2 responses to “Digital Immigrants, Digital Natives, Schule und Web 2.0”

  1. helmut

    Kompliment zu diesem Artikel!
    Als Lehrer bin ich täglich mit der Thematik konfrontiert. Leider habe ich noch keine wirklich gute Antwort auf die Frage gefunden, mit welchen Methoden man als (edv-mäßig versierter aber altersmäßig doch) digital Immigrant den jungen Leuten adäquat Bildung beibringt. Mit Schlagwörtern wie Elearning kommen wir da anscheinend nicht weit.
    Ich würde mir in diesem Zusammenhang mehr Diskussion unter den Lehrern wünschen, aber unser System produziert derzeit leider Lehrer, die die Schule nach dem Läuten mindestens so begeistert verlassen, wie die Schüler…

  2. Michael

    Helmut, da hab ich ja direkt das Privileg mit einer Lehrerin zusammenzuarbeiten, die durchaus interessiert ist an dem, was um sie herum geschieht. Mit ihr hatte ich die Diskussion, die zu diesem Artikel geführt hat…

    Was allerdings die Diskussion angeht, so gebe ich dir vollkommen recht: Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn sich Nicht-Lehrer über solche Fragen den Kopf zerbrechen, Lehrer hingegen das nicht tun. Sie sind diejenigen, die die Erfahrung mitbringen, sie sind diejenigen, die mit den Problemen des Schulalltags konfrontiert sind, diejenigen, die „realistischer“ Denken als viele von uns. An ihnen liegt es die von dir erwähnten Methoden zu finden, an ihnen ist es, wie ja auch das von Prensky gebrachte Beispiel verdeutlicht, aus „Unterrichtsstoff“ gern gelernte Inhalte zu machen.

    In meinen Augen werden sie aber zu sehr vom herrschenden Dienstrecht und den herrschenden Vertragsverhältnissen davon abgehalten. Das soll jetzt keine Leier für eine Reform des Unterrichtswesens werden, aber ein Hinweis auf die Unmöglichkeit der Verbesserung. Solange sich ein Lehrer nicht sicher sein kann, dass er die nächsten drei Jahre mit dieser und jener Schülergruppe zusammenarbeitet, ist jeglicher Versuch in Richtung Methodenreform eigentlich sinnlos.

    Um aber diese Antwort doch noch mit einem persönlichen Hinweis zu schließen: Helmut, du sagst, du seist ein edv-mäßig versierter aber altersmäßig doch digital Immigrant; probier doch bitte einfach folgendes aus: Versuch zu erkennen, was deinen Schülerinnen und Schülern auf Facebook, StudiVZ, Flickr, etc. gefällt und versuche doch mal diese Services zu nutzen. Mit der Zeit erkennt selbst ein digital Immigrant die Vorzüge und Nachteile dieser Services – aber eben auf ganz anderer Ebene. Eine Diskussion mit deinen Schülern über diese Services wäre dann ein erster Schritt eure beiden Welten näherkommen zu lassen. Aus ihren Antworten und deinen Erfahrungen (inklusive Lebenserfahrung) erschließt sich bestimmt ein spannender Themenschwerpunkt, von dem beide profitieren werden: Schüler und Lehrer!

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