann nämlich nicht fähig, eine Frau zu werden und ihr eigenes Leben zu führen.

Das allgegenwärtige Problem des Fehlens eines Wertesystems erklärt auch, warum sexuelle Kontakte hier als außerhalb des persönlich-privaten Bereichs angeführt werden. Was zuerst als völliger Gegensatz scheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung als logische Folge der platonischen Liebe zur Mutter. Da der Lustgewinn durch den eigenen Körper niemals mit der Liebe zu einer Person – der Mutter – gleichgesetzt wurde, wird der eigene Körper aus dem Bereich der als echt empfundenen Liebe entfernt. Er wird lediglich als Werkzeug für den triebhaften Lustgewinn mit anderen eingesetzt. Die Reaktion des Umfelds auf die rein sexuellen Aktivitäten ohne jeglichen erkennbaren Beziehungswunsch bestätigt die innere Wahrnehmung der Mutter-Tochter-Beziehung als einzig ehrliche. Zumindest in Österreich ist man mit diesem Problem oder diesem Schluss konfrontiert.

Sieht man sich mit den Auswirkungen des Problems eines fehlenden Dritten in einer Mutter-Tochter-Beiziehung konfrontiert, ist dann die Frage nach dem Wann noch von Gegenstand? Kann man einen Schuldigen ausmachen, dem man die Versäumnisse in der Entwicklung der Tochter zuschreiben kann? Das sind offene Fragen, die auch Caroline Eliacheff und Nathalie Heinich nicht beantworten. Ihr Lösung: Von drei Muttertypen sind es zwei, die diese Fehlentwicklung der Töchter verursachen können. Einerseits gibt es die “allzu mütterliche Mutter”, die ihre eigenen Phantasien in die Tochter hineinprojizieren möchte…

Es ist die typische Figur der sehr mütterlichen, sehr präsenten “Mamma”. Im Leben (der) Tochter hat der Vater überhaupt keinen Platz, weil die Mutter das Kind so vereinnahmt. Nachdem sie den Vater vertrieben hat, benutzt die Mutter unter dem Vorwand der mütterlichen Sorge das Kind, um ihre eigenen Erfolgsphantasien in es hinein zu projizieren.

Auf der anderen Seite der Schuldigen steht der Typ einer Mutter, die “mehr Mutter als Frau”, denn ihr fällt es schwer…

zu akzeptieren, dass die heranwachsende Tochter ihr eigenes Leben lebt. Auch hier fehlt der Vater. Die Tochter leidet unter dieser Situation, umso mehr als sie der Mutter, die immer sanftmütig und für sie da ist, nicht viel vorwerfen kann.

Der dritte Fall von Muttertypus ist der schlimmste Fall, der nämlich,

in (dem) mittlerweile erwachsene Töchter immer noch unter der Fuchtel ihrer Mütter stehen. (Die Mutter) spricht (der Tochter) jegliche Qualitäten ab und sorgt, indem sie die Tochter zu einem Nichts degradiert, dafür, dass eine Rivalität zwischen beiden gar nicht erst entstehen kann.

Der Schluss aus der Typisierung? Es scheint das geringste Übel zu sein, eine Mutter zu haben, die “mehr Frau als Mutter” ist, denn in diesem Fall hat die Tochter zumindest das Recht, sich über sie zu beklagen…

Eine Tochter, die unter einer allzu liebenden Mutter leidet, wird dagegen unter Umständen einfach nur still daran verzweifeln, dass sie nicht versteht, was mit ihr geschieht. Wie sollte sie sich auch darüber beklagen, dass sie geliebt wird?

Die Antwort des lesenswerten Buches der beiden Autorinnen “Mütter und Töchter. Eine Dreiecksbeziehung” kritisiert die Perzeption des Begriffs Liebe. Zu häufig wird der unbedingt positive Charakter dieses Gefühls betont, zu sehr die negativen Nebeneffekte verschwiegen, völlig die ihr innewohnende zerstörerische Kraft negiert, die sich nicht nur auf den Liebenden selbst, sondern auch auf seine Mitmenschen – sogar auf die eigenen Kinder – auswirken kann.

Erst wenn wir uns von der Vorstellung frei machen, dass der Begriff “Liebe” zwangsläufig immer positiv besetzt ist, können wir uns auch an den Gedanken gewöhnen, dass es unter den verschiedenen Beziehungsformen, die wir unter diesem Begriff subsummieren, ebenso gut destruktive wie konstruktive gibt.

Beeinflusst – oder nicht?

Sie suchen bei Geizhals nach einer neuen Kamera, die sie besser heute statt morgen hätten, und finden das gewünschte Modell im passablen Preisrahmen. Um die Gunst des Zuschlags streiten sich drei Abhol-Shops:

  1. Der billigste Shop hat keine Website, sondern nur eine E-Mailadresse. Gibt man die URL dennoch im Browser ein, kommt man auf eine leere Seite. Bestellt man hier, kostet die gewünschte Kamera 250 Euro.
  2. Der zweitbilligste Shop hat eine zusammengebastelte Frontpage-Seite, die teilweise nicht funktioniert (so kann man beispielsweise nur über Umwege die Adresse des Geschäfts herausfinden). In diesem Shop kostet die Kamera 255 Euro.
  3. Der dritte Shop kann mit einer dezenten und leicht zu navigierenden Website aufwarten, die auch ein Kontaktformular enthält und die Geschäftsadresse auf Google-Maps verlinkt. Hier kostet die Kamera 260 Euro.

Welchen Shop würden Sie wählen?

Mein Punkt ist: Ich habe schön öfters über Geizhals eingekauft und habe vor kurzem festgestellt, dass ich eigentlich nie beim billigsten Anbieter gekauft habe, sondern beim billigsten Anbieter, der einerseits die Ware lagernd, andererseits einen seriösen Auftritt im Internet hatte. Vor kurzem erst, als es um den Kauf eines Bildschirms ging, wieder die gleiche Situation, wobei der Preisunterschied ja meist noch geringer ist als die fünf Euro in meinem Beispiel oben: Der billigste Laden hatte das Gerät um n Euro, jedoch eine zusammengestückelte Website, auf der ich die Adresse des Lokals nicht finden konnte, der zweitbilligste, es waren n + 3 Euro, hatte eine schöne Website, auf der man schnell die Adresse des Lokals herausfinden konnte, gleich mit Öffnungszeiten und Telefonnummer. Beide waren etwa gleich weit von mir entfernt, der Preisunterschied hat es nicht ausgemacht, die Website aber sehr wohl.

Ich habe mich für den “teureren” Shop entschieden.

Design, Kaffee und ein Frühstücksupdate

Es ist was los in Österreich. Ein Kanzler geht, eine konturlose Nachfolge tritt an. Dreitehabee hat vom genialen (mt) wegen Geschwindigkeitseinbußen sondergleichen zu realtime productions gewechselt und im gleichen Atemzug ein wenig am Design gearbeitet; keine großen Änderungen, aber merklich. Ich habe versucht mit Thematic, dem ach so flexiblen Theme-Framework von Ian Stewart zu arbeiten, doch die Flexibilität ist offenbar eine selbstverherrlichende: Man kann mit dem Ding zwar vieles machen, dass es aber Menschen gibt, die nicht auf Englisch schreiben, hat man nicht berücksichtigt. Dennoch waren mir zwei Seiten, ThemeShaper und die Website von Adam Polselli, Inspiration für den typographischen Zugang auf dreitehabee, an dem ich noch immer arbeite. Die Sidebar rechts, vor allem das schicke Blau der neuesten Kommentare, habe ich mir bei Joi Ito abgeschaut und damit wohl auch das charakteristischste Element seines Designs übernommen. Doch zurück zu weltlichen Dingen.

In Hietzing gibt es ein kleines, fast schon vergessenes Juwel: Inmitten von Kaffeehäusern und Restaurants gibt es am Hietzinger Platz, eingeklemmt zwischen BAWAG und Brandauer’s das Café Bawag. Das ist nichts Neues, erstaunlich aber trotzdem, weil es dort, und nur dort, in ganz Hietzing guten Illy-Kaffee gibt. Die Frühstücksorgien im Dommayer werden seitdem um einen Kürzestspaziergang zum “Bawag” erweitert, um dann dort noch einen Kaffee zu trinken. So weit ist es also schon um Hietzing bestellt.

Apropos Bawag und Café Bawag. Warum Kaffeetrinken außer für Aficionados so überhaupt nichts mit Geschmack, Genuss oder irgendeinem nicht-sozialen Aspekt zu tun hat, beweist dieser kurze Auszug über das Café Bawag aus der Presse vom 19. September 2007:

Denn mit der Bank will man vermutlich nichts zu tun haben. Wegen des Bawag-Prozesses? “Nein, der schadet dem Café nicht mehr.” Zu Beginn des Skandals war das anders gewesen. Wie die “Presse” damals berichtete, war mit dem Bank-Desaster auch der Umsatz im Kaffeehaus stark zurückgegangen.

Aber das ist Österreich: besser so tun als ob und keine Ahnung haben als selbst denken. Und jemanden zu selbständigem Denken zwingen, das geht nicht, selbst, wenn Prinzipien aufgegeben werden. Aber der Prinzipientreue-Artikel, der kommt noch, den muss ich noch ein wenig mildern.

Wo wir gerade bei “mild” sind: Demnächst werde ich meinen Artikel “Frühstücken in Wien” einem Generalupdate unterziehen und ein paar Lokale hinzufügen, die zwar ganz und gar nicht nobel oder in sind, dennoch (oder: gerade deshalb!) mit herrlichen Angeboten aufwarten: Zum Beispiel das Kent in der Märzstraße, ein eigentümlicher Schuppen, dennoch mit hervorragenden mediterranen Speisen samt Frühstücksoption und dem wohl besten türkischen Kaffee (daher die gedankliche Verbindung zu “mild”), den man in Wien bekommen kann. Ebenso neu, neben anderen, das schon erwähnte Café Bawag in Hietzing oder das Salettl in Döbling… Man darf gespannt sein.

Paul Potts

Fragen wir uns nicht oft, ob es überhaupt noch etwas geben kann, das uns rühren, zu Emotionen bewegen und uns im gleichen Moment so faszinieren kann, dass in uns ein Gefühl entsteht, wie wir es seit Kindheitstagen nicht mehr erlebt haben? Ein Brennen in der Brust, das statische Verharren vor Ehrfurcht und Bewunderung, wie es uns alle Dramaturgie nicht zu vermitteln vermag? Gibt es sowas überhaupt noch? Ja. Gott sei Dank, ja! Wenn das nahezu Unmögliche geschieht und ein schüchterner Handyverkäufer bei einer Talenteshow das Publikum und die Juroren mit klassischer Musik in erstaunte Bewunderung versetzen kann, dann ist das so ein Moment. Die PR-Abteilung der deutschen Telekom hat es zum ersten Mal verstanden, dieses Potential für einen Werbespot zu nutzen, wie man ihn selten gesehen hat.

Von Mediatemple zu realtime productions

Mit eigenen Websites, Domains und Servern ist das immer so eine Sache: Entweder, man kauft sich günstigen Serverspace in den USA, hat optisch ansprechende Benutzeroberflächen und praktisch jeden nur erdenklichen Service, ist dafür aber in Europa langsamer unterwegs oder man entscheidet sich für einen europäischen Anbieter, muss dann auf Serviceleistungen und schöne Benutzeroberflächen verzichten, hat weniger Speichervolumen, ist dafür aber bei einem Ping unter 30ms angesiedelt (und weit von den USA-üblichen 190-200ms entfernt). Den Umzug von Mediatemple (mt) zu realtime productions hat nun auch dreitehabee durchgeführt. (Auf der Website von realtime productions ist noch gar nichts über die zukünftigen Hostingpakete zu finden, ich habe aber das Glück, hier ausgiebig testen zu dürfen!)

So ein Umzug kann, muss aber nicht, Schwierigkeiten bereiten. Meiner verlief problemlos, ebenso wie der aller, die auf meinem (mt)-Server untergebracht waren. Dateien auf den neuen Server kopiert, über das SQL-Admininterface einen Export durchgeführt, die gzip-Datei dann auf den neuen Server hochgeladen, Nameserver neu eingestellt, gewartet – et voila! Gehostet auf feinen Servern in einem deutschen Rechenzentrum und nicht mehr in Los Angeles. Im Grunde genommen müssten Sie es schon gemerkt haben, liebe Leserin und lieber Leser, dass hier alles schneller läuft als bisher… Anstatt der bisher getesteten 2,8 bis 4 Sekunden Ladezeit lädt diese Seite in 0,6 bis 1,2 Sekunden – was in meinen Augen ein äußerst guter Wert ist!

Ach ja, das E-Mailproblem: Wie bekommt man mehrere E-Mailadressen samt aller Ordner und allen E-Mails vom einen zum anderen Server? Gibt es da eine schnellere Möglichkeit als diese?

  1. Alle Ordner lokal erstellen.
  2. Inhalt via IMAP in die lokalen Ordner kopieren.
  3. Die Inhalte aus den lokalen Ordnern auf den neuen Server via IMAP hochladen

Für Empfehlungen, Tipps und Hinweise bin ich dankbar!

Image Fulgurator

Der “Image Fulgurator” ist nach Selbstdefinition ein Aparat zur physischen Manipulation von Fotographien. Die Intervention findet statt, während das Foto belichtet wird, ohne dass der Fotograf davon etwas bemerken kann. Die Veränderung wird für ihn erst im Nachhinein auf dem Foto sichtbar. Solange ein Blitz verwendet wird, ist das Prinzip auf jede Kamera oder Umgebung anwendbar.

Mehr Freiheit am Büro-PC

Fast schon ein Klassiker, worüber die futurezone da berichtet: Junge Mitarbeiter sind es gewohnt, sich ihre digitale Arbeitsplatzumgebung selbst und nach eigenen Wünschen einzurichten, im Büroalltag sind diese neuen Wissensarbeiter allerdings mit elektronischen Arbeitsplatzumgebungen konfrontiert, die von Technikern ein, zwei Generationen davor für Benutzer mit unvergleichlich weniger Know-how erstellt wurden. Technik hatte ihren besonderen Platz in einem Unternehmen, wird heutzutage allerdings als völlig normales Werkzeug ohne besonderen Status verlangt. Und dann der Clinch mit der IT-Abteilung, die es sich einfach macht und eine Standardkonfiguration ausgibt, mit der man dann arbeiten muss.

Ich will ja gar nicht herziehen über die IT-Abteilungen dieser Welt, aber hat es nicht schon John Gruber so trefflich formuliert:

A lot of IT infrastructure is fragile rickety crap, and the people responsible for it aren’t smart enough to fix it so they make rules and place blame based on little more than superstition.

Verlassene Kaserne bei Pula

Barracks near Pula

Ohne es geplant zu haben, entdeckten wir am letzten Tag unseres Aufenthalts in Pula an der Nordküste der Stadt zufälligerweise eine verlassene Kaserne. Genauer: Wir wollten uns die Nordküste ansehen und sind dahin gefahren als plötzlich ein Tor vor uns war. Es stand offen und weit hinten konnte man bereits das Meer sehen, die Richtung hatte also gestimmt, lediglich diese Umzäunung gefiel mir ganz und gar nicht. Ein Pärchen, das gerade aus dem Gelände herauskam, versicherte uns, dass man da ohne Probleme hineinfahren könne – und so taten wir’s.

Wir fanden uns wieder in einem verlassenen Kaserngelände, dessen Areal sich über die landschaftlich schönsten Stückchen Pulas zog. Die Kaserne musste, so schloss ich aus verschiedenen Datumsangaben, die ich unter den Herzen zwischen zwei Namen fand, seit etwa 1995 nicht mehr benutzt werden und sie schien ein äußerst beliebter Ausflugsort für die heimische Bevölkerung geworden zu sein. Am Kasernenhof übte ein junges Mädchen unter den beunruhigten Blicken ihres Freundes mit einem tiefergelegten und wenig augenschonend lackierten VW Golf Autofahren, auf einer künstlich angelegten Insel lungerten gelangweilt ein paar Fischer herum, auf der Westseite der Anlage wurde gegrillt und immer wieder radelten Touristen vorbei. Kurzum: Die alte Kaserne wurde nicht geschliffen, sondern hat ihren Wert behalten und wurde dadurch zu einem beliebten Besuchsort.

Auf mich hat diese Ansammlung militärisch genutzter Gebäude auch Eindruck hinterlassen. Einerseits konnte ich mich sofort wieder an meine Zeit beim Bundesheer erinnern und mir lebhaft vorstellen, wie die jungen Rekruten hier am Meer ihre Freizeit verbringen würden, andererseits beneidete ich diejenigen, die hier Dienst machen mussten kaum, denn er in einer traumhaft schönen Landschaft mit wunderbaren Stränden, klarem, kühlem Wasser und bei 36°C Wache halten muss, ist einfach nicht zu beneiden.

Wir verbrachten drei oder vier Stunden auf dem ehemaligen Kasernengelände und machten Fotos, sahen uns alles genau an und wussten zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, dass wir heute noch mehr als die geplanten zwei Grenzen überschreiten würden.

Hotel Riviera, Pula

Wer in Wien lebt hat den großen Vorteil, sich in etwa sechs Stunden von Zentraleuropa in den adriatischen Raum bewegen zu können. Viele häufig strapazierte Strände in Italien sind schon synonymisch in unseren Sprachgebrauch übergegangen, es gibt aber auch noch weniger bekannte Gegenden in Europa, die einen Besuch wert sind. So zum Beispiel die Gegend um Pula in Kroatien.

Freitag in der Früh Sachen gepackt, noch schnell ein Frühstück bei Kent und ab in den Süden. Wien, Graz, Maribor, Ljubljana, Koper, Pula. Ab Koper gibt es keinen Zweifel mehr, dass Istrien der Toskana äußerst ähnlich ist. Pinien, rote Erde, weißer Fels, blaues Meer. Und Durchschnittstemperaturen von 39°C!

Pula selbst ist eine Kleinstadt, in deren natürlichem Hafen die Hässlichkeit einer (künstlich angelegten?) Industrie-Insel gegen die Schönheit der Stadt und der Natur ankämpfen. Das Ergebnis gleich vorweg: Es kommt auf den Blickwinkel an, aber die Strände sind sowieso ganz wo anders!

Wir wollten auf Nummer sicher gehen und haben schon von zuhause aus ein Hotel gebucht. Das Hotel Riviera versprach alles, was man für so einen kurzen Ausflug benötigte und es sah sogar recht vielversprechend aus. Von außen wirkte das Hotel wie von Österreichern im Schönbrunnfieber hingestellt und es sollte sich später bewahrheiten, dass nicht nur das Hotel in Pula ein Prunkbau der Monarchie war! Doch Schluss der guten Worte, denn die Nacht im Riviera war die Hölle! In Gegenden, in denen es nachts nicht unter 30°C sinkt, sind auch die schönsten Hotels dieser Welt nutz- und sinnlos, wenn sie über keine Klimaanlage verfügen! (Was ich als Knopf für die Klimaanlage deklarierte, entpuppte sich sehr zu unserem Leid als Lichtschalter!) Am nächsten Tag sollten wir das Hotel fluchtartig verlassen und eine Bayerin würde uns zu neuem Glück verhelfen.

Warum Firefox 3 auf dem Mac einfach nicht gut aussieht

Ich habe mir gestern Firefox 3.0 heruntergeladen und auf meinem Mac installiert. Feine Sache, denn der Browser ist schnell, spielt bei allen Greasemonkey-Scripts mit und bietet jeden Komfort in puncto Erweiterbarkeit und Funktionalität, den man sich vorstellen kann. Doch wenn es Menschen da draußen gibt, die auf Design Wert legen, dann hat Firefox einiges an Schwächen zu bieten, denn der Browser sieht auf dem Mac einfach nicht gut aus. Auch bei ettf.net sieht man das so:

But when it comes to the design I wonder WTF they were thinking. Looks great on my Vista machine at work (…) but seriously, check out the Mac version. It’s like the ugly output of Camino and Safari doing some filthy inputting with ugly cousin Finder in the middle.

Und ettf.net folgt Johan Sanneblad, der seinen Firefox 3-Artikel mit “Firefox 3 brings Ugliness to the Mac” betitelt, FreshID mit “Imitating the Best: Firefox 3 vs. Safari 3 Design” oder auch John Gruber, der in einem Vergleich “Firefox 3 vs. Safari 3” feststellt:

After a few weeks in the arms of Firefox 3 betas, I’ve returned to Safari as my daily browser. Unsurprisingly, it’s the interface that drove me back.

Ein paar Beispiele:

Darstellung der Schrift

Darstellung der Schrift in Safari und Firefox

Oben: Safari 3.1.1, Unten: Firefox 3.0

Vielleicht ist das Gewöhnungssache, doch für mich ist die Art und Weise, wie Safari den Schriftzug darstellt, besser lesbar als die Art und Weise, wie Firefox das macht. Bei letzterem kommt mir vor, dass die Buchstaben ineinander verschwimmen und besonders die Anfangsbuchstaben weniger klar sind.

Die Toolbars

Toolbar in Safari und Firefox

Oben: Safari 3.1.1, Unten: Firefox 3.0

Mit der Toolbar von Firefox habe ich ein Problem. Sie nimmt mehr Platz ein als sie sollte (und im Screenshot ist der vergrößerte Zurück-Button bereits deaktiviert!), benutzt eine sehr fette Schriftart für die Lesezeichen-Symbolleiste und verbraucht unnötig viel Platz für die Tabs.

Um gleich bei den Tabs zu bleiben: Warum muss das “Fenster schließen”-Icon rechts sein, wenn alle Safari-Benutzer es links gewöhnt sind? Warum diese hässliche Zahnlücke zwischen den Tabs? Vor allem aber: Warum dieser seltsam anmutende Wölbungseffekt in der Lesezeichen-Symbolleiste? Die Schlichtheit von Safari gefällt mir da wesentlich besser. Irgendwie, so sieht man das beim Adpinion Blog, sieht die neue Toolbar “schwanger” aus. Wenn Firefox Safari-Benutzer ködern will und sich damit ans Design anzunähern versucht, dann gilt allerdings: Wenn ein Produkt sich einem anderen Produkt immer mehr annähert, merkt man erst, wie schlecht der Imitator ist.

Buttons und Eingabefelder

Suchfelder in Safari und Firefox

Links: Safari 3.1.1, Rechts: Firefox 3.0

Leider hinkt Firefox auch bei der Darstellung von Eingabefeldern in Kombination mit Buttons wie auch bei der Darstellung der Buttons selbst hintennach: Während Safari die Buttons dezent mit einem kleinen Abstand zum Eingabefeld darstellt (links), schlagen in Firefox (rechts) Button und Eingabefeld aufeinander.

Der Button selbst ist ebenfalls interessant: Safari arbeitet mit klaren, kontrastreichen Abgrenzungen, lässt dafür aber das Wort “Suchen” im Mittelpunkt hervortreten, Firefox betont mehr das grafische Element des Buttons, kontrastiert ihn aber weniger zum Umfeld.

Auswahlfelder

Auswahlfelder in Safari und Firefox auf dem Mac

Links: Safari 3.1.1, Rechts: Firefox 3.0

Auch in puncto Auswahlfelder gibt es bei Firefox einiges nachzuholen: Klickt man auf meine Archivbox, wird das Auswahlfeld mit der Auswahl bei Safari überlagert und nach allen Seiten hin klar abgegrenzt dargestellt. Bei Firefox findet die Überlagerung des Auswahlfelds nicht statt, stattdessen fährt eine Schublade heraus, die nicht nur mit einem schwarzen Strich, sondern auch noch mit einer Scrollbar dargestellt wird.

Die “Awesome Bar”

Firefox-Aweseom-Bar

Awesome-Bar in Firefox 3.0

Das gewöhnungsbedürftigste Feature des neuen Firefox jedoch ist die Awesome Bar, das URL-Eingabefeld mit seinem Eigenleben. Nicht nur stört mich der im Verhältnis riesige Lesezeichen-Stern und das große, auffällige Newsfeedicon, vor allem – und da bin ich nicht alleine! – stört mich all der optische Lärm, der durch das neue Eingabefeld (beim Eingeben) entsteht: URLs, die Surfvergangenheit, Links, Lesezeichen… alles wird herangeholt während man eine URL eingibt. Wären beispielsweise nur die Titel der Seiten zu sehen und der Anfang der URL rechts daneben, sähe die Sache schon wieder ganz anders aus, aber nein… da mussten die Firefox-Entwickler (beziehungsweise die Designer des Mac-Skins) wiedereinmal aus vollen Rohren schießen!

Zwischenbilanz und Empfehlungen

Firefox 3 ist ein superschneller und feiner Browser, wer jedoch auf das Look and Feel einer Mac-Oberfläche Wert legt, sollte sich dreimal überlegen, ob er oder sie wirklich umsteigen will. Technisch jedoch sehe ich Firefox 3 Safari 3 weit überlegen.

Was also ist mein Resümee? Es gibt noch keines, dafür verwende ich Firefox 3 noch zu kurz. Vielleicht wird noch nachgebessert, vielleicht kommt bald eine bessere Designvorlage für den Browser heraus. Ich melde mich wieder!

  • Momentan verwende ich das GrApple Yummy (blue)-Theme für Firefox 3, das äußerst vielversprechend aussieht.
  • Dass PDF-Dateien nicht im Browser angezeigt werden, kann man mit dem Plugin firefox-mac-pdf umgehen.
  • Damit das Farbraummanagement in Firefox 3 aktiv wird, muss man eine Einstellung ändern.
  • Damit nicht alle Seiten, die man besuchen könnte, an irgendwelche Server übermittelt werden, kann man das Prefetching abschalten.

Übersetzungskürzel für Firefox und Opera

Wer des öfteren mit englischen Texten zu tun hat und nicht ständig im Wörterbuch suchen möchte, kann sich folgendes Kürzel als Lesezeichen in Firefox oder Opera anlegen.

  • Name: Was auch immer, zum Beispiel “LEO”
  • Adresse: http://dict.leo.org/?search=%s
  • Schlüsselwort: leo
  • Beschreibung: Was auch immer, kann frei bleiben

Die Suche nach einer Übersetzung für “gehen” gibt man dann als Adresse in einem der beiden Browser so ein: “leo gehen”.

Opera oder Vista – das schrittweise Herangehen fehlt!

Opera hat heute seinen neuesten Browser, Opera 9.5, veröffentlicht. Es soll, wie immer, neue Features und Funktionen geben, die das Surfen schneller, angenehmer und sicherer machen, wir kennen das ja. Doch irgendwie erinnert mich die Veröffentlichung von Opera 9.5 an Windows Vista. Im Prinzip ist jeder mit seinem Browser zufrieden (Safari funktioniert endlich ganz gut, Firefox ist praktisch ein Standard geworden und wer den Internet Explorer noch verwendet, dürfte sich auch nicht beklagen), und dann bringt Opera einen neuen Browser heraus… Unnötig, vor allem, da der Browser keine Funktionen mit Ausnahme des Mailmoduls “M2” aufweist, die spezifisch dafür sprechen würden. Ähnlich war es damals bei Windows Vista: Alle waren mit Windows XP zufrieden, denn es hat nach etlichen Servicepacks und Upgrades gut funktioniert, die Benutzerprogramme bishin zur letzten und käsigsten Kassensoftware wurden an das neue System angepasst und dann plötzlich Microsofts Kniefall vor (spekulativen) Erwartungen: Windows Vista wird veröffentlicht – und keiner mag es.

Bei beiden frage ich mich: Wozu? Nötig ist die Veröffentlichung nicht, Bedarf gibt es nicht und den Benutzern ein weiteres Upgrade einzureden funktioniert auch nicht mehr. Also was war und ist da los? Meine Meinung? Der größte Fehler bei beiden ist die Fülle an Material, die man zum Einstieg serviert bekommt. Es gibt kein schrittweises Herantasten an den Kunden. Das macht unsympathisch.

Schritt für Schritt: Apples Strategie

Sehen wir uns doch einmal Apples Strategie an, Benutzer von Windows zum Umstieg zu bewegen. Wie funktioniert der klassische Einstieg in die Apple-Welt? Apple schafft eine Marke, die für bestimmte (Alters-) Gruppen interessant ist und prompt wünscht sich Töchterchen einen iPod. Der kostet nicht viel, also warum nicht, und als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk ist er ideal. Das Ding funktioniert einwandfrei mit Windows, vorausgesetzt man lädt sich die beste Musikverwaltungssoftware herunter, die es momentan gibt: iTunes. Wer den iPod und iTunes verwendet, lernt Apple Produkte schön langsam kennen. Schritt für Schritt. Und es geht weiter. Ist der iPod einmal da, wollen alle mal probieren und irgendwann entdeckt der Rest der Familie, dass “die EDV” problemlos und spielerisch funktionieren kann. Dem älteren Sohn gewährt man das MacBook (Microsoft Office gibt es ja auch für den Mac) und ab da ist es nicht mehr weit, bis die Familie, vom Papa und seinem iPhone nochmal überzeugt, auf Produkte von Apple umsteigt. Schritt für Schritt, langsam, mit einer immer höheren Dosis an Produktkosten – und das entspricht genau der Apple Produktpalette. (Interessant, dass selbst der Apple-Store in seiner Produktauswahl das Schema “Von klein nach groß” visuell darstellt…) Man wird an die Apple-Produktwelt herangeführt und hat das Gefühl jederzeit aussteigen zu können. Bei Windows Vista oder Opera ist das allerdings anders. Doch zuvor noch ein kleiner Ausflug zum Mozilla-Projekt, das beide Strategien durchgemacht hat.

Zuerst als großes Ganzes, dann in Einzelteilen

Vielleicht kann sich die werte Leserschaft noch an die letzten Atemzüge von Netscape erinnern. Das Flaggschiff des Unternehmens war der Netscape Communicator, der nicht nur einen Webbrowser, sondern auch ein Mailprogramm, einen WYSIWYG-HTML-Editor und einen Newsreader enthielt. Die Downloads dieses Pakets hielten sich in Grenzen und die kurz zuvor gegründete Mozilla-Foundation erkannte schnell, dass man diesen Goliath so schnell als möglich wieder in seine Einzelteile zerlegen musste. Aus dem Netscape Communicator wurde in nur wenigen Jahren mit verschiedenen Namen das, was wir heute als Firefox, Thunderbird oder Camino kennen. Und meiner Meinung nach ist es nicht nur die Fülle an Funktionen, die diese drei Programme so beliebt gemacht haben. Man konnte jedes dieser Programme (alle mit einem guten Deinstallationsprogramm ausgestattet) ausprobieren, damit herumspielen und es wieder löschen oder eben nicht. Zusätzliche Funktionalitäten waren aufgrund des offenen Plug-In-Systems auch möglich, dem schrittweisen Annähern an das Idealprogramm stand nichts mehr im Wege. Heute wird Firefox von etwa 35% aller Internetbenutzer benutzt.

Windows Vista und Opera: alles oder nichts

Gegenbeispiel zum vorher Gesagten: Opera. Weiteres Gegenbeispiel: Windows Vista. Beide haben das gleiche Problem. Will man es ausprobieren, so scheitert man, denn das Konzept beider ist die volle Übernahme. Operas Browsermodul alleine gibt es nicht, man muss folgende Programme auf einmal (!) installieren: Browsermodul, Mailmodul, Download-Manager (BitTorrent), Chatprogramm und Newsreader. Erinnert ein wenig an Netscape Communicator, oder? Wie sieht es bei Windows Vista aus? Nicht viel anders! Wer Windows Vista halbwegs gut zum Laufen bringen will, wird sich höchstwahrscheinlich einen neuen Computer zulegen müssen, wird all seine Gizmo-Programme ändern müssen und ist mehr oder weniger stark gezwungen, die komplette Bürosoftware in neuen Versionen einzukaufen. Backwards-Kompatibilität ist vielleicht nicht gerade förderlich, wenn man mit einem neuen System endlich vom alten Kern weg will, doch manchmal nötig, um nicht alle zu verschrecken. Haben Sie den Umstieg von Windows 3.1 auf Windows 95 und danach auf XP als radikal empfunden? Ich persönlich nicht. Für mich hat das alles sehr abgestuft gewirkt. Alles, was auf Windows 3.1 funktioniert hat, ging noch irgendwie auf Windows 95 und die dafür programmierte Software hat auch ohne große Probleme auf Windows XP funktioniert. Und dann Windows Vista. Und alles war vorbei.

Stufig ist die Erfolgsleiter!

Opera und Windows Vista machen denselben Fehler: Beide wollen dem User alles auf einmal verkaufen, doch der User wünscht das nicht. Apple und das Mozilla-Projekt haben verstanden, dass man nachhaltigen Wechselwillen seitens der Benutzer mit kleinen Häppchen besser erreicht als mit großen Revolutionen. Ob diese Sicht der Dinge tatsächliche Marktstrategie der verschiedenen Unternehmen ist oder lediglich meine Einbildung, weiß ich nicht, ich mache diese Vorgehensweise aber dafür verantwortlich, dass ich Browser und Betriebssystem gewechselt habe. Und das auch gerne gemacht habe.

Denn es ist nicht nur die technische Leistung eines Produkts, das uns zum Kaufen und Benutzen dieses Produkts bewegt, sondern auch, wenn nicht viel mehr, die Aura, die Stimmung und die Sympathie, die das Produkt in uns und unseren Mitmenschen hervorruft.

Fanzone unsympathisch

Die Fanzone in Wien scheint ein Imageproblem zu haben. Österreicher findet man dort nur wenige vor und die Gäste holen sich ihr Bier lieber vom Würstelstand außerhalb der Fanzone als vom lizenzierten UEFA-Bierverkäufer innerhalb. Irgendwie einleuchtend, oder? Es gibt einen abgeschotteten Bereich inmitten von Wien, der dem Verkauf lizenzierter Produkte dient und als Nebenattraktion auf Leinwänden Fußballspiele überträgt. Zumindest am Abend. Das nennt man dann Fanzone. Das Konsumieren teurer Getränke hat zwar nichts mit Anhängerschaft zu tun, dennoch: Fanzone. Ob man das nicht unterbewusst ablehnt? Oder gar bewusst? Auf mich wirkt das alles jedenfalls unsympathisch. Ich weiß, ich weiß, was heißt da “unsympathisch”? Emotionen zur Fanzone? Aber genau das ist es. Nichts, gar nichts, reizt mich, da hineinzugehen. Ganz im Gegenteil: Abstoßend wirken der Zaun, die Sicherheitsbeamten, die zwei Maskottchen und überall das große UEFA-Logo. Unsympathisch. Selbst im Fernsehen, aber das hat nicht direkt mit der Fanzone zu tun.

Was vielleicht nicht jedem klar ist, aber stellen Sie doch einmal die Frage nach der Finanzierung der Fanzone: Wenn eine ganze Stadt auf den Kopf gestellt wird (neue Verkehrslinien, geänderte Streckenführung, maximale Auslastung aller Sicherheitskräfte, etc., etc.), wer finanziert das dann? Die UEFA oder österreichisches (respektive schweizer) Steuergeld? Ich frage mich, ob der Erlös (nach Abzug aller UEFA-Lizenzzahlungen) tatsächlich eine positive Bilanz in der Stadtbuchhaltung bringen wird. Ich vermute: Nein. Folgeprofit durch gebaute Verkehrsmittel (U2-Verlängerung, zum Beispiel)? Erst Jahre später. Gesamtaufwand: ein Nullsummenspiel? Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser dieser Seite mehr Ahnung, wie das da abläuft und könnte mich in den Kommentaren aufklären, aber das “;Unsympathisch” in Bezug auf die Fanzone, das geht nicht mehr weg!

Für die nächste EURO: Fanzone auf die Donauinsel, marktwirtschaftliche (und nicht lizenzrechtliche) Preisregelung, sowie Heurigenstimmung mit Ganztagsunterhaltung. Dort stört das niemanden und das Donauinselfest funktioniert ja auch!

Lateinformationsturnier

Ich habe mich tatsächlich überreden lassen, als Zuschauer bei einem Lateinformationsturnier in Perchtoldsdorf teilzunehmen. Man sitzt auf einer Tribüne, wenn man Wert darauf legt, die Formationen von oben zu sehen (was Sinn macht!) oder gleich neben dem Parkett und quält sich stundenlang damit ab, irgendwelchen Teenagern dabei zuzusehen, wie sie möglichst uniform tanzen. Ab und zu passieren Fehler, wenn es sich dann auch noch um kleine Kinder handelt, deren Lehrerin zu eifrig war, dann endet das in Tränen und in Gelächter seitens des Publikums. Mit Tränen hat man aber oft auch selbst zu tun: Wenn der Zuschauersektor gleich daneben zu johlen und kreischen beginnt, weil die Anhängerschaft irgendeiner Formation in den Anjubelmodus übergeht, dann… meine Güte, wie können deren Stimmen nur so hoch sein?

15:00 Uhr: Beginn der Veranstaltung. Alle Formationen tanzen. Einige Veranstalter werden vorgestellt. Einer von ihnen, ein fetter Klops mit drei Toupets und einem silber/schwarz schräg-liniertem Sakko, ist angeblich der Organisator. Er verneigt sich hektisch, zieht dann aber wieder seine Runden.

18:30 Uhr: Jetzt sind wir einmal durch. Es wird entschieden, wer von den 8 Formationen ins Finale kommt. Insgesamt sind es 6. 6 von 8, die nochmal tanzen müssen. Nun meine Frage: Ist das nötig? Kann man nicht gleich die Punkte zusammenzählen und es gut sein lassen? Letztlich hat sich nicht viel an der Reihung geändert…

20:30 Uhr: Beginn der Finalrunde. Die wissenden Zuschauer kommen erst jetzt. Praktisch alle tanzen noch einmal. Die einen besser, die anderen schlechter, wieder welche katastrophal. Eine Standardtanz-Formation tritt auf: Langeweile pur.

22:45 Uhr: Die Wertungsrichter geben ihre Bewertungen ab. Niemand weiß, was diese Zahlen sollen, niemand weiß, warum plötzlich nicht mehr Teams, sondern Startnummern genannt werden. Eigentlich sollte jetzt alles klar sein, aber das ist es nicht.

23:20 Uhr: Man kommt auf die Idee, die Nummern mit Teams in Verbindung zu bringen. Jetzt weiß man, wer gewonnen hat. Übergabe geschmackloser Pokale. Weg hier.

Für die Zukunft und für all diejenigen, die einen Besuch bei so einem Turnier planen: Bitte! Überlegen Sie es sich gut. Es ist, selbst wenn man tanzbegeistert ist, langweilig. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: lang-weilig. Wenn Sie als Fan oder aus anderen Halbzwängen dahin müssen: Kommen Sie erst zum Finale! Wenn Sie 60er- und 70er-Mode nicht ausstehen können, vergessen Sie’s!

Das mit dem Auflegen

Können Sie sich an die Zeiten erinnern, als das Taschengeld knapp, ein Handy jedoch Pflicht war? Da gab es doch die besonders Schlauen, von denen man angerufen wurde, die aber nach ein Mal Läuten schon wieder aufgelegt haben, damit man sie zurückruft und damit das Gespräch zahlt. Und ich fasse es nicht, dass Menschen, die sich einen BMW leisten, nach wie vor mit diesem Blödsinn weitermachen.

Dieter Telfser auf der Typo Berlin

Entweder hat Dieter Telfser polarisiert und provoziert oder sein Text ging ob der Inszenierung schlichtweg unter. Ich weiß es nicht, andere auch nicht. Es bleibt letztlich jedem selbst überlassen zu beurteilen, ob ein Leder/Latex-Kostüm mit einer glitzernden Gesichtsmaske und ein lebendiger Adler auf dem Kopf tatsächlich inhaltlichen Wert beitragen oder ob sie ablenken. Dieter Telfser dazu:

Wer sich selbst mag, hält seinen Spiegel nicht alleine. Wer sich dazu darstellt, wie er gesehen werden will, muss nicht darauf achten, was das Bild in den Augen anderer ergibt. Das Geschäft heißt Euro und die Software darauf PowerPearls. Achtung scheint seine Ächtung zu bedingen, denn die Spannung ergibt jenen Aspekt von Ignoranz, der sich anscheinend verkaufen lässt. Was bedeuten die Begriffe: Alles und Nichts. Sie sind so elastisch wie Latex und so inhaltslos wie ihr Glanz. — Bekanntlich gibt es immer zwei Seiten einer Geschichte.

Weitere Infos zu Dieter Telfser auf der Typo Berlin 2008 bei HD Schellnack und im Typo Berlin Blog, mehr Fotos hier und da. Einen Bericht zum Making of des Hintergrundvideos “Powerpearls” ebenfalls im Typoblog. Dieter Telfsers Manuskript kann man im Typoberlin-Blog herunterladen und nachlesen.

°•º• MyCokeMusic.at °º•°

Genial einfach, einfach genial: Auf der Unterseite von Coca Cola-Verschlusskappen bei Dosen und Flaschen gibt es Codes, die man auf mycokemusic.at gegen allerlei wenig Nützliches, aber eben auch gegen iTunes-Gutscheine einlösen kann. Ein Cola-Code ist zwischen 1 und 120 Punkte wert, einen iTunes-Gutschein erhält man für 99 Punkte.

Wer Cola trinkt, die Codes aber nicht sammelt, kann sie mir gerne jederzeit zuschicken!

Nachtrag 18. April 2011

Irgendwann in den letzten Wochen muss Coca-Cola die iTunes-Gutscheine gegen Gutschriften für den Amazon MP3-Store ausgewechselt haben.

Wohin mit all dem? Das Web 2.0-Problem

Mit Jon Tangerines Artikel uber die Grundidee hinter Denna Jones’ Website, das virtuelle Leben der Künstlerin, das sich auf mehrere Onlinedienste wie Flickr, Tumblr, Ma.gnolia, Twitter, Upcoming und Technorati verteilt, auf einer einzigen Seite zusammenzufassen und dafür auch noch web 2.0-taugliche Services wie FeedBurner für die Newsfeeds und Google für die Suche zu verwenden, bin ich mir dieses “Web 2.0-Problems” erst richtig bewusst geworden: Wie kann ich all die Dienste, die ich nutze, an einem Ort zusammenfassen und präsentieren?

Ich habe einen Blog (dreitehabee), aber nebenher auch noch Konten bei Flickr, Tumblr, Blogger, del.icio.us, Vimeo, YouTube, Upcoming, Twitter, Technorati und was weiß ich wo sonst noch, die allesamt, zumindest irgendwo auf einmal abrufbar sein sollten. Sozusagen ein Onlineportfolio, das man zentral abrufen kann. Doch das geht nicht wirklich.

In letzter Zeit versuche ich, soviele dieser Dienste wie möglich durch eigene Designvorlagen und Anpassungen meines Themes auf 3th.be zu inkludieren. Leicht ist das nicht, vor allem zum Zeitpunkt des Benutzens: Will man bei Tumblr ein längeres Zitat online stellen, so markiert man den Text, klickt auf das “Share on Tumblr”-Lesezeichen und der Service errechnet aus der Länge des Texts eine vernünftige Schriftgröße. Das mit WordPress zu realisieren, ist zwar nicht das Problem, aber es fehlt einerseits der Komfort des Bereits-Fertigen, andererseits gibt es für WordPress keine “Share on WordPress”-Lesezeichen, die es in puncto Bedienung mit dem von Tumblr aufnehmen könnten.

Ein weiteres Problem ist Flickr. Ja, tatsächlich. Mein Lieblingsservice macht Schwierigkeiten, denn: Bilder völlig zusammenhanglos auf 3th.be zu stellen, wäre langweilig und uninteressant. Da ich aber nicht der Fotograf bin, der das Bild schlechthin fotografiert, das für sich selbst spricht und keinerlei Zutun in Form eines Texts benötigt, bin ich gezwungen, was ich aber nicht immer will, Beschreibungen zu schreiben. Und, ach bei diesem Wetter da draußen, möchte man sowas einfach nicht machen! Und da kommen wir dem Web 2.0-Problem schon einen großen Schritt näher.

Del.icio.us, Vimeo, YouTube, Twitter und wie sie alle heißen: Meine Güte, wie soll ich die denn alle hier integrieren? Der Arbeitsaufwand ist enorm und antun will sich den keiner. Tja, erwischt: Das Web 2.0-Problem ist offengelegt. Web 2.0 ist nicht mehr nur Spaß und Artikel/Bilder/Videos/Kurznachrichten-Posten, sondern wird, will man daraus auch etwas machen, tatsächlich Medienarbeit. Und wir faulen Säcke, die wir mit WordPress-Plugins und fertig gestalteten Designvorlagen arbeiten, sind gezwungen, selbst Hand anzulegen und uns ein virtuelles Umfeld zu schaffen, mit dem wir all das, was wir an Inhalten produzieren, zentral präsentieren können.

Lassen Sie es bleiben!

Es kann vielleicht auch nur Einbildung sein, aber mir kommt vor, dass die Anzahl der aktiven, deutschsprachigen, selbst gehosteten Blogs endlich sinkt. “Endlich” deshalb, weil die Auslese hier äußerst positive Nachwirkungen hinterlässt: In meinem Feedreader finden sich zwar auf die Frequenz bezogen immer weniger Artikel, auf die Qualität bezogen hingegen immer mehr. Ein netter Nebeneffekt: Die “Immer-vorne-mit-dabei-Blogs” (wie beispielsweise Basic Thinking) nehmen an Bedeutung stark ab; sie haben ein Level an Nachrichtendurchsatz und Unpersönlichkeit erreicht, das von automatisierten Systemen wie beispielsweise dem hervorragenden Rivva.de genausogut abgedeckt werden kann.

Wo aber sind sie nun hin, die Autoren ohne Blogs? Die Frage ist leicht beantwortet: Man zieht um zu wordpress.com, Blogger, Tumblr oder – im allerübelsten Fall – Twitter. Ist man allerdings bei letzterem angelangt, kann man’s eigentlich gleich sein lassen. Vielleicht aber nimmt man sich unter Bloggern doch zu Herzen, was Lorelle Van Fossen in einem ihrer letzten Artikel gefragt hat: “Warum bloggt man überhaupt“? Die Referenz auf einen Vorgängerartikel könnte nicht passender sein: Wann weiß man, dass man mit dem Bloggen aufhören soll?

Es ist soweit

Es ist soweit, ich pfeif drauf. Egal, welches Theme man sich herunterlädt, allesamt sind sie ein Schmarr’n. Die ach so hochgepriesenen Layouts (Grid, Fibonacci, was weiß ich) taugen allesamt nichts, denn entweder sie verwenden für die einfachsten WordPress-internen Funktionen völlig unnötig einen Haufen Plugins oder sie sind für Seiten aus dem deutschen Sprachraum nicht stimmig. Oder, und das ist das andere Extrem, sie sind so dermaßen schlecht zusammengeschustert, dass schon mal irgendwo drei oder vier div-Layer nicht geschlossen werden oder PHP-Endungen “?>” gleich ganz auskommentiert werden… Zusätzlich sind diese Themes dann noch mit völlig inakzeptablen Lizenzbedingungen ausgestattet, die jegliche Änderung theoretisch unter Strafe stellen… Also: Tschüss!

So schwierig ist PHP nun auch wieder nicht, dass man sich nicht ein wenig damit beschäftigen kann. Während Sie diese Zeilen lesen, wird in irgendeinem Wiener Café fiebrig an meinem ersten Theme gearbeitet. Ich glaube behaupten zu können, dass es sowas in dieser Art für WordPress noch nicht gegeben hat, obwohl sehr viele Blogger damit schon auf anderen Plattformen zu tun hatten. Aber mal sehen, wie das dann ankommt, wenn ich es fertig habe. Vor allem bei der Leserschaft.

Jedenfalls wird das Ding sauberen Quellcode haben, alle Layer werden geschlossen sein, ich werde mich bei Massenabfragen gar nicht erst mit “ifs” abgeben, sondern sofort zu schnelleren Varianten übergehen und mich um sauberen, wohlformatierten Code bemühen.

So. Der Frust musste jetzt abgelassen werden und wir sehen uns in neuem – maßgeschneidertem! – Gewand wieder. Und das Zeug von der Stange kann sich getrost verabschieden. Bis dahin gibt’s ein wenig Kubrick!

Im Callshop in Wien

Für gewöhnlich genieße ich morgens den heimischen Internetanschluss. Links steht der Kaffee, auf dem Desktop sammeln sich die Morgenzeitung, der Newsreader und was gerade so anfällt. Nicht so heute. Wegen einer Besprechung musste ich in den 10. Bezirk und die Wartezeit von knapp einer Stunde wollte ich nicht völlig sinnlos hier verschwenden. Daher: Callshop. Internet, Faxen, CD/DVD kopieren. 1 Euro für 1 Stunde Internet. Das geht. Außerdem habe ich sowas in Wien noch nie gemacht.

Ich betrete den Callshop und werde sogleich an einen Computer gesetzt. Eigentlich ein ganz feiner Platz: Links von mir das Fenster, das jedes Mal, wenn ein Bus vorbeifährt, zittert, vor mir ein geschmackvoller roter Tisch mit einer kleinen Webcam drauf, gleich daneben der acer-Monitor, eine chili-green-Maus und das LG-Headset. Schreiben tu ich auf einer Microsoft-Tastatur. Es ist verhältnismäßig sauber, wenngleich zu erkennen ist, dass es hier völlig egal ist, ob man raucht oder nicht: überall vermutet man Asche.

Der Besitzer des Callshops diskutiert gerade mit einem Österreicher (der einzige, übrigens, der auch noch hier drinnen ist), doch geht es offenbar um Geldgeschäfte, denn die Worte “Bank” und “Kredit” fallen öfter als gewöhnlich. Von allen Seiten rufen irgendwelche Leute irgendwas irgendwelchen anderen Leuten zu. Eigentlich nicht unähnlich den Erlebnissen im Internet-Café in China). Hab ich übrigens schon erwähnt, dass die Wände in Telekom-Austria-Grün gehalten sind? Gut. Die Wände sind in Telekom-Austria-Grün gehalten.

Links von mir (also vor dem Fenster) ist bereits das tausendste Auto vorbeigefahren. Davidgasse, 1110 Wien, da geht schon einiges durch. iPod an, Ohren zugestöpselt.

Letztlich ist’s das Interface

Schon bemerkt wie sehr ich mich zurückhalte? Kaum ist das neue Design da, kaum ist es nur mehr das fehlende Logo, das mich noch aufregt, interessieren mich die lästigen Kurznachrichten gar nicht mehr. Und das ist eine feine Sache, führt allerdings wieder zu der Frage, die Anne Helmond schon vor einiger Zeit gestellt hat, nämlich: Beeinflusst das Interface eines CMS wie man bloggt?. Schon im November habe ich auf den Artikel reagiert und kommentiert, dass dem meiner Meinung nach sehr wohl so sei! Und jetzt folgt die doppelte Bestätigung.

Wer mit WordPress arbeitet, neigt eher dazu kurze Artikel zu verfassen und schnell einmal sein gesammtes Bloggerdasein in Form von Asides zu fristen. Andere Systeme, wie zum Beispiel Textpattern, sind da “ergiebiger” und machen das Verfassen längerer (und ausführlicherer) Artikel aufgrund ihrer Markupsprache (in dem Fall: Textile) wesentlich leichter.

Doch es ist nicht nur das Interface des CMS, das für die Art der Artikel verantwortlich ist. Mindestens gleichwertig in ihrer Einflussnahme ist auch die verwendete Designvorlage, die bestimmt, wie Artikel letztlich aussehen, letztlich geschrieben werden. Sicherlich werden auch Sie schon, bevor noch einen Buchstaben gelesen, erraten haben, ob es auf dem einen oder anderen Blog eher kurze oder eher lange Artikel zu lesen gibt. So meine Thesen.