Jahresrückblick 2008

Jetzt, wo man sozusagen weg ist, kann man austeilen, da kann einen keiner stören, da gibt es keine Widerrede. Soll ich zum Rundumschlag ausholen und alles beim Namen nennen, was mir in dem Jahr nicht gepasst hat, alle Mitmenschen öffentlich ausrichten und ihnen nur Böses tun? Aber! Gar nichts werde ich tun, es gibt ja nichteinmal Grund dazu. Es ist sogar, ganz im Gegenteil, durchaus erfreulich gewesen, dieses Jahr 2008, auf eine gewisse Art und Weise.

Zuersteinmal das Offensichliche: Meine Seite wurde ziemlich lange, lediglich mit zwei Monaten Ausnahme, von nur einem CMS bedient und dieses CMS nennt sich WordPress. Von WordPress gab es in diesem Jahr nicht nur ein paar Versionen, sondern riesige Versionssprünge mit einem doppelten Generationenwechsel in der Benutzeroberfläche (und ich kann mich noch immer nicht wirklich an das Grau in Grau gewöhnen, nachdem ich monatelang auf einen orangenen Balken gestarrt habe).

Ich bin in diesem Jahr einem Paradigmenwechsel in der Benutzung von Gmail unterlegen. Apple Mail statt Gmail, lautet nun die Devise. NetNewsWire verwende ich schon lange anstelle von Google Reader, seit kurzer Zeit auch auf dem iPhone. Alle Nicht-Google-Versionen (Apple Mail, NetNewsWire) sind zwar immer ein bisschen langsamer und träger als die Google-Varianten (Gmail, Google Reader), aber man fühlt sich besser. Weniger beobachtet.

2008 war, was Kinofilme oder Filme generell angeht, wenig erfolgreich. Einerseits der Streik der Drehbuchautoren in den USA, andererseits die Änderung (und Polarisierung) meines Filmgeschmacks: Entweder ganz blöd und Totalaction oder Naturfilm mit Klaviermusikbegleitung. Was hatten wir da 2008? Unsere Erde – Der Film hat mich mit seiner gewaltigen Bildsprache begeistert. Und das war es auch schon wieder. King Of Queens ging zu Ende, die vierte Staffel von Lost ebenso, aber das ist ja noch irgendwie zu verkraften.

Ganz und gar nicht kann man den miesen Kaffee in Österreich verkraften. Gäbe es nicht das Radlager mit seinem Passalacqua aus der Faema, ich würde tatsächlich verzweifeln. In diesem Zusammenhang habe ich auch eine “Entdeckung” gemacht: Was der Falter – an dieser Stelle Gratulation zum neuen Layout! – als “Best of Vienna” ausgibt, ist einfach nur grindig, besonders wenn es um die Cafés geht. Nicht eines der getesteten Cafés konnte mich überzeugen. Nicht einer der Thailänder war gut, nicht ein Inder, nicht ein Chinese. Letztlich, aber das war immer schon klar, kann man sich nur auf sich selbst verlassen.

Sehen wir uns ein paar Highlights aus dem Jahr 2008 auf dreitehabee an:

  • Die Duden-Office-Bibliothek ist unbrauchbar, da die Suchfunktion des Programms schlichtweg von Idioten programmiert worden sein muss.
  • Ebensowenig zahlt es sich aus, den Alt-Hietzinger Ball zu besuchen. 2008 war das ein Kinderball mit Alterskontrolle und verschiedenfarbigen Bändchen für Alkohol-Ja und Alkohol-Nein.
  • Die Google-Falle, vielleicht auch ein Impetus für meinen Umstieg aufs “gewöhnliche” Mail-Dasein, ist ein lesenswertes Buch. Wenn es dann als Taschenbuch erschienen ist. Alles, was da drinnsteht, kann auch übers Internet nachgelesen werden.
  • Im April habe ich mir die Bodies-Ausstellung im Gasometer angeschaut und war von dieser Peinlichkeit mit horrendem Eintrittspreis erschüttert.
  • Ebenso im April wurde dreitehabee kopiert.
  • Weil WordPress einfach nicht Out-of-the-Box funktioniert, habe ich eine Sammlung von Plugins, ohne die WordPress nicht kann, zusammengestellt. Der Artikel gehört zu den am häufigsten aufgerufenen Artikeln auf dreitehabee.
  • Inzest, Entführung und Autorität als typisch österreichische Fälle, so der Titel meines Artikels, der eine Zusammenfassung der Reaktionen auf den Inzestfall in Amstetten präsentiert. Einige wütende E-Mails haben mich erreicht, ebenso einige beipflichtende. Also dürfte die Aussage schon so stimmen…
  • Mit einem Schlussstrich habe ich mich kurzerhand von WordPress verabschiedet, nicht viel später bin ich zu Tumblr gewechselt.
  • Einen Schlussstrich hat offenbar auch Dieter Telfser gezogen und mit seinem Auftritt auf der Typo Berlin für Aufregung gesorgt. Der Adler auf seinem Kopf dürfte da noch das geringste Problem gewesen sein. Die Reaktionen sind weitreichend: Von Bewunderung bis hin zu Abscheu ist alles zu finden.
  • Dann die Fußball EM mitten in Wien. Alles war irgendwie lässig, aber die Fanzone war nicht nur mir gänzlich unsympathisch.
  • Wenig später wurde Firefox 3 veröffentlicht, ein Spitzenbrowser, der, würde er auf dem Mac nicht so hässlich aussehen, beste Chancen haben, Safari von meinem Standardbrowser zum Nebenbrowser zu machen.
  • Am 23. Juni wurde mir von der ORF Futurezone ein Floh ins Ohr gesetzt: Der starke Kontrast zwischen jungen und älteren Mitarbeitern und die damit einhergehende Spaltung in der Art und Weise des Benutzens der Computerinfrastruktur.
  • Meine Meinung zu ineffektiven Firmenseminaren, kennt ja mittlerweile jeder: Alles, was unnötig ist, weil sich niemand daran hält, vor allem nicht die Vorgesetzten, führt nur zu unnötigen Spannungen…
  • Am 8. September war es soweit, ich bin zu Tumblr umgezogen und es war eine gute Zeit. Echt. Gäbe es da nicht ein paar Probleme, wie meine immerwährende Sorge, dass meine Daten bei Tumblr nicht so ganz meine Daten sind… ich wäre noch immer dort.
  • Nach fast einem Dreiviertel Jahr ist mein Mac einfach so gestorben: Irgendwas war mit der Festplatte, dann mit dem Bildschirm, dann doch mit der Stromversorgung. Die Maus war sowieso andauernd hin. Zum Glück fanden all die Vorfälle in der Garantiezeit statt.
  • Politisch war es auch im Internet nicht uninteressant. Man konnte sich live ansehen, wie dilettantisch die verschiedenen Parteien im Web arbeiteten. Auf Flickr waren sie, auf Twitter, Blogs hatten sie – und alles war ein Trauerspiel.
  • Am 6. Oktober 2008 um 11:29 Uhr starb ein alter Mann nur 20 Meter von mir entfernt im Einkaufszentrum.
  • James Bond – Ein Quantum Trost in der zweiten Novemberwoche. Im Großen und Ganzen ein schwacher Film, der aber mit einigen fantastischen Szenen, einer unglaublich starken Filmmusik und einer noch nie dagewesenen Kürze aufwarten kann. Sehenswert? Sicher, aber mit Vorbehalt.
  • Ebenso im November wurde das Design von dreitehabee völlig verändert. Erstmals überhaupt benutze ich ein Theme-Framework, erstmals überhaupt ein dreispaltiges Design. Ganz ehrlich, ich muss mich selbst noch daran gewöhnen, den meisten gefällt es allerdings.
  • Wenn ich WordPress schon so aktiv nutze, warum nicht auch etwas an die Community zurückgeben. Ich bin für die deutsche Übersetzung des YARPP-Plugins verantwortlich.
  • Vor einigen Monaten geboren, habe ich meine Vorstellung von Digital Immigrants und Digital Natives nun in einem Artikel untergebracht.
  • Durchspickt waren all die Themen von den üblichen Raunzereien über schlechten Kaffee, idiotische Mitbürger oder Kollegen und uninteressante Erlebnisse. Dennoch war es mir ein Volksfest!

Was bleibt? Nicht viel! Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir sehen uns dann 2009!

Warum Justin Tadlock das Hybrid-Framework programmiert hat

Justin Tadlock erklärt, warum er das hervorragende Hybrid-Theme-Framework gecoded hat.

I’ve never used a theme on my blog that I’ve publicly released before. Prior to Hybrid, I hardcoded just about everything around here. At a certain point, that becomes frustrating. So, when I started working on it, my goal was to make a theme for me, Justin Tadlock. I needed a theme that I could easily use out of the box, something that would cover all my needs.

I needed something that I wouldn’t have to hack up to make it work how I wanted.

Espressi in Paris

Café Richard - yuck!

Man glaubt es kaum, aber in Paris bekommt man keinen guten Espresso. Und zwar weder im noblen Restaurant noch in der Kaffeeküche ums Eck. Der am wenigsten miese Kaffee während eines beinahe einwöchigen Parisaufenthalts (!) war ein Lavazza aus dem Automaten. Nota Bene: Für einen Espresso fährt man besser nach Italien. Und dann am besten nach Neapel.

10 Tipps für den idealen Blogbeitrag

Was macht den idealen Blogbeitrag aus?

  1. Er ist topaktuell.
  2. Er vermittelt die persönliche Meinung des Bloggers.
  3. Er hat eine spezifische und feste URL.
  4. Er kann kommentiert werden.
  5. Er besteht aus weniger als 250 Wörtern.
  6. Er ist mit einer dynamisch wirkenden, peppigen Überschrift betitelt.
  7. Er enthält Listen mit Aufzählungen.
  8. Er ist von Keywords übersät.
  9. Er wird vor Veröffentlichung nochmals überarbeitet.
  10. Er ist leicht zu überfliegen.

…schreibt Geert Lovink in “Zero Comments” den Problogger zitierend. Aber was sag ich, das wusste ich ja schon 2005. Und nun ganz ehrlich, liebe Leserinnen und Leser: Wer ist hierher gekommen, weil er sich tatsächlich neue und relevante Hinweise erhofft hat? Wiedereinmal auf eine dämliche Überschrift hereingefallen!

Aber es ist okay so, man ist solche Überschriften gewöhnt und sieht sicherheitshalber nach, ob da nicht doch der eine oder andere Hinweis steht, mit dem man seine AdSense-Einnahmen erhöhen könnte. Aber leider biete ich hier nichts, was es nicht woanders schon gibt, ich verweise lediglich. Doch halt! Verweisen ist gut, oder etwa nicht?

Digital Immigrants, Digital Natives, Schule und Web 2.0

Erinnerungen an die Schulzeit: Es gibt Lehrer, die den Unterrichtsstoff gut, leicht und verständlich vermitteln können und es gibt Lehrer, denen das nicht gelingt, obwohl sie teils wirklich interessante Fachgebiete betreuen. Woran liegt das? Warum gelingt es einigen, den Unterricht spannend und motivierend zu gestalten, anderen wiederum nicht; sie sind prädestiniert dafür, mit Copy-Paste-Hausübungen abgespeist zu werden. Wieso? Die Sprachbarriere ist’s, derer manche Lehrkräfte nicht mehr Herr werden, die Sprachbarriere zwischen Digital Natives und Digital Immigrants.

Völlig anders denken

Das Problem des Dialogs zwischen Schüler und Lehrer liegt im fundamentalen Unterschied ihrer beiden Wahrnehmungsformen bestimmter Inhalte: Die Schüler von heute sind nicht die Menschen, für die das Bildungswesen konzipiert wurde, sie sind (im Vergleich zu Schülern früherer Generationen) grundlegend anders: Sie sind mit digitalen Technologien groß geworden und sie benutzen sie als alltägliches Werkzeug.

Für diese Generation bilden Computer- und Videospiele, iPods, Videokameras, Mobiltelefone, PDAs und WLAN die Norm und nicht das Besondere. Für sie sind digitale Technologien das Werkzeug, mit dem man Probleme löst, daher nutzen und benutzen sie es andauernd. Der statistische Maturant hat in seinem Leben weniger als 5.000 Stunden gelesen, hat aber in etwa 10.000 Stunden Videospiele gespielt und mehr als 20.000 Stunden ferngesehen. Computerspeiele, E-Mails, das Internet, Mobiltelefonie, Chat und SMS sind integrale Bestandteile seines Lebens.

Aber auch Lehrere, vor allem junge, sind mit diesem fundamentalen Problem konfrontiert: Sie selbst haben bereits Erfahrung mit digitalen Technologien, einige von ihnen gehören bereits zu den Early Adopters der oben genannten Generation, ihre Kompetenz in diesen Dingen ist gegeben. Sie wurden allerdings durch ein nach alten Schemata durchgeführtes Studium gepresst und in ihren Möglichkeiten in Bezug auf den Einsatz digitaler Technologien stark eingeschränkt. Das Bildungssystem, dem sie nun abermals unterworfen sind, hat sie zurückversetzt in eine Zeit, in der digitale Technologien wenig bis kaum Bedeutung hatten.

Der Umgang mit digitalen Technologien schafft innerhalb dieser Generation einen neuen Typus von Denken und Informationsverarbeitung, sowie eine Art und Weise mit Informationen umzugehen, die es früher nicht gegeben hat. Diese Änderung des Denkens ist weitreichender und tiefergehend als es sich die meisten Eltern und Lehrer (älterer Generationen) vorstellen können. Einige Wissenschaftler wie beispielsweise Timothy VanSlyke behaupten sogar, dass diese Änderung des Denkens auch physische Änderungen des Gehirns mit sich bringt, dass sich die physische Struktur bestimmter Gehirnregionen aufgrund des erhöhten digitalen “Grundrauschens” in der Umgebung eines Heranwachsenden im Vergleich zu den Generationen davor verändert hat.

Diese neue Generation von Schülern nennt Marc Prensky “Digital Natives“. “Natives”, weil sie in der digitalen Sprache von Computern, Videospielen und Internet aufgewachsen sind und mit digitalen Technologien ganz beiläufig und selbstverständlich umgehen. Im Gegensatz dazu gibt es die “Digital Immigrants”, also diejenigen von uns, die zu einem späteren Zeitpunkt, außerhalb der prägenden Phasen ihres Lebens, von den neuen (digitalen) Technologien fasziniert wurden und erst dann begonnen haben, sie anzuwenden. Sie sind, weil nicht damit aufgewachsen, stets “Einwanderer” in der digitalen Welt. Obwohl sie die neue Umgebung schnell adaptieren und sich in ihr teilweise sehr gut zurechtfinden, verrät sie dennoch ihr Akzent aus vergangenen Zeiten. Ein paar Beispiele:

  • Das Internet wird erst zweitrangig zur Informationsfindung genutzt, das Lexikon bietet “seriösere” Informationen.
  • Digital Immigrants gehen nicht davon aus, dass sich ein Programm selbst erklärt oder selbsterklärend ist. Die Frage nach dem Handbuch ist Norm und nicht Ausnahme.
  • E-Mails werden als nicht gleichwertig mit anderen Formen der Kommunikation wie Fax, Brief oder Anruf angesehen.
  • Asynchrone Kommunikation fühlt sich nicht “echt” an, daher der Anruf nach Versand einer E-Mail: “Hast du mein E-Mail erhalten?”
  • Die Bearbeitung von Texten findet nicht am Bildschirm, sondern auf einem Ausdruck statt, den die Sekretärin danach wieder abtippen muss.
  • Die Tätigkeit am Computer wird noch immer irgendwie als “Spiel” und nicht als Arbeit verstanden, sofern nicht Tabellen und Dokumentseiten den Bildschirm zupflastern.
  • Eine interessante Website zeigt man Kollegen, indem man sie ins Arbeitszimmer ruft und sie auf den Bildschirm sehen lässt. Dass man das auch mit einem E-Mail und mit der URL der Seite machen könnte, kommt als Möglichkeit gar nicht in Betracht.
  • Ganz besonders Digital Immigrant: Hört man eine Radiosendung auf Ö1 und es wird über eine Website gesprochen, so wird zwar am Ende der Sendung darauf hingewiesen, dass es eine Ö1-Homepage gibt, die URL der in der Sendung vorgestellten Website erfährt man allerdings beim Ö1 Kundenservice unter der Telefonnummer (01) 50170371!

So könnte man hunderte Beispiele aufzählen, die Digital Immigrants gegenüber Digital Natives entlarven. Das ist zwar witzig auf der einen Seite, im Grund genommen aber ein fundamentales Problem: Nicht nur sind Digital Immigrants in starker Abhängigkeit von Digital Natives, wenn es um die Benutzung neuer Technologien geht, sie können in bestimmten Gebieten kaum mehr mit Digital Natives kommunizieren, ganz zu schweigen davon, ihre Gedankengänge verstehen, weil sich die Sprache, Art und Weise des Kommunizierens dieser neuen Gruppe verändert hat und mit der Sprache der Vorgängergenerationen kaum kompatibel ist. Die Wort sind gleichgeblieben, die Bedeutung ist eine andere.

Dieses fundamentale Generationenproblem wirkt sich vor allem im Bildungswesen, besonders bei den heute noch tätigen Lehrern älterer Generationen aus. Sie selbst sind – wenn überhaupt! – Digital Immigrants und unterrichten mit ihnen vertrauten Mitteln und der ihnen vertrauten Sprache – der Sprache des vor-digitalen Unterrichtswesens -, mit der sie ihre Schüler motivieren und zu Leistungen erziehen wollen. Für Digital Natives ist das aber ein Problem: Sie werden in einer nahezu fremd erscheinenden Sprache mit auf sie anders als beabsichtigt wirkenden Schlussfolgerungen unterrichtet! Ihre Art zu Informationen zu gelangen ist völlig anders und folgt einer anderen Herangehensweise:

  • Digital Natives sind es gewohnt, Informationen äußerst schnell zu erhalten und zu verarbeiten – Wörterbuch vs. LEO – ihre Geduldsfaden reißt schnell, wenn die Beschaffung der Information mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Verarbeitung und die Lösung des Hauptproblems.
  • Digital Natives bevorzugen Parallelprozesse und Multi-Tasking; sie lehnen die schrittweise und betreut-geführte Annäherung durch eine Person an ein Problem ab.
  • Sie denken in Bildern, Grafiken und Animationen, bevorzugen eine grafisch aufbereitete Form der Inhaltsvermittlung und lehnen eine rein auf Texten basierte Vermittlung von Lehrinhalten ab. Diese Ablehnung erfolgt nicht in Form des Nicht-Lesen-Wollens, sondern in einem emotional gebündelten Ablehnungsverhalten dieser Art und Weise der Vermittlung von Inhalten.
  • Lernen erfolgt bei ihnen nicht linear nach vorgegebenem Schema, sondern objektorientiert und projektbezogen: Das Problem wird in Wissen und Unwissen zerlegt und das Unwissen zielgerichtet in Form von inhaltlichen Verbindungen (wie zum Beispiel Hypertext) erarbeitet. Ein Digital Immigrant analysiert den Motor, nachdem er Mathematik-, Physik- und Maschinenbaustunden genommen hat, ein Digital Native verlässt sich darauf, dass er die konkrete Antwort auf seine konkrete Frage im Internet oder einem anderen Informationsmedium erhält, selbst auf die Gefahr hin, die Fachbegriffe nicht zu verstehen. Dagegen hilft dann das Online-Lexikon oder eine Animation, die den Begriff erklärt.
  • Digital Natives arbeiten am besten, wenn sie in Netzwerken arbeiten, in denen sie sich häufig und unmittelbar loben oder ausbessern. They thrive on instant gratification and frequent rewards.
  • Der Unterschied zwischen Spiel und Lernen verschwindet: Lernen kann auch Spaß machen, wenn die Form der Präsentation passt. “Seriöses Arbeiten” wie es die Elterngeneration noch tun musste, ist für sie unerträglich. Die Motivation zum Lernen muss von innen, nicht von außen kommen.

Diese Eigenheiten der Digital Natives stoßen bei Digital Immigrants auf nur wenig Verständnis. Immer wieder probieren sie, trotz negativem Feedback und immer stärker sinkenden Erfolgszahlen, ihr althergebrachtes Unterrichtsschema im Unterricht dieser neuen Generation von Schülern umzusetzen. Schritt für Schritt, alles zu seiner Zeit, Ernsthaftigkeit und allgemeines Verständnis vor Detailwissen. Sie scheinen nicht zu verstehen, dass es nicht der Unwille mancher Schüler ist, sich nach diesem Schema Wissen zu erarbeiten, sondern die physische Unfähigkeit und emotionale Ablehnung dieses Typus von Unterricht. Er wirkt fremd auf sie.

Unaufmerksam und unkonzentriert

Unaufmerksam und unkonzentriert wirken die Schüler nach nur wenigen Minuten Unterricht. Liegt es am Vortrag des Lehrers? An den Inhalten? Oder ist es doch der Schüler selbst, der beruhigt werden muss? Überflüssige Fragen, berücksichtigt man das Vorhandensein völlig anderer Denkweisen.

Eine Generation von Schülern, die mit rasch wechselnden Inhalten von Videospielen zu tun hat oder Kürzestbeiträgen auf MTV und VIVA noch so viel Inhalt abgewinnt, hat ein Problem damit, dem 50-minütigen Monolog eines Lehrers zu folgen und die von ihm präsentierten Inhalte zu verarbeiten. Querverbindungen zu relevanten Inhalten, rasch wechselnde Herangehensweisen und das Miteinbeziehen der Schüler in die Erarbeitung der Inhalte ist die Lösung gegen Unaufmerksamkeit. Intelligent sind sie ja: Wenn es diesen Schülern gelingt, in der Freizeit die Prüfung zur Privatpilotenlizenz eines Flugsimulators zu meistern, wenn es diesen Schülern gelingt, hunderte Namen, Lebensweisen und kulturelle Leistungen wie technische Fähigkeiten verschiedener Zivilisationen eines Rollenspiels auswendig zu lernen, und das ganz ohne Aufwand und Zwang, dann werden sie sich bei dementsprechender Präsentation auch nicht schwertun, die Hauptstädte, Einwohnerzahlen und geografischen Begebenheiten der Länder Europas zu merken.

Zudem sind Digital Natives in der Menge des Wissens unterfordert. Sie sind es gewohnt, sich durch teils deutlich voneinander unterscheidende Inhalte zu arbeiten, mit denen sie durch Hypertext oder Zappen am Fernseher konfrontiert werden, während sie Musik herunterladen, Kurznachrichten auf ihren Handys beantworten, die Bibliothek auf ihrem Laptop durchsuchen und Chatten. Sie haben ihr ganzes Leben lang in Netzwerken gelebt und wurden von Informationen regelrecht zugedeckt; sie haben wenig Verständnis für Lektionen, Schritt-für-Schritt-Logik, Arbeitsblätter und Frontalunterricht. Stete Informationszufuhr auf vielen verschiedenen Kanälen gleichzeitig bringt mehr Erfolg als das Fokussieren auf einen Lerninhalt, den die Schüler nur zu geringen Teilen aufnehmen.

Von Lehrenden diagnostizierte Unaufmerksamkeit und der Mangel an Konzentration, den sie feststellen, führt nicht selten auch dazu, dass Schüler den traditionellen Bildungsweg verlassen und in alternativen Bildungswegen (im Endeffekt meist autodidaktisch) deutlich erfolgreicher und produktiver sind. Wenn der als “neue Unterrichtsform” getarnte “Frontalunterricht mit der Möglichkeit nachzufragen” durch die Bemerkung eines Schülers gestört wird, der vor Langeweile Hunger verspürt und diese Bemerkung “www.hunger.com” lautet, dann ist das wohl der krasseste Gegensatz, mit dem sich Schüler und Lehrer begegnen können. Auf den Punkt bringen es allerdings Aussagen von Schülern, die Kritik an den Lehrern üben: “Der Vortrag ist so langweilig, das kann ich mir zuhause selbst durchlesen.” Das allerdings, ist nur die eine Seite.

Die Langeweile der Schüler kann allerdings auch nicht durch die Art des Vortrags zustande kommen, sondern durch die Inhalte oder die Anwendung der Inhalte selbst. Bestimmte Inhalte sind für die Anforderungen des Lebens an einen Heranwachsenden weniger wichtig als andere: Alte Sprachen bilden zwar einen Schatz an Lebenserfahrung und machen bestimmte Bildungstypen überhaupt erst möglich, notwendig sind sie aber, im Gegensatz zu anderen Fachgebieten wie Mathematik, Fremdsprachen oder EDV, nicht. Die Diskussion, ob der Taschenrechner verwendet werden sollte, ist obsolet und aus der Sicht der Digital Natives sinnlos, viel nützlicher wäre die Demonstration der Möglichkeit einer Notwendigkeit, Rechnungen auch ohne Taschenrechner lösen können zu müssen; und wenn das auch im Rahmen eines World-of-Warcraft-Spieles geschieht, in dem der Spieler rasch die Kampfstärken der Feinde addieren und den anteilsmäßigen Wert, mit dem seine Figur konfrontiert werden könnte, errechnen muss! Der Unterschied? Nur der Blickwinkel. Am Ende müssen die Schüler das Einmaleins auswendig können.

Was nun? Wer muss sich ändern: Schüler oder Lehrer?

Die Frage, die aus der Spaltung in Digital Natives und Digital Immigrants resultiert, ist: Wer muss sich ändern? Muss es den Schülern gelingen, einen Gang zurückzuschalten und die Sprache der Lehrergeneration zu lernen, um sie in ihre Welt übersetzen zu können oder muss es den Lehrern gelingen, sich in die Welt neuer digitaler Technologien zu integrieren? Will man die Entwicklung der Schüler nicht bremsen, müssen sich die Lehrer dazu aufraffen, die neue Sprache so gut wie möglich zu lernen! Das bedeutet nicht, dass sie Lehrinhalte ändern müssen oder bestimmte, immer schon als wichtig erachtete Themen vom Unterricht ausschließen, nein, viel mehr geht es um die Art und Weise des Vermittelns solcher Inhalte und um die Fokussierung auf bestimmte Bereiche dieser Inhalte; das ist es, was sich ändern muss.

Das Schritt-für-Schritt-Schema sollte durch ein stark inhaltsorientiertes und konkret problemlösungsbezogenes Unterrichten ersetzt werden: Die Kategorisierung aller Tiergruppen mag wichtig sein, doch Sinn macht sie erst, wenn der Schüler versteht, wofür sie nötig ist. Bei Turnübungen wird diese Form der Erkenntnis seit Jahren angewendet und entspricht dem natürlichen Verlauf: Ziehst du deine Knie nicht an den Oberkörper, schlägst du dir die Schienbeine am Kasten an – ein logischer und einleuchtender Schluss! Warum ein an Religion interessierter Schüler wirklich verstehen muss, wieso diese Moleküle sich mit jenen Molekülen verbinden, bleibt ihm immer ein Rätsel, zumal der Grundtenor der Allgemeinbildung allein schon aufgrund der Masse an Fachgebieten realistischer Weise nicht mehr erreichbar ist.

Der zweite Punkt ist ein Überdenken der Lerninhalte. Es gibt Fachgebiete, die notwendig sind, solche, die nützlich sind und solche, die interessieren können. Aus dieser Unterteilung ergibt sich ein neu ausgelegter Lehrplan, der es vielen Schülern leichter macht, ihre späteren Ausbildungsphasen besser bestimmen zu können und sich darin zurecht zu finden. Wie viele Lateinvokabel haben irgendwem in der Kostenrechnung geholfen? Wie viele altgriechischen Phrasen dazu motiviert, das Physikstudium durchzuziehen? Wie sehr hat die EDV-Ausbildung beim ersten Excel-Sheet gefehlt? Wie viele haben noch immer nicht den Unterschied zwischen Formatierung, Formatvorlage und Strukturformatierung in Word kapiert? Wie sehr hat die Kenntnis von Gesteinsgruppen in Mitteleuropa das Leben eines Marketingexperten beeinflusst? Doch wie unterteilt man die verschiedenen Fachgebiete in die drei Gruppen?

Fachgebiete, die notwendig sind: Kenntnisse des Lesens, Schreibens, der Arithmetik, des logischen Denkens und des Verstehens von Inhalten auch nach hermeneutischen Aspekten. Unter die Fachgebiete, die notwendig sind, fallen die als “klassische Bildungsinhalte” geführten Gebiete. Besonders auch die Art und Weise des Unterrichts dieser Gruppe ist entscheidend: Nicht als Selbstweck sollen die Fremdsprachen beispielsweise unterrichtet werden, sondern als Werkzeug, um andere Aufgaben damit lösen zu können!

Fachgebiete, die nützlich sind: Unter diese Inhalte fällt alles, was es dem Großteil der Schüler erleichtert, die höheren, auf anderen Wissenschaften aufbauenden Probleme ihre Lebens lösen zu können. Das Verstehen aktueller Software, sowie das Verständnis grundlegender Prinzipien von Nutzeroberflächen, Grundlagen der Hardware, der Robotik, der Nanotechnologie, Mechatronik und Genomik, ein Ethikunterricht, der sich aus den Bildungsinhalten Religion, Geschichte und Philosophie zusammensetzt und den herkömmlichen Religionsunterricht ersetzt, die Ausbildung in Politik, Wirtschaft und Recht unter besonderer Berücksichtigung internationaler Beziehungen und der Relativität dieser Begriffe, der Unterricht von Fremdsprachen, auch solcher, die man in Mitteleuropa wenig bis kaum unterrichtet (Russisch, Chinesisch, Hindi, Arabisch), die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen in bis dato nicht einmal erwähnten Fachgebieten wie zum Beispiel der soziologie, um gesellschaftliche Vorgänge in Politik und Wirtschaft besser verstehen zu können. In diese Gruppe gehören allerdings auch Fachgebiete, die es zwar bereits schon lange in den Bildungskanon geschafft haben, diesmal jedoch leicht abgewandelt präsentiert werden. Die Mathematik, beispielsweise, sollte sich stärker auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen, die korrekte Auswertung von Statistiken und auf Praxisbezogenes (zum Beispiel Wirtschaftsmathematik) konzentrieren.

Fachgebiete, die interessieren können: Hierunter fallen alle Lehrinhalte, die nur in bestimmten Fällen nützlich sein können, darunter zum Beispiel die euklidische Geometrie, die Lehre alter Sprachen wie Latein oder Griechisch, der Unterricht von nicht objektorientierten Programmiersprachen, der Unterricht einer bestimmte Religion.

Die entscheidende Frage, die man sich allerdings vor so einem Wechsel in der Unterrichtspolitik stellen muss, ist: Wie viele der Digital Immigrants können diese Fächer qualitativ hochwertig und den Ansprüchen der Digital Natives gerecht erfolgreich vermitteln? Wie viele Lehrer, das als provokative Frage dahingestellt, sind überhaupt befähigt, Grundlagen von zum Beispiel Politik, Wirtschaft und Recht tatsächlich zu vermitteln? Wer kann das hier Skizzierte tatsächlich unterrichten?

Grundlegende Änderungen im Bildungswesen

Grundlegende Änderungen im Bildungswesen, sei es schulisch, universitär oder in Form von Museen, Veranstaltungen und Themenwochen, sind notwendig, denn es sind nicht nur die Digital Natives die Probleme mit der Verarbeitung von nach alten Methoden präsentierten Inhalten haben, auch die Digital Immigrants haben sich schon weit von ihren Wurzeln entfernt und verstehen die “neue” Sprache oft besser als die alte.

Denken Sie doch einfach an ihren letzten Museumsbesuch oder ihren letzten Versuch, politische Ereignisse tatsächlich zu verstehen. Wer sich nicht schon zuvor mit den Exponaten oder den (historischen) Zusammenhängen befasst hat, scheitert daran, Interesse für die Dinge aufzubringen und läuft Gefahr, sein Wissen über diese Welt mit von Laien zusammengestückelten, qualitativ minderwertigen Erklärungsmodellen aufzubauen. Ein Beispiel?

Es ist Kunsthistorikern, Architekturprofessoren, Politikern und Tourismusmanagern über Jahre hinweg nicht gelungen das Interesse für die Kunstsammlung des Louvre, für die Stadt Paris und das Land Frankreich so sehr und so stark zu wecken, wie es dem Autor Dan Brown mit dem Da Vinci Code gelungen ist. Abertausende haben sich nach Veröffentlichung des Buches, noch viele mehr nach dem Erscheinen des Kinofilms auf die Reise gemacht, um sich das alles vor Ort anzusehen. Ihr Interesse an den Dingen wurde geweckt und hat sie sogar motiviert, dafür Geld auszugeben. Es ist unbestritten: Wissensvermittlung funktioniert, sofern sie auf die Lernenden/Interessierten abgestimmt ist.

Weitere Beispiele könnte man noch viele aufzählen, ein Blick auf die Amazon-Bestsellerlisten zum Thema Politik zeigt jedoch, dass es findigen Autoren und Populärwissenschaftlern mit teils zweifelhaften Thesen wesentlich besser gelingt Wissen zu vermitteln als Menschen, die sich mit diesen Themen auf akademischem Niveau auseinandersetzen; ist das Ignoranz? Am 19. November 2008 fanden sich in dieser Bestsellerliste unter anderem Titel von Guido Knopp, der scheinbar alle paar Wochen ein Buch publiziert, Hans Weiss mit seinem Bericht über korrupte Mediziner und die “Kurze Weltgeschichte für junge Leser” (ein Buch, das offenbar seit Jahren die Fehler und das Versagen des Geschichteunterrichts in Schulen ausgleichen muss) oder der “Baader-Meinhof-Komplex” von Stefan Aust. Was ist der Punkt der ganzen Sache? Schüler sind aufnahmefähig, und sie gieren regelrecht danach, mehr wissen zu wollen, doch wird ihnen das Lernen und Erforschen von Inhalten durch völlig verfehlte Methoden schwer gemacht, die Schule vermiest und das Interesse verläuft sich im Frust.

Auch das klassische Edutainment, wie man es seit ein paar Jahren krampfhaft versucht, ist gescheitert; wer die Verpackung, nicht aber das Produkt selbst ändert, wird früher oder später damit klarkommen müssen, dass die Änderung unnötig und sinnlos war. Nur neue Methoden, eine neue Art und Weise von Wissensvermittlung kann Schüler zu Höchstleistungen motivieren. Wie schon oben erwähnt: Gibt es irgendeinen Grund für eine Generation, die sich mehr als 100 Pokémon-Figuren mit all ihren Charakteristika merken kann, die Geschichte, die Bevölkerungszahlen, die Hauptstädte und die Beziehungen der Länder dieser Welt untereinander nicht zu merken? Es kommt nur darauf an, wie man dieses Wissen präsentiert!

Ein Kritikpunkt an der Alternativen Vermittlung von Lehrinhalten lautet: Die Wissensvermittlung in Form von Edutainment und Computerspielen funktioniert nur für die Vermittlung von Fakten, sie scheitert aber bei der Vermittlung komplexer Systeme und Beziehungen. Das ist, so Prensky, Nonsens. Eine im Rollenspiel simulierte Wannsee-Konferenz kann die Möglichkeit des Holocaust besser vermitteln als jedes trockene Geschichtsbuch. Ebenso die Faszination für faschistische oder streng militarisierte Systeme – wie Morthon Rhue eindrucksvoll in “Die Welle” beweist. Er und andere gehören zu Vordenkern dieser Möglichkeiten, doch wann zieht der Rest endlich nach?

Web 2.0? Nicht so ganz “native” wie man sich das vorstellt, vielleicht “naiv”?

Wie beeinflussen sich Web 2.0 und die Digital Natives gegenseitig? Wie kreativ sind Digital Natives wirklich im Internet? Wie sehr benützen sie die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden? Oder ist das alles nur die Annahme von Außenstehenden, und in Wahrheit tummeln sich sowohl Digital Natives als auch Digital Immigrants in den selben Netzwerken herum und nützen die Services auf die gleiche Art und Weise? Ist ihre Aufnahmefähigkeit für neue Inhalte tatsächlich uneingeschränkt gegeben oder ist das alles nur ein müder Erklärungsversuch das Schulsystem zu attackieren?

Das Web 2.0, eine optimale Versuchsanordnung hierfür, bietet messbare Werte für die Aufnahmefähigkeit der Natives an und zeigt – ebenso gut messbar – ob und wie die dort vermittelten Inhalte verarbeitet werden. Setzen wir den optimalen Lehrer für Digital Natives mit den Einflüssen auf die Schüler im Web 2.0 gleich, müsste sich eigentlich ein ganz bemerkbarer Zuwachs an (relevanter) Information im Web messen lassen. Mit den Mitteln digitaler Technologien, mit dem Spaßfaktor des sozialen Arbeitens und mit den Möglichkeiten des Web 2.0 müssten die Digital Natives ameisengleich an neuen Inhalten arbeiten, sie umsetzen und auf ihre Art und Weise veröffentlichen. Gehen wir davon aus, dass auch Inhalte der Kategorie “Inhaltsangabe der letzten King of Queens-Folge” relevante Inhalte seien.

Und siehe da, es sieht weniger optimistisch aus als das prolongiert wird!

“Die Produktion eigener Inhalte ist auch für die jungen Nutzer eher die Ausnahme,” so die Blogpiloten eine ARD/ZDF-Studie zitierend, und die Reichweite dieser Aussage ist größer als vorerst angenommen: Digital Natives sind zwar mit digitalen Technologien aufgewachsen und haben ihr Denken an die strenge Logik der Computerprogramme, Videospiele und ihres iPods angepasst, sind stärker vernetzt und multi-tasking-fähig, doch führt das nicht unbedingt zu einer anderen (besseren?) Art Verarbeitung von Information und zur Benutzung dieser digitalen Hilfsmittel; zwischen Digital Immigrants und Digital Natives gibt es vielleicht einen Unterschied in Bezug auf das geistige Verarbeiten von Information und in Bezug auf die Anforderungen der Informationsbeschaffung, die Umsetzung allerdings bleibt bei beiden auf der Strecke. Die Vermutung, dass es die Digital Natives sind, die sich ihren Inhalt selbst im Web erschaffen, wird im Keim nahezu erstickt. Weiter die Blogpiloten zum Thema User Generated Content:

Nur etwa ein Drittel ist laut der ARD/ZDF-Studie überhaupt daran interessiert. Auch die gute alte E-Mail ist noch längst nicht tot: Von den 20-29-Jährigen wird sie wesentlich häufiger genutzt (zu 96 Prozent) als etwa Chats oder Foren (46 Prozent) oder Instant Messaging (60 Prozent). Senden und empfangen von E-Mails und die Nutzung von Suchmaschinen gehören zu den beliebtesten Internetaktionen – bei den 14-Jährigen wie bei den 60-Jährigen. Auch Weblogs werden nur von einer Minderheit der jungen Nutzer gelesen oder gar selbst geführt. Die OECD berichtet (…), dass knapp über 20 Prozent der 16-24-Jährigen Deutschen eine eigene Website oder ein Blog betreiben würden.

Und das ist entgegen den Erwartungen an eine Generation, die damit aufwächst, nicht viel. Soweit mir bekannt, gibt es keinerlei Erklärungsmodelle dafür, warum Digital Natives weniger zur tatsächlichen Aufarbeitung von Inhalten (in Newsgroup-Diskussionen und Blogartikeln) als eher zur halb-dämlichen Diskussion der letzten Trinkorgie in sozialen Netzwerken (StudiVZ, Facebook, MySpace) und Foren tendieren. Flickr und themenbezogene Foren sind da noch die Creme de la Creme der Diskussionskultur, Nonsensforen, deren Themengebiete einfach alles von “Sportliche Aktivitäten und Events” bis hin zu “Karriere, Finanzen und Rechtliches” umspannen oder die StudiVZ-Gruppen (zum Beispiel “Vegetarier sind die Leute, die meinem Essen das Essen wegessen”) bilden das andere, das dunkle Ende dieser Skala. Woran liegt es, dass Digital Natives eher zu Flachem als zu Tiefgründigem etwas zu sagen haben?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre Wertigkeiten sosehr verschoben sind, dass es wichtiger ist am Torunament irgendeines Onlinespiels teilzunehmen als am Wahlsonntag wählen zu gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die funktionierende Partnerschaft durch ein von Computern erstelltes Beziehungsprofil zerstört werden kann (obwohl…). Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass kurzlebige, Werbebotschaften ähnliche Inhalte mehr persönliche Befriedigung erzeugen als komplexe, nur durch tatsächliches Erarbeiten (in welcher Form auch immer) verständliche Inhalte.

Doch Facebook, StudiVZ, Orkut und Co. locken die Digital Natives an, indem sie ihnen die Inhalte vorgeben, die sie verarbeiten können. Die Möglichkeit, etwas zu leisten (indem man einen Kurzfilm dreht) und die unmittelbare Belohnung auf abstrakter (Top Score-Listen, etc.) sowie persönlicher Ebene (Pluspunkte, mehr “Followers”, mehr “Freunde” in sozialen Netzwerken) zu erhalten, ist attraktiver als das womöglich ignorierte Dasein eines Blogs oder die stark abstrahierte Form der Belohnung in einer Schularbeit. Ein Beispiel, das genau diese Belohnung für Leistung und die Attraktivität sozialer Netzwerke verdeutlicht? Mitgleider eines sozialen Netzwerks wurden im Rahmen des Habbowood-Wettbewerbs dazu aufgerufen, einen Kurzfilm zu gestalten. Die Werkzeuge wurden zur Verfügung gestelltund die Belohnung erfolgte durch Kommentare und Views des selbtgedrehten Kurzfilms. Eigentlich lächerlich, für Mitglieder dieser Netzwerke jedoch persönlichkeitsbildend.

Auch Facebook und StudiVZ spielen das Spiel der Motivation von Digital Natives, sich mit vorgegebenen Themen auseinanderzusetzen, hier jedoch mit dem Hintergrundgedanken, zuerst den wenigen Mitgliedern beizubringen, wie es zu laufen hat, sich danach aber darauf verlassen, dass sie diese Überzeugungsarbeit bei den Neuen erledigen. Welches Auseinandersetzen ist gemeint? Nichts, was man nicht auch ohne Bildung erledigen könnte und alles, was diese Netzwerke brauchen, um zielgerichtete und personalisierte Werbung platzieren zu können oder die Mitglieder zu hörigen Stars umzuwandeln. Wie schnell man vom Gruppenzwang erfasst und zur Offenlegung persönlicher Informationen gedrängt wird, hat Götz Hamann ausgetestet:

Lauter weiße Felder haben die Leute von Facebook eingerichtet. Sie signalisieren: “Du hast längst nicht genug von dir aufgeschrieben.” Meine Hobbys könnte ich eintragen, welche Musik ich mag, welche Filme. Beschreiben soll ich mich auch.

Klar, dass diese Netzwerke sich selbst zu zentralen Orten der Kommunikation machen: Wer gezwungen wird, so viel von sich preiszugeben, verschwindet entweder gleich oder füllt die “weißen Felder” mit persönlichen Daten und partizipiert im oberflächlichen Alltagstratsch.

Was im Hintergrund läuft, ist bedenklich – und darin liegt auch die Gefahr, der Digital Natives ausgesetzt sind: Ihre Privatsphäre ist längst nicht mehr privat. Das Beispiel vom neuen Job und den Fragen zu intimen Details seitens des Firmenvertreters, kennen wir schon; wie sieht es aber aus, wenn ein Netzwerk misst, wie oft man bei McDonald’s isst oder sich eine Tiefkühlpizza macht? Und ja, diese Daten werden verkauft, denn schließlich muss sich der Netzspielplatz für die Digital Natives finanziell auch lohnen. Und genau in diesem Punkt setzen die Digital Immigrants, die Sponsoren und Förderer dieser neuen Spielplätze, ihren Brückenschlag zum Verständnis der Digital Natives an: Sie nutzen das Vertrauten der Natives in digitale Technologien aus und benutzen es, indem sie immer detailliertere Profile ihrer Nutzer erstellen und vorerst nur Werbung, später aber sicherlich auch (zum Beispiel medizinische und versicherungstechnische) Leistungen individuell angepasst anbieten. Digital Natives sind zwar die Herren ihrer digitalen Welt, doch es gibt auch noch Menschen, die hinter der Matrix herumwerken. Auch hier muss Schule Aufklärungsarbeit leisten, Zusammenhänge aufzeigen und den Digital Natives vermitteln, wie sie mit ihren Informationen umgehen sollten. Es reicht nicht allein, mit digitalen Technologien aufgewachsen zu sein, man sollte auch wissen, was man eigentlich im Web gerade tut!

Doch Zurück zu Natives, Immigrants und dem Mitmach-Web. Falk Lüke stellt sich die Frage, ob Digital Natives nicht in Wirklichkeit naive Tölpel sind, die zwar mit den Technologien vertraut sind, aber nicht die Hintergründe verstehen und sich lediglich von vorgegebenen Anforderungen treiben lassen. Zu Digital Natives hat er eine ganz klare Meinung:

Ja, es gibt viele Kinder/Jugendliche die spielen wollen. Aber es gibt wesentlich weniger, (…) die man als digitale Natives bezeichnen dürfte. Der Großteil sind digitale Naives, wie sich am Beispiel StudiVZ derzeit wunderbar zeigt: gut gebildete junge Menschen mit ganz wenig Gespür für das, was sie im Netz machen. Konsumenten erster Klasse.

Und keine Angst, derzeitige Schüler sind keineswegs besser. Was bei MySpace und in Weblogs (…) passiert, es zeugt nicht vom Verständnis für die Gerätschaften, die man ihnen in die Hand gedrückt hat. Sie können es meist anwenden, was sie von den zahlreichen “Oh mein Gott, mein Computer hat gepiept”-Anwendern, die heute noch in den Büros sitzen unterscheidet. Sie remixen dabei eifrig und scheren sich unbewusst nur selten um Konventionen. Und vielleicht verstehen sie irgendwann auch, dass diese Werkzeuge für mehr als die digitale Fortsetzung ihrer Power Rangers- oder Li-La-Launebär-Kindheit, ihrer GZSZ- oder BigBrother-Staffel-27-Jugend und ihrer StudiVZ et. al.-Gegenwart taugt. Und vielleicht dürfen sie dann irgendwo anders über Dinge entscheiden als im Onlineshop von Apple oder Amazon.

Ich bin mir nicht sicher, wie sehr Lüke hier recht behält, wenn man sich den Einfluss eben dieser StudiVZ-&-Co.-Jugend auf den Wahlsieg von Barack Obama in den USA ansieht. Frank Patalong vom Spiegel berichtet über Obamas Facebook-Profil, über die Aussagekraft von Unterstützern in der Onlinewelt und über die Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf Entscheidungen, die doch anders sind als diejenigen aus dem Onlineshop von Apple oder Amazon.

  • Erstens zeigt es, wer sich hier vor allem für Obama entscheidet (junge, Social Networks nutzende Menschen mit geringem Schlafbedürfnis)
  • Zweitens, dass dies nun offensichtlich immer mehr der Social-Network-Nutzer tun (wenn die Beteiligung an Obamas Facebook-Profil von Anfang an so hoch wie in diesen Nachtstunden gewesen wäre, hätte er allein seit der ersten Wahl von Iowa rund 3,36 Millionen Facebook-Unterstützer gewinnen müssen)
  • Drittens, dass die Unterstützung für Obama also immer schneller ansteigt, während Clintons Anhängerschaft zumindest nachts nicht maßgeblich wächst: Bei dieser Rate hätte sie seit dem 3.1.2008 nur knapp 11.500 Anhänger gewinnen können.

“Der Vorwahlkampf der Demokraten hat das Netz erreicht und bewegt dort eine Menge,” so Patalong, ganz im Gegenteil zu Lüke, nicht? Und noch eins drauf: Die Zeit selbst berichtet über den Einfluss der Online-Netzwerke auf den Wahlkampf – und da fallen alle bekannten Namen: Facebook, MySpace, YouTube, Flickr, Second Life – alles da. Klar, so ganz hat selbst Lüke nicht unrecht, denn man kann von der Bereitschaft der Digital Natives, Obama zu unterstützen, zwei Punkt ableiten: Entweder, sie haben tatsächlich die politische Botschaft (?) von Barack Obama verstanden und sind, persönlich davon überzeugt, losgezogen, um auch andere davon zu überzeugen – oder – sie wurden von einer routinierten, gezielt auf solche Plattformen abgestimmten Marketingmaschinerie erfasst, die es verstanden hat Menschen zu etwas zu bringen, das sie von sich aus vielleicht gar nicht tun würden. Gruppenzwang und der Selbstversuch von Götz Hamann (siehe oben) lassen grüßen!

Nocheinmal: Digital Immigrants, Digital Natives, Schule und Web 2.0.

Dass es zwischen Menschen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind und solchen, die den Umgang mit selben erst später erlernt haben, Unterschiede und Kommunikationsprobleme gibt, scheint unbestritten. Fraglich ist jedoch, woran genau das liegt? Marc Prensky sieht Digital Natives ähnlich einer nächsten Evolutionsstufe und möchte Digital Immigrants dazu erziehen, dieser neuen Generation von Schülern Inhalte auf ihre Art und Weise zu vermitteln. Er nennt spielerisches Lernen und eine Anpassung der Unterrichtsfächer an aktuelle Anforderungen die Lösung des Problems. Der Grundtenor: Die Lehrer sollen sich an die Schüler in der Art und Weise des Unterrichtens anpassen.

Was Marc Prensky nicht wissen konnte (sein Artikel “Digital Natives, Digital Immigrants” wurde 2001 veröffentlicht) hat das Web 2.0 nun deutlich gemacht. Die Skepsis so mancher Digital Immigrants diesen neuen Technologien gegenüber hat sich doch gelohnt. Digital Natives sind Gefangene ihrer selbst: Auf der einen Seite hat sich die physische Struktur ihres Gehirns verändert und damit ihre präferierten Arbeitsweisen in Netzwerke verlagert, die sie – und das die andere Seite – ausspionieren und für sich arbeiten lassen. Kein soziales Netzwerk erzwingt die Preisgabe persönlicher Daten, doch der dem System innewohnende Gruppenzwang, doch persönliche Informationen zu veröffentlichen, macht Digital Natives zu Datensätzen von Prenskys Digital Immigrants, die mit Sponsoring und Produktion hinter all dem stehen.

Hier sollten Schule und Unterricht ansetzen. Das Bewusstmachen dieser Verknüpfungen durch Vorbereitung von Schülern für das Verständnis solcher komplexen Zusammenhänge. Leichtgläubigkeit und Naivität kennzeichnen die Digital Natives, nicht klare Auffassungsgabe und kritisches Hinterfragen. Vielleicht ist ja sogar das das Kernproblem des Generationenkonflikts zwischen Natives und Immigrants: Das Vertrauen auf friedvolles und gutes Tun seitens derer, die dahinter stehen, das Unverständnis für Gewinnabsichten hinter emotional wahrgenommenen Netzwerkdiensten. Vielleicht ist das systematische und schrittweise Herangehen die bessere, kritischere Erfassung eines Problems, das die Fragestellung selbst auch in Frage stellen kann, wohingegen das chaotische und stark konkret-lösungsorientierte Vorgehen der Digital Natives ein Hinterfragen der Frage selbst nicht zulässt?

Umso mehr liegt es in der Verantwortung der Schule, den Schülern die klassischen Bildungsinhalte eines aufgeklärten Humanismus näherzubringen, völlig wurscht mit welchen Mitteln, solang sie begreifen (und begreifen wollen!), warum es wichtig ist, logisches Denken, kritisches Hinterfragen und ein gesundes Maß an Skepsis aber auch Vertrauen zu besitzen: Nicht der Digital Native, der Digital Immigrant oder der Marketingexperte sind die Maßstäbe unseres Daseins, sondern die Fähigkeit des Menschen dem Menschen nicht Wolf, sondern Mensch zu sein!

YARPP auf Deutsch

Seit heute gibt es das Yet Another Related Posts-Plugin für WordPress, kurz YARPP, auch auf Deutsch. Die Übersetzung kommt direkt aus meiner Feder, also nichts wie hin und das Yet-Another-Related-Posts-Plugin herunterladen! Es zahlt sich aus, denn im Gegensatz zu vielen anderen Plugins mit ähnlicher Funktionalität, filtert das YARPP die Ausgabe der ähnlichen Artikel nicht nur nach einem Maximalwert, sondern auch nach einem Wert für die tatsächliche Relevanz des Artikels in Bezug auf den momentan ausgewählten Artikel. Der niedrigere Wert hat größere Priorität, daher kann es auch sein, dass zwar mehrere ähnliche Artikel gefunden werden, ihre Relevanz jedoch zu gering ist, um angeführt zu werden; das Ergebnis: es wird gar nichts ausgegeben.

Update 20.3.2010

Ich habe nun nichts mehr mit dem Plugin zu tun.

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Apple Mail statt Gmail

Von Gmail immer mehr enttäuscht und vom Komfort des Spotlight-Indizierens verwöhnt, habe ich die Gmail-Oberfläche gegen Apple Mail eingetauscht und unterziehe das Programm in den nächsten Wochen einem Belastungstest. Vor allem wird für mich

  • der Import und die Verwaltung von etwa 70.000 E-Mails aus diversen Postfächern,
  • der Apple-Mail-Spamfilter (und seine Zusammenarbeit mit den Spamfiltern der verschiedenen Server, von denen ich meine Mails abrufe),
  • das Synchronisieren mit dem iPhone und
  • die Integration ins gesamte System

interessant werden.

Gmail wird frech

Abgesehen von der üblichen Gmail-Paranoia, beginnt Google, besonders durch das große Angebot von Applikationen für mobile Endgeräte langsam aber sicher nicht nur mein Verhalten im Internet, sondern auch außerhalb zu protokollieren. Das iPhone ist hierfür das perfekte Werkzeug; mit GPS und Internetzugang ausgestattet, liegt der Kompletterfassung meiner Bewegungen on- und offline nichts mehr im Weg.

Besonders bitter ist allerdings die Gmail- (oder Googlemail-) Pille. Wir haben akzeptiert, dass Google unsere E-Mails liest, um auf den Inhalt abgestimmte Werbung einzublenden. Wir haben akzeptiert, dass diese aggregierten und personalisierten Daten praktisch für immer gespeichert werden. Wir haben anderen Google Diensten oder Websites, die mit Google kooperieren (eBay, Blogger, Orkut und jede Website weltweit, die Google Analytics einsetzt), noch ein bisschen mehr Informationen über uns preisgegeben – das allerdings während wir online waren. Mit dem iPhone, wie gesagt, dehnt sich das Sammeln von Informationen noch weiter aus – und erfasst unsere Welt offline. Doch zurück zu Mail.

Was ich nicht wusste, und das hat in diesem Video endlich einmal jemand aufgezeigt: Gmail speichert auch Entwürfe, die letztlich niemals abgeschickt werden und wertet sie aus. Diese Entwürfe tauchen in keinem Ordner auf und sind auch nicht, wie sonst bei Gmail üblich, als Entwurf innerhalb einer Konversation markiert. Google, so nicht!

Das also war meine Motivation für einen Wechsel zum lokal installierten Programm. Fürs Verfassen von Artikeln auf dieser Seite verwende ich ja auch schon seit langer Zeit MarsEdit, warum also nicht auch bei E-Mails das tun, was eigentlich normal wäre.

Apple Mail

Da Apples Mailprogramm sowieso auf jedem System vorinstalliert ist und ich die Portierbarkeit der Benutzererfahrung von Thunderbird nicht brauche, probiere ich es aus. Viel Gutes, muss ich gestehen, habe ich über Apples Mailprogramm zwar nicht gehört, aber gelesen. Die Probleme, die manche offenbar damit haben, liegen wohl eher in der sehr mac-spezifischen Bedienung, nicht aber am Programm selbst. Die gröbsten Fehler der Vergangenheit, sind mit der neuesten Version ausgemerzt.

Meine größte Sorge liegt in der Spamfilterung. Gmails Spamfilter ist wohl einer der besten, die es überhaupt gibt, wie also sieht es mit dem von Mail aus? Der Spamfilter soll, besonders in Kombination mit am Server liegenden Spamfiltern ziemlich gut funktionieren, wirklich negative Berichte gibt es kaum. Hat man Probleme mit bestimmten Nachrichten, kann man ja noch immer eine Nachrichtenregel erstellen.

Gmail-Funktionalität in Apple Mail

Konversationen

Gmail bietet etwas, das mir bei Apples Mailprogramm immer gefehlt hat: Die Zusammenfassung von gesendeten und empfangenen E-Mails in Konversationen, in denen man einen kompletten Überblick über den gesamten Gesprächsverlauf hat. Zuerst dachte ich, dass das in Mail nur über “intelligente Postfächer” möglich wäre, doch weit gefehlt, es ist viel einfacher als man denkt:

  1. Unter Darstellung markiert man einmalig die Option “Nach E-Mail-Verlauf sortieren”.
  2. Bei den Postfächern links in der Übersicht wählt man nicht nur den Posteingang, sondern mit gedrückter CMD-Taste auch dem Ordner “Gesendet”.

Voila, empfangene und gesendete Nachrichten einer Konversation werden gruppiert angezeigt!

Archivierung

Apple Mail bietet von Haus aus keine Möglichkeit, gelesene Nachrichten zu archivieren, sie also nicht zu löschen, aber trotzdem aus dem Posteingang zu entfernen. Mit einem kleinen Applescript geht das allerdings ganz leicht.

John Gruber hat das ursprüngliche Script “Simple Inbox Archiving Script for Apple Mail” erstellt, ich habe es um eine kleine Abfrage für Gmail erweitert, da Gmail keinen Ordner “Archiv” besitzt, sondern, zumindest in der deutschen Version, nur einen Ordner “Alle Nachrichten”: Wenn es ein IMAP-Konto “Gmail” gibt, versucht das Script gelesene und nicht markierte E-Mails nicht in den Ordner “Archiv”, sondern in den Ordner [Gmail]/Alle Nachrichten zu verschieben. Für alle anderen IMAP-Konten ist ein Ordner “Archiv” erforderlich.

Hier das Script:

set _description to "Alle nicht markierten und gelesenen Nachrichten einer IMAP-Inbox werden in den Ordner 'Archiv' auf dem jeweiligen Server verschoben."
 
tell application "Mail"
        display alert "Archivieren?" buttons {"Abbruch", "Archivieren"} cancel button 1 message _description
       
        repeat with _acct in imap accounts
                set _acct_name to name of _acct
                set _inbox to _acct's mailbox "INBOX"
                try
                        if (_acct_name is "Gmail") then
                                set _archive_box to _acct's mailbox "[Gmail]/Alle Nachrichten"
                        else
                                set _archive_box to _acct's mailbox "Archiv"
                        end if
                on error
                        display alert "Kein Archiv-Ordner für das Konto '" & _acct_name & "' gefunden. Sie müssen zuerst einen IMAP-Ordner namens 'Archiv' erstellen!"
                        return -- Stop the script
                end try
                set _msg_list to (every message of _inbox whose flagged status is false and read status is true)
                if (_msg_list's length > 0) then
                        move _msg_list to _archive_box
                end if
        end repeat
end tell

Den Code kopiert man in den AppleScript-Editor und speichert das ganze (am besten am Schreibtisch) folgendermaßen ab: Ablage > Sichern unter… > Dateiname eingeben, eventuell “Archivieren”. Dateiformat: Programm. Hackerl bei Startdialog entfernen > Sichern. Mit dieser Option kann man in weitere Folge bei übervoller Mailbox auf “Archivieren” klicken und das Skript erledigt die Archivierung!

Das vorweg zu meinem Apple-Mail-Experiment, das hoffentlich klappen wird. Diesen Artikel werde ich von Zeit zu Zeit ergänzen oder darin Fehler ausbessern, er ist also in andauerndem Wandel!

Rundum erneuert

Lange Abwesenheit, fast schon ein momentan in Mode gekommener Blog-Tod und dann das: dreitehabee lebt und aufersteht in einem völlig neuen Design. Wenn auch das Webdesign zu 95% nur Typografie ist, das Mosaik als Header gefällt mir doch ganz gut. Der Text und die meisten grafischen Elemente sind in matten Farben gehalten, Überschrift und Bildmaterial glänzen. Vom einspaltigen Design habe ich genug, das zweispaltige, mit dem Thematic ausgeliefert wurde, ist langweilig, warum also nicht einmal etwas ausprobieren, was ich lange Zeit abgelehnt habe? Apropos Thematic: Was man hier sehen kann, ist auf dem Thematic-Framework aufgebaut; Ian Stewart nennt das Child-Theme. Tatsächlich sind das Modifikationsdaten, die das Aussehen (und Verhalten) einer bereits vorhandenen Designvorlage so weit abändern, dass es wie eine Neukreation wirkt. Der Vorteil? Der Kern der Designvorlage (“Parent”) kann verändert werden, ohne dass die Änderungen sichtbar werden.

Kurzum: Wer sie noch nicht gesehen hat, der besuche nun bitte die neugestaltete dreitehabee-Website und kommentiere, ob das dem werten Geschmack entspricht oder ob ich voll daneben gehaut habe! Ich denke, dieser Versuch ist einmal etwas vollkommen anderes, zumindest für Dreitehabee.

Windows-Benutzer könnten mir sehr hilfreich sein, vor allem, wenn sie noch mit dem Internet Explorer unterwegs sind: Jede Fehlermeldung, selbst die kleinste Pixelverschiebung, ist mir hilfreich! Egal, ob per Kontaktformular oder in den Kommentaren.

James Bond: Ein Quantum Trost

James Bond – Ein Quantum Trost: eine Enttäuschung. Mir kamen die 105 Minuten des Films viel länger vor; mehrmals habe ich auf die Uhr gesehen, vor allem, wenn zum x-ten Mal mit Licht und Schatten-Effekten gespielt wurde und Daniel Craig wiedereinmal zwei Sekunden nach dem Stichwort aus dem Schatten hervorgetreten ist. Und dabei fängt der Film vielversprechend an! Eine klassische Auto-Verfolgungsjagd mit überraschendem Gepäck. Der erste Dämpfer: So richtig kriegt man nicht mit, wer hier wen verfolgt. Ist es Bonds Aston Martin, der hinter dem Alfa herjagt oder doch umgekehrt? Wieso erinnert die Eröffnungssequenz an Jurassic Park? Woher kommt plötzlich die Schotterhalde? Naja egal, es hat ja gerade erst angefangen!

Ooops. Da ist ja der Vorspann: Kein Blick durch den Lauf, kein Blut, sondern ein andauernd auf irgendetwas schießender Daniel Craig. Um ihn herum Sand und ein Quicktime-3D-Modell, das irgendwie nicht “fertig” zu sein schien. Moment, was war das? Da ist ja eine Frau im Sand versteckt und sie bewegt sich! Vorspann schon wieder zu Ende.

Der Bösewicht, den Bond am Ende von Casino Royale gefasst hatte wird verhört. Ein paar Sätze Dialog, plötzlich ein Schusswechsel auf Stichwort. M läuft davon, Bond verfolgt einen Schurken und tötet ihn nach einer Verfolgungsjagd über die Dächer von Siena in einer Actionszene unter eine Glaskuppel. Durch die vielen Seile und das Geländer wirkt das ganze ein bisschen wie der Blick in den Affenkäfig. Wie verfängt sich Bond im Seil? Man weiß es nicht, ist ja egal, es geht schon wieder weiter!

Bond taucht in einem Hotel auf, killt einen Mittelsmann, findet einen Koffer, verlässt den Raum. Bond steigt ins Auto einer bolivianischen Agentin, wird zum Schurken geführt, sieht sich den aber genauer vom Motorrad aus an. Dazwischen spielt M von London aus mit ihrem flash-überladenen Computer. Oh, zwei Minuten sind schon wieder um, die nächste Actionszene muss stattfinden, diesmal eine Bootsverfolgungsjagd auf dem Wasser. Das erste Boot sägt Bond mit der Wasserschraube des Motors auf, wieso das zweite plötzlich weg ist, hab ich nicht so ganz durchschaut. Weiter im Inhalt.

Dialog, und schon wieder ein Mittelsmann. Auch er wird getötet. Auffällig oft verliert Bond in diesem Film seine Waffe. Und auffällig oft muss er sie auch wieder finden. Hat er sie, killt er seinen Gegner. Das Ende? In einem Wüstenhotel, das mehr wie eine Lagerhalle aussieht rammt Bond seinem Gegenspieler (ist das nun wieder nur ein Mittelsmann oder ist das der Kopf der Organisation?) eine Axt zwischen die Zehen, aber der lebt trotzdem noch lange weiter und wird in der Wüste ausgesetzt. Dazwischen stirbt ein Kollege Bonds (man erinnert sich an den Italiener aus Casino Royale?) und Bond tröstet ihn wie er auch Eva Green in Casino Royale getestet hat. Fehlt nur noch, dass man den beiden eine Dusche über den Kopf hält. Danach entsorgt er die Leiche des Italieners im Müllcontainer. Film Ende. Davor noch der Blick durch den Lauf mit der Blutsequenz. Hm.

Was war denn das? fragt man sich während der Abspann läuft. Die Geschichte war lau, lediglich die Actionszenen haben den Film aufrechterhalten. Doch auch die sind nicht sonderlich kreativ. Wie gesagt, Bond verliert seine Waffe, sucht sie kämpfend, findet sie, besiegt den Gegner. Und das wiederholt sich einige Male.

Ein wenig erinnert der Film an die Bourne-Trilogie, doch war die tiefsinniger, denn da gab es ja eine Geschichte, die es zu erzählen galt und die Actionszenen waren wesentlich raffinierter gestaltet als die von einem Quantum Trost.

Was mir allerdings am Film gut gefallen hat, war der Soundtrack. Obwohl der Titelsong absoluter Mist ist, hat man es gut geschafft, den Zusammenhang zu Casino Royale stark durch die Musik darzustellen. Immer wieder taucht Vespers Thema in abgewandelten Versionen auf, immer wieder merkt man, dass sich die Musik am Vorgängerfilm orientiert. Lob dafür! Ausdrücklich gilt dieses Lob nicht dem Titelsong, der ist letztklassig!

Ein Quantum Trost: eine Enttäuschung!

Poladroid

Polaroid Pug

Poladroid lässt Fotos auf äußerst kreative Weise wie echte Polaroid-Bilder aussehen. Per Drag & Drop zieht man seine Bilder auf den Fotoapparat und wenige Sekunden später kommt mit lautem Surren ein Polaroid-Bild heraus. Klar, dass man danach gar nichts am Foto erkennen kann… Man muss schon schütteln oder das Bild ablegen und ziemlich lange warten, bis etwas erkennbar wird. Das, was dann kommt, sieht aber nicht nur super aus, sondern enthält auch Kratzer, eingeschlossene Haare, Risse und Fingerabdrücke. Ein Polaroid-Packerl enthält zehn Bilder, ebensoviele Fotos kann man auf einmal mit dem Programm bearbeiten. Und das ist nicht nervend, sondern macht Spaß! (Dass es bei Flickr bereits eine eigene Poladroid-Gruppe gibt, ist wohl klar.)

Poladroid ist Freeware und Mac-Benutzer können sich das Programm auch gleich herunterladen. Eine Windows-Version ist für Ende November versprochen… Derweilen könnte für Benutzer von Windows eventuell das Photoshop-Aktionen-Set Polaroid Generator von Maxmilian Jaenicke interessant sein. Bietet einiges mehr an Konfigurationsmöglichkeiten, der Spaßfaktor ist aber dahin.

King of Queens

Ja, ich sehe King of Queens und gestehe, dass es die zweite Serie nach Lost ist, von der ich nahezu alle Folgen kenne. Das ist allerdings nicht schwierig, denn ATV spielt King of Queens praktisch jeden Tag zwischen 17:45 Uhr und 19:30 Uhr. Warum aber, frage ich mich, sehe ich mir das fast jeden Tag an? Was ist schon der Inhalt einer Serie, von der es 9 Staffeln mit über 200 Folgen gibt, in denen gerade mal eine Handvoll Charaktere mitspielt? Das Einfache ist die Antwort, das Alltägliche.

Jeden Tag sehe ich mir an, wie Doug und Carrie in ihrem Haus in Queens ihre Probleme lösen und wieder neue schaffen. Wie sich Doug bei seinen Freunden über den im Keller hausenden Arthur (Carries Vater) beschwert und Carrie Doug vorwirft, nicht an seine Karriere zu denken, sondern an den Gutschein von Pizza Hut. – Prinzipien, die dem Leben nach Vorbild widersprechen, die Individualität zweier Charaktere, die doch nur das Mittelmaß leben wollen. Auf der anderen Seite Zuneigung, Liebe und Vergebung, Kuchenbacken, Gemeinheiten und Striptease. Eine reife Beziehung, in der nur tiefe persönliche Enttäuschung zu echten Problemen führt. Das geschieht selten bis gar nicht, doch genau damit endet die letzte Folge der letzten Staffel…

Doug
Getting married, you think it’s going to be great. But then 10 years down the line, you say, well, he’s still fat. And she ain’t getting any nicer, is she? Until it’s just the two of us standing there fat, mean and naked.

Carrie
I forgive you for everything. You damn well better forgive me for this!

…bevor sich Doug und Carrie in einem Hotelzimmer in Peking wiederfinden, ein adoptiertes chinesisches Baby in Händen und feststellen, dass Carrie nach so langer Zeit und so vielen vergeblichen Versuchen doch endlich schwanger geworden ist. Mit dem Einzug der Kinder ins Wohnzimmer müssen allerdings wir Zuseher die Couch freimachen!

Zum Glück geht’s bei ATV wieder von vorne los. Am Dienstag wird der Pilot ausgestrahlt, danach die Folgen der ersten Staffel. Thank you for the ride, stand im Abspann der letzten Folge. Another one?

Bäckerei gesucht. Ein Aufruf.

Ich suche nach einer Bäckerei in Wien, die mir gutes Brot verkauft. Ich bin des im Supermarkt als frisch hochstilisierten Chemie-Brots überdrüssig und weigere mich, diese nicht durchgebackenen, fast schon gummiartigen Produkte der Bäckerei-Ketten zu essen. “Frisch gebacken” steht da groß angeschrieben in den Auslagen – was man bekommt sind geschmacklose, in Form gegossene Waren. Pfui!

Wo gibt es in Wien eine Bäckerei, deren Kreationen nicht auf industriell gefertigtem Teig basieren? Wo gibt es in dieser Stadt frisches, gutes und lang haltendes Brot? Wo kann man Semmeln kaufen, die sich auch geschmacklich vom Salzstangerl oder vom Kornspitz unterscheiden?

Unmöglich weil Großstadt? Schwachsinn! Ich habe in Rom, in Paris, in München, in Warschau, Amsterdam und sogar in Urumqi (!) hervorragendes Brot gegessen. Außerdem beweisen die vielen kleinen türkischen Bäckereien in Wien, dass man Brot tatsächlich vor Ort frisch zubereiten kann – würden diese Bäckereien Salzstangerln, Semmeln und (dunkles) Brot in ihr Angebot aufnehmen, so bin ich der Überzeugung, dass selbst die großen, alteingesessenen Bäckereien ihr Rezept überdenken müssten!

Letzte Aktualisierung am 14. April 2012.

Jetzt könnte der vom Industrie-Semmerl mit Extrawurst glückliche Leser behaupten, dass das wieder so eine meiner boboesken Manieriertheiten sei, doch möchte ich der Behauptung meinen “Anforderungskatalog” an gutes Brot entgegenstellen und bin dann gespannt auf die Argumente dagegen. Ich werde, soweit das möglich ist, jedem Vorschlag für gutes Brot, der mir zugeschickt wird, nachgehen und ihn weiter unten kurz kommentieren. Wieviele das sein werden, werden wir ja sehen. Was also will ich, dass ein gutes Brot erfüllt?

  1. Geruch: Brot muss nach Brot riechen, nicht nach Plastik oder Backmitteln.
  2. Geschmack: Brot muss nach seinen Bestandteilen schmecken. Wenn mir ein Bäcker 3 Brote anbietet und sie schmecken alle gleich (oder gar nicht), stimmt etwas nicht.
  3. Konsistenz: Brot muss, wenn man es aufschneidet, in Scheiben schneidbar sein. Häufig zerbröselt die Kruste oder der Kern ist zu mehlig oder zu feucht. (Am Messer darf beim Durchschneiden des Brotes absolut nichts kleben bleiben. Das Brot ist zu feucht, wenn am Messer klebrige Brotreste zu finden sind.)
  4. Einheit: Die Brotrinde muss mit dem Brot eine Einheit bilden, sie darf sich beim Aufschneiden nicht vom Rest des Brotes ablösen und das Brot muss im Inneren eine einheitliche Farbe und Struktur haben. Ist der Kern dunkel, feucht oder heller als der Rand, ist das Brot nicht in Ordnung.
  5. Haltbarkeit: Ein gut gebackenes Brot muss auch noch nach 24 Stunden genauso gut riechen und schmecken. Ein gut gebackenes Brot muss auch noch eine Woche nach der Herstellung gut schmecken. (Dass es weicher ist, ist in Ordnung.)

Und nun frage ich die werte Leserschaft: Wo bekomme ich Brot, das diesen Anforderungen entspricht in Wien her?

Alle Supermärkte, die frisch backen, stellen zwar herrlich aussehendes und anfangs hervorragend riechendes Gebäck her, doch egal was man kauft, am nächsten Tag ist es nicht mehr genießbar. Die Bäckereien, besonders die paar großen, produzieren etwas besseres Brot, doch ist es bei ihnen keine Seltenheit, dass das Brot zu feucht ist. Brot, das erst in den Filialen gebacken wird, ist entweder voller Geschmacksstoffe oder es behält seine Qualität für weniger als 24 Stunden bei. Einige wenige Kleinstbäckereien produzieren ihr eigenes Brot, das gelegentlich ganz in Ordnung ist. Da sie jedoch meist in Konkurrenz zum nächstgelegenen Supermarkt stehen, spezialisieren sie sich auf Brot-Absurditäten, die als Tagesbasis nicht genießbar sind.

Daher nocheinmal die Frage: Wo in Wien bekomme ich gutes Brot her, das meinem Anforderungskatalog entspricht?

Aktualisierung am 27. Oktober 2008: Die Falter-Gebäckeinkaufsempfehlungen

Ich wurde auf die Gebäck-Einkaufstipps des Falter verwiesen. Der Falter führt aber zum Beispiel die Bäckerei Mühlenbrot in der Karmeliterhofgasse an – und ich weiß nicht, warum die empfohlen wird. Als ich bei meinem letzten Besuch dort einen Laib helles Brot mitgenommen habe, war das am nächsten Tag – trotz vom Bäcker empfohlener Lagerung – nicht mehr genießbar.

Aktualisierung am 14. April 2012: Der Standard spürt Bäcker auf

Vielerseits wurde ich auf einen Artikel im Standard hingewiesen, in dem “gutes Brot” das zentrale Thema ist. Wenn man sich allerdings ansieht, wieviele Bäcker in dem Artikel genannt werden, so schockiert das Ergebnis umso mehr. Und bei nächster Gelegenheit werde ich mir alle Brote zu Gemüte führen!

11:29 Uhr

Um 11:09 Uhr betrat ich das Einkaufszentrum auf der Mariahilfer Straße, um dort mit einem erst kürzlich zum Vizerektor ernannten Kollegen ein schnelles Frühstück einzunehmen. Das Café IO ist das deutsche Pendant zur Segafredo-Kette: Der Kaffee ist in Ordnung, das Frühstück ist gut und günstig, sobald man ihn allerdings ausgetrunken und es verzehrt hat, geht man gerne schnell wieder.

Vor dem Einkaufszentrum stand ein Krankenwagen, dieser Tage ist das in Wien ganz normal. Was erwartet man sich? Gar nichts! Wohl wird ganz in der Nähe ein alter Mensch zur Untersuchung abgeholt, wahrscheinlich von drei neunzehnjährigen Zivildienern.

Ich betrete also das Einkaufszentrum und werde sogleich von einem Security-Guard angewiesen ins Café über einen Umweg zu gehen. Ich soll mit der Rolltreppe in den ersten Stock hochfahren, dort ans Ende gehen und anschließend mit einer anderen Rolltreppe wieder ins Erdgeschoss hinunterfahren. So käme ich da hin. Ins IO.

Ich versuchte einen Blick zu erheischen, was der Grund für diesen Umweg sei, denn ein ungutes Geräusch, leider kann ich es nicht besser beschreiben, verstörte mich schon die ganze Zeit über. Es klang wie das Kratzen zweier Hartplastikteile aneinander, wie das Bewegungsgeräusch eines alten Motors mit Seilübersetzung, die Mischung dieser Geräusche und sein so unangenehm schnelles und regelmäßiges Ertönen ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Auf der Rolltreppe am Weg nach oben sah ich, was los war: Ein alter Mann lag mit entblößtem Oberkörper am Boden. Um seine Brust war eine Maschine zur Herzmassage geschnallt. Sie gab in kurzen Abständen das Geräusch von sich. Von der Brust aufwärts wurde der Körper durch die Wucht des Zugs der Maschine hochgehoben und sofort wieder hinabgedrückt. Sein Kopf bewegte sich mit den Zügen der Maschine auf und abwärts wie bei einem Menschen, der gerade von einem Krampf geschüttelt wird. Der Mund des Mannes war halb offen, die Augen geschlossen.

Die Rolltreppe war zu Ende, ich blickte auf die Uhr. 11:10 Uhr. Ich war in diese unangenehme Situation geraten und sollte in wenigen Minuten den Vizerektor zum Frühstücken treffen. Ich konnte das Knarren und neuerdings auch das Piepsen der Maschine gut hören als ich die andere Rolltreppe betrat, um wieder ins Erdgeschoss zu gelangen.

Im Café, keine zehn Meter vom Unglücksort entfernt, herrschte scheinbar keinerlei Anspannung. Ich nahm beunruhigt Platz und konnte nicht anders als hinsehen.

Man hatte die Ungücksstelle mit Kleiderständern und den Tafeln, auf denen Wirte ihre Mittagsmenüs mit Kreide draufschreiben, vom Rest des Einkaufszentrums abgeschirmt. Durch meine Sitzposition im Café konnte ich jedoch ein bisschen etwas sehen. Den Blick abwenden, das ging beim besten Willen nicht. Ihn zwanghaft woandershin lenken ebensowenig. War ich nun ein Gaffer? Konnte man mich als Glotzer und als einen derjenigen, die nur blöd dastehen und schauen, statt etwas zu tun, beschimpfen?

Ich sah mich um und versuchte mich an den anderen Gästen zu orientieren. Hinter mir unterhielten sich zwei Frauen mittleren Alters über den Schulbeginn ihrer Kinder. Sie rauchten ekelerregend schlechte Zigaretten. Gleich daneben ein für mich indisch aussehender, dicker junger Mann; er blätterte im “Heute”. Vor mir unterhielt sich eine Frau für mich deutlich hörbar mit jemandem am Telefon; sie sprachen übers Ausmalen einer Wohnung. Es wurde 11:19 Uhr. Ich bestellte, völlig unvorbereitet mit der Frage der Kellnerin konfrontiert, einen Eistee. Mit viel Eis im Glas!

Der Vizerektor erschien im Eingangsbereich. Auch ihn wollte der Security-Guard über die Rolltreppen ins IO schicken, doch hatte der Vizerektor mich bereits erblickt und ich deutete ihm, wie er zu gehen hatte. Eine Minute später war er da.

Auch er sah sich an, was da geschah und auch er war von dem Geräusch und dem Fakt, dass zehn Meter neben diesem Kaffeehaus lebensrettende Maßnahmen durchgeführt wurden, schockiert. Im Gegensatz zu mir, jedoch, verbot er sich weiterhin andauernd hinzusehen. Er saß allerdings auch mit dem Rücken zum Geschehen. Das machte die Sache leichter.

Er erzählte mir, dass ihm schon Leute unter der Hand weggestorben seien, er berichtete darüber, wie er, abwechselnd mit einem Freund, einem Dritten drei Stunden lang Herzmassage gegeben hatte, weil der Helikopter so lange auf sich warten ließ. Er berichtete auch von einem Fall, bei dem er vier Stunden lang intubieren musste. Für mich waren das buchstäblich unglaubliche Fälle von Erster Hilfe, war doch mein bislang einziger Fall nennenswerter Erster Hilfe die Sache mit den Kaulquappen im Stiegenhaus gewesen!

Ich wurde nervös. Der Vizerektor versicherte mir, dass das alles da drüben nur mehr Show sei, denn würde man selbst die Zeit meiner Anwesenheit bei diesem Schauspiel hernehmen, das waren gerade 14 Minuten, wäre das schon sehr lange. Besonders in diesem Alter. Und dann redeten wir ein oder zwei Minuten das übliche Bla Bla: Wie schlimm es doch wäre, wenn der da drüben erst 30 oder 20 wäre. Wenigstens ein schneller Tod, und so weiter, und so fort. Dennoch: Das Gerät zur Herzmassage ließ auch dieses Gespräch schnell wieder zu einem Ende kommen, so ungut war dieses zu perfekt regelmäßig schnelle Geräusch. Der Vizerektor bestellte das Aktionsfrühstück.

Krch-pfft, krch-pfft, krch-pfft, krch-pfft, krch-pfft, krch-pfft. Es kam einem vor, als ob das Geräusch immer schneller wurde. Schlimm war vielleicht gar nicht das Geräusch selbst, sondern das Tempo. Es versetzte mich in eine innere Unruhe, die sich nicht legen wollte. Und dann plötzlich wurde es von einem Moment auf den anderen ruhig. Die Maschine piepte. Mal 3, Mal 5 Töne, danach ging es wieder los. Krch-pfft, krch-pfft, krch-pfft. Es wiederholte sich, es piepte und nocheinmal.

11:29 Uhr. Die Polizei erschien im Eingangsbereich und wurde zu dem Alten geführt. Ich konnte nicht hören, was gesagt wurde, aber einer der Beamten zückte ein Formular in der Größe eines Strafzettels aus seiner Jackentasche und notierte darauf etwas. Ich konnte nur das Gesicht eines der Beamten erkennen. Seine Mundwinkel zeigten nach unten. Das Rettungsteam und die Polizisten sprachen kurz über irgendetwas, dann wurde die Maschine angehalten. Der Körper des Alten sackte zu Boden, der Kopf lag überstreckt auf der Matte, die man unter ihm ausgebreitet hatte. Sein Mund war nachwievor halb offen. Die Augen geschlossen.

Einer der Polizisten sah auf die Uhr und notierte etwas auf seinem Strafzettelformular. Die Rettungsleute packten ihre Utensilien ein und hoben die Leiche des Alten auf eine Bahre. Die Bahre hatte Gurte, die sie dem Alten umlegten und festzogen. Ich sah noch immer zu und konnte es kaum fassen, dass ich hier im Café sitzend gerade den Tod eines Menschen keine zehn Meter weiter miterlebt habe.

Die Rettungsleute hoben die Bahre hoch und legten der Leiche ein Beatmungsgerät an. Das sei nur Show, versicherte mir der Vizerektor. Wenig motiviert bediente es einer der Rettungsleute. Sie beeilten sich, schnell in den Krankenwagen zu kommen. Sie packten ihr Zeug ins Auto, schlossen die Türen und fuhren ab. Ebenso wie die Polizisten.

Der Security-Guard half den Geschäftsleuten die Kleiderständer und der Kellnerin die Mittagsmenütafeln wegzuräumen. Man konnte nicht mehr erkennen, dass hier um 11:29 Uhr ein Mensch gestorben war. Der Vizerektor hatte sein Frühstück aufgegessen und bestellte einen Eistee. Die Eiswürfel in meinem Glas waren geschmolzen. Irgendwer hatte wieder die Unterhaltungsmusik des Einkaufshauses eingeschaltet.

Dann doch lieber das Auto…

14:33 Uhr
Fahrplanmäßige Abfahrt des Zuges “Polonia” von Wien nach Warschau.

14:35 Uhr
Der Zug wird “um 50 Minuten verspätet” angekündigt.

15:10 Uhr
Der Zug ist “um 70 Minuten verspätet”.

15:13 Uhr
Durchsage am Bahnsteig 4, die ich nicht verstehen konnte.

15:15 Uhr
Abermals Durchsage am Bahnsteig 4, die ich abermals nicht verstehen konnte.

15:20 Uhr
Große Unruhe unter den Fahrgästen auf Bahnsteig 4. Es verbreitet sich das Gerücht, dass die Fahrgäste in den Zug auf Bahnsteig 5 steigen sollen, der Prag zum Ziel hat. (Planmäßige Abfahrt: 15:33 Uhr.)

Ich erkundige mich bei einem Schaffner, wohin die Fahrgäste mit dem Ziel Warschau nun gehen sollen, die Antwort: “Wir haben es zwei Mal durchgesagt: diese Fahrgäste sollen in den Zug nach Prag einsteigen. Dieser Zug bleibt in Breslau stehen, wo sie wieder aussteigen müssen. Von dort wird sie der eigentliche Zug abholen und weiterfahren.”

15:33 Uhr
Die Fahrgäste steigen in den Zug auf Bahnsteig 5 ein. Der Zug fährt ab.

16:45 Uhr
Ich erhalte einen Anruf von einem der Fahrgäste: Der Zug steht und kann nicht weiterfahren.

Ich rufe bei der Auskunft der ÖBB an (05-1717), um mich zu erkundigen, was da los ist. Zu diesem Zeitpunkt erhalte ich als erste Information, dass der Zug “Polonia” von Wien nach Warschau um 125 Minuten verspätet ist. Nach genauerem Nachfragen erhalte ich die Auskunft, dass eine Oberleitung beschädigt ist und gerade Reparaturarbeiten im Gange sind. Die Züge müssen die Arbeiten abwarten.

Wenige Minuten später erhalte ich abermals einen Anruf von einem der Fahrgäste: Der Zug fährt wieder.

21:39 Uhr
Ich erfahre von selbigem Fahrgast, dass alle Fahrgäste mit dem Reiseziel Warschau aus dem Zug nach Prag aussteigen mussten und bislang in Breslau auf den Anschlusszug warten!

Zur Verdeutlichung

  • Der Fahrgast, um den es konkret ging, hatte als Ziel nicht Warschau, sondern das viel näher gelegene Krakau. Der Zug, der um 14:33 Uhr von Wien Südbahnhof abfahren sollte, wäre um 21:30 Uhr in Krakau angekommen.
  • Die Verbindung Wien-Warschau wird in der telefonischen Auskunft der ÖBB (Tel.: 05-1717, dann “2″ und nochmals “2″) als “internationaler Fernverkehr” geführt. Die Durchsage am Bahnhof Wien Süd erfolgte zwei Mal ausschließlich auf Deutsch. (Und das sogar für mich unverständlich!)
  • Bahnfahren entspannt? Wäre dieser Fahrgast mit dem Auto bequem von Wien nach Krakau gefahren, wäre er um ca. 21:00 Uhr in Krakau angekommen!
  • Der Treibstoff für 450 Kilometer kostet im Durchschnittsverbrauch eines modernen Fahrzeugs etwa 35 Euro. Das Bahnticket Wien-Krakau kostet regulär 42 Euro (Sparschiene 29 Euro), hinzu kommen aber noch die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel zum und vom Bahnhof beziehungsweise die Kosten fürs Taxi. Führe man mit dem Auto, wäre die Anreisezeit individuell wählbar, ebenso wie die Mitfahrer.
  • Da sehr viele polnische Arbeiter übers Wochenende nach Polen fahren, hat sich ein privater Lieferservice mit Minibussen zwischen Wien und den wichtigsten westpolnischen Städten etabliert. Das funktioniert ähnlich wie ein Taxi: Man wird in Wien von zuhause abgeholt und in zB Krakau zuhause wieder abgesetzt. Die Kosten für eine Überführung liegen bei etwa 50 Euro.
  • Züge in Österreich fahren mit modernen, stromsparenden Waggons. Züge in den östlichen Nachbarländern tun das nicht. Nicht selten habe ich mitangesehen, wie Öl, die Inhalte der Sanitäreinrichtungen oder die Abfälle des Speisewaggons einfach in den Boden abgelassen wurden. Ich denke, dass der Schmutz (und sein Wirkungsgrad), den ein PKW verursacht in Bezug dazu wesentlich geringer ausfällt.

Nachtrag, 2. Oktober 2008

Der Fahrgast musste in der Tschechischen Republik insgesamt fünf Mal umsteigen. Er sollte am 1. Oktober 2008 um ca. 21:30 Uhr in Krakau angekommen sein; tatsächlich kam er am 2. Oktober 2008 um 10:14 Uhr in Krakau an!

Wahlkampf im Internet auf österreichisch

Wahlkampf im Internet auf österreichisch: Die Parteien sind in sämtlichen sozialen Netzwerken zu finden, die sich im internet mittlerweile etabliert haben, Stichwörter “Myspace” oder “facebook”. Auch die sehr im Trend liegende Videoplattform “Youtube” wird für Wahlkampfbotschaften intensiv genutzt. Warum das alles dennoch mehr peinlich als kreativ ist, erklären Helge Fahrnberger und Hans Zeger. Bei Helge selbst gibt es die beiden Audiodateien von Ö1 und Ö3 zum Anhören.

Mac-Schreck

So. Der Mac ist dann mal in der Reparaturwerkstatt meines Vertrauens. Heute wollte er gar nicht erst weiter als bis zum Startbildschirm, er blieb im Single-User-Mode hängen wie auch beim Ausführen des Festplattendienstprogramms als auch beim Booten von DVD. Eine Neuinstallation des Betriebssystems (Windows lässt – horribile dictu – grüßen!) führte zu einem Freeze beim Auswählen des Installationslaufwerks. So ging das nicht weiter, so geht das nicht weiter. Momentan tippse ich auf einem Notebook herum, bis mein Mac wieder zurückkommt. Und ja, es gibt dennoch einen Unterschied zur PC-Welt: Abgestürzt ist mir der Mac aufgrund eines Softwarefehlers noch nie.

Mac friert einfach ein

Mac friert einfach so ein. Wäre es Windows, würde ich Bluescreen sagen. Beim Mac ist das aber alles anders. Sehr, sehr eigenartig. Erste Vermutung: Arbeitsspeicher, doch Memtest sagt nach vier Testreihen, dass alles in Ordnung sei. Vielleicht die Festplatte. Da kommen so eigenartige Geräusche hinter dem Bildschirm hervor…

tumblr macht glücklich

Von Blogger zu Textpattern, von Textpattern zu WordPress, von WordPress zu Tumblr. Ist das nicht ein Rückschritt von Systemen, die unendlich viele Möglichkeiten bieten zu einem System, das meine gesamte Online-Tätigkeit auf die Kategorien Text, Foto, Zitat, Link, Chat, Audio und Video beschränkt? Ja, ist es. Und diese Einschränkung ist, so schwer es auch zu glauben sein mag, gut.

Mein Problem mit WordPress war genau die Möglichkeit des Programms, praktisch alles damit machen zu können. Mit Hilfe von WordPress kann ich eine vollwertige Website, ein Portfolio, eine Galerie, ein soziales Netzwerk oder einfach ein Blog erstellen. Hunderte Zusatzfunktionen und tausende Plugins machen es möglich, damit alles umzusetzen, was im Internet umgesetzt werden kann. Doch wohin führte das?

Beim Surfen sah ich diesen und jenen optischen Gimmick, hier dieses Design, dort jenes Feature, hier einen schönen Hover-Effekt, dort wiederum einen Javascript-Slider – und ich fühlte mich gezwungen all das umzusetzen. Wenn schon WordPress all diese Möglichkeiten bot, warum sollte ich sie dann nicht nützen? Wenn ich diese Dinge programmieren konnte, warum dann nicht ausprobieren? Und so wurden Designänderungen, aber auch Änderungen technischer oder strukturell-inhaltlicher Natur zum Alltag. Ich beobachtete dieses Phänomen nicht nur bei mir, sondern auf vielen Seiten, auf denen mit dem Quellcode nachwievor herumexperimentiert wird.

Auch die Vielzahl von Plugins und die sich gegenseitig widersprechenden Aussagen, die entweder für eine generische oder für eine Plugin-Lösung eines Problems argumentierten, führt nur dazu, dass ich mich nicht und nicht entscheiden konnte, was mir letztlich wirklich passte. Leidgeprüfte Stammleser haben sich sicherlich öfters über Newsfeeds mit oder ohne Fußzeile oder andere Web-Experimente gewundert…

Sicherlich, das WordPress, das ich letztendlich vor mir hatte, war ein perfekt auf mich abgestimmtes Programm, quasi eine Maßanfertigung, doch hielt dieser Zustand nur solange, bis eine neue Version herauskam. Und der Zyklus von einem zum anderen Release liegt bei drei Monaten. Stelle sich die Leserschaft das bitte vor! Alle drei Monate ein maßgeschneidertes System erstellen? Das verursacht Arbeit und kostet Zeit. Zeit, die den Artikeln fehlte. Das Problem hierbei lag darin, dass es praktisch keine Grenze für die Kreativität gab. Was ich irgendwo im Web sah konnte ich mit WordPress umsetzen. Und das war nicht gut.

WordPress wurde zu einer Sucht. Meine vorige Aussage, dass ich alles mit WordPress umsetzen konnte änderte sich zur Maxime, dass alles, was WordPress konnte, auch irgendwie umgesetzt werden musste! Aus Möglichkeit wurde Zwang und darunter litt der eigentliche Beweggrund für dreitehabee: das Schreiben von Artikeln.

Barry Schwartz hat bei TED Talks eine Vorlesung zum Thema “Paradox of Choice” gehalten und trifft damit mein Problem auf den Kopf. Die Möglichkeit, viele Möglichkeiten zu haben, macht letztlich unglücklich. Er zählt viele Gründe auf und gibt viele Beispiele, die Essenz jedoch lautet: Weniger Möglichkeiten – das ist in einer Gesellschaft, die keine Grenzen kennt, der Luxus. Und genau den gönne ich mir. Mehr Luxus auf dreitehabee.

Meine Auswahl beschränkt sich auf sieben Kategorien, die eindeutig definiert sind: Text, Foto, Zitat, Link, Chat, Audio und Video. Das war’s. Keine Kategorien außer diese sieben mehr. Tumblr bietet in der Hinsicht weniger (bei WordPress kann man eine beliebige Anzahl von Kategorien einrichten), mein persönliches Gefühl der Zufriedenheit ist hingegen massiv gestiegen. Ich muss mich nicht mehr um Suchmaschinenoptimierung kümmern, denn diese Option gibt es nicht. Ich muss micht nicht mehr um die korrekte Archivierung oder die Datensicherung meiner Einträge kümmern, denn diese Optionen gibt es nicht mehr. Mir wird mit dem Wechsel zu Tumblr alles Technische abgenommen und ich kann mich ganz auf die eigentliche Beschäftigung, das Bloggen, konzentrieren.

Es wird sich zeigen, ob meine Wahl eine gute war, ob sich die Anzahl der Einträge wieder auf ein vernünftiges Niveau einpendelt und wieviel Zeit ich insgesamt dafür opfere. Die Empirie werden wir in ein paar Wochen erfahren. Was jedoch bereits jetzt zählt, ist das Gefühl, das man beim Schreiben wieder hat. Und dieses Gefühl ist es, dass letztlich ausschlaggebend und entscheidend ist, nicht der technische Aspekt des Publizierens.

Einwände gegen Tumblr gibt es viele, an vorderster Stelle die Unmöglichkeit, Kommentare zu diversen Artikeln zu verfassen. Doch der Leserschaft sei gesagt, dass auch diese Möglichkeit, wenngleich für die meisten in der Form eher abschreckend, demnächst kommen wird. Kommentare werden hier nicht als vertiefendes Bla bla zu Artikeln angesehen, sondern als öffentliche Fortführung einer Diskussion in Form von neuen, zu meinen gleichwertigen und bezugnehmenden Artikeln, die originäre und ansprechende Meinungen präsentieren. Das Kamm-Schema von herkömmlichen CMSen wird umgelegt in ein lineares Schema. Soviel dazu vorweg.

Warum ich Firmenseminare vermeide

Zweimal jährlich gibt es Firmenseminare, in denen sowohl das Fachliche wie auch die Verhältnisse der Mitarbeiter untereinander trainiert werden sollen. Für gewöhnlich sehen diese zweitägigen Seminare wie folgt aus:

Am Vormittag des ersten Tages werden bei Anwesenheit aller Departments alle Punkte und Situationen diskutiert, die zu Problemen führen. Probleme mit neuen EDV-Anlagen, Probleme mit Klimageräten, Probleme der Mitarbeiter untereinander, Probleme mit Kunden, Situationen, die besondere Maßnahmen erfordern – all das ist dem ersten Vormittag gewidmet und wird lange und breit diskutiert. So lange, und sich so sehr in Details verlierend, dass am Ende des Vormittags die einhellige Meinung herrscht, man habe lange diskutiert, die besprochenen Lösungen reichen lediglich für einen Bruchteil der anfangs angeführten Probleme. Mittagessen bei irgendeiner Pizzeria.

Der Nachmittag ist dem fachlichen Austausch gewidmet und das wird auch durchgeführt. Eine Verlängerung des Vormittags, eine Fortführung der Diskussionen rund um noch immer nicht beantwortete Fragen, findet niemals statt. Am Nachmittag wird das Nachmittagsprogramm durchgeführt. Abendessen in einem Innenstadtlokal.

Mein besonderer Liebling ist aber Tag 2. Dieser Tag ist immer reserviert für externe Trainer aus Persönlichkeitsbildungszentren oder anderen eigenartigen Typen, die uns mit eingelerntem, nie kritisch reflektiertem Wortmaterial und irgendwelchen psychologischen Studien zupflastern (noch nie, niemals hat einer von ihnen mir die Quelle der Informationen nennen können!) und daraus ein bestimmtes Fehlverhalten ableiten wollen. Erstaunlicherweise liegt das Fehlverhalten aller immer im Fachgebiet des einen Trainers. Und dann fangen wir mit Gruppenübungen und -spielen an, Dadaismus en masse zu betreiben. Rollenspiele, offene Gesprächsrunden, der ganze Quatsch. Auch hier tauchen in den Resümeerunden neue Fragen auf, die am Vormittag des ersten Tages nicht ausdiskutiert wurden, auch hier, selbst wenn kaschiert, kommen die Erbanlagen der verschiedenen Personen voll zur Geltung. Am Ende des Tages sind alle müde vor Dummheit, der Trainer zufrieden, das Management motiviert und alle froh, dass es endlich vorbei ist. Beim Essen sind alle “neuerlangten Freundschaften” dahin und die üblichen Gruppierungen gehen ihre gewohnten Wege.

Ganz besonders fein wird es aber am Abend des zweiten Seminartages, denn da geht’s vom Seminartag direkt in den Arbeitsalltag über. Und was geschieht da? Alles, was im Seminar besprochen wurde, wird außer Acht gelassen! Regelungen, auf die wir uns geeinigt haben, werden mit den Füßen getreten, Absichtserklärungen und Verhaltensweisen, die zur Stärkung des Zusammenhalts und der Motivation trainiert wurden, werden ignoriert. Das alles bestimmt nicht, weil die Mitarbeiter sie nicht verstanden haben oder bewusst dagegen arbeiteten, sondern vielmehr, weil es ihnen niemals gelingen würde das,

was an Begriffen geboten wurde, nicht nur als plane Übersetzung in die Physik [ihrer] Merkfähigkeit aufzunehmen, sondern es ein Stockwerk tiefer, in die Chemie [ihres] persönlichsten Lebens wirkend einsickern zu lassen. (Heimito von Doderer über “Bildung” in “Die erleuchteten Fenster”)

Beispielsweise wurde am letzten Seminar besprochen, dass bei unangemeldeten Besuchen von Kunden der Mitarbeiter mit der höchsten fachlichen Qualifikation diese Kunden bedienen sollte. Was geschah nur wenige Stunden später? Der neue Führungsbeauftragte, der für diesen Abend dienstlich eingeteilt war, ließ Mitarbeiter, die an diesem Abend eigentlich frei hätten, Kunden bedienen, weil er – der Führungsbeauftragte – irgendwas wichtiges zu tun hatte; irgendwas wichtiges bestand aus Internetsurfen, Flickrbilder kommentieren, Small Talk und der Zubereitung von Kaffee. Dieses problematische und unreflektierte Verhalten wiederholt sich seit dem letzten Seminar nahezu täglich!

Konsequenzen dieses Verhaltens gibt es keine. Viel wurde überlegt, viel wurde diskutiert, aber dabei bleibt es, denn niemand hat die Zeit und Lust dazu, hier Firmenpolizei zu spielen. Vielleicht wäre es mit einem ausgeklügelten Bespitzelungssystem möglich, Mitarbeiter zur Ordnung zu zwingen, das aber würde zu einem Arbeitsklima beitragen, das sich auch auf die Kunden auswirken würde. Vielleicht wäre ein Belohnungs- oder Abstrafungssystem gut? Das ist vielleicht in großen Firmen machbar, nicht aber in kleinen Unternehmen, bei denen die Copinage mehr zählt als Qualifikation und Verlässlichkeit.

Was also ist die Lösung des Problems? Es gibt keine! Es gibt keine, die zur Zufriedenheit aller dazu beitragen würde, die Fehler oder Wünsche einiger zu berücksichtigen.

Was ist die Konsequenz, was sind die Folgen? Ob man das Seminar besucht hat oder nicht, macht keinen Unterschied. In den ersten Tagen danach bemühen sich einige Wenige um das korrekte Befolgen der neuen Anweisungen, danach läuft alles wie bisher. Diese Wenigen sind deutlich in der Unterzahl und nicht in Positionen, in denen sie etwas bewirken könnten. Dort nämlich sitzen diejenigen, die sich über alle Regeln stellen.

Das ist der Grund, warum ich Firmenseminare zu besuchen vermeide!

Mehrere E-Mailadressen über ein Gmail-Konto abgleichen

Um mit Apple Mail (oder jedem anderen, besseren E-Mailprogramm) über ein Gmail-Konto mehrere E-Mail-Adressen (samt verschiedener Signaturen, etc.) zu verwalten und diese auch auf verschiedenen Geräten im korrekten Status (gelesen, ungelesen, etc.) anzuzeigen, gehe man wie folgt vor:

  1. Gmail ruft aus allen benötigten Konten die E-Mails automatisch ab. (Empfehlung: Für jedes Konto ein Label, dann kann man die E-Mails in der Weboberfläche gut voneinander getrennt darstellen.)
  2. Das Häkchen “Von derselben Adresse aus antworten, an die die Nachricht gesendet wurde” in Gmail muss gesetzt sein. (Danke für den Hinweis, Philipp!)
  3. Apple Mail ruft nunmehr ausschließlich das Gmail-Konto (und zwar per IMAP) ab.
  4. In der Konfiguration des Gmail-Kontos in Apple Mail gibt man in den Account-Informationen als E-Mail-Adresse all seine E-Mail-Adressen durch Beistriche getrennt an.

So kann man alle E-Mail-Konten über Gmail abgleichen, ist damit stets aktuell und kann auch mit jeder beliebigen E-Mail-Adresse antworten, die bei Apple Mail registriert ist. MobileMe, go home!

Update 25.10.2008

Diese Methode, Nachrichten über ein Gmail-Postfach zu sammeln und zu versenden, hat einen (vielleicht für manche: enormen) Nachteil: Der abgesendeten E-Mail werden neue Header-Zeilen hinzugefügt, die die Gmail-Adresse beinhalten. Einige Mailprogramme, wie zum Beispiel Outlook, zeigen diese zusätzlichen Headerinformationen folgendermaßen an: “Absender (Absenderadresse) im Auftrag von Absender (Gmail-Adresse)”.

Update 14.03.2010

Durch Angabe des Postausgangsservers einer durch Gmail abgerufenen, externen E-Mailadresse, kann die Angabe der privaten Gmail-Adresse unterbunden werden. Gmail benutzt dann den angegebenen Postausgangsserver anstelle des eigenen.

Update 25.01.2012

Unter E-Mail-Einstellungen > Allgemein können bei Gmail für verschiedene E-Mailadressen verschiedene Signaturen eingegeben werden. In Apple Mail und allen anderen Mailprogrammen müssen diese Signaturen extra angelegt werden. Für Apple Mail macht man das unter Mail > Einstellungen > Signaturen.

Rückrufregel

Man kennt das: Telefonieren mit dem Handy, plötzlicher Abbruch der Verbindung, minutenlanges Hin und Her mit Besetztzeichen und häufigen Anrufen auf die Mailbox, bis man letztlich den Gesprächspartner wieder an der Leitung hat. Um dem entgegenzuwirken, gibt es eine ganz einfache Rückrufregel, die hiermit vollständig von Wolperts Blog übernommen wird:

  • Wer angerufen hat, ruft bei einem plötzlichen Abbruch auch wieder an.
  • Wer den Anruf entgegengenommen hat, wartet auf den Rückruf.

Weitersagen hilft gegen Frustration und Zeitverlust!

Feedback Redesign

Ich bastle gerade an einem Redesign. Nein, Christian, nicht an einem großen, allumfassenden, alles verändernden neuen Theme, sondern an etwas, das ich bislang so noch nie gemacht habe: Ich sehe mir die kleinen Dinge an, die Linien, Punkte und Symbole, die Zeilenabstände, Schriftarten und -größen, kurzum: alles, was die Darstellung meiner verschiedenen Kategorien verbessern könnte. Vieles ist schon stark verbessert, doch da ist Mithilfe gefragt.

Schreiben Sir mir doch bitte, was Ihnen an der Seite nicht gefällt, was Sie stört, ob zum Beispiel die Filme zu groß oder zu klein geraten sind, die Zitate in zu heller Schrift dargestellt werden, kurze Mitteilungen trotzdem einen Titel haben sollten oder ob der gapingvoid-Cartoon in der Sidebar vom Lesen ablenkt. Oder was auch immer. Bin schon gespannt was da zusammenkommt!

Genetische Verwandtschaften

Genetische Karte Europas. Wir Österreicher haben sehr großen Nationalstolz, das wissen wir, das weiß die Welt. Das “Problem” an der Sache ist, dass wir eine der am meisten vermischten Nationen überhaupt sind, somit unseren Stolz auch an unseren genetischen Pool weitergeben können: Wir Österreicher bestehen aus Schweizern, Franzosen, Süddeutschen, Tschechen, Ungarn und Jugoslawen. Sie bestehen aber auch aus uns, also keine Sorge!

Wen kümmert's?

Einem chinesischen Regierungsbeamten gefallen die Zähne des Mädchens mit der schönen Stimme nicht, sie muss weichen und ein schönes darf den Mund zum Playback bewegen (fast schon eine Metapher). Das Feuerwerk bei der Eröffnung ist offenbar nicht ganz so toll (wie es sein soll?), es muss also computergestützt nachgeholfen werden. Es soll über dem Nationalstadion regnen, aber ein paar mit Silberjodid befüllte Raketen in die Regenwolken geschossen verhindern die natürliche Säuberung der dreckigsten Stadt der Welt. Dem Internationalen Olympischen Komitee (wer von denen kann zwei Stockwerke hochsteigen ohne danach schwer zu atmen?) missfallen die leeren Sitzreihen in den Stadien und McDonald’s (sehr sportlich) kann nicht genügend Burger verkaufen, weil die Sicherheitsbestimmungen die Konsumenten woanders nach Nahrungsmitteln suchen lassen. Andauernd berichten Zeitungen von immer erstaunlicheren Medaillen irgendwelcher Sportler in Sportarten und Disziplinen, die uns noch nie interessiert haben und wir sind aus dem Häuschen. Wen kümmert’s eigentlich?

Google Trends zum Parteieninteresse in Österreich

In ein paar Wochen wird in Österreich gewählt. Umso besser, dass man sich mit Google Trends einen Überblick darüber verschaffen kann, in welchen Gebieten, welche Parteien wann (im Jahr 2008) interessant waren. Gleichzeitig sieht man in der unteren Leiste, wie oft die verschiedenen Parteien in den Google News erwähnt wurden, kann somit (zwar ungenau, aber doch) einen direkten Vergleich zwischen der Medienpräsenz einer Partei und dem Interesse der Google-Benutzer an ihr bestimmen.

Obwohl dieses Tool vollständig automatisiert arbeitet, bietet es dennoch interessante Einblicke (Stand 5. August 2008).

  • Im Burgenland wird hauptsächlich nach SPÖ, dicht gefolgt von ÖVP gesucht. Das Interesse an den anderen Parteien ist verschwindend klein.
  • In Niederösterreich sind SPÖ und ÖVP ex aequo an erster Stelle, gefolgt von den Grünen, den Freiheitlichen und dem BZÖ.
  • In Tirol übertrumpfen die Grünen erstmalig die SPÖ. An erster Stelle steht die ÖVP. Die FPÖ an vierter Stelle, das BZÖ dümpelt hinten nach.
  • In Oberösterreich bietet sich folgendes Bild: ÖVP, gefolgt von SPÖ, gefolgt von den Grünen. Weiters FPÖ und wieder sehr klein – BZÖ.
  • In der Steiermark führen die Grünen vor SPÖ und ÖVP, danach FPÖ und BZÖ.
  • In Kärnten liegt die SPÖ im Web-Interesse der Googlebenutzer vorne, gefolgt von ÖVP. Dass das BZÖ hier (einzig) an dritter Stelle liegt, verwundert nicht weiter. Doch ganz knapp, an vierter Stelle, die Grünen, abgeschlagen die FPÖ.
  • In Salzburg und Wien ähneln sich die Ergebnisse: SPÖ führt, ÖVP folgt, die Grünen an dritter Stelle, FPÖ an vierter und das BZÖ an fünfter.
  • Vorarlberg: Die Grünen, ÖVP, SPÖ und FPÖ ex aequo, dann BZÖ.

Das meiste Interesse für welche Partei gab es wo:

  • SPÖ: Eisenstadt, Mistelbach, Linz
  • ÖVP: Sankt Pölten, Eisenstadt, Innsbruck
  • Die Grünen: Graz, Linz, Klagenfurt
  • FPÖ: Innsbruck, Graz, Linz
  • BZÖ: Klagenfurt, Graz, Wien

Eine sehr schöne grafische Darstellung dieser Interessenverteilung bietet der neue Dienst “Google Insights for Search“, voila: Parteieninteresse in Google Insights.

Da liegen die Google-Trends trotz ihrer Ungenauigkeit doch gar nicht so sehr daneben, oder?

Das Tumblr-Konzept

Wer braucht noch WordPress oder andere hochtrabende Content Management Systeme (CMS) wenn sowieso alle auf die eine oder andere Weise “tumbln”? Auf dreitehabee wie auch auf fast allen Blogs, die ich per Newsfeed abonniert habe, gibt es mal lange Artikel, mal kurze, mal nur Videos, manchmal nur Lieder oder Bilder! Auch der andauernde Bedarf nach Asides ist überall groß und jeder halbwegs talentierte Autor einer Designvorlage berücksichtigt das auch gleich. Ja, selbst wirklich große Namen in der Bloggerszene tumbln ab und an (oder reduzieren ihre Artikel sowieso auf die Qualität eines Tumblr-Eintrags). Kurzum: Wozu sich die Mühe mit WordPress oder anderen CMS antun, wenn man es mit den Features, die Tumblr anbietet, ebenso bewerkstelligen kann? Keine Ahnung. Das, was bei Tumblr fehlt, kann man schnell mit einem einfachen Eingriff in den Quellcode der Seite ausbessern, die Kommentarfunktion holt man sich von disqus, ja selbst gegen Werbung haben die Betreiber von Tumblr nichts, es darf nur nicht der Eindruck entstehen, der Sinn und Zweck der Seite sei es, alle Aufmerksamkeit auf den einen oder anderen Online-Shop zu lenken (Im E-Mail, in dem mir das bestätigt wurde, wurden zum Beispiel Google AdSense-Werbungen wörtlich als “völlig in Ordnung” dargestellt).

Nun? Was spricht also für den Durchschnittsblogger noch für das mühsame Aufsetzen, Warten und Betreiben eines CMS? Ja, was spricht sogar für höchst erfolgreiche Blogger mit unvorstellbaren Besucherzahlen für ein CMS?